emotions · Immer wieder Sonntags · Kinderwunsch

Wochenrückblick 20.11.11

Ich hab heute den Sonntagsfüller mal umbenannt, weil eigentlich ist es ja in den seltensten Fällen nur der „nackte“ Sonntagsfüller, sondern eben eher eine Art Wochenrückblick.

Erleichternderweise konnte ich auch feststellen, dass mein Zyklus wieder „normal“ ist, nämlich die typischen 35 Tage lang. Im Zähler, den ihr da rechts seht, sind nur deshalb 36 weil ich mir mit dem ersten Temperaturanstieg nicht ganz sicher war, er war irgendwie zu niedrig, aber eigentlich denke ich dass er trotzdem zählt. Genau genommen ist es aber egal, ob 35 oder 36, es läuft wieder in gewohnten Bahnen. Es ist somit beruhigend, dass die Fehlgeburt kein langwährendes hormonelles Durcheinander verursacht hat.

Ich hoffe auch, dass ich diesmal nicht sooo widerliche PMS habe wie letzten Zyklus, wo ich mich am Liebsten eine Woche hätte krank schreiben lassen. Trotzdem ist schon wieder irgendwo ein Wurm drin, ich schleppe seit einer guten Woche sowas wie eine „Magendarmproblematik“ rum, bin aber nicht krank. Mir geht es super, wäre da nicht.. naja, man kann sichs ja denken, das muss ich nun nicht ausschreiben 😉 Teilweise wurd es wirklich sehr lästig, mit Krämpfen/Ziehen, ähnlich einem stark ausgeprägtem Mittelschmerz, und ich war mir dann sicher: so, nun bin ich krank. Aber bisher bliebs mir erspart. Schön langsam wunder ich mich aber, wanns denn endlich wieder gut ist. Der einzige Vorteil daran: sämtliche bauchlokalisierten Missempfindungen sind ganz direkt darauf zurückzuführen, und ich bin nicht verleitet, sie als irgendwelche Schwangerschaftsanzeichen misszuinterpretieren.

Aber das hatte ich ja schon erwähnt – ich glaube nicht mehr, heuer noch schwanger zu werden, und daran halt ich noch fest. Es „passt“ einfach nicht in die Bilanz dieses Jahres. Ein roter Faden, der sich durchgezogen hat, war ganz klar: Viele tolle Dinge haben begonnen, die sich aber als sehr negativ entpuppt haben. Von der offensichtlichen Sache mit Fleckchen abgesehen ist da auch der neue Job, den ich Anfang 2011 angenommen hatte, und der mir nun überhaupt nicht gefällt. Dumm gelaufen…
Also ich erwarte mir von 2011 daher nur noch, dass es möglichst schnell vorbei ist. Naja, die sechs Wochen werden schon noch irgendwie rumgehen.

Diese Woche habe ich mir, nachdem ich danach gefragt wurde, auch mal genauer Gedanken darüber gemacht, wie es mir eigentlich so geht in dieser Kinderwunschzeit. Immerhin versuchen wirs nun seit März, das sind doch schon ein paar Zyklen. Trotzdem kommt es mir gar nicht soo lange vor, die Zeit ist einfach sehr schnell vergangen. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass es mir „Spaß“ macht, das wäre das falsche Wort. Auch war ich, als es im August geklappt hatte, uunglaublich erleichter, so als wäre mir eine Last von den Schultern genommen.. Aber trotz allem bin ich (noch?) nicht gefrustet davon. Vermutlich liegt das daran, dass sich meine Gefühle im Laufe eines Zyklus sehr stark verändern. Ich hänge somit nie lange in einem Gefühlsstadium, und durch diese Veränderung ergibt sich Dynamik. Ich glaube, darum bin ich der einzelnen Stadien noch nicht überdrüssig.
Nach den ersten enttäuschenden Tagen der neuen Periode, während derer es mir und meiner Motivation sehr schlecht geht, begleitet von Empfindungen wie „Das wird doch eh nie was“, geht es mir bald besser: Ich plane, rechne wann die nächsten fruchtbaren Tage sind, schau dass alles mit den homöopathischen Mittelchen passt, und tüftele herum. Auch wenn das vielleicht unverständlich klingt, aber das macht mir Spaß. Die Zeit vorm ES dann fühle ich mich unglaublich energiegeladen, ich könnte Bäume ausreißen. Zu keiner anderen Zeit ist die Wohnung so sauber, und meine Nächte so kurz *hust*.
Wenn der ES dann kurz bevorsteht kommt meist ein wenig das Gefühl von Druck dazu: Haben wir den besten Zeitpunkt erwischt? Wird es auch geklappt haben? Das geht so 2, 3 Tage lang, und ich bin dann sehr erleichtert, wenn die Temperatur ansteigt, denn: nun kann ich eh nix mehr machen *ausatme*.
Die erste Woche danach ist auch noch ok – ich rechne aus, wann mein NMT ist, wann ein eventueller ET wäre, und auch direkt gleich, wann mein nächster ES ist, um mich darauf zu freuen und nicht zu sehr auf diesen aktuellen Zyklus zu versteifen. So fit wie vor einigen Tagen bin ich nicht mehr, aber ich profitiere noch davon was ich vorgearbeitet habe, die Fenster blitzen immer noch, und der Boden ist fast frisch nass gewischt… Doof ists nur in der Arbeit, wo ich mich doch immer so aufraffen muss, und ohne Energieboost nervts noch mehr..
Schließlich kommt die blödeste Woche: kurz vor NMT geht es mir körperlich eher schlecht, ich bin uunglaublich müde, muss ohnehin ständig zur Toilette, bin verleitet das alles als Anzeichen zu interpretieren, ärgere mich dass ich es als solche interpretiere, fühle mich angespannt und ungeduldig. Ich wechsel im Stundentakt zwischen optimistischem Hoffen und resignativem Pessimismus. Ganz typisch für diese Zeit auch: Ich hadere mit meiner Situation. Damit, dass ich nicht mehr schwanger bin, nicht im April Mama werde. Dass die beiden Frauen, die gleichzeitig damals mit mir schwanger wurden, entweder nun in der 18. Woche sind, bzw. schon wieder schwanger sind. Dass mir alle mit *meinem* Traum vor der Nase davon ziehen, und ich steh hinten und seh dabei zu.

Ja, genau in der Phase bin ich nun wieder. Ich könnte täglich in Selbstmitleid und Neid zerfließen, finde es so schrecklich unfair, dass bei anderen klappt was mir versagt bleibt. Gleichzeitig hasse ich es, so zu denken: das bin ich nicht, so will ich nicht empfinden, ich will es anderen von Herzen gönnen, mir bewusst sein dass das Glück von anderen nicht mit meinem „Pech“ zu tun hat. Aber der Vergleich ist beizeiten schmerzlich. Besonders eben in der Woche, in der ich mehr oder weniger darauf hinfiebere, mich nun auch endlich (wieder) auf meine eigene Familie freuen zu dürfen.
Ich hasse es auch, dass ich dieses unglaubliche Bedürfnis nicht irgendwie anderwertig befriedigen kann, und dass ich mich nicht in der Lage fühle was „dafür“ zu tun, so wie sonst. Ich meine – wollte ich erfolgreicher/besser/schneller im Studium sein, war es eigentlcih ganz einfach. Ich konnte für meinen Erfolg, für mein Glück arbeiten, und nun bin ich angewiesen auf… ja, worauf denn? Glück, Zufall, Schicksal…

Ich versuche mich aber nicht allzu sehr hineinzusteigern. Ich weiß, dass ich sehr wahrscheinlich in ein paar Tagen, wenn meine Temperatur die berühmte Spitze um den 10./11. Tag mit darauf folgendem steilen Abfall machen wird, wieder aufs Neue sehr enttäuscht sein werde, völlig egal wie sicher ich mir war, dass es eh nicht klappen würde. Ich weiß aber genauso, dass ich mich kurz darauf wieder hochraffen werde. Dass ich mich darauf freuen werde, zu Weihnachten meine nächste Chance zu haben, und darauf zu hoffen, dass doch zu Weihnachten ein kleines Wunder geschehen könnte.
Aber heute, heute ist noch alles sehr.. bewölkt. Ich habe mir aktiv ein paar Dinge auferlegt: ich werde die nächsten zwei Wochen diese Blogs, die mich so runterziehen, meiden. Ich kann danach noch alles lesen, mich freuen und mitfiebern, es entgeht mir nichts. Aber es ist mir auch nicht damit geholfen, wenn ich mich bloß schlecht fühle danach. Ich werd auch versuchen, meine schlechte Laune einfach hinzunehmen, denn ich weiß: Es wird wieder besser!

Somit ende ich meine heutige Jammerarie und schließe mit dem Sonntagsfüller…
|Gesehen| Napola
|Gelesen|
nervigen Arbeitskram
|Gehört|
ABBA im Radio
|Getan|
viel Sport gemacht
|Gegessen| Heidelbeermuffins
|Getrunken| Frauenmanteltee (soll ja auch für spezielle Verdauungsprobleme gut sein, nicht? *g*)
|Gedacht|
dass mir bald die Zeit knapp wird, wenn mir keine Weihnachtsgeschenke einfallen *gnaaa*
|Gefreut|
dass das Bewerbungsgespräch vom Freund wohl recht gut lief *hoff*
|Gewünscht| positive Überraschung(en)
|Gekauft| nichts, aber dafür gut im Sparplan geblieben (Nachtrag: aah, stimmt gar nicht, biiisschen Schminke.. aber trotzdem Sparplan eingehalten *g*)
|Geärgert| über meine charakterliche Schwächen
|Geklickt|
Blogs
|Gestaunt|
wie schnell das Jahr trotz allem doch verging – war nicht erst Silvester??

In diesem Sinne verabschiede ich mich, und wünsche euch eine schöne Woche ..

.
Auf bald,
Hummelchen

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7 Kommentare zu „Wochenrückblick 20.11.11

  1. Ochgott, grade ihr solltet mich ja gar nicht trösten.. Grade euch gegenüber hab ich ja ein schlechtes Gewissen… 😦
    Bitte nehmt das nicht persönlich, ich freue mich ja, dass ihr ein Krümelchen beherbergt, aber momentan vermischt sich das so mit meinem.. ja, Neid, dass es mir jedesmal einen Hieb gibt wenn ich bei euch lese..
    Aber ich komm wieder, in 1, 2 Wochen sowas, und bringe auch wieder gute Stimmung mit..
    Trotzdem wünsch ich euch selbstverständlich alles Gute, und drücke dir, liebe Blumenpost, alle verfügbaren Daumen…

    1. Ich nehm niemanden auch nur irgendwas übel. Ich weiss wie es dir geht und wenn überhaupt dann hab ich eher mitleid mit dir das du so lange warten und damit leiden musst. Ich weiss aber gleichzeitig, dass mitleid das letzte ist was du haben willst in dieser situation! Also drück ich einfach weiter die Daumen & hoffe das 2012 dein Jahr wird !!!!!!!

      *Drück dich ! ^_^

      Jenni

  2. Hey Hummelchen,

    ich glaube das ist nur menschlich, dass du so denkst. Und ich glaube auch nicht, dass dir Blumenpost und das Pumucklchen das böse nehmen. Gerade nach dem Verlust denkt man sich sicherlich noch mehr „warum durfte dieses kleine Wesen nicht bei mir bleiben“.
    Ich drück dir weiterhin alle verfügbaren Daumen und vielleicht gibt es ja zu Weihnachten doch noch die ein oder andere Überraschung.
    Ich hoffe ja auch darauf. 🙂
    Und wenn wir dann selber soweit sind, dann werden wir lächeln und anderen Hibblerinnen sagen, dass auch ihre Zeit kommen wird. Und dass es nur menschlich ist, ein wenig neidisch zu sein.

    Lass dich drücken!

  3. Ich drücke euch die Daumen das es doch noch etwas wird, wäre doch zu schade wenn du 2011 als „mistjahr“ abhaken müsstest 😦 *drück *drücK*

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