Gedanken · Kindergarten · Rumpelstilzchen

Neustart im Kindergarten – Rumpelstilzchen

Vor zwei Wochen startete für mein Rumpelstilzchen ein neues Kindergarten Jahr, und das gleich mit einer wichtigen Änderung. Da er ja bald 3 Jahre alt wird musste er seine KiTa-Gruppe verlassen, und weil wir es dann gut fanden in dem Ort in den Kindergarten zu gehen in dem er auch die Schule besuchen wird gab es einen ganzen Einrichtungs-Wechsel. Wir hatten uns anfangs gegen den Kindergarten hier im Ort (genauergesagt ist es das Nachbarsgrundstück, wäre da nicht ein Hang und eine entsprechend hohe Mauer/Zaun könnte ich ihn grad vom Garten aus in den Kindergarten schicken) entschieden, weil er einfach nicht so toll auf ganz kleine Kinder ausgerichtet war. Es gibt da zum Beispiel keine Möglichkeit zum Mittagsschläfchen (auch nicht in der Gruppe der 2-3jährigen) und ganz merkbar weniger Betreuer. Nun da aber ohnehin ein Wechsel anstand dachten wir es wäre so richtig.

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Ich habe mir anfangs große Sorgen gemacht, hatte einen richtigen Knoten im Bauch. Wie wird das für ihn sein, seine Lieblingserzieher alle nicht mehr zu sehen? Abschied von seinen Freunden nehmen zu müssen? So so so viele und auch deutlich ältere Kinder um ihn rum? Ich selbst hatte schrecklichste Ängste im Kindergarten, daran kann ich mich noch schmerzlich lebhaft erinnern… Und dann sind da so wenige Erwachsene für ihn da. Er ist doch noch nicht so sehr selbstständig, fällt öfter in Baby-Muster, hat ganz oft das „das kann ich nicht!!“ und will wörtlich und übertragen an die Hand genommen werden. Grade deswegen dachte ich auch dass das für seine Entwicklung vorteilhaft wäre, aber ich hatte eben Angst dass er sich damit nicht wohl fühlen würde.

Nunja, ich lag halt mal gänzlich falsch. Ich sollte vielleicht endlich lernen, meine eigenen Gefühle und Schemata nicht auf mein Kind (/meine Kinder) zu übertragen. Nur weil es für mich  so schlimm war muss das noch lange nicht auf ihn zutreffen, er ist eben ein komplett anderer Mensch. Wir haben sicher viele charakterliche Ähnlichkeiten, aber das *muss* halt noch lange nichts heißen. Er ist einfach so offen, und trotz seiner Ängstlichkeit eben nicht schüchtern wenns ums Kontakteknüpfen geht. Er fühlt sich wohl wenn viele Menschen um ihn rum sind, genießt den Input, blüht auf.

Entsprechend lief auch die Eingewöhnung. Am ersten Tag klammerte er noch ca 10, 15 Minuten an mir weil alles neu und fremd war. Dann entdeckte er den Fotoapparat den er in den Folgetagen immer bei sich trug, egal womit er eigentlich grade spielte (uff).. und schon war ich ein wenig abgeschrieben und er begann alles zu erkunden. Seine Bezugserzieherin ist ein sehr ruhiger Typ und erinnert ein wenig an seine Oma, kein Wunder dass er sich sofort in sie „verguckt“ hat und ich schon am ersten Tag nur rumsaß und mich langweilte (bis auf die kurzen Kuschler die er sich alle 15min von mir abholte).

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Die anderen Kindern waren ihm überhaupt nicht „unheimlich“, den ersten Kontakt knüpfte er mit einem Jungen, der ein Batman Shirt trug. Er lief hin und rief strahlegrinsend „nänänänä Batmaaan!“ und erzählte dann dass er auch Batman Socken anhabe. :’D Auch vor den anderen zeigte er wenig Scheu. Es machte ihm auch offensichtlich nichts aus wenn er mal weggeschickt wurde, weil die Mädels-Gang (ein paar Mädchen die schon älter sind) unter sich spielen wollte. Mich hätte das als Kind ja arg gekränkt und verunsichert. Er dreht sich dann einfach um und sucht sich ne neue Beschäftigung. Das tut mir SO gut das zu sehen, das glaubt ihr ja gar nicht! Ganz begeistert war er ohnehin von der Babypuppe und hatte da genug mit der zu tun.. 😀

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Bei der anderen Erzieherin brauchte er ein paar Tage länger, aber mittlerweile mag er auch die. Am 3. Tag saß ich bereits an nem Tischchen im Flur und langweilte mich, wobei er mich zuerst öfter (be)suchen kam, am Freitag praktisch gar nicht mehr. Die zweite Woche startete wegen Arzttermin erst am Dienstag und dann mit der ersten echten Trennung. Ich verabschiedete mich, er quengelte kurz dass ich lieber da bleiben sollte, verabschiedete sich dann aber ohne augenscheinlichem Unwohlsein mit seiner Lieblingserzieherin zu einer Aktivität. Long story short, jeden Tag hat er etwas mehr Zeit dort verbracht, seit Donnerstag ganztägig, ohne Probleme, Eingewöhnung abgeschlossen. Das Symbol, das er sich ausgesucht hat ist übrigens der Stern. Ich habs fotografiert, aber es ist das langweiligste Symbol von allen und man kanns praktisch nicht erkennen am Foto, hellgelb auf Holz halt.. Seufz. Aber er wollte das. Passt auch irgendwie dazu dass er in der Wolken-Gruppe ist. IMG_20150903_080714

Ein wenig merkt man ihm an, dass so ein Tag für ihn doch recht anstrengend ist und er ziemlich platt nach Hause kommt. Den Mittagsschlaf hatten wir ja schon in den Ferien „ausgeschlichen“, da er ohnehin nicht mehr wollte, oft kaum oder gar nicht einschlafen konnte, danach entsetzlich mürrisch und übellaunig war und er abends auch nicht gut in den Schlaf fand. Seit er keinen Mittagsschlaf mehr macht klappt das alles viel besser. Leider merkt man dass es ihm doch recht „viel“ ist so keine Auszeit zu haben tagsüber, nicht körperlich, sonder eher kognitiv. Leider lässt er sich nicht wirklich dazu bringen mal mittags nen Gang runter zu schalten und ein weing .. na, low-level und so. Also muss er da eben durch bis er sich daran gewöhnt hat.

Ein kleiner positiver Nebenbei-Effekt ist außerdem, dass die zwei Brüder ein wenig besser miteinander auskommen, wenn sie nicht mehr die einzigen Gleichaltrigen sind mit denen sie tagsüber zu tun haben und damit eben nicht nonstop aufeinander kleben…

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Abschließend bleibt mir also nur zu sagen, wie toll ich es finde dass ihm sowas so leicht fällt und wie es mich freut dass er so viel Spaß im neuen Kindergarten hat.  Hachz!!!

 

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Auf bald,
Hummelchen

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