Arztbesuch · Impfen · Rumpelstilzchen · U

U4 + 2. Impfung

Gestern wars also wieder mal soweit, U4 stand an, zusammen mit der 2. 6er+Pneumo+Rota Impfung.

Ich muss sagen, ich bin immer leicht hibbelig-aufgeregt vor den Us. Nicht nervös, aber da ich ja noch keine Kinder hatte bin ich immer furchtbar gespannt auf das „Urteil“, und was unsere Ärztin zu meinen Fragen meint (bastele immer nen „Katalog“ vorher, damit ich nichts vergesse und trotzdem alles zackig beantwortet kriegen kann). Sorge vor den Impfungen hatte ich nicht, da es beim letzten Mal ja keine Probleme damit gab.

Das einzig blöde allerdings: unser Termin war um 10:30. Normalerweise schläft Mr.Mini bis ziemlich genau 8Uhr, um dann so gegen 9:30 oder 10:00 ein kleines Schläfchen einzulegen. Da ich vorher noch zur Apotheke musste für den Impfstoff, war geplant um 9:45 aufzubrechen, also ne total blöde Zeit… Ich hab dann versucht, morgens mit ihm noch etwas länger zu kuschel-schlafen, mit dem Plan ihn müde in den MaxiCosi zu legen, damit er unterwegs schläft. Joa, Schnecken. Unterwegs ist alles viiiel zu interessant, da wird mitnichten ein Äugelchen zugemacht, man könnte ja  was verpassen. Auch „zuhängen“ hat nicht viel geholfen. Ist ja schön dass ich so ein interessiertes neugieriges Baby hab, nicht? *seufz*

Wir landen also pünktlich bei unserer Ärztin, betreten das Wartezimmer und – ich fall rückwärts wieder raus. Knallevoll. Bis aufn letzten Stuhl, überall Minis mit Mamas. Mir wird schwindlig. Mit Müh und Not lässt sich noch ein Plätzchen freiräumen und ich quetsche mich rein. Babyspatz hat riesengroße Augen und Ohren, ist aber noch friedlich (und das knapp eine Stunde nach Schläfchenzeit!). Im Wartezimmer ist der typische Schlag Mutti der „normale“ – man hat halt sein Baby/Kleinkind, und bespaßt es leise vor sich hin. Wenns weint, wirds eben geschuckelt oder man steht kurz auf und geht 2 Schritte. Dann war da noch eine Mama mit 3 Kindern. Ich kann das Alter nur schwer schätzen, aber ich würde sagen: 1, 2 und 3 Jahre alt. Meine Güte…. gefühlt hatte die Frau Arme wie ein Tintenfisch und Augen rundherum, dabei ständig am Quasseln, jeweils mit einem anderen Kind. Lustig als die 3jährige verkündete „Mama ich muss Pipi!“, woraufhin sie sich jeweils eins der kleineren Kinder unter den Arm klemmt, den Gang entlang spurtet und der Großen zuruft mitzukommen. Ich war allein vom Zuschaun gestresst 😉 Und dann war da noch die Mama, die wohl alle anderen geliebt haben: Kind im Vorschulalter, vielleicht auch älter, schwer zu sagen da er sehr pummelig war. Und dieser Schatz hat die ganze Zeit NUR Schwachsinn gemacht. Ich mein, ich weiß dass Kinder gerne lärmen, aber der hat das Wartezimmer schier zerpflückt. Spielzeugkisten vor die Eingangstür geschoben, die kleinen Plastikstühle auseinandergenommen und verteilt (kaum möglich, weil so voll!), und seine Lieblingsbeschäftigung wars, schwere Holzkugeln in das Holzauto zu donnern, woraufhins meinen Kleinen jedesmal gerissen hat… Während dieser emsigen Geschäftigkeit saß MamaNervbolzen mit überschlagenen Beinen da und starrte ins Leere. Gelegentlich kommentierte sie das Gelärme mit einem „ntzntz“ und Kopfschütteln, was das Kind jedesmal als Aufforderung verstand, eben gezeigtes Verhalten zu verdreifachen – nicht weiter erstaunlich, war das ja die einzige Interaktion/Kommunikation von Seiten der Mutter. *gnaaaaahhh*

Nach einer Stunde, die mir mindestens so lange vorkam wie dem Kleinen, der erst die letzten 15 Minuten unleidlich wurde, waren wir endlich dran. Leider war unsere Ärztin entsprechend etwas gestresst. Nicht gehetzt oder ungeduldig, aber doch ein wenig mit Kohlen unter den Füßen. Nehm ich ihr nicht übel, ich weiß dass sie sich sonst gern mehr Zeit lässt. Zuerst die U4, meinte sie, solang er noch gute Laune hat, ich darf währenddessen den Hör-Fragebogen weiter ausfüllen. Während sie testet, wie er nachguckt bzw. nach“hört“ wenn sie ihn bekaspert, erwähne ich dass ihm Geräusche ziemlich egal sind, ich aber den Eindruck habe dass er verdammt gut hört (ich darf mich nachts nicht mal umdrehen, geschweige denn mal aufs Klo, ohne dass er wach wird!). Aber, er reagiert fast nie wenn ich seitlich von ihm mit irgendwas klapper oder ihn anred. Einzig interessant scheint zu sein, was er sieht. Da klebt er dran, da kuckt er nach (auch schnell vorbeilaufenden Katzen schaut er schon nach) und freut sich wie Bolle. Sie meinte zu meiner Beruhigung, dass es öfter so ist mit Kindern, sie so aufs Sehen fixiert sind, wichtig sei dass ich den Eindruck hab er hört prinzipiell, und fragt ob er denn schon lacht. Weil ich nur das gackernde Babylachen im Kopf hab, beschreibe ich wies bei uns ist: ein „heh“ oder „chrrr“ kommt zum grinsen dazu gelegentlich, aber so richtig gacker-lachen tut er nicht. Sie meinte dann, das reicht schon.

Dann war die Liste dran:
Milchschorfpflege: wie gehabt einölen, im Wasser mit weichem Tuch waschen, danach wieder ölen; sie findet ihn nicht so schlimm; Produkte von Eubos darf ich verwenden, wenn ich das Gefühl hab sie helfen, es mache gar nichts, dass die erst ab 6 Monaten getestet sind, das wäre eine Kostenfrage; auch für 6 Monate alte Babys dürfen sie nix aggressives reinpacken, und wenn ers verträgt kann ichs anwenden. (erster vorsichtiger Test mit der Creme: Wahnsinn! Verhindet im Stadium „trockenschuppig“ dass „rotgelbe Bläschen mit dicker Haut“ draus werden, mal schaun obs dabei bleibt!)
– Beikosteinführung bei Allergiegefährdeten Kindern: wie normal, nur solle ich immer nur eine Zutat ausprobieren, dann die nächste.. anfangen darf ich genauso schon nach dem 4. Monat, sobald ich das Gefühl hab er interessiert sich fürs Essen. Aktuell findet er es fantastisch, uns beim Essen zuzuschaun, ist für ihn super Unterhaltung. Mal schaun wann er uns in den Magen nachguckt oder mitschnäbelt 😀 Ich freu mich drauf!
Schreianfälle: sie meinte, oft erschrecken die Kleinen bei Dingen, die wir gar nicht mitbekommen: eine schnelle Bewegung im Augenwinkel wahrgenommen, ein Luftzug, eine Tür die im Treppenhaus knallt.. Und haben dann Angst, oder regen sich auf, natürlich auch je nach Temperament. In der Regel brauch ich mir, solang er sich überhaupt dazwischen wieder beruhigen lässt und gut gelaunt ist, keine Sorgen machen. Ishaltso.
Alpträume – da ich oft den Eindruck hatte in letzter Zeit, ihn plagt was im Schlaf.. er ist unruhig, weint dazwischen oft, schreckt sogar mal hoch und schreit dann auf (war nachts, ich hab halb nen Herzkasper bekommen!). Auch heute hatten wir das wieder, morgens, und ich hatte nicht mal den Eindruck dass er dabei richtig „wach“ ist. Sie meinte, dass Babys sehrwohl auch in dem Alter viel verarbeiten müssen im Schlaf, aber Alpträume in dem Sinne wie wirs kennen haben sie nicht. Es findet halt quasi die „Synchronisation“ im Gehirn im Schlaf statt, und bei viel Input tagsüber (der schon ok ist, weil sies ja brauchen und sich suchen) gibts halt schnell mal eine Überladung. Den Kleinen macht das aber nichts, ist normal und gehört dazu, und sei phasenmäßig.
Sprache: in der letzten Wochen brabbelt er seinen „agrrr“s und „chhhr“s und „oooh“s weniger, spricht eigentlich nur mit Spucke, macht Blasenberge vorm Mund und dann Furzgeräusche. Klingt wirklich lustig, aber ich hab gefragt ob das normal is dass er dann seine Silben kaum noch macht – ja, ist normal, wechselt schon mal.
– ein paar unwichtigere Kleinigkeiten haben wir nebenher bequatscht (zb ist sein Bauchnabel dunkler als die Haut herum, Haarausfall…)

Und schon gings ans Impfen. Diesmal gabs den großen Quietsch schon bei der ersten Spritze, ohne Unterbrechung bis zur zweiten. Laut, durchdringend, wie ichs halt von ihm kenn. Diesmal hat ihm nichtmal die Schluckimpfung genügend Trost spenden können, aber kaum hab ich ihn danach wieder hingelegt zum fertig anziehen, ist er still und ihm fallen fast die Äuglein zu.. 😦 Mein armer Kleiner, der war völlig fertig vom Schlafentzug und von dem ganzen Drumherum hier.. Schließlich wars auch schon 12Uhr, da wär erstens Zeit fürs Fläschchen, und da überlegt er sich schon manchmal das zweite Kurzschläfchen… Ich kann also sagen: der verschobene Tagesablauf war für ihn schlimmer als die Impfung. Schon am Heimweg hat er im MaxiCosi geschlafen, ich bin auch extra noch eine Runde um den Block gefahren um ihm ein wenig Zeit zu geben…

Daheim wollte er dann auch sooofort schlafen, und erst 2 Stunden später vermeldete er seinen entsetzlichen Hunger (ich hatte diesmal zwar was mit, aber danach im Wartezimmer war es so unruhig und er so müde, dass er nicht mehr wollte..). Davon abgesehen hatte er diesmal keine Beschwerden, keine offensichtlichen Schmerzen. Er hat zwar (auch übers Nachholen hinaus) viel geschlafen, auch heute noch, aber war sonst super gut gelaunt, auch mit wildem Gestrampel dabei. Dafür hatte er diesmal tatsächlich ein wenig höhere Temperatur als normal (abends 38,0°, heute morgen 37,7°), aber ich immerhin hatte er ja auch kein Schmerzzäpfchen diesmal, weils ihm ja gut ging. Ich schätz mal, er muss sich gehörig ausschlafen, dann ist alles wieder auf Spur. Bin ehrlich erleichtert, dass er das immer so gut verträgt, und ihn auch das Stechen nicht arg untröstlich stimmt…

Unsere nächste Impfung ist dann in 4 Wochen, damit vor der Taufe auch alles erledigt ist 🙂

.
Auf bald,
Hummelchen

 

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6 Kommentare zu „U4 + 2. Impfung

  1. Hallo Hummelchen!
    Ich bin über den Kinderdoc auf deinen Blog gestoßen und hab ihn gestern Abend/Nacht in einem Rutsch durchgelesen. Gut, dass gerade Semesterferien sind 😉
    Ich wollte dir einfach sagen, dass ich deine Art zu schreiben sehr sympathisch finde. Ich habe beim Lesen richtig mitgefiebert und mitgelitten. Natürlich hab ich dich gleich mal in meine Leseliste bei Bloglovin aufgenommen, du hast jetzt also noch eine Leserin mehr 😉
    Naja, langer Rede kurzer Sinn – ich bin froh, auf deinen Blog gestoßen zu sein, mach weiter so!
    Liebe Grüße, Anna

  2. Oh nein, hört sich sehr stressig an! 😦 Gut, dass das jetzt überstanden ist!
    Wir müssen erst zur U6 im Sommer wieder hin… wir hassen impfen 😉

    1. Dann einfach sein lassen. Der Instinkt sagt es euch doch schon. Ihr habt kein gutes Gefühl dabei. Aber ein solcher Schritt sorgt für ordentlich Zündstoff in Familie und Freundeskreis. Ich weiß das aus eigener Erfahrung 😦

  3. Hallo Hummelchen84,

    ich möchte dazu mal was aus dem Text zitieren:
    „Diesmal gabs den großen Quietsch schon bei der ersten Spritze, ohne Unterbrechung bis zur zweiten. Laut, durchdringend, wie ichs halt von ihm kenn. Diesmal hat ihm nichtmal die Schluckimpfung genügend Trost spenden können, aber kaum hab ich ihn danach wieder hingelegt zum fertig anziehen, ist er still und ihm fallen fast die Äuglein zu..“

    Ich habe selbst 2 Kinder und das kann ich irgendwie nicht verstehen. Macht man sich da keine Sorgen? Leidet man nicht unendlich mit seinen Kindern? Das schrille Schreien? Die offensichtlichen Schmerzen des kleinen Zwergs? Und alles nur für eine vielleicht wirksame Impfung? Da fehlen mir die Worte… Ich hoffe, dass Mr. Mini ohne Nebenwirkungen (auch die Spätfolgen) durchs Leben gehen darf.

    Liebe Grüße
    Sascha Röhler

    1. Oh du hast recht, ich bin wirklich eine Rabenmutter. Am besten spar ich mir alles was meinem Kind missfällt, weils mir weh tut ihn leiden zu sehen. Bei der nächsten Lungenentzündung lass ich ihn auch nicht behandeln, weil mir das Herz blutet wenn er eine Infusion angehängt bekommt und dabei schreit als würd man ihn abstechen. Besser lass ich ihn krepieren, spart allen Nerven, auch und vor allem langfristig.

      Danke für deinen lehrreichen Kommentar.

      PS: Lesen ist eine Kunst, Sachzusammenhänge auch zu verstehen wohl eine Wissenschaft.

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