39.SSW · Beziehung

Countdown… ET-9 (der PAPA!)

Gestern abend beim auf der Couch sitzen fällt mir ein: oh, ich müsste ja eigentlich einen Countdown starten!? Ich bin trotzdem nach wie vor so ausm Bauch raus der Meinung, dass ich noch ein paar Tage mehr als diese 9 vor mir hab, aber egal, dann zähl ich eben aufwärts 😀

Weil ich inhaltlich heute sonst nichts zu berichten habe (außer dass mich seit 2 Nächten mein Lavendel im Stich gelassen hat *gäähn*), heute mal ein paar Gedanken zum werdenden Papa. Da muss ich vielleicht ein wenig weiter ausholen, und an den Beginn unserer Beziehung zurückblenden… Ich war damals mitten im Studium, hatte gerade den ersten Abschnitt abgeschlossen, und motiviert (fertig werden, fertig werden, aaahh!) in den 2. gestartet. Mein Leben drehte sich natürlich hauptsächlich ums Studium, aber ich wusste schon ganz ganz ganz genau, dass ich auf jeden Fall und unbedingt Kinder haben wollte, besser früher als später. Mir war klar, dass das während des Studiums nicht geht (schon mal rein wirtschaftlich-rational betrachtet, aber auch was den Rückhalt meiner Familie betrifft, da hätte ich eigentlich auf kaum jemanden zählen können – ich war zu der Zeit ja noch in Österreich), aber damit hatte ich ein wenig gehadert.. Ich war 20, und wusste, so bald wird das nix mit Babys und so. Aber 20 ist ja noch soo jung, und in wenigen Jahren bin ich ja fertig, und DANN, ja DANN gibts ein Baby.

In meinen Freund hab ich mich damals ziemlich schnell ziemlich ordentlich verliebt.. Ich weiß nicht genau, wie ich das sagen soll, aber ich war selbst da ein wenig rational, wenn man das so sagen kann, und habe mir vorab schon Gedanken gemacht „ist das der Eine?“ – und nein, andere Männer, und auch mein erster Freund vor ihm, haben dieser Prüfung nicht standgehalten, und ich war trotzdem liiert (aber mit ziemlich deutlichen „Grenzen“, ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen). Dieser Kerl da aber, den ich (blöderweise!?) über ein PC-Spiel kennen gelernt hab, der hat mir den Kopf verdreht. Schon bevor ich ihm die Hand schütteln konnte, und trotzdem sagte mein Kopf: erst mal schaun obs so bleibt wenn ihr euch wirklich SEHT. Gefühlsmäßig war ich ihm aber zu dem Punkt schon so „verfallen“, dass es mich arg mitgenommen hätte, wenn unser Treffen enttäuschend ausgefallen wäre. Und dann war er endlich bei mir, und ich war so extrem nervös… „da ist er, da ist ER! Und ja, er riecht toll, und er fühlt sich toll an beim Umarmen, und und… ach du Schande, was mach ich denn jetzt nur????“ Meine Güte, ich war ein Wrack 😀 Und der Kerl – total cool, offensichtlich. Entspannt, aber fast schon distanziert. OhGott. Ganze 2 Tage war ich der Meinung .. toll, der is enttäuscht von dir, der hat sich das anders vorgestellt. Aber eindeutig wars nicht, und ich war viel zu feige die Karten mal auf den Tisch zu legen, was anzusprechen oder gar irgendwas zu „tun“. Schließlich musste ich mich als ich kurz zur Uni musste unterwegs auch noch von meiner Oma verspotten lassen, warum ich denn nix mach wenn ich Gewissheit will „ein GuteNachtKüsschen in Ehren, das kann niemand verwehren,“ sang sie, und ich konnte nur entsetzt „Omiii!!!!“ rufen ob ihrer in-den-Arsch-Treterei. Heut bin ich ihr aber dankbar und weiß: ER hätte vermutlich eh nix gemacht *lach* Jedenfalls hab ich mich noch am selben Abend beim Filmgucken angelehnt (gaaanz vorsichtig, sonst wär mir das Herz irgendwo beim Kehlkopf rausgesprungen vor lauter Panik), und das war dann sozusagen der Eisbrecher.. Der Kerl war nicht abgeneigt, er war nur feige und schüchtern. -.-

Also, um den Bogen zurück zu kriegen…. ich war total vernarrt in diesen Mann, und wir haben uns mehr oder weniger bereitwillig (hatten halt keine Wahl) durch insgesamt 4 Jahre Fernbeziehung ge“quält“. Für mich waren die Wochen ohne ihn immer Hölle, er hats ein wenig besser weggesteckt, aber schön fands von uns wohl keiner. Hätten wir gekonnt wie wir wollten, wären wir vermutlich nach einem Jahr oder vielleicht zweien zusammengezogen. Was heißen will – wir haben die Sache schon sehr ernst gemeint, und das hieß für mich auch: Jaaa, dieser tolle Mann wird einmal der Papa von deinen Babys! Wenn da nicht… und hier schiebt sich eine kleine Regenwolke über diese schöne Geschichte – der tolle Mann das völlig anders gesehen hätte. Als wir das erste Mal über so Dinge wie Familie sprachen, da war seine Haltung noch „nöö, brauch ich ned, eigene Kinder mag ich keine haben“ – mir ist schier die Kinnlade davongeflogen. WAS ?! Ich hab dann recht bald recht klar gestellt, dass das für mich … nun, indiskutabel ist, oder wir schauen müssen wo wir da zusammenkommen, weil ich auf JEDEN FALL Kinder will. Er hat sein Veto dann ein wenig aufgeweicht – na, im MOMENT könne er sich das halt unter keinen Umständen vorstellen, schließe aber nicht aus, dass sich das vielleicht in ein paar Jahren ändern würde. Hatte mir in dem Moment gereicht. Bis sich das Ende meines Studiums ankündigte, und ich irgendwie immer im Kopf hatte „danach aber gleich“. Ich hab sicher nicht nur einmal geheult, als klar war, dass ER noch nicht so weit war, ich kann mich auch an eine Phase erinnern, in der ich wirklich verzweifelt war. Aber was soll man machen, ich kann ihm ja auch nicht den „Babyjetzt“-Knopf drücken. Und als er sich dann entschied, einen neuen Ausbildungsweg einzuschlagen, war auch klar, dass der Babyplan erneut ein paar Jahre auf Eis liegt. Hatte ich schon ein wenig dran zu knabbern, aber nützt ja nichts, und im Endeffekt wars ja egal warum, wenn er nicht bereit dazu war, dann war das eben so. Wenigstens war er soweit, dass er klar sagte: Kinder ja, aber noch nicht jetzt.

Schließlich kam dann das Ende der Ausbildung in Reichweite, und … wir begannen tatsächlich aktiv mit der Babyplanung. Ich weiß nicht, ob ihm ganz wohl dabei war, zumindest war er noch nicht überzeugt davon, dass es jetzt sein MUSS, aber er hatte auch nichts mehr dagegen, und wusste, wie sehr mir dieser Wunsch in jeder Gehirn- und Herzwindung steckte. Angesehen hat man ihm diese ersten Bastelmonate nicht viel, aber ich glaube es hat sich schon etwas getan bei ihm. Auch er war zeitweise enttäuscht, wenns nicht geklappt hatte, und als wir unser erstes Baby verloren haben, hat ihn das sehr getroffen. Ich denke an diesem Punkt war ihm klar: oh, es bedeutet ihm mehr als er geahnt hätte.

Die neue Schwangerschaft hat ihn daher gleich ganz anders erwischt: er war von Beginn an so Feuer und Flamme, dass es schon fast ein Kraftakt war, ihn vom Erzählen vor der 12. Woche abzuhalten. Quasi von Anfang an ist er geplatzt vor Stolz, und hat sich auf sein Baby gefreut. Dennoch wurds die letzten Wochen viel intensiver: er ist derjenige, der (fast mehr als ich) ständig Babyverkaufsportale wälzt, Rezensionen zu Babyphones liest.. und jaaaa, er ist derjenige der im Shop ein Bärchenmützchen mit Ohren nicht mehr zurücklegen will, obwohls viel viel zu groß war. („Aber das hat Ooohren! Guck doch mal!! *säusel*“) Und nun ist er es, der quietschende Laute von sich gibt, als er den heiß ersehnten Bärchen-Overall sieht (mannomann *kicher*). Vor allem in letzter Zeit wurde er stetig immer nervöser und aufgeregter, aktuell ist er deutlich hibbeliger als ich (irgendwie hab ich die Ruhe weg), kriegt zeitweise richtige Nervositäts-Schübe und ist fest davon überzeugt dass wir spätestens in 9 Tagen Eltern sind (waaarten wir mal ab *G*). Ich selbst kann so eine fast.. „Total-Wendung“ über die letzten Jahre kaum glauben, aber ich denke, überraschter ist wohl tatsächlich er selbst. Und auch wenn mir sehr früh klar war, dass er mal ein toller, fürsorglicher und beteiligter Papa wird (hey, ich bin beruflich Diagnostiker *g*), dämmert ihm selbst erst jetzt, dass es so ist. Na, wenn das kein Grund ist Hummeln im Hintern zu haben?! ;-D

.
Auf bald,
Hummelchen

Advertisements

5 Kommentare zu „Countdown… ET-9 (der PAPA!)

  1. Krass, wie gut ich das kenne. Für mich war das auch schon immer!!! klar und der Mann hat zunächst auch nicht so gewirkt, als bräuchte er unbedingt Nachwuchs.

    Jetzt stehen wir ganz ganz kurz vorm Bastelstart und ich glaube er schwankt gerade zwischen Unglauben, Verdrängung und Realität 😀

    Es hört sich sooooo schön an, wie sich dein Mann auf euere kleines Wunder freut ❤

  2. Das klingt ja toll!
    Ich bin gespannt, wie mein Mann sich mal anstellen wird.

    Er ist immer so im „Ja, Kind auf jeden Fall, aber eher weil man das halt so macht“-Modus. Ihm würde eins wohl auch reichen, was für mich nicht in Frage kommt (klar, Unwägbarkeiten gibts immer).

    Mal schauen. Allzu lange wirds nicht mehr dauern, bis wir aktiv „hibbeln“. Und dann, wer weiß. 🙂

  3. hihi das kenn ich nur zu gut…ähh kinder naja mal abwarten und als der kleine mann dann im bauch war hat er sich riesig gefreut…..jetzt ist lukas sein ein und alles…aber du hast es echt lange ausgehalten mit deinem babywunsch…ich weiß nicht ob ich das geschafft hätte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s