11.SSW · Hebamme

1. Hebammen Termin

Eigentlich, ja eigentlich find ichs ja fast schon „krank“ so früh einen Hebammen Termin zu haben. Auf der anderen Seite bin ich dann doch erleichtert, dass ich so früh auf die Idee kam, nach Hebammen in der Umgebung zu suchen, denn… genau da, wo man hinwill gibts dann Platzmangel, eh klar.

Wir leben nun in einer doch eher größeren Stadt, und ich hätte nie gedacht dass es „eng“ werden würde mit der Hebammensuche. Auf die Idee bin ich überhaupt erst so früh gekommen, weil ich mir immer solche Sorgen machte, oft Kleinigkeiten, wegen derer ich mich nicht getraut habe meine Ärztin anzurufen („Mein dicker Kater ist mir volles Tempo auf den Bauch gesprungen, kann da was passiert sein?“ „Ich bin erkältet und meine Lymphknoten sind geschwollen, kann das Toxoplasmose sein und was mach ich nun?“ „Mir ist nicht mehr schlecht heißt das nun was Schlimmes?“ und dergleichen..). Ich hab mir eben eine Ansprechperson gewünscht, die ich so unwichtigen Kleinkram fragen kann, ohne das Gefühl zu haben lästig zu sein. Denn, so toll ich die medizinische Versorgung bei meiner Ärztin beim letzten Mal fand, so sehr hatte sie es auch eilig, und ich konnte nur notwendige Fragen stellen, aber eben nicht über Nichtigkeiten plaudern.

Lange Rede kurzer Sinn: eine Hebamme sollte her. Da stand natürlich die Überlegung an: Beleghebamme oder normal? Welche Leistungen will ich – Akupunktur, Homöopathie, Wochenbettbetreuung, Stillberatung, Vorbereitungskurse…?? Auch das war recht schnell geklärt: öhm, alles eigentlich. Ich bin halt eben 100% unerfahren, meine eigene Familie wohnt 800km weit weg, und auch die Freund-Familie ist nicht „bei der Hand“, nebst noch berufstätig. Also – niemand da, der mir unter die Arme greifen kann. Folglich möcht ich bitte danke möglichst viel gezeigt bekommen, in alle Richtungen.

Wechselnde Vorsorgeuntersuchungen (Arzt-Hebamme) waren mir egal, bzw ich wollte lieber zur Ärztin, wo sie doch auch jedes Mal einen Ultraschall machen würde (*yeah*). Mittlerweile bin ich auch da ein wenig skeptisch, hat mir doch die Hebamme gleich empfohlen, egal wie, nicht so viele Ultraschalls machen zu wollen. Fürs Baby wäre das sehr laut (wie ein einfahrender U Bahn Zug), und würde sie sehr irritieren und stören. Die lustigen Zappelbewegungen kämen auch eher daher als von tatsächlicher „Freude“. Hm : / Find ich natürlich auch nicht prickelnd, ich will mein Würmchen ja nicht absichtlich quälen, nur damit ich meinen Spaß dran hab und es sehen kann…

Aber nun erst mal zur Hebammensuche: die eine Seite, auf die ich gestoßen war, war mir auf Anhieb sehr sympathisch: ein 4-köpfiges Hebammenteam, das Beleggeburten im Krankenhaus macht oder auch Hausgeburten (daraus schließe ich, dass sie erfahren genug sein müssen sich das „zuzutrauen“). Leider stand dort „unbedingt vor der 12. Woche anmelden“ – HALLO??? Naja, also schnell mal angerufen und nachgefragt. Schon am Telefon hab ich viel Schönes erfahren, aber dann gleich die Bremse: „Ja, aber wir sind leider voll, wenn sie nicht also ZUFÄLLIG im November Termin hätten wird das nichts mehr.“ Naja, warum darf ich nicht auch mal Glück haben? 😀 Damit haben wir uns für vorgestern den ersten Kennenlerntermin ausgemacht, und gleich mal vorsichtshalber reserviert. Meine skeptische Frage (ich wusste ja noch nicht, ob ich wirklich zu denen will, ohne persönliches Kennen und so) „Naja, im Notfall bin ich schneller wieder raus als rein, oder??“ hat sie lachend bestätigt. Na dann!

Dort angekommen haben wir uns erstmal die netten Räumlichkeiten angeschaut, und die riesige Babyfoto-Wand (man ist fast erschlagen von so vielen Babyköpfen! *g*). Gleich aufgefallen ist mir, dass mir die „Haltung“ der Praxis gut gefällt. Zum Beispiel liegen da viele Prospekte zum Stillen rum, die alle etwa lauten: auf jeden Fall, wenn nur irgendwie machbar. Dazu Infos zur rechtlichen Lage im Fall einer beruflichen Beschäftigung und so Kram. Überall steht der WHO-Empfehlungssatz: Voll stillen bis zum 6. Monat, teilweise weiterstillen bis zum 2. Lebensjahr. Wow! Sonst kenn ich eher den Glaubenssatz „nach 6 Monaten machts eh keinen Sinn mehr“, und dass viele Frauen oft fast schon blöd angemacht werden wenn sie länger stillen, was ich immer furchtbar fand!

Jedenfalls, nach kurzer Wartezeit also das Gespräch. Die Dame war ein wenig schusselig drauf an dem Tag, und hat den Infobogen kreuz und quer durchgearbeitet, allerdings hatte ich so das GEfühl, dass eher unser Gespräch federführend war und nicht der Zettel vor ihr. Sie hat sich auch sehr für den Freund interessiert, und alles mögliche notiert – wo er was arbeitet zB. Aber bevor ich selbst durcheinander komme, hier das Wichtigste:

  • Zuständigkeit beginnt ab sofort – ich habe Privatnummern aller vier Hebammen, und kann jederzeit anrufen wenn irgendetwas ist bzw ich fragen habe. Theoretisch kann ich wirklich „immer“ anrufen, aber halt aufn Anrufbeantworter quatschen, sie rufen dann zurück. Selbstverständlich würde ich das nicht so nützen, weil alle Anliegen, die JETZT schon so dringend wären dass ich sie nachts klären müsste würden mich eh sofort ins KH fahren lassen (Blutungen oder so). Aber trotzdem schön zu wissen.
  • Es gibt nen Geburtsvorbereitungskurs, davon etwa 2/3 auf für mit Partner. Für Schwangere ist es natürlich Kassenleistung, der Mann zahlt 75 Euro.
  • Sie bieten einen Yogakurs an, für 70 Euro, den ich vielleicht mal anschauen werde, im Sommer.
  • Es gibt auch Bewegungs- und Haltungs „Turnstunden“, die fortlaufend sind und Fehlhaltungen in der Schwangerschaft vorbeugen sollen, laufen ohne Anmeldung für 6 Euro pro Abend.
  • Die Beleggeburt inklusive Rufbereitschaft ab der 37. SSW kosten (ja, schluck) als Fixpauschale 550 Euro. Je nach Krankenkasse gibts Zuschüsse, sie hat aber auch eine Kasse, von der sie weiß dass sie etwa die Hälfte übernimmt, empfohlen. Jedenfalls läufts so, dass dann 3 Hebammen turnusartig für mich in Rufbereitschaft sind (auch gut, weil ich dann weiß dass keine völlig übermüdet oder fertig zu mir kommt), und wenns losgeht kommt die aktuelle Hebamme eben zu mir nach Hause. Dort wird so lange geblieben wie möglich. CTG haben sie dabei. Wenns wirklich sinnvoll an der Zeit ist, fährt man zusammen ins Krankenhaus. Allein dieses Vorgehen ließ mich sehnsüchtig seufzen – ich habe regelrecht Angst, einige Male bei falschem Alarm im KH aufzulaufen oder dann tagelang dort sein zu müssen bis es wirklich losgeht.. Auch gut: der Freund braucht von der Arbeit gut mal 2 Stunden nach Hause, und auch ihn beruhigt es sehr, zu wissen dass da sofort wer ist der sich um alles kümmert. Sollte die Geburt dann sehr lange gehen (kann man ja fast davon ausgehen beim 1. Kind), übernimmt die jeweils nächste Rufbereitschaft, sodass die Hebamme immer fit ist.
  • Alle für mich zuständigen Hebammen lerne ich ausführlich kennen („damit wir auch wissen wie du tickst, was du brauchst, und was du nicht brauchst“ *hach*), alle kommen auch öfter zu mir nach Hause um sich mit der Örtlichkeit vertraut zu machen.
  • Nach der Geburt begleitet sie mich entweder mit nach Hause (wenn ambulant) oder besucht mich am Tag wo wir heim kämen. Dann bis zum 8. Tag nach Geburt täglicher Besuch, dann in größer werdenden Abständen. Stillberatung gibts, und dann mit nem halben Jahr Zufütterberatung (da bieten sie auch Babybrei“Kochkurse“ an *hihi*). Auch beim Füttern gibts noch mal 4 Infotermine (2 privat, 2 telefonisch), bis die Betreuung schließlich endet.
  • Akupunktur zur Geburtsvorbereitung führen sie auch bei sich durch.
  • Vorsorgetermine empfehlen sie im Wechsel.

Für mich klingt das alles einfach – herrlich. 2 der Hebammen hab ich gesehen, und fand beide sehr nett. Die Haltung passt, ich habe den Eindruck, dass sie sehr auf „möglichst natürlich ablaufen“ aus sind, aber auch Wert drauf legen, sich den Vorstellungen der Schwangeren anzupassen, um eben darauf zugeschnitten reagieren zu können. Wie schön! Ich stelle mir vor, dass es mich unter der Geburt furchtbar stören würde, wenn ich in meinen Vorstellungen total übergangen werde, oder aber überhaupt nicht beraten werde und mich die Hebamme sehenden Auges Unsinn entscheiden lässt (etwa frühem Quängeln nach PDA nachgebe *kicher*).

Besonders angenehm ist dieses riesige „Rundum“-Paket, mir ist es fast schon ein wenig zuviel an Angebot, und ich muss eher suchen, was ich NICHT haben möchte. Aber da ich (wir) ja aben sonst recht allein dastehe, find ichs gut so! Der Freund wie gesagt fand besonders gut, dass er dann nicht immer mit Bauchweh in die Arbeit fahren muss, schließlich wollten wir seinen Urlaub erst ab Geburt nehmen, und nicht mit Spekulationen vorher schon „verbraten“. Dass es doch recht teuer ist, ist der Nebeneffekt. Aber ich hoffe einfach, dass wir das von der (bitte danke) Steuerrückzahlung abzwacken können, schließlich ist so ein wenig Seelenfrieden auch was wert 🙂

.
Auf bald,
Hummelchen

Advertisements

4 Kommentare zu „1. Hebammen Termin

  1. Das klingt wirklich super. Also die Hauptsache ist eben, dass du dich dort wohl fühlst und das scheint so zu sein.
    Finde es auch völlig ok so früh ne Hebamme zu suchen. Habe ich auch so gemacht und fand es gut direkt jemanden zu haben, mit dem ich auch über meine Ängste sprechen konnte.
    Die Rufbereitschaft ist wirklich sehr teuer, ich kenn das immer so um die 350 Euro. Aber wenn sich das lohnt und ihr es aufbringen könnt würd ich das schon machen.

  2. Hast du denn dann in der Nachsorge eine Hebamme oder sind da auch alle zuständig? Das fänd ich persönlich nämlich doof. Hatte mir auch mal eine Hebammenpraxis mit drei Hebammen angesehen, aber mir hat eben nicht gefallen, dass da jeden Tag eine andere kommt/kommen kann und nach mir sieht und dann möglicherweise auch noch jede eine andere Meinung zu irgendwelchen Dingen hat.
    Ansonsten bin ich einfach nicht so der „Hebammen-Typ“. Ist mir manchmal zu esoterisch.

    Meine Hebamme hat übrigens auch abgeraten so viele Ultraschalle zu machen. Fand trotzdem gut, dass meine Frauenärztin jedes Mal geschallt hat – und sie hat dann bei den „überflüssigen“ auch immer nur kurz geschallt.

    Ist aber ja auch alles Ansichtssache. 🙂

  3. Total super klingt das! Gut, dass du so früh schon gesucht hast.
    Ich finde es legitim, die Hebamme auch einfach „zum ausquatschen“ zu nutzen, eben weil die allermeisten Ärzte das zeitlich nicht leisten können. Gerade bei jemand, der (noch) viel Angst hat, ist das sehr wichtig.

  4. ich hatte zwar keine hebamme aber das klingt ja alles richtig gut.kommen auch prima ohne klar.wir haben auch den vorbereitungskurs zusammen gemacht war echt schön.meine ärztin hat auch immer geschalt aber halt nur kurz und lukas war immer ganz ruhig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s