11.SSW · Beziehung · emotions

Großeltern werden…

Seit Wochen haben wir uns schon darauf gefreut, den werdenden Großeltern (väterlicherseits) die tollen Neuigkeiten erzählen zu dürfen!

Dazu muss gesagt sein, dass wir ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen haben, und sogar ich mich bei ihnen sehr gut aufgehoben fühle. Zu Zeiten, als wir noch eine Fernbeziehung führen musste, war ich oft wochenlang (unifreie Zeit im Sommer) zu Gast, und wurde wie selbstverständlich mitgefüttert *lach* Ich hab mich also von Anfang an sehr herzlich willkommen gefühlt, und es gab (soweit ich weiß beiderseitig) nie irgendwelche ablehnenden Gefühle. Für mich ist das ein besonderer Segen und Balsam für meine Seele, da mein Verhältnis zu meiner eigenen Familie ja so kompliziert und teils schlecht ist. So viel Ruhe und Geborgenheit kannte ich nicht, und dieses Harmonie-Dings schmeckt schon lecker! ;-D

Jedenfalls, da wir uns eben so gut verstehen, hatten wir ihnen damals auch erzählt, als wir unser Fleckchen verloren hatten. Eigentlich wollte ich das nicht – sie sollten ja nicht vorgewarnt werden dass wir an Enkeln basteln, und schon gar nicht auf die Art und Weise. Aber irgendwie tat es unglaublich gut, es mit jemandem zu teilen, und sie waren dann auch sofort da und haben uns mit einem Waldspaziergang ein wenig auf andere Gedanken gebracht.

Daher dachte ich also, es würde wohl keine allzu große Überraschung sein, wenn wir es ihnen nun erzählen. Grade deshalb wollte ich es ein wenig witziger gestalten. Und Ostern bot mir da eine gute Gelegenheit…

Grundlage war das Ultraschallbild, das folgendermaßen verziert wurde:

Dieses Bildchen wollte ich nun im Inneren von einem großen „Kinder-Überraschung“ (haha) Ei verstecken.

Ich war ein wenig besorgt, dass es nach dem Auseinander nehmen nicht mehr halten würde oder zu mitgenommen aussehen könnte, aber bis auf eine leicht zerknitterte Optik ging alles gut:

Bewaffnet mit dem Ei und zwei Frühstücksbrettchen (beschriftet mit „ein Brettchen für Opa/Oma“ – damit können sie sich schonmal langsam mit dem neuen Zustand vertraut machen *gnihi*) machten wir uns also auf den Weg.

Gleich beim Parken aber eine kleine Ernüchterung: Uije, seine Großeltern waren auch da. So war das nicht geplant! Wir wollten doch erst nach der 12. Woche den anderen Verwandten erzählen! Ich hatte an dem Punkt wirklich viel Bauchweh und war drauf und dran einen Rückzieher zu machen, aber der Freund war so in Verkündungslaune, gepaart mit absoluter alles-wird-gutgehen-Sicherheit dass ich relativ chancenlos war … *seufz*

Nunja, mit viel Herzrasen haben wir uns also erstmal die Eltern geschnappt (Großeltern saßen vom TV und somit ließ sich das gut trennen), packten ihnen das Ei in die Hand und sagten, sie müssten es gleich aufmachen, da seien so tolle Überraschungen drin *tihihi*. Ich war mir an dem Punkt sicher, dass sie eh schon wüssten, was das soll. Aber nix! Sie packen also das Ei aus, der Vater nimmt den Zettel raus, schaut ihn an, gibt ihn ihr, fängt an zu lachen, sie begutachtet ihn, sie schauen sich an, schauen uns einen Moment verwirrt an (es war wirklich ein „Sicker-Witz“, göttlich!!!), aber im nächsten Augenblick war ihnen dann schon klar was es damit auf sich hatte. 😀 Sie haben sich sehr gefreut, und uns gratuliert… Die zukünftige Oma war fast ein wenig mitgenommen, war wie vor den Kopf gestoßen, sehr gerührt und nachher beim Schnitzel fertig machen total verpeilt *lach* und meinte nur, dass sie gar nicht weiß was sie sagen soll, leicht schniefend. Der zukünftige Opa hat nur gegrinst wie noch was, und meinen Freund bei jeder Gelegenheit getätschelt, geknufft, gegen die Schulter geboxt oder sonstwie zugezwinkert 😀 zu herrlich! Und ich hab mich sehr gefreut, dass wir sie mit den Neuigkeiten doch so „erwischt“ hatten, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Natürlich konnt ichs nicht lassen, trotzdem zu betonen, dass wir noch 2 unsichere Wochen vor uns haben….

Ein wenig.. ernüchternd war dann die erste Reaktion seiner Großeltern. Seine Oma hat sich zwar sehr gefreut, ist aber wohl der Annahme, dass es ein „Unfall“ war (immerhin sind wir ja nicht verheiratet!) und betonte ein paar Mal „ja, aber das ist doch was Gutes!“ – JA ZUM GEIER! -.- Aber wenigstens hat sie sich gefreut. Sein Großvater hat das Ganze mit exakt nicht einem Wort kommentiert. Nicht eines! Er hat sich zwar ihrem Umarmen angeschlossen, aber das wars auch. Zuerst dachte ich, er hats irgendwie nicht so richtig verstanden, aber auch das war später auszuschließen. Gut, vielleicht bin ich ein wenig zu streng, immerhin hat er grade Chemotherapie und bestimmt andere Dinge im Kopf, aber trotzdem: für alles andere hat er sich ausgiebig interessiert (neuer Job vom Freund, wer lieber Hühnchenteile oder Hühnchenschnitzel isst), zu jedem Sachthema (Politik, Öko-Strom, Fußball, etc…) eine Meinung, aber nicht mal ein knappes „Glückwunsch“ für uns im Repertoire. Und darum, ja muss ich sagen, ich bin ein wenig eingeschnappt. Ich hätts verstanden wenn er grad für nix nen Kopf hat, aber wenn alles andere interessant ist, nur DAS nicht, tjoa. 😦 Das Netteste war, als er zu mir zum Abschied meinte, ich solle ja gut auf mich aufpassen, aber nach geschlagenen 6 kommentarfreien Stunden zusammen hats das auch nicht rausgerissen. Nunja, muss ich wohl damit leben.

Rückblickend wär es mir aber doch sehr lieb gewesen, wir hätten gestern eben nur die Eltern vom Freund zur Verfügung gehabt, dann hätten wir vielleicht auch ein wenig drüber sprechen können. Freund-Vater, wohl ein absoluter Familienmensch, verfiel zeitweise in Schwärmereien bzw. Erzählungen, und wir konnten uns doch über ein paar Dinge mit ihm unterhalten (zB wissen wir nun, dass auch der Freund in dem KH zur Welt kam, wo wir hin wollten, und sie dort sehr zufrieden waren; aber auch wie wir die Wohnung gestalten, wie ich das mit meinem Job mache – er betonte, dass er so wie die Sachlage grade ist auch der Meinung ist dass das Timing perfekt war und wir nicht bis jenseits der 30 warten wollten, Kindergärten, Hebammen, Urlaub mit Kind und was ihm sonst noch so einfiel…), aber nachdem der Freund-Großvater die Anekdote von der Freund-Geburt kurz damit kommentierte, dass er die damals werdende Mama ja ins KH gefahren hat und dann vom werdenden Papa dort abgelöst wurde, weil sie noch auf einer Feier waren, wo sie verkündeten grade Großeltern zu werden, hat er die Unterhaltung gekonnt in eine andere Richtung gelenkt und für unser Thema war damit dann wieder Sendepause.

Nunja, läuft halt nicht immer alles perfekt, aber wir sind sehr froh, dass wir uns nun gemeinsam mit den Großeltern-in-spe freuen können, und dass wir eine so gelungene Überraschung präsentieren konnten. Hach, wird das schön! 😀

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Auf bald,
Hummelchen

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2 Kommentare zu „Großeltern werden…

  1. Bei uns gab es auch sehr unterschiedliche Reaktionen. Während es für meine Eltern die absolute SENSATION (1. Enkelkind) war und selbst mein sonst überhaupt nicht gefühlsbetonter Vater ganze 2 Tage später noch das selbe Grinsen auf dem Gesicht hatte, war es bei den Eltern des Liebsten doch eher eine INFORMATION (4. Enkelkind) gepaart mit der mehrmaligen Frage, ob wir denn dann noch vorher heiraten würden… das fand ich auch ein wenig ernüchternd. (Das habe ich in meinem Blog damals nicht geschrieben, wer weiß ob die sich nicht doch irgendwann mal dahinverirren) Wirkte nämlich auch so ein bisschen, als wenn die dachten es wäre ein Unfall. Naja, inzwischen zeigen sie sich wenigstens interessiert, wenn auch auf eine ganz andere Art, als es meine Eltern tun….

  2. Ich glaube eine der schmerzhaften Erfahrungen die man in der Schwangeschaft machen kann (muss?) ist die, das sich nicht alle so sehr freuen wie man selbst. Vorallem nicht 24/h am Tag und auch nicht immer interessiert sind. Vielleicht freuen sich die Freund-Großeltern ja doch (also der Uropa) aber bei ihnen ist das alles schon so lange her das es nicht mehr so präsent ist? Ach ich weiß auch nicht, ich freue mich aber das sich wenigstens die werdenden Omas und Opas gefreu haben.

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