11.SSW · Arztbesuch · emotions

Ohne Horror wärs auch langweilig. (Nicht.)

Bisher bin ich völlig verschont von schwangerschaftlich-hormonellen Gefühlsausbrüchen. Allerdings heißt das nicht, dass mich ein guter Grund nicht an den Rand sämtlicher Nerven bringen kann.

Heute morgen stelle ich also fest, dass (nach Ärztinnenrechnung) heute offiziell die 12. Woche beginnt. Ohne Vorankündigung merk ich, wie auf einmal eine richtige Freude-Welle anrollt, und zum wohl ersten Mal diese Schwangerschaft *freue* ich mich, pur. Ohne „ohgott was wenn“ und „bloß nicht zu früh freuen“. Nein, ich hab ein Grinsen auf dem Gesicht und kann nur „wie schön ist das denn“ denken.

Das Gefühl hielt dann auch eine knappe Stunde. Dann ging ich aufs WC, und das Papier war rot. Nicht rosa, nicht bloß ein wenig, sondern.. Tja, Blut eben. Ich glaub für mich ist kurz alles stehen geblieben, ich hatte sofort den Moment *damals* wieder so deutlich vor Augen, dass mir schier die Luft wegblieb. Eine kurze Kontrolle – nein, es blutete nicht (mehr) nach, es war nur das auf dem Stück Papier. Ich hab noch irgendwie ein „das darf nicht sein jetzt“ gemurmelt, dem Freund zugerufen dass wir ins KH fahren (er hat sofort verstanden), und dann hab ich erst mal losgeheult.

An den Weg dorthin und die Wartezeit (war glaub ich nicht so lang) kann ich mich mehr genau erinnern. Ich weiß nur, dass mich eine Schwester zwischendurch mit einem Rückentätschler trösten wollte. Als die Ärztin dann endlich Zeit hatte, hatte ich große Mühe überhaupt zu schildern was los ist und auf ihre Fragen zu antworten. Sie hat dann auch gleich untersucht, und festgestellt, dass sie nichts mehr erkennen kann. Dann kam der Ultraschall. Ich glaube, ich hatte schon lange nicht mehr solche Angst, ich wusste nicht ob ich hinschaun soll oder einfach warten soll. Der nächste Satz würde so viel bedeuten…

Ich hab mich fürs Hinschaun entschieden aber den ersten Moment verpasst. Ich höre sie nur sagen „also das war nicht ich, das hat sich grad selber bewegt.“ Mein Freund, der besser den Monitor verfolgen konnte, hat nachher gesagt, dass das Kleine erstmal mit beiden Armen hektisch nach vorn gerudert hat. (Ist es wohl doch erschrocken??) Das erste, was ich dann sehen konnte, war das fleißig blubbernde Herzchen, das die Ärztin rangezoomt hat. Sie hat sichs auch eine Weile angeschaut und bestätigt, dass es ein ordentlicher Herzschlag ist, nicht zu schwach oder unregelmäßig. Dann zoomt sie ein wenig zurück, und zeigt die pulsierende Nabelschnur, und bestätigt dass auch die völlig normal funktioniert. Das kleine… Baby, ja … hat sich in der Zwischenzeit ein wenig gedreht, was ich auch sehen konnte. Auch eine kleine Faust neben dem Köpfchen konnte ich sehen, und wie es sich zur Seite bewegt (es gab sich viel Mühe sich möglichst nicht sehen zu lassen und nur die Rückenansicht zu zeigen…). Dann bin ich erstmal auf der Liege nach hinten geklappt und hab weitergeheult, diesmal aber vor Erleichterung, und weil da ein Baby war.

Die Ärztin hat dann noch versucht es zu vermessen, was nicht so leicht war – unser Kleines hat sich immer weggedrückt in eine Ecke der Fruchtblase, und dann (zwar nicht hektisch aber konstant) so gedreht dass es keine gute Ansicht bieten wollte. (Wirklich, es wird so gern fotografiert wie die Mama! *g*) Als sies dann doch erwischt hat, bestätigte sie meine Rechnung: normale Größe und Entwicklung für 11. Woche (müsste bei 10+2 sein). Schließlich suchte sie noch nach Blutergüssen, fand aber auch keine. Dann durfte ich mich wieder anziehen. Leichter gesagt als getan, ohne (gefühlte) Beine.

Natürlich hab ich sie noch gefragt, was das nun sei und was zu tun ist. Sie meinte, dass leichte Blutungen in dem Zeitraum sehr häufig seien, weil öfter kleine Gefäße verletzt werden, besonders im Muttermund-Bereich. (Nun, immerhin muss ich 3 mal täglich dort eine Utrogest Kapsel hinsetzen, vielleicht war ich ungeschickt??) Sie hat noch einmal gesagt, dass sie natürlich nie garantieren kann dass alles gut geht, aber dass im Moment alles völlig in Ordnung ist und es zum momentanen Zeitpunkt auf keinen Fall Grund gibt sich zu sorgen. Ich solle mich die nächsten Tage schonen, und gegen das Ziehen im Bauchbereich sicherheitshalber etwas Magnesium nehmen. Das würde, falls es nicht die Bänder wären, die Muskulatur entspannen.

Dann haben wir uns entspannt, und draußen musste mein Freund mich erstmal drücken und mich daran erinnern, weiterzuatmen. Nun sind wir wieder zu Hause, und alles ist so … surreal. Es fühlt sich an wie ein unglaublich schlechter Traum, der einen auch nach dem Aufwachen noch keine Ruhe lässt. Ich bin so unglaublich erleichtert, dass alles in Ordnung war, und sorge mich dennoch, ob der Schein trügt. Dennoch sagen mir Kopf und Bauch, alles wird gut: wenn es eine Fehlgeburtsblutung gewesen wäre, dann wäre schon im Vorfeld was schief gelaufen (Blutung setzt ja erst ein, nachdem sich was nicht normal weiterentwickelt hat um das Ende einzuläuten, wie auch damals…) – und da sowohl Baby als auch Versorgung in Ordnung und nicht geschwächt waren, spricht es doch dafür, dass die Blutung nichts mit der Gesundheit meines Babys zu tun hat.

So, das musste ich mir grad runter schreiben. Morgen bin ich trotzdem bei meiner Ärztin, und da bekomm ich dann auch ein Bildchen zum Herzeigen…

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Auf bald,
Hummelchen (einatmen-ausatmen…)

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Ein Kommentar zu „Ohne Horror wärs auch langweilig. (Nicht.)

  1. Oh Gott! Ich las deibe Worte und dachte nur “oh nein, bitte nicht. Das darf nicht sein!“
    Gott sei Dank ist alles in Ordnung. Ich wünsche dir sehr, dass sowas nicht wieder vorkommt und du einfach glücklich schwanger sein kannst!

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