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Milchpumpe: Medela Swing Maxi

Vor nunmehr 2 Monaten wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte, eine Milchpumpe von Medela zu testen und anschließend darüber zu berichten. Zuerst wollte ich absagen, wozu soll ich schon so etwas bekommen, wo ich eh zu wenig Milch habe? Dann aber sah ich, dass eine Pumpe zur Auswahl steht, die besonders bei zu geringer Milchbildung empfohlen wird. Haha!

Wie der Leser, der schon lange hier ist, weiß – ich habe damals beim ersten Sohn  so ziemlich *ALLES* probiert, was es nur so gibt, um (voll) stillen zu können. Von Nahrungsergänzungsmittel, über Akkord-Stillen/Pumpen bis hin zu Kügelchen und Heilsteinen. Jaja… Ich war verzweifelt genug. Geholfen hat ja mal gar nix. Das Einzige, das damals schon Wirkung zeigte war regelmäßiges Abpumpen. Mit enormer Anstrengung (stündliches Abpumpen über Wochen) hatte ich damals als bestes und leider einmaliges Ergebnis 70ml geschafft. Was ich allerdings noch niemals getestet hatte, mir aber schon im Krankenhaus als wirkungsvoll erklärt wurde, war das gleichzeitige Abpumpen beider Seiten. Mein Interesse war also geweckt….

Kurz darauf bekam ich also ein Päckchen mit lauter Goodies wie Broschüren und Heftchen, sowie als besonderes Extra ein Medela Fläschchen. Auch darüber hatte ich schon viel Gutes gelesen, soll es doch perfekt sein für Babys, die hauptsächlich gestillt werden und so der Saugverwirrung vorbeugen. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für dieses tolle Paket, und die Chance, das alles zu testen!

Das Kernstück war aber natürlich die Pumpe:

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Ich war zu Allererst überrascht, wie WINZIG die ist! Das Teil, das ich damals im KH von der selben Firma zum Abpumpen nehmen sollte, und auch das aus der Apotheke hatte in etwa die Größe einer Autobatterie. Das hier ähnelte einer mopsigen CD! Beim ersten Auspacken war ich aber auch zunächst etwas erschlagen von den vielen Einzelteilen.

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Ein wenig zurecht sortiert ergab das aber alles sehr schnell Sinn, das Zusammenbauen erschließt sich ganz logisch von selbst. Zuerst sollte man natürlich die einzelnen Teile reinigen, Vorgehen dabei dasselbe wie beim Fläschchenreinigen. Beim „Deckel“, der das auch das Verbindungsstück zwischen Flasche und Saugschläuchen darstellt (links am Foto), bitte darauf achten, dass man ihn vorher auseinander nimmt und anschließend gut trocknen lässt. Ich war beim ersten Mal etwas übereifrig, und so hat es Wasser in den Schlauch gepumpt, musste also dann erstmal warten bis der wieder getrocknet war … -.-

Fertig zusammen gebastelt sieht die Pumpe übrigens so aus:

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Ist doch gleich mal übersichtlicher, nicht wahr? Schnickeldi wie Deckel für die Fläschchen (lässt sich damit also bis zum baldigen Füttern im Kühlschrank einfach ein paar Stunden aufbewahren) oder Sauger (der übrigens praktischerweise gleich auf die Fläschchen passt) sind hier jetzt nicht im Bild. Das was man da sieht, ist genau das was man während des Abpumpens benötigt.

Bevor ich jetzt auf meine Erfahrungen damit eingehe, noch ein wenig von offizieller Seite, wofür diese Variante der Pumpe nun gedacht ist: Durch das beidseitige Abpumpen soll sie hocheffizient, komfortabel und schnell sein. Sie sei perfekt für Mamas, die auch arbeiten oder sonst sehr aktiv und unterwegs sind, da sie eine benutzerfreundliche und zeitsparende Pumpe für den täglichen Gebrauch darstelle. Ebenso habe sie natürlich Nutzen bei medizinischer Indikation wie unzureichende Milchbildung, Brustentzündungen oder Anlegeschwierigkeiten. Bei Flach- oder Hohlwarzen sei sie zwar nicht die erste Wahl (Medela rät dann zur Handpumpe Harmony), aber durchaus auch geeignet.

Ich möchte schonmal der Einfachheit halber vorwegnehmen: das unterschreibe ich 1:1. Das Teil ist genial. Wer keine Lust zum Weiterlesen hat kann hier aufhören: volle Kaufempfehlung für o.g. Anwendungsgebiete.. 😉

Aber nun ein wenig ausführlicher. Ich finde es wichtig, dass die Pumpe einfach zu bedienen ist. Nach umfangreicher Lektüre zur Milchbildungssteigerung habe ich mehrfach gelesen, man möge sich während des Abpumpens geistig mit seinem Baby beschäftigen. Fand ich ulkig. Keine Ahnung obs nützt ;D Aber dennoch habe ich immer gern die Zeit des Abpumpens zum Foto sortieren genützt. Dazu hatte ich allerdings natürlich nur Zeit, wenn das Baby schläft. Daraus ergeben sich zwei logische Forderungen: erstens, das Gerät muss verdammt handlich sein, damit ich selbst noch eine Hand frei habe und nicht gefesselt irgendwo eine Viertelstunde tatenlos in der Gegend rumsitze, und zweitens – es muss leise sein!

Mit ein wenig Übung klappt das mit der Handhabung (mit nur einer Hand!) hier sehr gut. Beim aufrechten Sitzen stellt man die gelben „Füße“ der Pumpe einfach auf seine Beine ab beim Anlegen. Nachdem man die Brust der einen Seite in Position gebracht hat, hält man sie mit leichtem Druck des Unterarms fest – man greift also mit der Hand zur gegenüberliegenden Brust, die man dann ebenfalls in angenehmer Weise im Abpumptrichter ausrichtet. Das ist auch schon die Endposition beim Abpumpen, wobei die Trichter während des Pumpens durch den Sog nahezu von alleine halten.

Nun startet man das Pumpen (an/aus Knopf ganz oben), es beginnt eine zweiminütige „Anregungsphase„, durch kurze leichte Pumper soll der Milchspendereflex ausgelöst werden. Als erstes fehlte mir hier das „schmatzende“ Geräusch, das die älteren Modelle dabei machten. Ich weiß nicht, ob das Nebeneffekt war, oder künstlich geschaffen um ein schmatzendes Baby zu imitieren, aber sonderlich sinnvoll fand ichs damals schon nicht. Das Geräusch, das die Pumpe die ganze Zeit über macht, ähnelt dem Vibrieren eines Handys, sowohl in Klang als auch in Lautstärke. Je nachdem, wo die Pumpe aufliegt verändert sich das natürlich.

Optimalerweise fließt nun also schon Milch, wenn das früher beginnt muss man aber nicht die 2 Minuten aussitzen sondern kann auch schon vorher zum eigentlichen Abpumpen wechseln (durch Drücken des „Tröpfchen“ Knopfes unten). Nun kann man die Saugstärke einstellen, durch Drücken der + und – Tasten. Einfache pi-mal-Daumen-Regel: so weit hoch bis es zum ersten Mal leicht unangenehm ist, und dann eins runter schalten. Das ergibt nun die optimale Leistung. Ich selbst muss die Stärke zwischendrin auch mal ändern, nach wenigen Minuten kann ich nochmal deutlich hoch schalten, gegen Ende muss ich aber wieder einiges runter. Ich habe in der Regel immer 15 Minuten abgepumpt.

Meine Anwendung der letzten beiden Monate war übrigens so: Ich habe immer 3 oder 4 Tage am Stück täglich jeweils 15 Minuten gepumpt. Zu mehr, ganz ehrlich, reichte meine Zeit mit beiden Kindern einfach nicht. Ich konnte mir den Abpump-Terror, den ich mir damals gemacht habe, gar nicht zumuten (und hätte es auch nicht nochmal, wenn ich gekonnt hätte). Ich stieg also mit wahnsinnig wenig Milch am ersten Tag ein, und kann sagen, dass es sich in diesen Tagen deutlich steigern ließ. Mehr als das ging dann aber nicht. Zaubern kann die Pumpe ja auch (leider) nicht. Für mich war diese kleine Steigerung die letzten Wochen (ich musste etwa wöchentlich einen 3-4 Tage Abpumpzyklus einlegen, um das zu erhalten) allerdings ein Segen, denn ich konnte damit eine Nachtflasche ersetzen. Das ist für mich goldwert, ich hasse nichts so sehr wie nachts Fläschchen geben, da ist einfach nur an die Brust hängen so entsetzlich viel bequemer!!! Und immerhin dazu reichte es dann, nachdem es zwischendrin sehrwohl schon auch anders gewesen war.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Bilder stammen übrigens aus einer Abpumpfolge, wo ich sehr darauf achtete, immer zur gleichen Zeit abzupumpen um vergleichbar zu bleiben. Ich hatte hier immer morgens gestillt (so gegen 7 Uhr), und dann so etwa um 12 Uhr gepumpt. Natürlich sind hier „nur“ 20ml Steigerung zu sehen, aber bei mir bedeutet das eben das Doppelte. (und nicht wundern – links kommt nichts bis auf ein paar Tropfen) Auch sieht man, dass die Steigerung bei mir nicht kontinuierlich war, sondern plötzlich. Ich denke, das ist vermutlich normal, dass erst ein wenig angeregt werden muss bis die Nachfrage das Angebot hochreguliert.

Was auch klar ist: so pillepalle einfach zu deutlich mehr Milch bin ich noch niemals gekommen. Meine Versuche waren regelrecht halbherzig, verglichen mit dem, was ich beim Rumpelstilzchen veranstaltet hab, und trotzdem is das Ergebnis vergleichbar und sogar besser. Aufgrund meiner Physiologie würde es auch so nicht zum Vollstillen gereicht haben, aber ich bin nach wie vor der Meinung: alles was „mehr“ da ist, ist toll!

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Und nun zum Fazit, wem würde ich diese Pumpe empfehlen?

Nun, es ist schon so, billig ist sie ja nicht. Hier gibt es sie beispielsweise für knapp 200€. Für gelegentliches Abpumpen macht sie daher mMn nicht wirklich Sinn. Seit ich diese Pumpe kenne, kann ich mir aber erstmals überhaupt vorstellen, dass es Frauen gibt, die arbeiten und Muttermilch füttern! Ich glaube, das ist die beste Anwendung, und dafür ist es wohl auch einzigartig: so schnell ausreichend Milch abzupumpen geht wohl anders nicht. (Ich kenne als Vergleich ältere elektrische Modelle von Medela, Handpumpe von Lansinoh, und eine elektrische Pumpe einer anderen Marke, die ich von allen Varianten am Schlechtesten fand)
Tatsächlich kann ich sie auch Mamas, bei denen es „grade so“ nicht reicht zum Vollstillen, oder die immer um das letzte bisschen zum bequemen Vollstillen kämpfen müssen, empfehlen. Oder wenn das Baby immer sehr darunter leidet, wenn es nach einem Wachstumsschub mehr Milch möchte und die Versorgung natürlich nicht sofort gedeckt werden kann, und einem vom Dauerstillen schon wortwörtlich die Brustwarzen abfallen (mein Rumpelstilchen war ja von dieser Sorte – 0 Toleranz für nicht 100% satt).

Eher weniger empfehlenswert (bzw, schon, aber nicht bei dem Preis gerechtfertigt) fände ich es für Mamas, die nur gelegentlich etwas Milch abpumpen wollen, wenn sie mal wieder ein wenig allein unternehmen wollen ohne für den Fall Milchpulvernahrung verwenden zu wollen. Dieses ab und zu pumpen schafft man bequem auch mit einer Handpumpe (o.g. finde ich für diesen Zweck übrigens toll!). Wer die Pumpe nicht mehrmals wöchentlich oder eher sogar mehrmals täglich braucht, kann auch eine günstigere Variante nehmen.

Oh, und noch ein abschließendes Wort zum Fläschchensauger – mein Baby kam damit nicht klar. Ich weiß nicht ob das Kritik am Sauger sein kann, denn schließlich kennt er ja schon monatelang normale Fläschchen. Er hatte auch nie eine Saugverwirrung (beide nicht), er konnte gut zwischen Brust und Flasche unterscheiden, aber beide haben Probleme, wenn ich die Fläschchen wechsele (zb zwischen Avent und MAM switchen; möglichst in der Form ähnliche gehen schon). Vermutlich müsste man diese daher von Anfang an verwenden, da sie vom Konzept dem Saugen beim Stillen ja möglichst ähnlich sein soll – das Baby muss ein Vakuum erzeugen, um Milch zu trinken. Also entweder war mein Zwerg davon überfordert, oder es war der Klassiker, dass die Saugerform eher ähnlich wie die von Avent ist, und nicht wie die von MAM, die wir aktuell verwenden. Kann ich also leider nichts Brauchbares dazu sagen…

So, ich hoffe ich konnte vielleicht der Ein oder Anderen eine Kaufentscheidung vereinfachen… 🙂

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Auf bald,
Hummelchen

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4 Kommentare zu „Milchpumpe: Medela Swing Maxi

  1. Ich hab die auch mit nur einer Flasche, da kostet sie auch „nur“ ca 120 €. Ich nutze sie tatsächlich für gelegentliches Abpumpen, also damit ich auch mal was allein unternehmen kann. Und ich bin ehrlich gesagt froh, daß ich dafür keine Handpumpe nehmen muß, denn jetzt beim ersten Baby tun mir eh schon alle Arme weh! 🙂 Bei mir klappt es zum Glück super.

    1. Ja, beim täglich mehrfachen Pumpen bin ich auch knapp an einer Sehnenscheidung vorbei geschrammt mit der Handpumpe… für ne elektrische war ich dann aber doch zu geizig ;-P
      Für ab und an alle paar Tage reicht sicher ne Handpumpe, aber bequemer ists elektrisch immer. Handpumpe ist halt optimal, wenn mans nicht regelmäßig braucht, als Notfall bei ner drohenden Brustenzündung oder so, oder beim Abstillen.. (regt ja insgesamt nicht so an wie echtes Stillen).

  2. Hab im KH und auch danach paar Wochen auf Rezept mit elektrischer Medela ( 😀 Autobatterie-)Pumpe abgepumpt, kam mir aber immer wie ne Milchkuh vor und bin schnell auf die TommeeTippee Handpumpe umgestiegen. Hab aber auch das Glück, dass es letztenendes auch so ratz fatz ne volle Flasche gab- 150 ml in 10 min. Für die medela hätte ich mir anatomischer geformte Schalen gewünscht. Ich hatte schon die größten, aber das gab immer nur Sauerei, weil die so „gerade“ waren.

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