Augenkliniktermin from hell

Schon  seit einem halben Jahr schielt das Rumpelstilzchen. Anfangs war ich selbst unsicher, ob er da überhaupt schielt, und fragte den damaligen Arzt. Der meinte, das käme vom breiten Nasenrücken, Thema erstmals abgehakt. Dann wurde es aber deutlicher, und war auch nicht immer in gleichem Ausmaß sichtbar, sodass ich immer sicherer wurde, dass das wohl nicht vom Nasenrücken her rührt, sondern wohl was dahinter steckt. Der aktuelle Kinderarzt schickte uns auf meine Nachfrage dann noch zu einem Augenarzt, der wiederum feststellte, dass sein linkes Auge führend sei, und das rechte eben schiele. Eine weitere Abklärung war nicht möglich, da das Rumpelstilzchen aus vollem Röhren plärrte und sich hin Händen und Füßen gegen jegliche Untersuchung sträubte.

Somit wurden wir in die Augenklinik überwiesen, wo wir heute waren. Rückblickend bin ich mir sicher, dass ich wohl lieber Drillinge zur Welt bringen wollte, als nochmal so einen Vormittag zu ertragen. Die Klinik selbst (wir waren damals mit der Lungenentzündung schon im Nebengebäude, das ich in guter Erinnerung hatte) machte einen äußerst schäbigen Eindruck. Alt, schmuddelig, verwinkelt, überfüllt, unorganisiert. Schon beim Reingehen standen mir mal sämtliche Körperhäärchen senkrecht, ich leide zwar nicht unter Klaustrophobie, fühlte mich aber extrem beengt und unwohl. Das Kind gab ich daher größtenteils an den Mann (der GsD Urlaub hatte), bespielte selbst eher das Baby, dem der ganze Trubel eigentlich herzlich egal war. Die Wartezeit war gefühlt ewig (faktisch eine knappe Stunde), und es gab gar nichts zu tun. Es gab keinen Warteraum, die Stühle standen am Flur aufgereiht, nebendran und rundherum standen auch immer wieder Menschen, weil eben alles besetzt war. Es war auch zu eng, mit dem Kind sinnvoll rumzulaufen. Zu spielen gab es auch nichts, und das Buch das wir mithatten, das er zwar sehr liebt (das tolle kleine “Ich bin die kleine Ente” Buch, der hervorragend zum Mitnehmen geeignet ist), aber eben auch schon gut kennt und nach 2 mal durchblättern erstmal nicht mehr so spannend findet. Er wurde immer unruhiger und wuseliger und unzufriedener, ich saß auf Nadeln.

Endlich kamen wir dran, und schon beim Betreten des Untersuchungszimmers fing das Rumpelstilzchen an sich zu winden. Die Ärztin kam zu ihm, begrüßte ihn, strahlte ihn an, suchte den Augenkontakt, wollte ihm die Hand geben, und streichelte ihm nach seiner Weigerung übers Bein. An der Stelle frage ich mich immer immer immer wieder: WARUM zum Geier muss das denn sein? Jedem Fremden wär ich da schon drübergefahren (, ist vor ner Untersuchung aber dann doch eher kontraproduktiv). Das Kind zeigte SO deutlich dass es KEINEN Kontakt will, und schlussendlich wurde es dazu genötigt bis es aufquietschte, sich wegdrehte und an mir festklammerte. Ab diesem Punkt hat es nur noch geschrieen und gekreischt wenn die Ärztin das Sichtfeld betrat. Nein, ich meine nicht dass die Untersuchung toll gelaufen wäre, wäre der erste Kontakt gelungen (iSv ein kurzes “Hallo” und dann das Kind bittedanke erstmal gepflegt ignorieren, bis es eventuell auftaut und von sich aus Kontakt sucht, bis dahin hätte sie ja mit uns in Ruhe die Anamnese machen können, ne?), aber nachdem sie sichs mal mit ihm verscherzt hatte war mir klar, dass da nichts mehr läuft.

Nunja, man versuchte es natürlich trotzdem, und das Rumpelstilzchen schrie sich immer entsetzlicher in Rage und Verzweiflung, war völlig überfordert und nach 20 Minuten dauerschreien schluchzte er auch nur mehr “heia, heia!”. An der Stelle hätte ich mich einfach gern umgedreht und wäre gegangen, aber man wollte noch das Auge (den Nerv? Hatte ich das richtig verstanden? Keine Ahnung, meine Ohren klingelten ja nur) untersuchen, dafür gäbe es noch Tropfen zur Pupillenweitung, dann 20 Minuten warten. Endlich konnte ich erreichen, dass ICH etwas tun durfte und gab dem Kind die Tropfen selber. Unter Geschrei, ja, aber es ist dennoch was anderes. Was davor übrigens nicht möglich war – mich mitmachen zu lassen. Ich fragte MEHRMALS, ob ich das nicht etwa machen könne, wenn es darum ging ein Auge zu verdecken, oder dem Kind ein Spielzeug schmackhaft zu machen, und wurde immer ein wenig arrogant abgewimmelt “na ich kann Ihnen ja jetzt nicht die Untersuchung erklären, nicht wahr?”. Trotzdem bin ich überzeugt, wir hätten bessere Chancen gehabt, wenn ich das Spielzueg mal von links nach rechts, mal von rechts nach links bewegt hätte, während ich je ein Auge abdecke. So fähig bin ich dann doch. Und ja, wenn mans als Arzt selber macht weiß man gleich was man will und muss nicht anleiten, schon klar dass das angenehmer ist. Aber nachdem sie dem Rumpelstilzchen dann auch noch ins Gesicht gefummelt hatte, war definitiv alles verloren. Uns wurde schonmal eine Narkose angedroht, weil so könne man gar nichts sehen. Klar war aber, dass das rechte Auge nicht alles so tut wie es soll, und uns auf jeden Fall phasenweises einseitiges Abkleben des Auges ins Haus steht. (Ich hatte leider nicht gefrühstückt, sonst hätte ich hier im Kreis gekotzt)

Nach weiteren entsetzlichen und von Müdigkeits- und Überreizungsgeschrei geprägten 30 Minuten der nächste Versuch, der Oberarzt sollte ran. Mit Festhalten konnte er wenigstens das Auge untersuchen, und das was er da untersuchen wollte wäre wohl in Ordnung. Zur Sehkraft könne er aber nichts sagen, da müsse er schon ordentlich schauen können. Dann wurden wir verabschiedet, wir sollen uns jetzt einen Narkosetermin geben lassen. Ich hatte Fragen, und vor allem viele Einwände, aber es gab keine Gelegenheit zum Gespräch – erstens schrie das Kind, zweitens zeigte der Herr Oberarzt sehr deutlich dass er zu sowas nun keine Zeit hat und verabschiedete uns wiederholt nach draußen. Nungut. Oder auch, nunschlecht.

Ich war heilfroh dass wir gehen konnten, kämpf(t)e aber sehr mit den Tränen. Ich will das einfach nicht, es widerstrebt mir extrem mein Kind stundenlang in Vollnarkose legen zu lassen, damit man eine 10minütige Augenuntersuchung durchführen kann. Man weiß ja schon, dass abgeklebt werden muss, man weiß dass (der Sehnerv?? was auch immer er da untersucht hatte) in Ordnung ist, und es geht jetzt nur noch darum ob er eine Brille braucht und in welcher Stärke? Und da kann man nicht noch einige wenige Monate warten, bis er so gut sprechen kann, dass er bei diesen “was siehst du da?”-Tests mitmachen kann? (Der erste Augenarzt hatte es versucht, aber Rumpelstilchen konnte nur den Vogel “Amsii!” benennen, und war auch nicht bereit das andere zu beachten sondern rief nur dass die Amsel wieder gezeigt werden soll -.-)

Ich bin grad hin und her gerissen, habe aber so extreme Bedenken wegen der Vollnarkose, dass ich mal schaun werde ob es noch wo in der “Nähe” eine Augenklinik gibt, um eine Zweitmeinung einzuholen. *seufz*
Hat von euch wer Erfahrung mit sowas???

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Auf bald,
Hummelchen

Schätze

Ein Thema, das mich in letzter Zeit öfter zum Nachdenken gebracht hat, ist mein Konsum. Also so im großen Allgemeinen – was kaufe ich, was kaufe ich nicht, und welche Konsequenzen hat das alles? Das hat mich in so großem Stil ins Nachdenken gebracht, dass ich hier definitiv nicht alles niederschreiben könnte, was mich die letzten Monate so umtrieb, aber eine kleine feine Auswahl an Gedanken, die möchte ich hier doch loswerden, weils passt.

 

Was man als Mama (/Eltern) ja ständig irgendwie einkaufen muss, das sind Klamotten für die Knirpse. Grade beim ersten Kind hab ich mich damit wirklich überfordert gefühlt, sinnvoll ausstatten konnte ich mich daher erst bei der Raupe. Damit meine ich übrigens nicht so sehr, wie viel Stück von welchem Body in welcher Größe, sondern auch so Details: welche Qualität bei welchem Teil? Welche Stoffe? Welche Eigenschaften? Ich weiß nun, dass ich im Krabbelalter bei unseren Fliesen im Wohnzimmer billige Stoffhosen brauch, weil sie kaputt gehen. Dass ich ab Größe 68 keine Strampler mehr wollte, weil es nicht so passt. Dass Oberteile ab 74/80 Karottenflecken abbekommen. Das kleine Hosen mit Zipp und Knopf gräßlich im Alltag sind. Dass meine Kinder Größe 62 überspringen.

Während ich sehr gerne Basics oft bei dm und h&m kaufe, weil es einfach hübsche, einfache und günstige Teile sind, bei denen es auch nicht jedesmal furchtbar schade ist, wenn das Kind aus einer Größe herauswächst (bzw wenn doch, man für nen einstelligen Betrag sofort das Kleidungsstück nochmal nachkaufen könnte), sind wir nun an einem Punkt, wo wir uns auch gern das ein oder andere besondere Stückchen leisten (wollen). Das Rumpelstilzchen trägt die Größe 86 nun schon sehr lang, aktuell wirds eher 92, aber je nach Schnitt passt grade beides. Deshalb ist es mir nun das auch wert, mal etwas mehr für ein besonders hübsches oder passendes Teilchen auszugeben.

Ein anderer Bereich sind Schuhe – wir haben nur sehr wenige. Also, wir alle, generell. Der Große hat aktuell ein Paar Sandalen, und ein zu klein werdendes Paar geschlossene Schuhe. Beide eher teuer gewesen, aber ich sehe nicht ein, die winzige Füßchen mit Billigplastikschuhen zu ruinieren. Zuhause gibt es Leder-Krabbelschuhe. Und die waren auch eher teuer, zumindest vergleichsweise – obwohl es nahezu überall wahnsinnig billige Lederpuschen zu kaufen gibt. Ich bin allerdings der absoluten Überzeugung, dass es in diesem Fall eine logische Untergrenze für hochwertiges Material geben muss, bedenkt man, wie teuer die Herstellung tierischer Produkte ist (/sein müsste). An diesem Punkt stimmt dann doch, dass Qualität einen gewissen Preis hat, bzw. Billigprodukte nicht ohne sind.

Passend zu diesen beiden Kategorien, wollte ich daher 2 Fundgruben teilen.

Unsere Krabbelschuhe haben wir von hier: die CRabbelschuhe werden nicht nur persönlich nach Wunsch gebastelt, was das Design betrifft, sondern auch genau auf die Fußgröße und -form zurecht geschnitten. Wir haben nun bereits unser 2. Paar und sind immer sehr zufrieden. Vor allem das Rumpelstilzchen, das seine “BUBAAALLL! *KREISCH* Schlappies!” am Liebsten gar nicht mehr ausziehen möchte… Ich persönlich fand ja das Schaf mit Abstand am Süßesten, allerdings musste ich feststellen, dass das für Nur-Krabbel-Babys nicht optimal ist, da das Schaffell natürlich wunderbar den Boden putzt.. ;-)

IMG_20140703_182648803_HDRSchuhe im Lieblingsball-Design = glückliches KindIMG_20140703_182935114

Aktuell ganz dem selbst-näh-Fieber verfallen, schmachte ich auch immer die besonders hübschen Stücke an, die andere zaubern können. Da hat man dann Glück, wenn diese Bastlerinnen einen kleinen Shop haben.. Hüübsche neue Sets haben wir daher von Nadelgeflüster erstanden. Besonders schön ist bei solchen Einkäufen, dass man seine Wünsche ja absprechen kann, was Farben oder Gestaltung angeht. Oder, was hier grade beim Rumpelstilzchen so besonders wichtig ist, besondere Größen. So brauchen wir zwar Länge 92, Weite aber etwa 80. Kriegt man so ja nicht. Bei einem persönlich für uns genähten Kleidungsstück kriegen wir eben dann genau das was wir wollen. Und sind sie nicht zauberhaft??

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An dieser Stelle komme ich auch nochmal auf das zurück, was ich anfangs schrieb – was kaufe ich da, und von wem? Wer sind die Menschen, die das eigentlich herstellen? Wer verdient an meinem Konsum? Im Fall von Nadelgeflüster eine Mama, die ich über diverse soziale Netze “kennenlernte”. Ich bin mir sicher, genau von diesem Typ gibts bei kleinen Shops einige. Und ist es nicht wunderbar, wenn man bestimmen kann, dass Geld in diese Richtung fließt? Zu Mamas, die teils schon früh nach Geburt des/der Kindes/r arbeiten, um wieder ihren Talenten nachzukommen, oder eben auch um ein wenig die Kasse aufzufüllen? Ist es das nicht,… na… wert? Ein paar Euro mehr, die man tatsächlich in die Hand nehmen muss, damit man damit nicht andere regelrecht ausbeutet, wert? Ehrlich gesagt, ich weiß nicht mal genau ob und wen ich ausbeuten würde, wenn ich günstige Shirts bei dm kaufe. Aber auch das ist ein Punkt – hier weiß ich, wem ich Geld wofür gebe. Fühlt sich für mich schön an, und ich hänge an solchen Schätzen auch viel mehr…

Wenn wir übrigens grade bei dieser Art des Vertriebs sind möchte ich noch zwei andere dran hängen:

Beide Söhne sind ganz vernarrt in ihre Bettnestchenmäuse. Da ich auch wie sicher jede frischgebackene Mami tausendmillionen Warnungen gegen Bettnestchen gelesen habe, und dennoch etwas wollte damit sich das kleine Baby nicht am Bett stößt oder mit den Füßchen feststeckt, war ich natürlich auf der Suche nach einem Mittelweg. Die Mäuse sind nicht nur schick, sondern auch praktisch, dienen als Schutz und Umrandung, sind nicht so starr dass das Baby drunter begraben werden könnte, und grade hoch genug um dem Köpfchen Sicherheit zu bieten. Sie haben mittlerweile etliche Waschgänge überstanden, sind noch genauso hübsch wie eh und je, einzig das Schwänzchen hat die Beißattacke der gefräßigen Katze nicht überstanden, aber wen wunderts.. Rückblickend würde ich nur ändern, doch keine Knisterfolie in die Ohren nähen zu lassen, das Baby ist grad so verrückt danach dass ich die Ohren immer wegklemmen muss damit er sich nicht mit dem Geraschele wach hält.. Und vor allem – sie sind etwas ganz Persönliches für die beiden. Ich hatte sie schon vor Geburt bestellt, und so warteten sie (vorab von mir eingekuschelt damit sie nach Mama riechen) geduldig auf die Ankunft bereitgelegt. Ich hoffe sehr, dass sie ihnen noch lange erhalten und wichtig bleiben…

(die Raupe kann zZ manchmal /nur/ in Seitlage einschlafen, kann so aber nicht liegen bleiben, vor allem nicht gepuckt, und damit sie weder ständig zurückrollt, noch gepuckt auf den Bauch rollt, ist die Bettmaus da sehr nützlich … )

Ein Gedanke, der hierbei vielleicht aufkommt.. “ach, die kann ich doch auch selber nachnähen!”. Nunja, ich bin mir sicher, dass man Bettmäuse mit etwas Geschick selbst nähen kann. Einfach die Designs angucken, Stoffe nachkaufen, und los gehts. Aber ist das… naja, richtig? Klar, dass man auch mal selber sparen muss, wär ich die Letzte die davon keine Idee hat. Aber ich frage mich schon, ob es gut ist, solche Angebote und vor allem den kreativen Hintergrund nicht tatsächlich zu entlohnen? Ich meine, wenn niemand mehr kauft, dann gibt es so etwas nicht mehr. Und das fände ich persönlich sehr sehr schade… Denn für ein paar wenige Schätze, da ists mir das auf jeden Fall wert.

Last but not least möchte ich noch die Taufkerzen unserer Jungs erwähnen, die wurden bei Kerzenzauber Lusine gestaltet. Obwohls ja viele süße Kerzen zur Taufe gibt, fand ich diese Desings einfach nur wuuunderschön, und hoffe dass die Kerzen auf später meine beiden noch begleiten dürfen…

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Was sind denn eure Lieblingsshops mit “persönlichem Touch”, habt ihr sowas?

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Auf bald,
Hummelchen

6-Monats-Geburtstag Raupe

Wahnsinn, ein halbes Jahr! Es ist irgendwie erschreckend zu erkennen, wie lange deine Geburt schon her ist.. auf der einen Seite kann ich mich noch so gut an die Anfangszeit erinnern, aber irgendwie weiß ich schon gar nicht mehr wie das war als du noch nicht bei uns warst!?

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Sprache: Nix neues. Viel Gequieke, viele Unmutsäußerungen.

Spielen: Immer öfter schnappst du dir Spielzeug vom großen Bruder. So waren in letzter Zeit dieser furchtbar quäkende Traktor und Bauklötze aller Art spannend. Dein Forscherdrang ist oft größer als gut für dich ist – kürzlich hast du dir ordentlich weh getan, als die kleine Holzbox, auf der du herumgetatscht hast, kippte und dir auf Stirn/Nase/Nasenwurzel donnerte. Uiui, war das ein Schreck! Auch Bücher findest du faszinierend. Du guckst dir so wahnsinnig gern die Bilder an, dass man auch bei miesester Laune ein paar gute Minuten rausholen kann. Am Liebsten aber machst du Quatsch und Blödelei, je doller desto besser. Man kann dich nie genug knuffeln, schwenken, fliegen lassen, kitzeln.. du gackerst wie bekloppt und hast Spaß dran. Dein Bruder bringt dir immer deine Lieblingsspielsachen, nur sieht ers nicht so gern wenn du dich an seinen Lieblingsbällen vergreifst. Liegst du im Dschungel und die Melodie geht wegen des Wacklers aus, schüttelt der das Gestänge (viel heftiger als nötig), und du freust dich darüber wie ein Schneekönig.

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Motorik: Du kullerst wie ein Weltmeister in alle Richtungen, hast tolle Körperspannung, sodass du dich in Seitlage schon verdammt weit hoch heben kannst, und du kannst dich im Kreis robben. Auch kannst du schon flink rückwärts abhaun! Deine Feinmotorik ist für uns besonders faszinierend, du bist so geschickt! Zwar klopfst du meist nur auf allem rum, aber das Hantieren und Bewegen fällt dir sehr leicht. So kannst du auch schon seit einiger Zeit zielsicher deinen Schnuller in den Mund stecken.

Schlafen: Uff. Es ist und bleibt anstrengend. Diesen Monat gabs 2 Wochen, die Mama wirklich alle nicht vorhandenen Nerven kosteten. Du schläfst sehr schlecht, bzw leicht, wirst wahnsinnig oft wach und findest dann  kaum noch in den Schlaf. Du bist so wahnsinnig fahrig und wuselig, selbst wenn du hundemüde bist, dass du fast nur dann einschlafen kannst wenn man dich festhält oder puckt. Oft schlägst oder ziehst du dir den Schnuller raus und weckst dich dadurch selbst wieder… Ungepuckt geht gar nicht, aber gefallen wills dir auch nicht so recht, und du bist ein kleiner Houdini beim Entpacken, so feste kann man das gar nicht zumachen. Zu Rekordzeiten wurdest du im 30-Minuten Takt wach, mehrere Nächte hintereinander. Aktuell schläfst du gepuckt ziemlich gut, nach dem Schlafengehen um 20Uhr bekommst du ein Fläschchen im Halbschlaf wenn Mama ins Bett geht (goldwert, da du nicht wach wirst hast du keine Wiedereinschlafprobleme, und auch der Hunger weckt dich dann nicht gleich!) und dann noch so zwischen 2 und 4 Uhr. Meist ist dann Ruhe bis etwa 7Uhr. Bitte, das darf jetzt erstmal so bleiben, ja???? :D Tagsüber schläfst du 3-4 mal zwischen 20 Minuten und 1,5 Std (mittags).

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Schmusen: Tatsächlich bist du grad weniger anhänglich. Wenn dus brauchst drückst du dich sehr süß mit deinem Köpfchen an Mama oder Papa, aber Qualität vor Quantität gilt grade!

Soziales: Du bist  eigentlich sehr oft sehr gut gelaunt. Auch Fremde bekommen Grinser, und Opa und Oma hast du nun auch schon besser kennengelernt, und die ersten Stunden mit deinem Bruder zusammen bei ihnen verbracht. Du zeigst damit keine Probleme, was jetzt nicht unangenehm ist..

Entwicklung: Bei soviel Schuberei möchte man meinen, du kannst nächsten Monat schreiben, lesen und rechnen. Insgesamt ists nach wie vor eher anstrengend mit dir, du bist seehr oft quängelig und raunzig und fühlst dich sichtlich unwohl in deiner Haut. Dann möchtest du unbedingt dauer-bekaspert werden, was es grade nicht so einfach macht. Da du dich bereits ein wenig vorwärts schiebst, denke ich, dass du vielleicht am Robben feilst oder so..

Ernährung: Hier läufts immer noch nicht so recht. Mittlerweile magst du deinen Brei sehr gerne, verträgst auch alles spitze, kannst alles toll schlucken – nur deine Zunge ist ständig im Weg. Schade, dass du was das betrifft noch nicht reif genug bist, du möchtest nämlich sehr gerne, aber es ist ein klein wenig anstrengend, den Löffel an deiner Zunge vorbeizumogeln, die sofort gierig und vorfreudig herausschleckt, wenn man sich nähert. Tatsächlich nimmst du auch gern selbst mal was in die Hand, und darfst das natürlich. So mampfst du bereits Gurke und Blumenkohl. Gestillt wird nur noch gelegentlich nachts, hauptsächlich zum Beruhigen oder wenn du danach verlangst. Das tust du allerdings immer seltener, und somit wird es vermutlich bald ganz wegfallen. Bei den Fläschchen tut dir grad der Umstieg auf den größeren Sauger gut, du hast nämlich sehr lange gebraucht um deine Milch zu trinken und wurdest dabei immer unleidlicher. Schließlich hattest du oft bald keine Lust mehr, aber immer noch Hunger. Ganz schlechte Mischung, aber nun ists ja besser. Deinem Bruder waren diese Sauger übrigens bis zum letzten Fläschchen zu groß. Tja, Raupe halt, nicht wahr? :-)

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Gesundheit: Alles bestens!

Körperliches: Du bist grade ein wenig mehr gewachsen als du zugenommen hast und wir sehen die zusätzliche Falte am Unterarm verschwinden – vielleicht liegts aber auch an deinem harten Training, das du jeden Tag absolvierst. Du passt perfekt in Größe 74, und wirkst eher “griffig”. Jeder der dich hochnimmt ist erstaunt, wie schwer du bist! Ein wenig kämpfen wir mit wundem Po, du bist da einfach so wahnsinnig empfindlich, und da Mama grad nicht hinbekommt, Stoffwindeln zu wickeln, merken wir das bei den Wegwerfwindeln umso deutlicher. (Erstaunlicherweise halten bei dir die babylove Windeln dicht, die beim Bruder nach spätestens einer Stunde ausliefen – ich werds nie verstehen!) Dazu kommt nun auch noch, dass das meiste Gemüse deine Verdauung noch eher beschleunigt, aber mit mehr Mahlzeiten wird das bestimmt noch besser.
Auch die Zähne drücken irgendwo rum, ohne sich endlich blicken zu lassen – SEUFZ.

Pfui: Zähne, Schlafen

Highlights: Strampeln, Quatschmachen, deine Füße

 

So starten wir in die 2. Hälfte deines ersten Jahres, wissend wie viel tolles Neues da auf uns zukommt.. Hach, ich kanns kaum erwarten!

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Auf bald,
Hummelchen

Milchpumpe: Medela Swing Maxi

Vor nunmehr 2 Monaten wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte, eine Milchpumpe von Medela zu testen und anschließend darüber zu berichten. Zuerst wollte ich absagen, wozu soll ich schon so etwas bekommen, wo ich eh zu wenig Milch habe? Dann aber sah ich, dass eine Pumpe zur Auswahl steht, die besonders bei zu geringer Milchbildung empfohlen wird. Haha!

Wie der Leser, der schon lange hier ist, weiß – ich habe damals beim ersten Sohn  so ziemlich *ALLES* probiert, was es nur so gibt, um (voll) stillen zu können. Von Nahrungsergänzungsmittel, über Akkord-Stillen/Pumpen bis hin zu Kügelchen und Heilsteinen. Jaja… Ich war verzweifelt genug. Geholfen hat ja mal gar nix. Das Einzige, das damals schon Wirkung zeigte war regelmäßiges Abpumpen. Mit enormer Anstrengung (stündliches Abpumpen über Wochen) hatte ich damals als bestes und leider einmaliges Ergebnis 70ml geschafft. Was ich allerdings noch niemals getestet hatte, mir aber schon im Krankenhaus als wirkungsvoll erklärt wurde, war das gleichzeitige Abpumpen beider Seiten. Mein Interesse war also geweckt….

Kurz darauf bekam ich also ein Päckchen mit lauter Goodies wie Broschüren und Heftchen, sowie als besonderes Extra ein Medela Fläschchen. Auch darüber hatte ich schon viel Gutes gelesen, soll es doch perfekt sein für Babys, die hauptsächlich gestillt werden und so der Saugverwirrung vorbeugen. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für dieses tolle Paket, und die Chance, das alles zu testen!

Das Kernstück war aber natürlich die Pumpe:

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Ich war zu Allererst überrascht, wie WINZIG die ist! Das Teil, das ich damals im KH von der selben Firma zum Abpumpen nehmen sollte, und auch das aus der Apotheke hatte in etwa die Größe einer Autobatterie. Das hier ähnelte einer mopsigen CD! Beim ersten Auspacken war ich aber auch zunächst etwas erschlagen von den vielen Einzelteilen.

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Ein wenig zurecht sortiert ergab das aber alles sehr schnell Sinn, das Zusammenbauen erschließt sich ganz logisch von selbst. Zuerst sollte man natürlich die einzelnen Teile reinigen, Vorgehen dabei dasselbe wie beim Fläschchenreinigen. Beim “Deckel”, der das auch das Verbindungsstück zwischen Flasche und Saugschläuchen darstellt (links am Foto), bitte darauf achten, dass man ihn vorher auseinander nimmt und anschließend gut trocknen lässt. Ich war beim ersten Mal etwas übereifrig, und so hat es Wasser in den Schlauch gepumpt, musste also dann erstmal warten bis der wieder getrocknet war … -.-

Fertig zusammen gebastelt sieht die Pumpe übrigens so aus:

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Ist doch gleich mal übersichtlicher, nicht wahr? Schnickeldi wie Deckel für die Fläschchen (lässt sich damit also bis zum baldigen Füttern im Kühlschrank einfach ein paar Stunden aufbewahren) oder Sauger (der übrigens praktischerweise gleich auf die Fläschchen passt) sind hier jetzt nicht im Bild. Das was man da sieht, ist genau das was man während des Abpumpens benötigt.

Bevor ich jetzt auf meine Erfahrungen damit eingehe, noch ein wenig von offizieller Seite, wofür diese Variante der Pumpe nun gedacht ist: Durch das beidseitige Abpumpen soll sie hocheffizient, komfortabel und schnell sein. Sie sei perfekt für Mamas, die auch arbeiten oder sonst sehr aktiv und unterwegs sind, da sie eine benutzerfreundliche und zeitsparende Pumpe für den täglichen Gebrauch darstelle. Ebenso habe sie natürlich Nutzen bei medizinischer Indikation wie unzureichende Milchbildung, Brustentzündungen oder Anlegeschwierigkeiten. Bei Flach- oder Hohlwarzen sei sie zwar nicht die erste Wahl (Medela rät dann zur Handpumpe Harmony), aber durchaus auch geeignet.

Ich möchte schonmal der Einfachheit halber vorwegnehmen: das unterschreibe ich 1:1. Das Teil ist genial. Wer keine Lust zum Weiterlesen hat kann hier aufhören: volle Kaufempfehlung für o.g. Anwendungsgebiete.. ;-)

Aber nun ein wenig ausführlicher. Ich finde es wichtig, dass die Pumpe einfach zu bedienen ist. Nach umfangreicher Lektüre zur Milchbildungssteigerung habe ich mehrfach gelesen, man möge sich während des Abpumpens geistig mit seinem Baby beschäftigen. Fand ich ulkig. Keine Ahnung obs nützt ;D Aber dennoch habe ich immer gern die Zeit des Abpumpens zum Foto sortieren genützt. Dazu hatte ich allerdings natürlich nur Zeit, wenn das Baby schläft. Daraus ergeben sich zwei logische Forderungen: erstens, das Gerät muss verdammt handlich sein, damit ich selbst noch eine Hand frei habe und nicht gefesselt irgendwo eine Viertelstunde tatenlos in der Gegend rumsitze, und zweitens – es muss leise sein!

Mit ein wenig Übung klappt das mit der Handhabung (mit nur einer Hand!) hier sehr gut. Beim aufrechten Sitzen stellt man die gelben “Füße” der Pumpe einfach auf seine Beine ab beim Anlegen. Nachdem man die Brust der einen Seite in Position gebracht hat, hält man sie mit leichtem Druck des Unterarms fest – man greift also mit der Hand zur gegenüberliegenden Brust, die man dann ebenfalls in angenehmer Weise im Abpumptrichter ausrichtet. Das ist auch schon die Endposition beim Abpumpen, wobei die Trichter während des Pumpens durch den Sog nahezu von alleine halten.

Nun startet man das Pumpen (an/aus Knopf ganz oben), es beginnt eine zweiminütige “Anregungsphase“, durch kurze leichte Pumper soll der Milchspendereflex ausgelöst werden. Als erstes fehlte mir hier das “schmatzende” Geräusch, das die älteren Modelle dabei machten. Ich weiß nicht, ob das Nebeneffekt war, oder künstlich geschaffen um ein schmatzendes Baby zu imitieren, aber sonderlich sinnvoll fand ichs damals schon nicht. Das Geräusch, das die Pumpe die ganze Zeit über macht, ähnelt dem Vibrieren eines Handys, sowohl in Klang als auch in Lautstärke. Je nachdem, wo die Pumpe aufliegt verändert sich das natürlich.

Optimalerweise fließt nun also schon Milch, wenn das früher beginnt muss man aber nicht die 2 Minuten aussitzen sondern kann auch schon vorher zum eigentlichen Abpumpen wechseln (durch Drücken des “Tröpfchen” Knopfes unten). Nun kann man die Saugstärke einstellen, durch Drücken der + und – Tasten. Einfache pi-mal-Daumen-Regel: so weit hoch bis es zum ersten Mal leicht unangenehm ist, und dann eins runter schalten. Das ergibt nun die optimale Leistung. Ich selbst muss die Stärke zwischendrin auch mal ändern, nach wenigen Minuten kann ich nochmal deutlich hoch schalten, gegen Ende muss ich aber wieder einiges runter. Ich habe in der Regel immer 15 Minuten abgepumpt.

Meine Anwendung der letzten beiden Monate war übrigens so: Ich habe immer 3 oder 4 Tage am Stück täglich jeweils 15 Minuten gepumpt. Zu mehr, ganz ehrlich, reichte meine Zeit mit beiden Kindern einfach nicht. Ich konnte mir den Abpump-Terror, den ich mir damals gemacht habe, gar nicht zumuten (und hätte es auch nicht nochmal, wenn ich gekonnt hätte). Ich stieg also mit wahnsinnig wenig Milch am ersten Tag ein, und kann sagen, dass es sich in diesen Tagen deutlich steigern ließ. Mehr als das ging dann aber nicht. Zaubern kann die Pumpe ja auch (leider) nicht. Für mich war diese kleine Steigerung die letzten Wochen (ich musste etwa wöchentlich einen 3-4 Tage Abpumpzyklus einlegen, um das zu erhalten) allerdings ein Segen, denn ich konnte damit eine Nachtflasche ersetzen. Das ist für mich goldwert, ich hasse nichts so sehr wie nachts Fläschchen geben, da ist einfach nur an die Brust hängen so entsetzlich viel bequemer!!! Und immerhin dazu reichte es dann, nachdem es zwischendrin sehrwohl schon auch anders gewesen war.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Bilder stammen übrigens aus einer Abpumpfolge, wo ich sehr darauf achtete, immer zur gleichen Zeit abzupumpen um vergleichbar zu bleiben. Ich hatte hier immer morgens gestillt (so gegen 7 Uhr), und dann so etwa um 12 Uhr gepumpt. Natürlich sind hier “nur” 20ml Steigerung zu sehen, aber bei mir bedeutet das eben das Doppelte. (und nicht wundern – links kommt nichts bis auf ein paar Tropfen) Auch sieht man, dass die Steigerung bei mir nicht kontinuierlich war, sondern plötzlich. Ich denke, das ist vermutlich normal, dass erst ein wenig angeregt werden muss bis die Nachfrage das Angebot hochreguliert.

Was auch klar ist: so pillepalle einfach zu deutlich mehr Milch bin ich noch niemals gekommen. Meine Versuche waren regelrecht halbherzig, verglichen mit dem, was ich beim Rumpelstilzchen veranstaltet hab, und trotzdem is das Ergebnis vergleichbar und sogar besser. Aufgrund meiner Physiologie würde es auch so nicht zum Vollstillen gereicht haben, aber ich bin nach wie vor der Meinung: alles was “mehr” da ist, ist toll!

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Und nun zum Fazit, wem würde ich diese Pumpe empfehlen?

Nun, es ist schon so, billig ist sie ja nicht. Hier gibt es sie beispielsweise für knapp 200€. Für gelegentliches Abpumpen macht sie daher mMn nicht wirklich Sinn. Seit ich diese Pumpe kenne, kann ich mir aber erstmals überhaupt vorstellen, dass es Frauen gibt, die arbeiten und Muttermilch füttern! Ich glaube, das ist die beste Anwendung, und dafür ist es wohl auch einzigartig: so schnell ausreichend Milch abzupumpen geht wohl anders nicht. (Ich kenne als Vergleich ältere elektrische Modelle von Medela, Handpumpe von Lansinoh, und eine elektrische Pumpe einer anderen Marke, die ich von allen Varianten am Schlechtesten fand)
Tatsächlich kann ich sie auch Mamas, bei denen es “grade so” nicht reicht zum Vollstillen, oder die immer um das letzte bisschen zum bequemen Vollstillen kämpfen müssen, empfehlen. Oder wenn das Baby immer sehr darunter leidet, wenn es nach einem Wachstumsschub mehr Milch möchte und die Versorgung natürlich nicht sofort gedeckt werden kann, und einem vom Dauerstillen schon wortwörtlich die Brustwarzen abfallen (mein Rumpelstilchen war ja von dieser Sorte – 0 Toleranz für nicht 100% satt).

Eher weniger empfehlenswert (bzw, schon, aber nicht bei dem Preis gerechtfertigt) fände ich es für Mamas, die nur gelegentlich etwas Milch abpumpen wollen, wenn sie mal wieder ein wenig allein unternehmen wollen ohne für den Fall Milchpulvernahrung verwenden zu wollen. Dieses ab und zu pumpen schafft man bequem auch mit einer Handpumpe (o.g. finde ich für diesen Zweck übrigens toll!). Wer die Pumpe nicht mehrmals wöchentlich oder eher sogar mehrmals täglich braucht, kann auch eine günstigere Variante nehmen.

Oh, und noch ein abschließendes Wort zum Fläschchensauger – mein Baby kam damit nicht klar. Ich weiß nicht ob das Kritik am Sauger sein kann, denn schließlich kennt er ja schon monatelang normale Fläschchen. Er hatte auch nie eine Saugverwirrung (beide nicht), er konnte gut zwischen Brust und Flasche unterscheiden, aber beide haben Probleme, wenn ich die Fläschchen wechsele (zb zwischen Avent und MAM switchen; möglichst in der Form ähnliche gehen schon). Vermutlich müsste man diese daher von Anfang an verwenden, da sie vom Konzept dem Saugen beim Stillen ja möglichst ähnlich sein soll – das Baby muss ein Vakuum erzeugen, um Milch zu trinken. Also entweder war mein Zwerg davon überfordert, oder es war der Klassiker, dass die Saugerform eher ähnlich wie die von Avent ist, und nicht wie die von MAM, die wir aktuell verwenden. Kann ich also leider nichts Brauchbares dazu sagen…

So, ich hoffe ich konnte vielleicht der Ein oder Anderen eine Kaufentscheidung vereinfachen… :-)

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Auf bald,
Hummelchen

20-Monats-Geburtstag Rumpelstilzchen

Da es mittlerweile nicht mehr so ist, dass ich immer für jede Rubrik etwas Neues zu erzählen habe, werd ich hier mal mein übliches Raster verlassen, und schaun wie viel ich vergesse wenn ich einfach drauf los schreibe..

Liebes Rumpelstilzchen,

so viel hat sich getan die letzten beiden Monate! Du bist immer noch relativ entspannt und schubfrei, und ich glaube, so zuckersüß wie momentan warst du noch nie! Ich könnte dich täglich mindestens ein paar Mal auffressen, mit Haut und Haar!

Am Auffälligsten ist, wie sich deine Sprache weiterentwickelt hat, dein Wortschatz ist regelrecht explodiert! Kaum hats klick bei dir gemacht kamen täglich mehrere neue Wörter hinzu, ich kann sie aktuell gar nicht mehr aufzählen. Du sprichst fast alles nach, und nimmst vieles auch sofort in deinen aktiven Gebrauch auf. Ich habe dein Eindruck, dass du fast alles verstehst (wenn du nur willst!). Es ist der Wahnsinn, wie stolz du darauf bist, wenn du etwas erzählen kannst, und es entspannt dich sehr, dass du dich so gut verständlich machen kannst. Deine typischen Trotzanfälle bleiben zwar nicht aus (schließlich kriegst du auch nicht alles nur weil ich weiß was du willst), aber da wiederum fällt es mir/uns leichter, mit deiner Wut umzugehen, weil wir ja wissen woher es grade kommt.

IMG_20140621_200345589(du musstest dir das Bettzeug rausholen und dein Nachtlager am Boden aufschlagen weil Mama abends nicht schnell genug war damit den Bruder bettfein zu machen… )

Wie stark dein Wille ist, und wie sehr es dich schmerzt ihn nicht durchgesetzt zu bekommen, das fällt dabei auch immer mehr auf. Du kannst dich entsetzlich hineinsteigern, und bist nach Sekunden schweißnass und kreischt um dein Leben, schluchzt dann oft “heia heia!!” und “Schnulli!” – dein Zufluchtsort. Dort kannst du dich wenn du dich ganz elend fühlst schnell beruhigen, in dein Bett kuscheln, einmal die Melodie vom Babyphone hören, danach ists meist gut. Im Alltag ist das dann trotzdem oft eher anstrengend, wenn du wegen jeder “Kleinigkeit” mal eben ins Bett getragen werden musst, um dich nach 5 Minuten wieder abzuholen… Uff. Dennoch ists noch in einem guten Rahmen, wir kommen gut miteinander zurecht im Alltag.

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Ein Wildfang bist du immer noch! Es kann dir gar nicht zu viel Action sein, du bist auch ständig in Bewegung, das fällt allen auf die dich noch nicht kennen. Keine Sekunde kannst du stillsitzen, so viele Hummeln hast du im Hintern. Wenn du wach bist, dann bist du zu 300% auf Zack, und nichts ist mehr sicher. Du kannst auch ohne Probleme eine ganze Schar Leute unterhalten und bespaßen, und dich mit ihnen beschäftigen, es überfordert dich augenscheinlich nicht (nach zu lange zu viel Aufregung schläfst du allerdings nachts unruhig, weil du nicht mehr runterfahren kannst, brauchst also dennoch deine Ruhephasen!). Wir alle vermuten, dass du im Kindergarten später viel Freude haben wirst, wenn dir so viel Trubel liegt.

Obwohl es bei dir immer laut und schnell sein musst, bist du eher vorsichtig. Du stürzt niemals halsbrecherisch wo runter, sondern tastest Millimeter für Millimeter ab, bevor du wo runterrutschst oder etwas “wagst”. Insgesamt bist du da eher ängstlich, und tust dir daher kaum weh – zumindest nicht aus Unachtsamkeit, sondern nur weil dir etwas misslingt oder du dir einer “Gefahr” nicht bewusst bist. Mir kommt es so vor, als wollte aus dir eine kleine Sportskanone werden. Du bist unglaublich ausdauernd, kannst stundenlang rennen und schon weite Strecken zu Fuß zurücklegen, und wenn du was nicht bist dann faul!

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Es ist so wunderbar, dich dabei zu beobachten, wie lieb und fürsorglich du bist, wenn es um Tiere oder deinen Bruder geht. Mehrmals täglich kommt es vor, dass du plötzlich mitten im Spiel alles wie vom Blitz getroffen liegen und stehen lässt, “Bupptuuu!” rufst, das Spucktuch holst und zu deinem Bruder saust. Ich merke es meist gar nicht, aber er hatte dann leise gehustet, und du hast mitbekommen, dass wir ihn ja putzen wenn er spuckt und machst das besorgt nach. Dann wird er von dir “sauber” gewischt, und du bist wieder beruhigt. Wenn er arg weint und du merkst, dass Mama oder Papa sich grade um ihn kümmern müssen wirst du ganz still und verschwindest “im Off”, aber offensichtlich nicht, weil dir der Lärm oder die Unruhe etwas ausmachen, sondern weil du scheinbar mittlerweile verstanden hast, dass wir grade für ihn Zeit brauchen. Du willst ihn auch andauernd füttern, und wenn man nicht hinschaut tust du das auch sofort, es ist ein regelrechter Kampf wenn man ihm mal “alleine” das Fläschchen geben will. Oft gilt ihm deine erste Frage morgens, und niemanden küsst du so oft, so freiwillig und so launenunabhängig.

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Aber auch nach Tieren bist du verrückt. Du liebst unsere Katzen heiß und innig, als die Katze zum Arzt musste und in den Katzentransporter gesperrt wurde und kläglich maunzte bist du halb durchgedreht und hast bitterlich ihren Namen geschluchzt, konntest dich auch lange nicht beruhigen lassen nachdem Papa mit ihr gegangen war und wolltest unbedingt hinterher. Tierbesuch begeistert dich, du merkst dir die Namen sofort, willst immer mit ihnen spielen und sie füttern. Mittlerweile hast du gelernt, nicht so grob zu sein. Man muss zwar sehr aufpassen, da du gerne Nasen und Ohren (innen) erforschst, aber das klopfen, Schwanzziehen und Fellrupfen lässt du momentan fast vollständig. Dafür verlangst du nun täglich, die Katze “Cayleigh” zu halten: “Gelii habe!” Aktuell haben wir im Hof Baby-Amseln, die gerade flügge werden, und man muss andauernd mit dir raus gehen sie anschaun. Du drehst durch vor Freude wenn sie vor dir über den Hof flattern/hüpfen und du rufst immer wieder “Amsii liip!”; wenn sie grade nicht da sind bist du meist enttäuscht, und verlangst dann umso öfter, dass man mit dir raus geht nachschaun. Du merkst dir auch, dass vor Wochen mal ein Marienkäfer auf deiner Hand saß, und erzählst das regelmäßig.. Man sieht förmlich, wie dein kleines Herz an Tieren hängt und es rührt mich zu Tränen wenn ich merke, wie viel Liebe du schon empfinden kannst.

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Was in deinem Alltag grad gar keinen Platz findet ist Essen. Du isst, verglichen mit dem, was du noch vor wenigen Wochen vernichtet hast, unglaublich wenig, und das meiste schmeckt dir grade nicht. Es ist extrem schwer, dir überhaupt einen einzelnen Tag verschiedene Mahlzeiten anzubieten, denn du isst grade nur Käse, Nussmus, Brot (manchmal), Frischkäse, Fisch, Müsli (manchmal, weniger werdend), Brezeln und Salzstangen, Banane (oft), Beeren (manchmal), Kirschen (oft), Walnüsse, Spätze und Schupfnudeln (meist), Joghurt, Fruchtmus (meist), Rosinenbrötchen. Ende. Kein einziges Gemüse, gelegentlich knabberst du ein wenig an Karotte, Tomaten magst du gar nicht mehr, und mit Glück isst du manchmal die Reste vom Bruder. Find ich sehr anstrengend, vor allem weil es mir doch so wichtig wäre, dass du gesund isst. Ich denke, da muss ich noch ein wenig gelassener werden und hoffen dass sich das bald mal “normalisiert”. Dafür hast du wahnsinnige Fortschritte gemacht, was dein selbstständiges Essen betrifft – mit Löffel isst du schon gut, brauchst aber öfter mal Hilfe beim Aufladen, mit der Gabel ähnlich. Trinken kannst du meist schon alleine aus dem Becher und deine Feinmotorik wird immer besser.

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Gewachsen bist du nicht, aber immer noch schlank. Daher trägst du eigentlich 92, aber alles rutscht immer, vor allem “richtige” Hosen kannst du kaum tragen, und bekommst daher wenn es nicht eh grad heiß genug für Shorts ist (da trägst du halt einfach die vom Vorjahr, ist doch egal ob die kürzer ausfallen), nur Stoffhosen mit Gummizug und Schnürmöglichkeit angezogen. Deine Füße sind gewachsen, und verlangen nun nach Größe 23. Aktuell schiebst du nach langer Pause sehr unspektakulär deinen 5. Backenzahn raus, wahrscheinlich ist er schon durchgebrochen, aber das Zahnfleisch ist noch so geschwollen dass mans nicht genau spürt, und wirklich hinschaun oder hinfassen lässt du nicht. Aber in Kürze ist er raus! [Edit: heute morgen nachschauen können, da ist er schon ein Stück raus, der war definitiv gestern raus!] Oooh, da muss ich notieren: du HASST Zähne putzen, voller Inbrunst. Richtig hysterisch wirst du, oft muss man dich richtig festhalten, nur um einmal schlampig über jeden Zahn wischen zu können. Ufff….IMG_20140520_104444160_HDR

Du bist ein Draußen-Mensch. Du liebst Natur, Pflanzen, Blumen, Tiere, alles was es da so zu sehen gibt. Du magst Wind, Sand, Wasser, am Liebsten alles auf einmal. Und du magst Accessoires. Kappen, Mützen, Sonnenbrille, Uhren. Und wie stolz du bist wenn man dir sagt wie schick du bist! Das ziehst du dann am Liebsten gar nicht mehr aus (wäre beim Outfit zur Taufe des Bruders schon fast ein Problem geworden! Uff).

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Ich hoffe deine Vorliebe für Brillen bleibt, denn uns steht ein Augenarzt-Besuch bevor. Seit Monaten habe ich den Eindruck, dass du schielst, beim ersten Mal Nachfragen beim Kinderarzt meinte er noch, das sei wegen deines breiten Nasenrückens, nach dem Wechsel zum aktuellen meinte dieser aber, lieber mal vom Augenarzt draufschaun lassen. Ich hoffe sehr, dass es unnötig sein wird, aber ich habe den Eindruck, dass da was dahinter steckt.. Wenigstens sind deine Ekzeme grad etwas friedlicher. Vor einem Monat war eins am Rücken so schlimm, dass es jede Nacht völlig mit Stoff zugeklebt war und gar nicht mehr heilen wollte. Gerettet hat uns dann tägliches Tannolact Bad und dünn mit Bepanthen eincremen. Seit es nicht mehr offen ist, wird fleißig Urea verwendet, das hilft bei dir mit Abstand am Zuverlässigsten.

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Völlig von den Socken waren wir, als du vor Kurzem zum ersten Mal ins Töpfchen gemacht hast! Schon seit Längerem interessiert es dich unglaublich, was Mama und Papa da am Klo machen und du willst mitkommen, sagst immer an was man dann jetzt als nächstes machen muss, und wenn man “fertig” ist und aufstehen möchte, schaust du schulmeisternd-mild und klopfst einem lobend auf den Oberschenkel. (Das klingt jetzt nur so lustig, aber das ist für mich echt anstrengend!! *lach*) Dann kam es, dass du nun auch immer gleichzeitig auf dein Töpfchen wolltest. Eigentlich haben wir so eine “Verkleinerungs”-Klobrille, aber du hast dort Angst, daher diese Lösung. Nunja. Ich denke, oft wolltest du einfach nur drauf, weil du dann in Ruhe deiner neuen Faszination nachgehen kannst – Körperteile erforschen die sonst die böse Windel immer versteckt. Dementsprechend wurde das Töpfchen auch kaum zu seinem Zwecke genutzt, bis du eines Tages aus heiterem Himmel plötzlich aufgesprungen bist, mich an der Hand hektisch ins WC gezuppelt und immer wieder “luluuu!!!” gerufen hast. Ein paar Sekunden später was das Töpfchen voll, und ich bin vor Stolz halb gestorben! :D Natürlich ist das jetzt nur ein einmaliges Highlight gewesen, und hat nichts mit Trockenwerden zu tun, aber gefreut hats uns dennoch. Unschönerweise fandest du das so toll dass du dich auch mal während eines Mittagsschlafes komplett nackt ausgezogen hast, inklusive Windel, und natürlich ins Bett gepinkelt hast…. Seither gibts nur noch Schlafsack für dich, obwohl du mittlerweile lieber mit Decke schlafen würdest.

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Dein Lieblingsspielzeug sind momentan Bälle. Aller Art und Form. Dass ständig “BUBALLLL!” im Fernsehen kommt, ist dir da nur recht. Du kickst abendelang mit Papa die Bälle durchs Wohnzimmer und stellst dich richtig geschickt an dabei. Davon abgesehen ist “Schnappi, das kleine Krokodil” hier grad der Renner, und löst damit “Papa Pinguin” ab.

rumpelstilzchen

Mein Zuckerli (du liebst diesen Kosenamen), bitte bleib ganz lang so toll wie du jetzt bist!!

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Auf bald,
Hummelchen

 

Berg und Tal

Es ist ja nicht grade ein Thema, das mir fremd ist. Es ist auch nicht generell nicht neu, und es ging schon millionenmal durchs Netz. Aber auch grade eben liest man wieder viel über Themen wie Über/Normal/Untergewicht, bodyshaming und so weiter. Auch in Bloggerkreisen hab ich nun so viel dazu gelesen, dass es mich jedesmal in den Fingern jucken und zuckte, dazu etwas zu schreiben. Aber wie soll ich auf ein Thema so knapp antworten, wenn ich selbst Bücher dazu füllen könnte?

“Dass sowas noch raus darf!” (eine unbekannte ältere Frau, ich war etwa 20)

Ich kann eigentlich gar nicht genau sagen, seit wann ich übergewichtig bin. Ich war es vermutlich schon ab Kindergartenalter. Zumindest seit ich mich erinnern kann, war ich nicht mehr “normal”, durfte nicht normal sein, und wurde auch von kaum jemandem so behandelt. Meine Oma sagte immer, bis zur Schule war ich noch normal. Bilder aus der Zeit gibt es kaum welche, aber ab der Schulzeit ist es offensichtlich, dass ich Übergewicht hatte. Alle führten das aus welchem Grund auch immer auf die Mandel-OP zurück, die ich zu Schulbeginn hatte. Oma aber sagte, dass ich seit damals nicht mehr zu ihr durfte, und daheim bei meinen Eltern wurde nur rumgesessen. Zu der Zeit kam auch meine kleine Schwester zur Welt, und ich hatte daheim mit zu helfen. Zum Sport oder sonstigen Freizeitdingen durfte ich niemals (eine Ausnahme ist der Blockflöten-, später Klavierunterricht). Naschen war gestrichen, weil ich ja dick wurde, aber heimlich mit Oma oder so, da durfte ich noch…

IMG_20140628_152719800(etwa 8 Jahre)

“Nein, du darfst nicht zum Balettkurs, dafür bist du zu dick, die anderen lachen dich nur aus!” (meine Mutter, ich war etwa 6)

Im Laufe der Zeit wurde es immer mehr. Mit 12/13 Jahren war ich so entsetzlich übergewichtig (110kg), dass meine Eltern mich unter bitteren Tränen meinerseits in ein Abspeck-Camp steckten. Ja, unter diesem Begriff. Übrigens sah ich zu dieser Zeit am Schlimmsten aus, auch wenn das nicht mein Spitzengewicht war. Vermutlich lag es daran, dass ich mit jedem anderen höheren Gewicht viel aktiver und sportlicher war.. Naja, im Camp jedenfalls wars kein Problem in 3 Wochen 10kg “runtergespeckt” zu bekommen, aber daheim liefs natürlich anders weiter. Das erste Mal nahm ich mit 16 “eigenverantwortlich” ab. Ich hatte einen Hometrainer von meinem Großonkel+tante geschenkt bekommen und nützte den mehr oder weniger fleißig. Richtig geändert hatte sich dadurch nichts, von gesunder Ernährung hatte ich keine Ahnung und auch kaum Möglichkeiten dazu, daheim wurde gekocht wie nun eben gekocht wurde. Keine Extrawürste für die Dame bitteschön! Aber wenigstens wurden alle Süßigkeiten strengstens untersagt, es gab nie Kuchen und Kekse oder Schokolade, und wenn meine normalgewichtige kleine Schwester Grießbrei zu Abend bekam wurde geschimpft wenn ich die Reste haben wollte. Jeder Cent meines Taschengeldes (das ich zwar nicht von daheim, wohl aber von Omas und Tanten mehr oder weniger regelmäßig bekam) floß in Essen. In jeder Freistunde der Schule gings zu McDonald, wo meist ein Menü und ein Zusatzburger fällig waren. Oft gabs nachdem der Bus an der Station daheim angekommen war von direkt gegenüber aus der Drogerie eine Packung Kekse. Eine ganze, auf dem Heimweg.

IMG_20140628_152707675(13 Jahre; 110kg)

“Schämst du dich denn gar nicht??” (eine Klassenkollegin in der Grundschule, ich war etwa 8)

Wenn man sich nun fragt, ob ich in dem Alter nicht schon hätte vernünftiger sein müssen, antworte ich – klar, hätte ich sein müssen. Ich weiß es nicht warum es so war. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass meine Abnehmversuche eh nichts bringen, und nur aus Verzicht und schlechter Laune bestehen. Ich hatte bereits heftige Hormonprobleme, PCO wurde aber nicht diagnostiziert, da ich nicht zum Arzt kam. Mit 16 dann mein erster Termin beim Gynäkologen, wo ein Blutbild zwar auffällig war, und ich eine Art Mini-Pille zur Besserung der Symptome bekam, aber nichts halbes und nichts ganzes. Trotzdem konnte ich nun erstmals abnehmen. “Hilfreich” war, dass mein Vater in dieser Zeit einige heftige Herzinfarkte hatte, im Jahr meines Abiturs, und ich vor lauter (ich sage es aus heutigem Wissen) depressiven Phasen kaum noch aß. Ich erinnere mich daran, wie viel Verantwortung ich auch für meine Schwester tragen musste, da meine Mutter nicht mal mehr fähig war sich um sich selbst zu kümmern und gern mit Sätzen wie “Verabschied dich gut vom Papa, wer weiß siehst du ihn nochmal!”, als er wieder für Wochen ins KH musste, um sich warf. Ja, ich hab gut abgenommen, wog dann etwa 70kg und war beinahe ein normaler Mensch. Wie mich alle lobten! Wie gut ich das gemacht hätte, und ich ja stolz auf mich sein könne… Per Definition gibt es übrigens Magersucht für adipöse Menschen nicht. Wenn die nichts mehr essen, machen sie es genau richtig. Man muss nur aufpassen, dass man es nicht doch “falsch” macht, sonst kommt der JojoEffekt, und man ist genau so häßlich wie vorher, das ist die Gefahr an der Sache!

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“Wir fahren jetzt zu McDonalds, stell dich schonmal drauf ein, dass du nur einen Salat kriegst, du bist eh schon zu dick.” (meine Mutter, ich war etwa 10)

IMG_20140628_152658923(17 Jahre, zum Abiturball)

Als ich dann mit 17 auszog, und noch immer keinen Plan von gesunder Ernährung hatte, wohl aber zum ersten Mal endlich selbst entscheiden durfte, was ich essen wollte, nahm ich wieder zu. Ich hatte ein recht schönes Leben in der Unizeit, relativ wenig Sorgen, war zum ersten Mal überhaupt glücklich. Kaum jemand störte sich an der Uni an meinem Übergewicht! Ich fand Freunde, hatte sogar, man glaubt es kaum!! das ein oder andere “Date”, aber nichts Ernstes. Nach erneuter Zunahme auf etwa 90kg begann ich mit Sport und gesunder Ernährung. Ich nahm wieder auf 70kg ab, joggte, spielte Volleyball, war im Callanetics Kurs an der Uni, Muskelaufbau und Radfahren zu Hause. Sonntag war Pause. Mensch, ich war so fit. Ich habe mich so sauwohl gefühlt. Ich glaube, kaum jemand würde sich “freuen”, wenn er 10kg zu viel wiegt, aber mir gings einfach nur toll. Gut. Vielleicht wäre es mir mit 60kg noch tollererer gegangen, das weiß ich nicht. Das hatte ich nie. Aber das fand ich damals schön.

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“So dick und ein Eis essen!!!” (ein unbekannter älterer Herr in Wien auf der Straße, ich war etwa 19)

Was dann passierte, war für mich, ich möchte mich nicht darauf ausruhen oder hinausreden, aber so wars nun mal: traumatisch. Ich habe innerhalb eines halben Jahres gut 50 Kilo zugenommen, und ich wusste nicht, warum. Ja, ich habe nicht perfekt gegessen. Oft nur eine (große) Mahlzeit am Tag, dazwischen Kleinigkeiten, immer mal wieder ein Apfel hier und da rein, Studentenfutter, Müsli, Natur-Joghurts, so Zeug. Was man halt gut unterwegs futtern kann. Ich hatte kaum genascht (bis auf die Nüsse, und gelegentlich Eis oder Kuchen bei der Tante), habe weiterhin so gut wie täglich Sport getrieben, blieb auch relativ fit. Nur wurde ich zusehens dicker. Unaufhaltsam. Natürlich bin ich irgendwann Ärzte abgelaufen, weil da doch was nicht stimmen konnte?! Mit knapp 100kg einem Arzt zu erklären, dass man unaufhaltsam unkontrolliert zunimmt ohne “schuld” zu sein, ist ein nutzloses Unterfangen. Nach sehr viel Misstrauen, Häme, und geistlosen Belehrungen, wie zum Beispiel dass ich fettarm essen sollte, halt eben die Tafel Schokolade täglich weglassen solle, etc. habe ich irgendwann aufgegeben. Ich habe aufgegeben, Sport zu machen. Ich habe aufgegeben, mich gesund zu ernähren. Ich hatte meinen Körper aufgegeben.

“Du und dein Papa, ihr sterbt bestimmt mal bald an Herzverfettung!” (eine Klassenkollegin im Gymnasium, ich war etwa 10)

Irgendwann tat es mir einfach zu sehr leid darum, und ich unternahm selbst Recherche. Dr. Google und so. Ich wollte wissen was verdammt nochmal mit mir passiert war, warum ich machtlos was, und ob es nicht doch noch eine Chance… ? Ihr wisst bestimmt, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und irgendwie stieß ich recht schnell auf PCO und Insulinresistenz. Ausschlussdiagnosen. Meine Chance war also, alles andere abzuklären, und darauf zu warten ob irgendein Arzt etwas kluges weiß. Ich ging auch aus Gründen zur Schilddrüsenpraxis der nächsten größeren Stadt, die eine Unterfunktion feststellten, aber nicht für behandlungsbedürftig befanden. Mein damaliger Gynäkologe, der im selben Ort wohnte und mich ja öfter schon joggen gesehen hatte, und auch wusste wie sich meine Figur entwickelt hatte, begann dann aber trotzdem mal eine medikamentöse Einstellung, und es ging mir besser damit. (Ich hatte nämlich entsetzliche Schlafstörungen und litt unter immer wieder kehrenden mittelleichtschweren depressiven Episoden, die mMn hauptsächlich dadurch bedingt waren, denn danach wars de facto weg.)

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“ALTER hat die nen fetten AARSCH!!” (ein Unbekannter auf der Straße, ich war etwa 23)

Am Gewicht änderte sich aber nichts. Zu dem Zeit, ich glaub ich war etwa 21 Jahre alt, befasste ich mich auch intensiv mit Ernährung, und hatte plötzlich fantastische Erfolge mit einem low-carb-Konzept. Wirklich low.. fast zero. Schlug ein wie eine Bombe (aus heutiger Sicht – kein Wunder bei einer Insulinresistenz, die aber bis dahin niemand diagnostiziert oder getestet hatte, trotz Nachfrage). Außerdem starben mein Großonkel und meine Großtante, die im selben Haus (es bestand aus 2 getrennten Wohnteilen) wohnten, und an denen ich sehr hing, und mir verging wieder das Essen, ebenso wie mir 1,5 Semester an der Uni vergingen, ohne dass ich eine Prüfung oder Seminar geschafft hätte. Eine positive Motivation war auf der anderen Seite, dass ich damals meinen Mann kennen gelernt hatte. Ich schaffte es auf 80kg runter.

“Schau mal, die braucht schon größere Hosen als ich!” (meine Mutter zu meiner sehr schlanken Tante, ich war etwa 13)

Und wieder – zack, kurz darauf, trotz (mittlerweile WW-) Ernährungskonzept wahnsinnig zugenommen. Den Kohlehydrat Mangel hatte ich schlichtweg nicht mehr ertragen, ich hielt kaum das Pensum an der Uni durch, und musste mich beim Geruch von Fleisch, Joghurt, Käse und dergleichen schon förmlich übergeben, so hing es mir zum Hals raus. Speziell Huhn, das ich bis dahin liebte, konnte ich nie wieder wirklich gerne essen, genauso wie Wiener Würstchen (die übrigens, nur um das mal gesagt zu haben, in Wien Frankfurter heißen). Wie dem auch sei, ich landete bei 125kg. Die letzten 25 davon hatte ich völlig selbst verschuldet, weil ich mir reingestopft hab was nicht niet- und nagelfest war. Aus diesem verdammt tiefen Loch und Resignation holte mich eigentlich der Kinderwunsch. Denn, wie war das mit PCO ? Da kann man ja nicht schwanger werden, wenn man da nicht danach guckt, oder was hatte ich mal gelesen? Und wieder ein Ärztemarathon, und dann endlich die Diagnosen. Endlich?

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“Tu doch allen nen Gefallen und erschieß dich! Wobei, wäääh, dann spritzt das ganze Fett ja rum…” (habe nicht hingesehen, Jugendliche; ich war etwa 16)

Endlich, ja, denn nun wusste ich ENDLICH was ich die ganze Zeit so GRUNDFALSCH gemacht hatte. Warum ich so zugenommen hatte, wenn ich den ganzen Tag nur an Obst rumkaute (das ist doch gesund, sagten sie alle, das hätte keine “Punkte”, hieß es!). Und wieder arbeitete ich daran. Mit viel Schweiß. Mit viel Disziplin. Bis knapp unter 100kg, und dann… wurde ich schwanger! Nachdem ich dieses Kind verloren hatte, hielt ich mich erneut nicht an die nötigen Regeln und nahm 15kg zu. Sport machte ich keinen mehr. Und als ich dann mit dem Rumpelstilzchen schwanger wurde, da machte ich auch keinen Sport. Erst war ich zu müde, dann war mein Kreislauf im Sommer weg, dann war ich höchstschwanger. Doch, ja, vom zusammen gelegten Hochzeitsgeschenkgeld kaufte ich nach dem 6.10.12 noch einen Crosstrainer, den ich noch ein paar Mal verwendete, bevor er zur Welt kam. Zur Geburt wog ich 132kg.

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“So fett und häßlich und auch noch fortpflanzen. PFUI, schäm dich was!!” (anonymer nicht veröffentlichter Kommentar zum Jahresrückblick 2012)

Ich mach es kurz – das nächste Mal stand ich vor ein paar Tagen drauf. Seit Wochen schon fasziniert und inspiriert mich die Sportlichkeit, die auf Twitter und Instagram grade um sich greift. Und da ist es wieder – diese Erinnerung, wie es ist, nicht so adipös zu sein. Und nein, ich erinnere mich dabei nicht daran, wie es ist “schön” zu sein, denn das war ich noch nie. Halsabwärts. Ja, mein Gesicht, das find ich ok – nicht “schön”, aber damit hab ich keine Probleme. Aber ich rede ja jetzt von meinem Körper. Ich weiß aber noch, wie es sich anfühlt fit zu sein. Und ja, das war ich mit über 100kg noch (und jetzt bitte nicht aufschreien, natürlich war ich mit 100kg nicht so fit wie ich mit 60kg hätte fit sein können hätte ich dasselbe dafür getan, aber ich war für eine 100kg-schwer-adipöse Frau fit). Und jetzt bin ich es nicht. Zum ersten Mal fühle ich mich ganz entsetzlich, ich hab grade fürchterliche Gelenkprobleme (primär im Knie, wen wunderts, aber auch in der Schulter – der kürzlich aufgesuchte Orthopäde führte nach Röntgen beides auf die nachschwangerschaftliche Lockerung wegen Hormonumstellung zurück – hilft nur bedingt, wär trotzdem weniger heftig wäre ich leichter und fitter!). Mir fehlt Energie und Fitness nur für meinen Alltag, ich bin oft schlapp, müde, keuche Treppen hoch, ächze mich vom Boden hoch. Das typische Bild halt, wie man sichs vorstellt. Mir grauts vor mir selbst.

Meist bekommt man Lob, wenn man das “zugibt”. Dass man die faule, lahme, schwerfälle Fette ist, die man sieht. Weil anders kanns nicht sein, und wer das behauptet lügt. Naja, zumindest heute kann und will ich das nicht abstreiten. Nach den 30 Minuten Crosstrainer, die ich mir heute abgequält hatte, brauchte ich erstmal ein  Sauerstoffzelt, gefühlt. (Wo die Zeit, als ich eine Stunde drauf stand um micht für den Pilateskurs warm zu machen???) Aber es war auch wieder so ein Blinzeln in Richtung eines schöneren Zustandes. Wie schön wäre das, wenn.. ? Hach! Was hilfts, ich muss was tun. Ich postete ein Foto von mir, nach dem Sport. Weil ich mich immer wundere, wie andere nach dem Sport aussehen. Kaum anders, vielleicht ein wenig verlaufene Wimperntusche, verstrubbeltere Haare, oder sexy verschwitzt. Hallo, wie gehtn das?? ;-D

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“Oida de Blade fäut vielleicht!” ["Alter, die Fette stinkt vielleicht!"] (Junge aus Parallelklasse nachm Waldlauf; ich war etwa 14)

Und weil es mich gerade reizt, und weil mich das Thema so umtreibt, und weil ich mich jetzt zwinge, mich auch wieder um mich selbst kümmern zu müssen. Und weil. Ja, weil, postete ich nach dem Duschen ein Foto in Unterwäsche. Ungeschönt. Ich hörte das Wort “Mut”, in einem positiven Kommentar. Mutig ist es an dem Punkt kaum noch, ich kann kaum noch was verschönern, wenn ich bekleidet bin. Wer mich eklig findet, der sieht die überall präsenten Speckrollen, egal was ich anziehe. Die Breite, meinen Umfang, keine Jeans und kein Schlabbershirt der Welt kann das verstecken. Und wenn ich 5 Kilo wegmogeln kann, sinds immer noch … wie viel zu viel?

Ich fragte euch heute, was ihr schätzt. Ihr seid ja so süß und höflich. Zwischen 90 und 110kg wurde geschätzt. Ich habe Glück. Ich habe eine Birnenfigur, der Großteil meines überschüssigen Fettes sitzt zwischen Bauchnabel und Knieen, ich habe eine deutliche Taille, und ein verhältnismäßig kleines/schmales Gesicht. Aus der Perspektive schätzen die wenigsten richtig.

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124 sinds.
Bis zum nächsten Mal – hier wirds zu lang.

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Auf bald,
Hummelchen

IMG_20140602_112539(vor 2 Wochen, 125kg)

Wenn ich einmal Zeit hätte…

… dann würde ich hier ganz viel bloggen! Über mein Fazit der ersten fast-6 Monate Geschwister, über meine Produkttests (Milchpumpe und Windeleimer), über vieles das mich im Netz grad beschäftigt, über meinen Gesundheitszustand, über die Taufe vom Kleinen, über unseren Garten, Fotos vom Fotoshooting…

Allein, ich komm nicht dazu. Es ist Sommer, es gibt viel Action, schöne und nicht schöne, und meine Freizeit schrumpft auf etwa eine Stunde täglich, die ich dann aber mit anderem verbringe. Nunja. Spätestens im Juli, wenn der Mann Urlaub hat, muss ich also ganz viel nachholen…

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Auf BALD,
Hummelchen