Baby · Gedanken · Kleinkind · Organisatorisches

Unser erster Tag allein

Ich war ja schon sehr aufgeregt, um nicht zu sagen ich hatte Schiss, weil heute unser erster Tag ganz alleine sein sollte, da die Elternzeit vom Mann vorüber ist. Nun, und wie liefs?

Begonnen hat er, wie sich das so für neue Tage gehört, irgendwann nach Mitternacht. Aber vor 1 Uhr. Das Baby war wach, und kündigte damit den Beginn der nächsten schlafarmen Nacht an, wie schon die letzten. Ich vermute einen Schub, aber was hilfts.. Spaß machts keinen. Er ist wieder sehr unruhig, will eigentlich nicht wirklich trinken, will aber auch nicht schlafen. Auch enger Körperkontakt hilft wenig. Irgendwann ist dann aber doch Ruhe, zumindest bis kurz nach 2 Uhr (also eine halbe Stunde nach einschlafen). Kein Hunger, aber wohl eindeutig Bauchweh. Ich vermute Blähungen, lege die Wickelunterlage im Bett auf, schäle das Baby aus SwaddleMe, Pyjama und Windel, und massiere. Erst streiche ich über sein Bäuchlein, merke wie er sich windet und gehe zum Trick über, der immer klappt: Beinchen anwinkeln und die Knie feste in den aufgeblähten Bauch drücken, dann den Popo hin und her schaukeln. An diesem Punkt: Fehler. Groooßer FEHLER.

Ich könnte nun blumig über Sektkorken schreiben, jedenfalls musste ich danach mich, das Baby und das Bett umziehen und einer großflächigen Reinigung unterziehen. Man rechnet ja so mit einigem, vor allem beim zweiten Kind, aber… damit!? Nunja, „Blähungen“ hatte er danach auch keine mehr, und um kurz nach 3 Uhr begann die nächste Schlafeinheit, die immerhin eine Stunde dauerte, bis um etwa 4.30 die nächste Flasche verlangt wurde. Stillen reicht dem Herrn Fressraup die letzten Tage nicht mehr. Es ist dann ja auch schon bald 5, ich schon redlich verzweifelt weil ich einfach so hundemüde bin, sodass der Mann anbietet mit ihm rumzulaufen, als er wieder hoch, laut und kreischend ohne erkennbaren Grund schreit. Ich lehne ab, wissend dass nun vielleicht auch der Große wach wird, aber ich möchte das nicht „einführen“ und kuschele mich eng mit ihm zusammen. Nach ein paar Minuten ist Ruhe und er schläft, nur ich liege so nicht gut, wage es aber nicht mich zu bewegen.

Ich verbringe die Zeit bis 6.45 so im Halbschlaf, aber immerhin war das die längste Ruhephase. dann beginnt der Große zu schreien. Ich blinzele auf den Wecker, und hoffe hoffe hoffe dass er nochmal einschläft. Denn eigentlich hatte ich geplant, um 7 Uhr aufzustehen, mich zu waschen und anzuziehen, dann mit dem Kleinen runter zu schleichen, ihn ebenso tagfein zu machen, dann sein Fläschchen geben und selbst in Ruhe frühstücken, um dann um  spätestens 8 Uhr das Rumpelstilzchen zu wecken. Joa, nix mit wecken, das Gekreische endet nicht, nun wird auch die Raupe wach und quiekt mit. Seufz.

Also schnell ins Bad, in 2 Minuten waschen, Zähne putzen und anziehen. (Immer wieder danach über die schlampig geputzten rauen Stellen an den Zähnen lecken, boaaah!) Dann die Raupe schnappen, zum Bruder eilen, und beide anziehen, begleitet vom Kreischchor. Als ich in der Küche ankomme, dem Großen grad sein Brot schmiere und mich beeile, damit der kreischende Kleine auch bald zum Fläschchen kommt, zittere ich vor Anspannung und Übermüdung und frage mich, wie andere das überleben, ja gar GUT schaffen???

Kaum sind beide verhungerten Kinder versorgt entspannt sich aber die Lage. Auch bekomme ich endlich meinen Kaffee, den ich gierig trinke. Für Frühstück hats nicht gereicht, aber ich kann ohnehin nicht essen wenn ich so angespannt bin. Irgendwie halt ichs daheim auch gar nicht so richtig aus, möchte unbedingt nach draußen. Also beschließe ich, den Gang zu Bäcker und Metzger anzutreten. Raupe in die Manduca gepackt, und das Rumpelstilzchen an der Hand. Musste auch feststellen, dass das mit ihm gar nicht so einfach ist, wenn man durchs Baby tragen doch ein wenig „angebunden“ ist, aber irgendwie gehts. Beim Metzger klopft er dann schließlich so laut und eindringlich „NAMNAAAM!!“ rufend an die Scheibe, dass er schnell ein Stückchen Wurst bekommt an der er bis daheim ausgiebig lutscht. Dort gibts dann außerdem noch ein Brötchen, 5 riesige Erdbeeren und ein paar Gurkenschnitze, die er mir klaut. Klar, leg ich IHM welche aufn Teller schaut er sie nicht an. Auch ich krieg mein Brötchen und bin selig.

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Der Vormittag geht dann auch gut rum. Geschwisterplüsch. Das Baby lässt sich bald zum Schlafen in die Nonomo legen und Kind und ich lesen etliche Bücher. Irgendwann wird er dann müde, und ich bringe ihn zu Bett. Auch das klappt reibungslos, und ich kann den Rest vom Bett, den ich nachts um 3 nicht frisch bezogen habe, angleichen und eine Ladung Wäsche waschen. Zurück im Wohnzimmer suche ich nach Tipps fürs Mittagessen, auch wenn das nicht sehr sinnvoll war: es gab CousCous mit Gemüse und Nusstofu, und die Wassermenge die man brauchte stand eh auf der Packung. Joa. Also schnell alles vorbereitet, Geschirrspüler aus- und eingeräumt und die Leichen am Boden (Schlachtfeld nach Essen und so) beseitigt. Und dann ist der Große auch wieder wach. 45 Minuten. Super. Nicht.

Ich stelle auch fest: CousCous brauch ich ihm nicht mehr geben wenn ich vorhabe nicht Amok zu laufen. Er mag ja nicht kriseliges, und CousCous ist aber sowas von kacke wegzuputzen, einmal von den Fingern quer durch die Küche geschleudert. Auch der Versuch alles zu pürieren hilft nicht. So fein dass er nichts mehr merkt wirds ja nicht. Aber ein paar Löffel hat er immerhin runtergewürgt. Nach einem Fläschchen für den Kleinen gehts spazieren. Ich hab das Wetter unterschätzt, und Rumpelstilzchen viiiel zu warm eingepackt. Dafür nicht an die Sonnencreme gedacht (ab wann nehmt ihr eigentlich!?), und nach ein paar Minuten in der prallen Sonne wars ihm deutlich zu warm. Also waren wir nach etwa 30 Minuten wieder daheim.

Auch nachmittags hatten wir irgendwie Glück mitm Timing. Es war eigentlich nie bei beiden gleichzeitig Weltuntergang, ich konnte sie immer schön nach einander versorgen. Davor hatte ich wirklich Angst, dass es ständig nur so sein würde. Ich verkrafte sowas nämlich nur ganz ganz schlecht. Jedenfalls haben wir dann auch noch die neuen Sandkasten-Buddel-Spielsachen, die wir letztens vom Ikea mitgebracht haben draußen bei den Steinen eingeweiht. Glückliches Kind, bis er wieder nach drin musste. Bestechung mit Himbeeren klappte ausgezeichnet, aber später fiel ihm dann leider doch wieder ein dass er gern wieder raus würde. Es war dann so gegen 16.30 als es immer anstrengender wurde: Kind schlecht gelaunt und müde, weil zu wenig geschlafen, und ich so langsam echt ko. Minutenzählen, bis der Mann um 18 Uhr nach Hause kommt. Ein ins-Bett-bring-Versuch scheitert (war eh klar, 2 Schläfchen sind nicht drin, und wenn das eine nur 10 Minuten dauerte). Und dann endlich hören wir den Schlüssel im Schloss…

Das Kind lässt Papa noch schmecken, dass es die plötzliche Abwesenheit gar nicht gut weggesteckt hat, begrüßt ihn zwar kurz, will aber dann nur an Mama kleben und macht einen Zirkus beim Joghurt Abendessen. (Mal gespannt wann er nachts Hunger bekommt.) Nun ist es Zeit die Meute bettfertig zu machen und schlafen zu legen und mit einigem Glück… endet dann meine Schicht mal für kurz 😉

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Auf bald,
Hummelchen

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5 Kommentare zu „Unser erster Tag allein

  1. Oh, Respekt, Respekt! Ich habe nur eine kleine Jaulraupe und die reicht mir schon vollkommen zum Nervenzehren. Ich verneige mich tief vor allen Doppel- oder Mehrfachmüttern, ich weiß ansatzweise was ihr leistet. Schön, dass du deinen Tag teilst, ich hab mich gefreut!

  2. Ich wollte gerade fragen, wie es heute lief. Normal, scheint mir 😀
    Zum Trost: Hier heute auch Weltuntergang, mehrfach. Aus nichtigsten Gründen. Ich drück dich mal!

  3. Gebt Euch ein bisschen Zeit – ich weiss noch wie durcheinander die Tage hier am Anfang waren. Gut, meine Tochter war damals ein gutes Stück größer und ging schin zur KiTa, dafür ging es fast sofort los dass der Mann wieder arbeiten musste.
    Es dauerte etwas, aber dann gab es nicht nur etwas, was sich entfernt wie ein Rhythmus anfühlte, sondern die Koliken waren auch am Abklingen.
    ToiToiToi!

    Sektkorken-Alarm gabs hier natürlich auch mehrfach 😉

  4. Das liest sich doch gar nicht so schlecht für den Anfang 😉 Einen richtigen Rhythmus haben wir selbst nach nem knappen Jahr nicht gefunden, weil sich die Aufwach- bzw. wieder-müde-Zeiten von beiden immer wieder verändern.
    Ich wünsche dir gute Nerven und Schöne Fruhlingstage mit Deinen beiden.
    LG von Anni.

  5. Ich drück die Daumen, dass sich euer neuer Alltagsablauf schnell findet einpendelt! …Und ich musste sehr schmunzeln bei deiner Schilderung des „Sektkorken-Vorfalls“!! Da fiel mir gleich ein, wie wir wenige Tage nach Geburt der Maus nen Dampfreiniger kaufen mussten, weil sie sich vom Wickeltisch aus im hohen Bogen einmal quer über den Teppichboden erleichtert hatte… 😉

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