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[Test] Milupa Milchbrei Banane & Bio-Reisflocken

Schon vor Eeeewigkeiten bekam ich über Angelika von Bauchgefühl ein Päckchen, gefüllt mit 2 Produkten von Milupa und einigen Zubehör-Goodies. Wieder mal durfte ich gratis testen und nun darüber berichten. Dass der Bericht nun so lange auf sich warten ließ hat zwei Gründe: zum Einen dachte die Raupe im Traum nicht daran Brei zu essen, und das über viele Monate hinweg, sodass ich zwischendurch auch immer wieder für Wochen aufhörte ihm selbigen anzubieten, weil es keinen Sinn machte und ich ihn nicht damit nerven wollte. Zum Anderen kamen, kaum dass wir testen konnten, kleine und größere Katastrophen dazwischen… Aber nun!

Bevor ich nun darüber berichte, was mir zum Reis-Banane-Milchbrei und zu den Reisflocken einfällt, noch einige grundlegende Kleinigkeiten vorneweg:

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt, eine zu frühe (vor dem 5. Monat) sowie eine späte (nach vollendetem 7. Monat) Einführung von glutenhaltigen Getreideprodukten zu vermeiden. Glutenhaltiges Getreide sollte in kleinen Mengen eingeführt werden, optimalerweise noch unter dem „Schutz“ von Muttermilch, also während noch gestillt wird (oder das Baby anders eben Muttermilch bekommt). Das alles soll das Risiko der Entstehung einer Unverträglichkeit (Zöliakie) vermindern.
Gluten ist in Hafer, Dinkel, Weizen, Gerste, Roggen (und anderen, aber das sind die häufigsten Baby-relevanten Getreidesorten) enthalten. Glutenfrei sind beispielsweise Reis, Mais, Hirse und Amaranth.

Außerdem liest man in eigentlich sämtlichen Ratgebern zur Beiskosteinführung, dass der Start (frühestens im 5.Monat!) mit Gemüse zur Mittagszeit empfehlenswert ist, danach schrittweise neue Sorten und Fleisch hinzugefügt werden. Klappt diese Mahlzeit, würde als nächster Schritt (1 neuer Brei pro Monat) die Abendmahlzeit ersetzt, hier gibts dann Milch-Getreidebrei. Oft wird empfohlen mit Reis zu beginnen, danach immer vorsichtig neues Getreide um auch gleich zu erkennen, wenn etwas nicht vertragen wird.

Wer nun beides zusammenfügt merkt, dass das eine ziemlich knappe Angelegenheit wird: selbst wenn das Baby (wie mein Rumpelstilzchen) ganz versessen aufs Breiessen ist und man zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnt, muss zügig der Mittagsgemüsefleischbrei angenommen werden, dann ein wenig Obst getestet, das es sinnvollerweise danach noch gibt (um die Eisenaufnahme ausm Gemüse und Fleisch zu boosten), und dann noch zackzack Reis und das nächste Getreide, noch bevor der 7. Monat vorbei ist. Uff! Das ist bei vielen Babys wohl echt Stress und Schwerstarbeit (vor allem wenn sie das Füttern streckenweise so rigoros ablehnen wie die Raupe!), vermute ich mal…

Ich habe daher bei der Raupe, die eigentlich erst seit sie 9 Monate alt ist wirklich etwas isst (Festes und Brei) gleich vorneweg nicht mit Reis begonnen, sondern ihm die ersten Stückchen Brot zum Knabbern gegeben, als ich ihn noch gestillt habe, und den ersten Milchbrei mit Hafer angerührt. ICH würde das jederzeit wieder so machen, aber ich bin hier keine Fachperson. Allerdings macht es für mich anders wegen o.g. Empfehlungen eher wenig Sinn.

Auch davon abgesehen bin ich kein Reisfan. Klar, Reis hat den Vorteil, gut verträglich zu sein. Aber davon abgesehen glänzt Reis als Getreide grade nicht was Inhaltsstoffe betrifft. Betrachten wir mal nur den Eisengehalt (für Babys und Kinder ja ausgesprochen wichtig): da liefert Reis grade mal 0,1mg auf 100g Getreide, während Hafer 4,7mg und Hirse sogar knapp 7g schaffen. Besonders schlägt sich das im Frucht-Getreidebrei nieder, bei dem die Eisenaufnahme besonders gut ist. (Beim Milchbrei ist es nicht soo entscheidend, da Milch ohnehin die Aufnahme und Verwertbarkeit von Eisen enorm ausbremst.)

Während das also nun lauter Gründe gegen Reis sind, werde ich am Ende berichten warum hier dennoch immer Reisflocken zu Hause sind, aber erstmal ein wenig von den Produkten die ich testen durfte berichten:

milchbanane(man verzeihe mir bitte, dass hier nur ein von der Homepage geborgtes Bild ist, ich hab die Originalfotos meiner Packungen leider verschlampt *schäm*)

Den Anfang machte der Milupa Milchbrei Banane, den ich in Ermangelung eines geeignete Testbabys 😉 am Rumpelstilzchen probierte. Mein Großer, das muss ich allerdings erwähnen, war noch nie ein Fan vom Milchbrei. Schon immer mochte er den von allen am Wenigsten, oft mussten wir ihn bekaspern damit er ihn ass, fertige Milchbreie rührte er uns schonmal gar nicht an, und daher wurde diese Mahlzeit sehr schnell durch eine Brotmahlzeit ersetzt. Wir waren also gespannt, und siehe da: der Brei wurde ohne Klage gelöffelt.

Auch einige Zeit später beim Rumpelstilzchen war dieser Brei eine Art „Eisbrecher“, denn das war der erste Brei den er zumindest Halb-Portiönchen-weise duldete. Lustigerweise bleibt die Abend-Milchbrei-Mahlzeit bislang auch seine Lieblingsmahlzeit (es lebe der Unterschied), mit Ausnahme von allem was er selbst essen darf und kann.

Das Anrühren des Breis ist unspektakulär einfach: man gieße wohltemperiertes Wasser (und zwar 140ml auf 45g Brei) drüber und rühre. Ergiebt relativ dünnen Brei (ich würde aber raten, sich bei Fertig-Mischbreien ziemlich genau an die Menge zu halten, denn im Unterschied zu Breien bei denen man Fläschchenmilch separat anrührt und über Getreide pur leert ändert sich hier ja die Zusammensetzung des Endergebnisses! Dünner geht im Zweifelsfall natürlich schon, aber keinesfalls sollte man Milchbrei dünn im Fläschchen zu trinken geben.)

Ohne Zweifel besticht der Brei durch die enorme Einfachheit. Grade in hektischen Zeiten in denen es aus welchem Grund auch immer einfach mal schnell gehen muss, oder auch für unterwegs ist so ein Fertig-Milch-Getreide-Brei natürlich sehr vorteilhaft. Allerdings stehen eigentlich alle diese Breie immer in Verruf, wahre Zuckerbomben zu sein. Daher liest man auf vielen (allen?) Packungen, dass der Brei frei von Zuckerzusatz ist. Hier sollte man aber sehr vorsichtig sein und mal die Packung umdrehen und den tatsächlichen Zuckergehalt überprüfen. Zucker gibts nämlich nicht nur in Form von Zuckerrüben – auch Milch enthält Zucker, und im Fall von Folgemilch (wie sie auch in diesem Brei enthalten ist), nicht zu knapp. Je nachdem wie hoch der Anteil an Folgemilch in der Fertigmischung ist unterscheiden sich die Breie unterschiedlicher Marken im Gesamt-Zuckergehalt, auch wenn vorne „ohne Zuckerzusatz“ drauf steht. Nunja.
Dazu habe ich vor laaanger Zeit gelesen, das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt bei einem einjährigen Kind maximal 15g Zucker pro Tag (ich suchte jetzt lange nach der Quelle, finde sie aber nicht mehr, hatte mir das in meine private Essensplanungs Excel Tabelle zusammengeschrieben – sollte ich den Link finden werd ich ihn hier noch reinsetzen oder ordentlich zitieren…). Nimmt man nun diesen speziellen Brei hat man mit einer Portion bereits einen Zuckergehalt von 19,2g. Nicht ohne!

Wie man das nun beurteilt muss natürlich jedeR Mami/Papi selbst wissen, aber für mich heißt das als Fazit: dieser Fertigmilchbrei ist eine Nascherei. Eine praktische, ja, eine für Ausnahmen und Notfälle, die man gern mal zur Hand hat – aber nicht für jeden Tag geeignet.

reis

Weiter gehts mit den Reisflocken, die sich grundsätzlich sowohl zum Anrühren von Getreidemilchbrei (200ml Muttermilch/Milchnahrung auf 20g Brei) als auch Getreideobstbrei (20g Getreide  + 120ml Wasser + 100g Obstbrei/püree) eignen.

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Wie schon erwähnt bin ich kein großer Fan von Reis, aber zwei eindeutige Vorteile hat er, weswegen hier eigentlich immer welcher auf Vorrat ist: zum Einen ist Reis wegen der guten Veträglichkeit ein tolles Nahrungsmittel bei Magen/Darm Problemen. Während man Kindern ja einfach Reis kochen und zu Essen geben kann ists bei den Kleinen praktisch, Reisflocken zu haben. Ein leider bereits erprobtes „Rezept“ habe ich für diesen Fall: eine Banane ordentlich mit der Gabel zerdrücken, eine eher dickpappige (Konsistenz Spachtelmasse) Portion Reisbrei anrühren, beides vermischen (bei Kindern darf auch ein wenig Traubenzucker und eine winzige Prise Salz dazu – bei Babys nicht!), kleine „Stangen“ oder „Kekse“ formen und bei 160° Umluft backen (keine Ahnung wie lange genau, muss nicht lange sein, grade so dass es nicht auseinanderfällt beim Anfassen). Kommt bei meinem zumindest besser an als ne Schüssel Reis oder Matschbanane/Apfel und lockt wegen der Keksähnlichkeit zum Knabbern.

Meine zweite Anwendung ist ein relativ einfacher Trick/Tipp. Das Kind ist sehr gerne Suppen – Kürbissuppe, Zucchinikokossuppe, Linsenkarottensuppe – ist allerdings feinmotorisch eher unter den Spätzündern. Füttern geht aber schon sehr lange gar nicht mehr, und beim Selberlöffeln landet sie Suppe zu beinahe 100% auf der Hose. Irgendwann kam mir dann die zündende Idee (ja, es brauchte eine Zeit lang) die Suppe mit Reisflocken anzudicken, die im Unterschied zu anderen Getreidesorten ja kaum Eigengeschmack haben – zack, schon gings! 😉

Zuletzt möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass in der Ausgabe H1303 der Zeitschrit Öko Test so ziemlich jeder Reis-Getreidebrei aufgrund von erhöhtem Arsen Gehalt recht schlecht bewertet wurde, darunter auch dieser. Da der Bericht nun schon über 1,5 Jahre alt ist kann es schon sein, dass sich das wieder geändert hat, eine neuere Meldung dazu hab ich aber nicht auf Lager.

Abschließend möchte ich mich herzlich bei Angelika für den stets äußerst freundlichen und zuvorkommenden Kontakt bedanken, sowie dem Verständnis für die lange Verzögerung des versprochenen Berichtes. Euch wünsch ich viel Freude beim eventuellen Ausprobieren und hoffe dass ihr mit der ein oder anderen Information was anfangen konntet.. 🙂

.
Auf bald,
Hummelchen

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2 Kommentare zu „[Test] Milupa Milchbrei Banane & Bio-Reisflocken

  1. Danke für deinen Bericht! Ich habe mich gerade erst mit einer Freundin unterhalten, wann wir denn mit dem Abendbrei starten können. Mittags essen unsere Damen bisher kaum Brei bzw wenn, dann keine nennenswerten Mengen. An Toaststicks etc lasse ich sie schon rumlutschen und sie hat heute mit Genuss selbstgebackene Pizzasticks (ohne Belag, nur salzarmer Teig mit Kräutern) eingespeichelt. 😉
    Aber von der Hebamme habe ich gelernt, dass man mit dem Abendbrei erst beginnen soll, wenn mittags eine ganze Portion gegessen wird. Kannst du mir erklären warum das so ist? Warum ich nicht einfach schon mit dem Milchbrei anfangen kann?
    Nimmst du eigentlich Kuhmilch zum Anmischen? Darüber liest man ja auch unterschiedliches. Je nachdem ob der Autor die Vermeidungs- oder Konfrontationsstrategie unterstützt.
    Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das Thema bei unseren Eltern noch nicht so kompliziert war und die haben in der Regel weniger Allergien als die heutige Kindergeneration. ;-(

    1. Wie alt sind denn die kleinen Damen?
      Also generell ist mittags deswegen empfehlenswert, weil man dann bei eventuell auftretenden Problemen (Blähungen, Durchfall, Bauchweh) wenn was nicht vertragen wurde die Geschichte am Nachmittag ausbadet und nicht nachts 😉 Grade bei der Umstellung auf feste(re)s Essen kann sowas durchaus mal probieren, ist ja alles neu. Warum erst wenn die erste Mahlzeit klappt die nächste kommt liegt daran, dass die Kleinen ja essen erst lernen müssen, bzw. man sich langsam an den Zeitpunkt rantastet, wann sies „können“. Wenn noch nicht viel gegessen wird heißt das, dass das Baby noch nicht bereit dafür ist, bei mehreren Mahlzeiten Brei/Festes bekommen. Daher die Faustregel: erstmal eine Mahlzeit üben, wenn das funktioniert die nächste.
      Dass es aber nicht mal Milchbrei probieren darf steht nirgends in Stein gemeißelt. Manche Beikosteinführungs-Empfehlungen sprechen sich sogar dafür aus, zu Beginn den Milchbrei zu testen (Getreide und Muttermilch eignet sich dafür am Besten). Auch bei der Raupe klappte zuerst der Milchbrei (mochte er einfach mehr, Geschmäcker sind ja unterschiedlich), und dann deutlich später erst Gemüse. Probieren ja, aber eben nicht alles auf einmal testen und überfordern.
      Kuhmilch sollte man frühestens zum Ende des ersten Jahres einführen, und dann erstmal verdünnt. Ich persönlich finde Standard-Kuhmilch nicht soo toll (anderes Thema, sprengt den Rahmen) und verwende daher aktuell und auch darüber hinaus Milchnahrung zum Anrühren. Dagegen spricht auch im 2. Lebensjahr nichts, soweit ich informiert bin. Übrigens ist Milchnahrung ja aus Kuhmilch hergestellt (Kuhmilch wird also auch auf diese Weise nicht vermieden!), nur eben babygerechter verändert, da Kuhmilch der Menschenmilch ziemlich unähnlich ist..

      Ja du hast recht, vieles erscheint heutzutage kompliziert, das liegt auch einfach daran dass man immer mehr Dinge entdeckt und erforscht hat. Ich glaube man fährt ganz gut mit dem Konzept: genau sein, überlegt und vorsichtig handeln, aber nicht verkünsteln und auf jeden Fall auf die Signale des Babys achten und aufs eigene Bauchgefühl hören.

      Viel Freude mit der Kleinen!

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