Ernährung · Gedanken · Gesundheit · Rumpelstilzchen

Und HAPS! (Teil 1)

Wie mache/r vielleicht schon gelesen hat – bei uns wird nun schon ein Weilchen zugefüttert. Und weil ich dieses Thema so unglaublich komplex und mächtig spannend finde, brennt es mir daher schon unter den Nägeln, darüber zu bloggen. Da der Minimann nun endlich wieder samt Nonomo in seinem Zimmer weilt (weil er tagsüber wieder länger als 20min am Stück schläft, und sich daher der „Mehraufwand“ lohnt – denn alle 5 Minuten rüberlaufen und schuckeln macht keinen Spaß!) kann ich wieder ungestört tippen – mein Anschlag ist zu polterig für ihn *hust*.

Jedenfalls.. wo war ich? Achja… Da ich eben viel Zeit mit Schlaulesen verbracht hab ists mir ein Anliegen, hier sowohl das Schlaue, meine Meinung, meine bescheidene Erfahrung, und aber auch offene Fragen oÄ loszuwerden. Gerne suche ich Austausch, Anregungen, Tipps usw., aber Gretchenfragen ums Breifüttern führen wir hier dann nicht, ok? 😉 Damit meine ich übrigens sämtliche Grunsatzdiskussionen, bei denen sich die Lager so spalten dass man kaum auf einen Nenner kommt, wenn zu viele unterschiedliche Ansichten aufeinandertreffen (ähnlich wie beim Impfthema), etwa wie Beikoststart, Art der Ernährung, etc. Wenn ich Interesse merke, mach ich dazu einen eigenen Motzdiskussionspost (ähnlich, ja, wie beim Impfthema). So, nun aber.

Anfangen haben wir Mitte März, Mr.Mini war zu dem Zeitpunkt seinen ersten Löffelchens erst 4 Monate und eine Woche alt. Warum ich SO früh damit begonnen habe, hat mehrere Gründe. Zuerst, das gestehe ich, ich hatte unheimlich Bock drauf und wollte schaun „obs schon geht“. Im Prinzip kann man hin und her philosophieren wann der perfektestesteste Zeitpunkt ist, im Grund läufts ja eh immer auf „probiern wirs mal“ raus, weil das Baby schon die Marschrichtung vorgeben wird, und entweder reinmampft oder spuckt. Ich hatte aber tatsächlich den Eindruck, dass ihn Essen zu interessieren beginnt, weil er uns Erwachsene beim Essen gradzu niedergestarrt hat. Zu dem Zeitpunkt war das aber glaub ich eher „oh was machen die denn da?“ als „ICH WILL AUCH“, und unklar auch insofern, als ihn ja alles was wir tun mehr oder weniger fasziniert. Ich find (oder fand) das als Richtwert daher eher … unzuverlässig. Aber ein Indiz, immerhin! Aber mehr als ein unsicherer Hinweis ist das wohl nicht, auch wenn er sich währenddessen selbst alles in den Mund gestopft hat – das tut er auch ohne dass er wen beim Essen beobachtet.

Was für mich auch noch ein wichtiger Punkt war – ich habe ja nicht (voll) gestillt. Hätte ich voll gestillt, hätte ich 6 Monate nichts anderes gemacht, soweit möglich. Nun spielen aber 2 Dinge rein: erstens, es ist unklar wie sich bei allergiegefährdeten Babys das Nichtstillen und der B(r)eikoststart auswirkt, man findet viel Widersprüchliches. Während klar zu sein scheint, dass 6 Monate NUR Stillen und zwar ausschließlichst ohne das winzigkleinste Kunstmilchfläschchen (und der Punkt ist essentiell!) das Beste wäre, gibt es für die Alternative mehrere Szenarien: vor allem früher hieß es, man solle nichtgestillte allergiegefährdete Kinder möglichst lange von allen Stoffen fernhalten, ganz besonders jenen die unter Umständen möglicherweise vielleicht eventuell eine Allergie auslösen sollten. Dann gibts die Position „möglichst früh rein ins Baby, gleich nachm 3. Monat„, quasi um „abzuhärten“, den Körper gleich an „reizende“ Stoffe gewöhnen um ihn gar nicht auf die Idee kommen zu lassen, da könnte man eine Allergie dazu basteln. Und schließlich noch die Variante: völlig wurscht, kein Unterschied zu nicht-Allergie-Babys, Beginn 5.-7. Monat. Während in 8 von 10 Fällen letzteres angegeben wird, und sich kaum jemand darauf versteift möglichst lange zu warten, bleiben die letzten 2 der 10 dabei, gerade bei gefährdeten Babys eher frühzeitig zu beginnen (wobei ich den 4. Monat als Start als abartig früh empfinde!). Ich für mich beschloss also als Konsens: früh, sobald ich denke es könnte was werden.

Grundlegend stand dann noch die Frage an: klassisch mit Brei, oder – was ich sehr reizvoll gefunden hätte – baby led weaning. Einigen sicher ein Begriff, bedeutet es, das Baby selbst bestimmen zu lassen wann es bereit ist etwas anderes als Milch zu konsumieren, und zwar indem mans einfach zu Tisch setzt, ihm Essbares vor die Nase legt und wartet bis es isst. Der Idee konnte ich per se viel abgewinnen, aber ich hab im ganzen Buch (zugegeben, im Schnelldurchlauf gelesen!) nicht gefunden, warum das rigoros nur mit festem Essen sein darf. Klar, weil sich das Kind da selbst helfen kann. Aber warum ist es ver“pönt“ ihm mit Brei zu helfen, und ebenso darauf zu achten was es will und das dann zu akzeptieren?
Ein weiteres Argument von blw find ich absolut dämlich: Das mit dem Löffel gefüttert werden mutet dem Baby fremd an, schließlich beobachtet es das nicht, und könne daher auch nicht darauf vertrauen, was man ihm da angedeihen lässt. Mal ehrlich – SO ein Unfug! Der Kleine hat auch noch nie beobachtet dass hier jemand mit Flasche gefüttert wird und nimmt sie ja trotzdem. Im Gegenzug sieht er uns sehr oft vom Löffel essen, gelegentlich sogar untereinander probieren/gegenseitig füttern. Bittedanke, mit einem halben Jahr setze ich soviel Vertrauen voraus. Entwicklungspsychologisch gesehen ist ein gesundes normal entwickeltes Baby bis dahin in aller Regel auf jeden Fall im Stande, zu verstehen dass das der Nahrungsaufnahme dient und den Hunger stillt (nach einiger Erfahrung am eigenen Körper).

So hatte ichs mir jedenfalls vorgenommen: Ich biete ihm Löffelkost an, aber nur wenn er-das-will. Immerhin war er ja eh so winzig, dass es rein gar nichts gemacht hätte wenn ers völlig ablehnt. Unser erster Brei – klassisch, Karotte, wie ich bald bereuen sollte – war ein Abenteuer. Ich war ja so aufgeregt! *lach* Das ist total  albern eigentlich, aber für mich wars einfach unglaublich spannend. Gut ausgepolstert (ihn, die Umgebung, mich….) hab ich mich also dran gemacht und ihm das erste Löffelchen an die Lippe gehalten. Wie alles hat ers natürlich sofort in den Mund gestopft und war dann erstmal richtig schockiert. Er hat mich so angesehen mit einem Blick „WAS-ZUM!!“ und ich musste ordentlich lachen. Er hats im Mund rumgeschoben, sich geschüttelt, die Finger in den Mund gesteckt und erstmal geguckt, was das denn da ist. (Von der Idee her find ichs ja ausgezeichnet, aber die Schweinerei! *stöhn*) Ausgespuckt hat er vom ersten Löffel an nichts. Gar nichts (nur das was zufällig rausläuft wenn ers im Mund rumschmatzt, aber einen Teil davon hat er sich selbst wieder reingezuzzelt). Ich war platt. Trotz „geschockter“ Reaktion war er von Anfang an Feuer und Flamme, und hat mich, die ich es ja total gemütlich angehen wollte, ordentlich angetrieben.

Schon allein wegen „ob ers verträgt“ wollte ichs dennoch langsam machen, aber bereits ab dem 3. Tag hat er regelrecht geschimpft wenn  es danach Fläschchen gab, er wollte scheinbar weiteressen. Ich hatte schon Angst er beginnt mir jetzt das Fläschchen ganz zu verweigern. Die erste Woche ging der „Übergang“ auch nur übers Stillen. Nach dem Brei wollte er unbedingt an die Brust, vielleicht weil nach soviel Neuem etwas Vertrautes ran musste? Keine Ahnung… kurz darauf hat er sich aber abgestillt. (Und ein kleinwenig war ich erleichtert, nicht 3gleisig fahren zu müssen, und auch die Entscheidung gar nicht treffen zu müssen.)

Ich hab nach wie vor den Eindruck, er möchte dass ich bittedanke mal weitermach und ich bin mir sicher, dass er sich freuen wird wenn er ab Mai dann auch endlich Abendbrei bekommt. Mittlerweile sind wir nach erfolgreichem Test von Kürbis (sein Lieblingsgemüse!), Brokkoli und Blumenkohl nun auch schon eine gute Woche bei der Kartoffel-Kombi, nächste Woche bekommt er zum ersten Mal Pute in den Brei. Aus dem Rennen sind vorerst Karotte (Verstopfung und lauter kleine rote Piffelchens an Hals+Gesicht, Weiteres besprech ich dann erst mit der Ärztin) und Pastinake, die er wohl augenscheinlich wiiiiderwärtig fand. (Bei jedem neuen Gemüse ist er erst skeptisch, isst langsam und mit viel Finger im Mund, aber spätestens beim 2. mal Füttern fand er bislang Gefallen dran und „schlingt“. Pastinake hat er sich auch an Tag 4 noch geschüttelt, da war Schluss)
Mittlerweile kann ich ihn kaum noch beim Essen zuschaun lassen. Kaum hatte er verstanden *was* wir da tun bei Tisch dreht er fast durch wenn er daneben sitzen muss. Im Bestfall starrt er mich nur entgeistert an, mit großen Augen und aufgerissenem Mündchen, als wolle er sagen „du isst das wirklich alles ALLEINE? Und ich krieg GAR NIX!!?“ Seine Oma hat das auch schon beobachtet und bestätigt, dass es einem den Appetit verdirbt von so traurig-vorwurfsvollen Augen niedergestarrt zu werden. Wenn er direkt davor sein Fläschchen bekommen hat, gehts. Dann nervt es ihn nur, dass er nicht auch darf, er macht auf Kasper und will unbedingt beachtet werden, als sei er aufs Essen eifersüchtig.. Mannmannmann… Sobald er sitzen kann, kommt er jedenfalls zu uns an den Tisch und darf sich selbst bedienen. Ich bin mir sicher, dass das – trotz vorherigen Breifütterns! – bestimmt bald funktionieren würde. Nach momentanem Stand hat er nämlich extrem viel Spaß dran.

SAM_1010

Und hier mach ich kurz nen Stopp. Wird sonst zu unübersichtlich! 😉

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Auf bald,
Hummelchen

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