Rezept · vegan

[Rezept] Hammergeiler veganer Burger

Ja, entschuldigt den Titel, aber etwas anderes wäre nicht angemessen… Seit nun schon mehr als einem Jahr als Veganer, das vermutlich für jeden Neuling maßgeblich mit Verzicht und den Gedanken um „verloren“ geglaubte Lieblingsspeisen beginnt, merke ich in letzter Zeit immer mehr wie ich nicht nur völlig neue Gerichte lerne (es ist wie nochmal komplett von vorne kochen lernen), sondern auch allmählich genügend Ideen und Wissen hab Essen, das gewöhnlich Fleisch oder Milchprodukte enthält lecker alternativ zuzubereiten.

Lange Rede kurzer Sinn – dieser Burger verlangte mir etwas Konzentration ab, bei der Beschreibung des Geschmackes jugendfrei zu bleiben. Natürlich heißt das nicht dass er -JEDEM- schmecken muss, aber ich fand ihn toll!

Ob „Rezept“ für Burger jetzt nicht ein wenig weit ausgeholt ist mag dahin gestellt sein. Nennen wir es einfach Bauanleitung. 😉

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Die Basis für einen Burger bildet natürlich das Brötchen. Da einfach nach Belieben auswählen, was am Besten schmeckt. Das gleiche gilt für den Gemüsebelag, bei uns sind Zwiebel, Tomaten, Salat und saure Gurken Standard. Heute gabs mal frische Gurke, aber das variiert. Je nach Zeit und Lust und Laune passen auch angebratene Pilze, angebratene Zucchinispalten, geraspelte Möhren, Oliven, rote Bete, Frühlingszwiebel, Silberzwiebel, Avocado oder was das Herz begehrt rein.

Wichtig für nen Burger ist ja dann der Bratling. Wir sind sehr zufrieden mit den Bralingen von Alnatura (vor allem die mexikanischen sind lecker!), unser Highlight heute waren aber die „Grillsteaks“ von Aldi. Man darf natürlich drüber streiten ob man als Veganer das Recht hat etwas essen zu wollen das wie Fleisch schmeckt, muss man aber nicht. Irreführend finde ich nur dass sie Steaks heißen, Bratlinge hätts auch getan, aaaber nachm Probieren wusste ich auch warum: die Teile schmecken echt wie mans aus Fleisch-Tagen kennt. Noch dazu ist die Konsistenz, der „Biss“ ganz anders als bei anderen „Ersatzprodukten“, und vermutlich vor allem beim Umstieg auf vegan oder bei der Suche nach Alternativen damits nicht jeden Tag Fleisch sein muss, sicher eine Erleichterung. Wir fanden sie jedenfalls suuuper.

Aber natürlich ist das ein Fertiggericht, und sicherlich nicht das Gesündeste (aber hey, wir reden über Burger, ne? is halt kein grüner Smoothie!). Wer sich die Patties lieber selber machen möchte, kann das ganz toll mit roten Kidneybohnen.

Patty Grundrezept: eine Dose rote Bohnen abwaschen und mit den Fingern zermantschen (eklig!!!), eine Zwiebel kleingeschnitten rein, eine Knobizehe reindrücken, etwas Salz+Pfeffer+Paprika oder BBQ Gewürz, eventuell ein paar Haferflocken für den Biss, und 1/2 TL Johannisbrotkernmehl (wer nicht hat kann auch Maisstärke nehmen, dann aber etwas mehr!); wenn die Masse zu trocken oder bröselig ist dann gaaanz vorsichtig Olivenöl reintröpfeln bis die Konsistenz schön pappig ist.

Für alle Patties gilt beim Anbraten: weniger ist mehr. Es ist ja kein Fleisch drin das durch werden muss, die selbstgemachten zerfallen auch leichter, und alle brennen leicht an. Also entweder aufn Grill (empfehle Folie!), oder heiß und schnell in der Pfanne oder langsamer mit niedriger Temperatur.

Da ein Burger ohne Käse für mich nur halb so lustig ist und ich sämtlichen Käseersatz relativ grausam finde brauchte es Ersatz:

Meine Nicht-Käse-Soße: 2-3 EL Mandel- oder Cashewmus, 1 TL Senf, 1 EL Sojasoße, 1-2 EL Hefeflocken, kleiner Spritzer Zitronensaft (nicht zu viel!), 1 knapper TL Kurkuma, etwas Wasser.
Erst alle Gewürze in den Topf, bei geringer Hitze erwärmen und ganz wenig Wasser dazugeben, grade so viel dass man es vermengen kann mit Schneebesen, und dann immer mehr Wasser dazuleeren beim Aufköcheln lassen bis die Konsistenz so ist, dass sie einem nicht vom Burger fließt. Wenns fertig ist gibt das fast eine glibberige Masse, weil Hefeflocken gut binden. Abschmecken, und wenns noch nicht salzig genug ist ein wenig nachsalzen (schwer pauschal zu sagen weils davon abhängt wie intensiv die Sojasoße ist). Wer mag kanns natürlich aufpeppen und Paprikapulver oder Curry oder frische Kräuter (Schnittlauch, Koriander, Zitronenmelisse, Petersilie) reingeben.

Für unsere Burger verwendeten wir Ketchup und eine süße-Senf-Soße, wer aber gerne Mayonnaise im Burger haben will kann das ganz easy-peasy selber machen:

Vegane Mayonnaise: etwa 2 Daumenbreit Sojamilch in ein hohes Gefäß (Pürierstab-Gefäss!) füllen, einen Minispritzer weißen Essig dazu und kurz mit dem Pürierstab bearbeiten, dann tröpfchenweise beginnend neutrales Öl (Rapsöl zB) hineinfließen lassen, währenddessen pürieren, so viel Öl reingießen bis die Konsistenz angenehm ist; man kann natürlich auch dann noch Sojadrink nachschenken und aufstocken wenns zu wenig war; gewürzt wird mit ein wenig Essig, Salz, Zitronensaft und Senf. Ich kann da wirklich schwer Mengenangaben machen, es ist sehr geschacksabhängig – am Besten immer mit sehr wenig beginnen und probieren! Geht super einfach und ganz schnell, hält im Sommer draußen bei der Hitze ohne dass man Angst haben muss das Ei kriegt nen Schlag UND alle anwesenden Schwangeren dürfen davon essen!! #yeah

Was für mich heute die absolute Krönung war…. Nachos! Ihr glaubt ja gar nicht wie geil das schmeckt, mooooaahh! Hier ruhig zu ordentlich kräftig gewürzten/scharfen greifen! Die geben dem Burger nochmal so richtig Pepp und Crunch und Biss – legen..dary!

Für mitessende (Klein)Kinder kann man natürlich den ganzen scharf gewürzten, Trash-Food Kram weglassen und wird vermutlich immer noch nen ziemlich leckeren Burger haben. Yummiee!

Ich hoff jemand gibt dem Burger mal eine Chance, er hats verdient (man muss nicht mal Veganer sein oder werden um ihn gut zu finden, glaub ich .. hehe).

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Auf bald,
Hummelchen

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PS – sobald ich das nächste Mal Burger mache ergänze ich mehr Fotos. Wird bestimmt nicht lang dauern.. 😀

 

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Ein Kommentar zu „[Rezept] Hammergeiler veganer Burger

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