Gedanken

Warum eigentlich Kinder?

Vorab: Ja, ich versuche nach wie vor schwanger zu werden 😉
Aber ich habe die Tage jetzt ein wenig mit Nachdenken verbracht, hauptsächlich darüber, warum ich so „lethargisch“ bezüglich des ganzen Schwangerwerden-Themas war in letzter Zeit. Irgendwie hatte ich zeitweise die Befürchtung, aus diesem Lebens- und Herzenswunsch sei …. nun, die Luft raus. Allerdings völlig unabhängig von Frustration oder so, ich fühl mich grad gar nicht frustriert oder traurig, noch nicht schwanger zu sein, es ist mir… eher egal.

Und ein wenig hab ich mir diesbezüglich Sorgen gemacht. Nicht, dass es nicht so angenehmer wäre – diese ständige Sehnsucht ist schon auch nicht so spaßig. Aber es kann doch nicht sein, dass ich diese riesengroße Sache halbwarm bis höchstens halbherzig angehe, das finde ich ein wenig schockierend.

Woher es also kommt, das kann ich nicht sagen. Zum ersten Mal war ich genervt, als mich ein schreiendes/weinendes Kind in der Nachbarschaft morgens geweckt hatte, und dachte nicht „aaawwww“. Ich geh an Familien vorbei, die sich gerade mit dem Kind beschäftigen und denke „puh is das nervig wenn sich alles nur um ein kleines anstrengendes Wesen dreht“.
😦
Schockierend, sag ich ja. Ich kenn das so überhaupt nicht von mir, und ich habe mir Sorgen gemacht, ob ich vielleicht doch.. (noch)… keine eigenen Kinder will?

Dazu kommt, das dieses mir fremde Denken von einer Art… Zweifel begleitet wurde. Zweifel daran, ob ich, nun so platt es klingt, für die „Mutterrolle“ geschaffen bin. Ich bin nämlich ein entsetzlich ungeduldiger Mensch mit Perfektionismus-Drang, und wenn diesen beiden Ansprüchen jemand nicht gerecht wird treibt mich das schier zur Weißglut. Geduldig bin ich auch nicht, und wenn was kaputt geht oder verdreckt wird dreh ich am Rad. Klingt nicht grade nach den besten Voraussetzungen, oder ??? Dazu kommt, dass ich konstant Angst habe, meine Gene könnten mich zu einer Mutter wie meiner werden lassen.

Diese Zweifel waren natürlich immer schon da, aber unwichtig. Denn im Normalfall werden sie völlig überlagert von der Vorfreude und dem Wunsch, und der daraus wachsenden Überzeugung, alles auf dem Weg meistern zu können. Aber nun, da ich meine Sehnsucht so gut im Zaum halten kann fallen diese schlechten Gedanken einfach mehr auf.

Ach ich weiß auch nicht, ich bin einfach grade ein wenig durcheinander. Ich weiß, das darf man nicht sagen. Man muss immer 100% von allem überzeugt sein, wenn man sich doch ein Baby wünscht, nicht wahr? Ob mich das hier also zu einer schlechteren Mutter später macht, oder mit Un-Schwangerschaft abgestraft wird, das weiß ich nicht.

Aber eins wurde mir heute klar: Beim (aus Langeweile und Gewohnheit) Durchstörbern einer Familienseite bin ich über ein paar Artikel gestolpert. Nichts Allgemeines, nur so.. Gedanken, Tipps und so Kram. Zur Ethik/Moralerziehung bei Kindern, Ess/Naschverhalten, welche Kinderzeitschriften wertvoll sind, wieviel Magnesium man in der Schwangerschaft nehmen sollte, usw…

Und ganz plötzlich war mein Kopf voller… Ideen. Wie ich mal mit meinem Kind einen Kuchen backe, der dann als Steinkeks aus dem Ofen kommt, wie wir passende Regenwetterklamotten kaufen damit wir auf bei Schlechtwetter rauskönnen, wie wir die Wand streichen würden wenn ich schwanger bin, wie ich mit einem kleinen Knirps Gemüse fürs Essen wasche, wie mein Freund mit einem kleinen Kind fussballspielend über den Spielplatz tobt, wie wir Gutenachtgeschichten vorlesen, bei Hausaufgaben helfen, Pickelcremetipps gebe, Kakao gegen Liebeskummer koche und bei der Berufswahl mitfiebere…

Und dann musste ich plötzlich wieder grinsen. Ich weiß, dass es nicht nur schöne Zeiten gibt. Aber auf alle schönen und einen Teil der nicht so schönen … freue ich mich sehr.

Auf bald,
Hummelchen

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2 Kommentare zu „Warum eigentlich Kinder?

  1. Das ist wirklich sehr gut beschrieben 🙂
    Und genauso ist es auch…mal sind die Tage nicht ohne nervlichen Totalschaden zu überstehen 😀 und mal fragt man sich ob das Kindchen vor einem jemals anstregend war so lieb wie es gerade „Mami“ sagt.

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