emotions · Entwicklung · Rumpelstilzchen

Echt grenzwertig

Das Rumpelstilzchen kostet mich (uns) grad so entsetzlich viele Nerven, dass ich beinahe schon Angst vor den Tagen habe, an denen ich die ganze Zeit mit ihm zusammen habe.

Was wir von ihm ja schon seit jeher kennen sind die extremen Aussetzer, die er halt so hat. Die hat er schon seit er ein Baby ist, anfangs nannten wir es „Koliken“, effektiv wurden sie aber nur weniger und nicht weniger dramatisch. Wenn er so einen „Anfall“ hat, dann rastet er komplett aus. Ich meine wirklich kom-plett. Ich habe schon etliche Kinder gesehen die einen Oscar-reifen Trotzanfall hingelegt haben, aber seine Anfälle sind anders. Er steigert sich so wahnsinnig rein, dass er niemanden mehr erkennt, völlig am Wegtreten und am Rand der Ohnmacht ist. Einmal ist er mir glaub ich tatsächlich kurz bewusstlos gewesen, ich kann da kaum unterscheiden am Höhepunkt. Er kreischt, brüllt, schreit, johlt und gibt grausame Laute von sich, weint aber nicht. Er windet sich und wirft sich um, verletzt sich und andere, wenn man ihn anfasst wird er völlig wahnsinnig, wenn man ihn allein lässt ebenso. Wir haben unterm Strich noch keinen Masterplan wie wir damit umgehen sollen. Es ist einfach immer schlimm und lässt sich nicht so einfach „beenden“.

In der Regel sehe ich völlig von „Auszeiten“ ab. Ich hab mir sicher schon das ein oder andere Mal im Rahmen einer süßen Phantasie vorgestellt dass ich gern einen schalldichten gummierten Time-Out-Raum hätte. Tatsächlich glaub ich aber dass er mich dabei irgendwie braucht, und auch wenn er sich so gräßlich mir gegenüber verhält und mir etliche „Mama weg!“ um die Ohren schallt, bleibe ich in seiner „Nähe“.
Eine neue Qualität haben wir allerdings erreicht, wenn er im Rahmen eines Austickers oder zu Beginn eines solchen anfängt seinem Bruder weh zu tun, ihn zu hauen oder zu kneifen oder nach ihm zu treten. Da reißt mir so völligst der Geduldsfaden, dafür find ich keine Worte. Das mag nun pädagogisch nicht das Gelbe vom Ei sein, aber dann werf ich ihn aus dem Raum. Zum Schutz vom Bruder, aber auch zu seinem eigenen, denn in den Momenten hab ich eine unglaubliche Wut auf ihn.

IMG_20150729_075550869

Wir haben uns immer getröstet, dass er dafür eben nicht so das klassische Trotzkind ist. Er hat seine Anfälle, aber er bockt nicht aus Prinzip den ganzen Tag. Tjoa. Und dann kam dieses Wochenende. Ich kann nicht mehr abzählen wie viele Anfälle das waren, er hat prinzipiell ALLES bestreikt, vom Essen, über Spielen über Nägelschneiden, jede einzelne verdammte Kleinigkeit an diesen Tagen hat bei ihm einen Trotz- und/oder Kreischanfall ausgelöst. Die Nächte der letzten Tage waren schlichtweg der blanke Horror. Nachdem er als er krank war bei uns im Bett/Zimmer geschlafen hat, was aber nur geht wenn der Mann auf der Couch schläft und wir gerne wieder unser Bett wollten, hat er völlig verweigert wieder in sein Bett zu übersiedeln. Er hätte jetzt Angst vor.. was war es diesmal? Enten, Hunde, … ach nein, Affen! Ich will seine Ängste ernst nehmen, aber er setzt sie momentan wahnsinnig manipulativ ein. Ähnlich wie die Geschichte, dass er einmal im Bett alle 5 Minuten trinken wollte. Aber nicht aus der auslaufsicheren Flasche, sondern nur aus dem Becher. Und aufs Klo muss er dann natürlich auch ständig. Stinker werden auch nicht mehr tagsüber gemacht, sondern Nachts. Das Einschlafdrama dauerte in der Regel bis 22/23 Uhr und selbst danach war die Nacht gelinde gesagt beschissen.

Irgendwie gibts ja immer mal wieder „schlechte Phasen“. Ich vermute dass seine abartige Bockigkeit, die vielen Anfälle, die Schlafdramen, das Ärgern vom Bruder bzw das nicht vorhandene Sozialverhalten und seine grundmiese Laune daher kommen, dass er grade so einen wichtigen Entwicklungsschritt gemeistert hat. (Er hat ja immer schon schön brav alle „Entwicklungssprünge“ samt schwierigen Phasen mitgenommen, bilderbuchhaft.) Und immerhin hat er es ja in einer Hauruck-Aktion geschafft, trocken zu werden.

Am 1.8. haben wir ihm einfach gesagt, es gäbe ab nun keine Windeln mehr, und das wars. Am 1. Tag ging einmal was in die Hose, seither noch 2 mal, aber ansonsten geht er prima auf die Toilette – mir wurde das Töpfchen innerhalb kurzester Zeit zu blöde, und hab einen ganz günstigen Sitz von dm angeschafft, der prima passt und auf dem er sich sehr wohl fühlt! Nachts trägt er zwar eine Windel, aber praktisch ist die immer trocken, sogar als er krank war wurde er nachts hektisch wach und rief er müsse aufs Klo, ich denke also dass er auch in Kürze nachts trocken sein wird (bzw. ich so weit bin dass ich ihm keine Windel anzieh), aber ich will einfach nicht zu viel auf einmal, und darum trägt er nun eine Stoffwindel/Hose.

Nach diesem Wochenende kann ich nur GANZ TIEF durchschnaufen und darauf hoffen dass die nächste Woche ein wenig angenehmer wird…

.
Auf bald,
Hummelchen

Advertisements

Ein Kommentar zu „Echt grenzwertig

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s