10.SSW · 11.SSW · 12.SSW · 9. SSW · Schwangerschaft

Dritter Schwangerschafts-Monat [Aprilbaby]

Huiii mit Tempo los in den nächsten Monat, der vom 8.9. bis 5.10. ging. Besonders schön ist, dass somit die sehr kritische Phase an unserem Hochzeitstag beendet sein soll. Und genau für diesen Tag hab ich mir den Arzttermin geben lassen, morgens, damit der Mann noch schnell mitkommen kann vor der Arbeit. Ich hoffe also aus vollen Rohren, dass es genau so kommt und gut gehen wird…

 

9.SSW

Ich wusste, dass dies die härteste Woche wird. Die gefürchtete 9.Woche. So sehr ich auch beruhigt bin nach dem Arzttermin (denn nach diesem Zeitpunkt ist bislang noch nie etwas schief gegangen, und ein wenig Zweckoptimismus muss halt doch sein), so viel Respekt hatte ich auch vor dieser Zeit. Zackbumm, ich wurde nicht enttäuscht.
Die Müdigkeit ist über(bzw unter-)irdisch, selbst mit einem kurzen Nickerchen am Tag bin ich gegen 17h so erschlagen, dass ich gar nicht weiß wie ich überleben soll, jedes Aufstehen und etwas „tun“ verlangt mir enorm viel Willenskraft ab und am Liebsten würde ich gleich mit den Kindern schlafen gehen, schaffe es dann so bis 21Uhr, um am nächsten Tag beim Weckerklingeln schier heulen zu wollen. Ich friere wie verrückt, mümmele mich in tausende Decken, brauche ständig Tee und dicke Socken und Pullis. Jaaaa, es ist herbstlich geworden, sehr sogar und schnell noch dazu, aber normalerweise ist das für mich eine Erlösung nach der Sommerhitze. Nicht so dieses Jahr. Angefeuert ist auch schon! (im SEPTEMBER! gabs glaub ich auch noch nie hier….)
Was mir auch völlig neu ist – Übelkeit in höherem Ausmaß. Ich habe oft schon morgens stechende Magenschmerzen die zu Übelkeit werden, sodass ich ganz nervös und zittrig werde (ich bekomme regelrecht Panikanfälle kurz vorm Übergeben, gibts dafür nen Begriff? Außer bekloppt?). Einmal war ich mir absolut sicher gleich kotzen zu müssen, eigentlich rettete mich auch hier die Panik, die mir heftiges Herzrasen und Schwindel beschwerte und mich zum spontanen Hinsetzen zwang, sodass ich mich nicht mehr auf die Übelkeit konzentrieren konnte (jajaja, lacht nur, da bin ich ne Memme, ich nehme lieber Wehen!). Auch nach diesem Vorfall war es ständig so, irgendwas jeden Tag. Beispielsweise ein Essen das mir schmeckte, und ich plötzlich den letzten Bissen ausspucken musste weil mich plötzlich so ein Ekel und Übelkeit überfielen, und das Gericht (chinesisch mit Erdnusssoße) seither nicht ohne Würgen riechen kann. Auch mein Hunger ist abnormal, ich brauche gradezu ständig Essen, und zum allerersten Mal in meinen Schwangerschaften habe ich „echte“ Heißhungerattacken, meist irgendwas mit Schokolade (diese Schokobons… oh. mein. GOTT!). Ich versuche sehr vernünftig zu bleiben, immer mal wieder eine Kleinigkeit zu essen und dann eben kein Junkfood oder Naschkram. Grade morgens und vormittags fällt mir das schwer, weil ichs nicht gewohnt bin bzw nicht die Zeit dazu habe. Wenn ich aber nicht genug bekomme und dann nach der Arbeit als Erstes ein Schläfchen mache werde ich wach mit einem Hunger, der nicht mehr weltlich ist. Ohne Scheiß. Gruselig. Zugenommen habe ich tatsächlich aber nichts – abgesehen von den 2kg die mich der Urlaub leider gekostet hat.
Ach, nicht zu vergessen ist meine Stimmung, die nach der Besserung der letzten Wochen diese wieder komplett im Keller ist. Ich bin ständig gereizt und genervt und praktisch alles, ALLES, bringt mich komplett auf die Palme… Uff.
Ich bete also nur darum, dass diese Woche schnell vorbei ist…. ich weiß, die nächste sollte nicht mehr so schlimm sein, und erfahrungsgemäß fühle ich mich Ende der 10. Woche wieder einigermaßen wie ein Mensch.

10.SSW

Diese Woche wird also bekannt als die Woche, in der die Hosen unbequem werden. Hallo? In der ZEHNTEN Woche?? Beim Steinböckchen hab ich mich bis ca zur 20. Woche mit meinen normalen Jeans durchgemogelt, weil ich Umstandshosen so hasse, und nun das. Okaaaayyy, es könnte eventuell auch an den massiven Völlereien rund um meinen 33. Geburtstag liegen. Meine Lieblingsherzfreundin samt Familie war übers Wochenende da, also die Paten vom Steinböckchen, die von uns beschlossene künftige Schwiegertochter vom Rumpelstilzchen und der gar nicht mehr so kleine Kleine, dem kein anderer Name als Herzensbrecher gerecht wird. Es war wunderwunderschön, so eine geniale Zeit hatte ich schon lange nicht mehr. Die Kids waren alle brav, der Große selig mit den strahlendsten Augen die man sich nur denken kann weil er so verzückt von seiner neuen Freundin war (TSCHAKAA!! Haha!), wir Erwachsenen hatten eigentlich die ganze Zeit untereinander und meine Freundin und ich sogar ein paar Momente für Mädelsplaudereien, von denen ich glatt noch ein paar hundert Stunden am Stück genommen hätte. Entsprechend blöde war der Abschied, Rumpel weinte ganz schrecklich und war die nächsten Tage noch traurig und muffig. Seufz. Aber nunja, hiervon könnte die Hose kneifen. Das Gute ist nur, dass ich schon vor einiger Zeit ein ganze Kiste mit Umstandsmode von der Nachbarin geschenkt bekam, die kann ich aber erst tragen wenn ich bereit bin mich zu outen. Also muss wohl der alte Haargummitrick her..
Sonst geht es mir eigentlich ziemlich genau wie die Woche davor: extrem müde und abgeschlagen, völlig motivationslos, eher brummig und schlecht gelaunt, ständig hungrig, oft übel, extremes Frieren. Es darf dann jetzt besser werden.

11.SSW

Also… die erhoffte große Verbesserung lässt noch auf sich warten, aber zumindest hat sich der narkoleptische Dauerzustand in eine bloße satte Erschlagenheit verändert, das ist wohl als Erfolg zu verbuchen. Auch mein ständiges Frieren ist im totalen Umbruch, und passend zum (eigentlich schönen und höchst erwünschten!!) warmen Altweibersommer stelle ich fest, dass zwischen Schüttelfrost und Hitzewallungen etwa fünf Minuten und 2° Celsius liegen. Auch mein Kreislauf schmiert immer mal wieder (beinahe) ab und ich fühle mich allgemein eher schwammig auf den Beinen. Mein Hunger ist immer noch komplett merkwürdig, ich könnte morgens und mittags (fr)essen wie irre, und ab nachmittags wird mir dann übel und ich fühle mich so aufgebläht mit fiesen Magenschmerzen dass es mir das Abendessen ziemlich verleidet. Aber ich will nicht nur jammern: ich hatte bis auf wenige Ausnahmen nicht mit solchen Albträumen und allgemeinen diffusen Verlustängsten wie in den anderen Schwangerschaften zu kämpfen, und auch was meine Grundmotivation betrifft (und ich rede hier von Dingen wie Gesicht waschen, ok?) habe ich keinen so herben Absacker erlebt wie ich schon kannte. Im Grunde läuft diese Schwangerschaft also fast in jeder Hinsicht anders.
Ob doch alle recht haben, und ich hier ein kleines Mädchen ausbrüte? Spannend wäre es ja, und ich gebe zu, ich würde mich sehr freuen wenn das dritte Kind ein Mädchen wäre. Das ist für mich ein komischer Gedanke, da ich mich doch eher als Jungsmama fühle, mir beim ersten eigentlich einen Jungen gewünscht hatte, beim zweiten war es mir gleich aber immer wieder so mit der Hoffnung „naja, bei dem Altersabstand wäre es schon cool wenns 2 Buben wären“. Und ich mag es eigentlich gar nicht überhaupt eine Präferenz zu artikulieren, schon gar nicht in diese Richtung. Ich finde es immer so gräßlich und gemein wenn ich sehe wie viele Mamas nur Mädchen wollen und schrecklich enttäuscht über die „Diagnose Junge“ sind, dass ich am Liebsten alle kleinen „unerwünschteres Geschlecht“ Jungs mit Kusshand haben wollen würde. Ich glaube ich fühle mich als Jungsmama und meine Jungs als Kinder (mit dem weniger wertvollen Geschlecht) einfach so angegriffen, dass es bei mir einen wunden Punkt trifft. Nun selber zu sagen: ja, ich fände es spannend auch Mama eines Mädchens zu sein geht mir daher nicht so gut über die Lippen/Finger. Und es ist auch keineswegs so dass das mein absoluter Herzenswunsch ist, aber ich denke manchmal drüber nach, diese Erfahrung hätte ich auch gern gemacht, und bei diesem Kind ist es die letzte Chance. Trotzdem habe ich gedanklich das Zimmer eher für einen Jungen eingerichtet, und wenn ich über das Kind nachdenke kriegt es ein „er“ verpasst. Ich weiß nicht ob das intuitiv ist oder Gewohnheit weil es einfach so liebgewonnen und vertraut ist, aber ich kann mir mich irgendwie nur als Jungsmama vorstellen. Naja – in ein paar Wochen wissen wir mehr! (Das vielzitierte „Hauptsache gesund“ ist für mich so selbstverständlich vorrangig dass ich mir ehrlich gesagt dämlich vorkomme es zu schreiben, aber sicher ist sicher.)
Boah, eigentlich war die Woche fertig aber ich muss noch schnell festhalten: ich sabbere wie ein Schweindl. Ich dachte das haben manche so als erste Symptome ganz am Anfang? Meine Fresse… ich weiß nicht was das ist, ich kann kaum sprechen (voll geil als Psychologin, ne?) ohne ständig richtig viel Spucke wegschlucken zu müssen, am Abend beim Vorlesen musste ich mich heute ernsthaft konzentrieren nicht aufs Märchenbuch zu sabbern. Was in Dreiteufelsnamen??!?

12.SSW

Am Allerwichtigsten muss sofort genannt werden: Meeeine Güte, ich bin endlich an einem Punkt wo ich nicht gefühlt 15-18 Stunden Schlaf benötige. Ich bin immer noch oft müde, abends ab spätestens 20.30 bin ich erledigt, aber ich benötige die meisten Tage keinen Mittagsschlaf mehr (bzw sterbe förmlich wenn ich ihn nicht kriege). Wenn jetzt noch die Magenschmerzen, Übelkeit, und die gemeinen Kreislaufprobleme aufhören könnten, dann würd ich mich fast wieder wie so ein Mensch fühlen! XD
Gleich zu Beginn der 13. Woche wird der nächste Termin beim Arzt sein, und ich bin eine Mischung aus nervliches Wrack und platzend vor Vorfreude. Es fühlt sich alles gut und richtig an, aber eine Restsorge bleibt natürlich. Ich habe mir nun eine Hülle für meinen Mutterpass bestellt – passend in mint-rosa (mehr mint als rosa. Ihr wisst ja. Ich und rosa. Uff.), eines davon wird die Hauptfarbe im künftigen Babyzimmer. Geistig bin ich schon…. laaaaaange….. am Einrichten, aber natürlich kann noch nix in die konkrete Planung. Ich rechne auch erst damit so um die 20. Woche mit höherer Wahrscheinlichkeit und entsprechender Sicherheit zu wissen was unser Kleines wird, also gehen die Arbeiten im Zimmer eh erst nächstes Jahr los. Aaber trotzdem, Nestbautrieb ftw! (Der geht bei mir ab Kinderwunsch, ne?)
Definitiv das Highlight diese Woche war, dass ich die ersten sehr leichten Stupser spüren konnte. Ich habe schon die letzten Schwangerschaften sehr früh (ca 13./14. Woche?) trotz Vorderwandplazenta die ersten Bewegungen wahrgenommen, war mir aber nie sicher bzw habe es mich nie so recht zugeben getraut, weil eh jeder sagen würde das sei zu früh. Das ist Kind Nummer 3, das dritte mal diese eindeutigen Flatterstreichler, und ich pfeif auf allgemeine Meinung – das IST mein Baby. Nach wochenlang jeder Verdauungsabnormität die man halt so frühschwanger hat weiß ich auch haargenau wie sich mein Darm anfühlt und wo er ist – und was eben nicht von ihm verursacht wird. Es ist natürlich extrem zart, nur in komplett „meditativen“ Zuständen bemerkbar, wie zum Beispiel beim Baden oder Fernsehen. Besonders „deutlich“ konnte ich das Baby spüren als mein Mann seine Hand auf dem Bauch liegen hatte – ob vom Druck oder von der Wärme weiß ich nicht, aber in dem Moment konnte ich es richtig „abwarten“ und mich voll drauf konzentrieren, sonst ist es ja eher zufällig immer mal wieder, aber nicht hervorrufbar wenn man dann gezielt drauf lauern würde (eh klar).
Diese leichten Bewegungen taten so unglaublich gut, vor allem weil ich diese Woche doch sehr mit Ängsten zu kämpfen hatte. Der nahende Termin, der eben zeigen soll ob alles gut ging bisher, hat mich stark verunsichert. In den Momenten merke ich wie sehr mir die Fehlgeburt noch in den Knochen steckt, vor allem weil ich mich von meinem Körper so enorm betrogen fühlte, der nicht mal den Abgang alleine startete, und nun fällt es mir schwer ihm zu „glauben“ wenn augenscheinlich alles gut ist. Umso mehr bin ich diesem kleinen Menschlein dankbar, dass es mir diese Botschaft schicken wollte.
Als Abschluss noch mein Bauch am Ende des 3. Monats. „Bauch“ ist es optisch nicht mehr als vorher, er ist eher fester, lässt sich nicht mehr einziehen und wölbt sich vor allem … wie soll ich sagen.. okay, charmanter wirds nicht: er wölbt sich zwischen den beiden Speckrollen und beult die Spalte aus. Hust. Auch merke ich viel grade im oberen Bereich, da wo sonst nur der kleinere der beiden Schwimmringe ist, und natürlich ist da kein Baby, aber es fühlt sich so an als wären viele Organe panikartig dort hin geflüchtet. Seufz. Also so siehts aus! – Das ist übrigens kein Pyjama, sondern ne schlabberige Sporthose und das farblich gleiche Oberteil gibt ne doofe Optik. N anderes Bild hab ich aber nicht. Ebenso gibt es nur diesen einen doofen Gesichtsausdruck. Real life und so! 😀

Und zum Abschluss, noch meine Heißhunger Cravings diesen Monat: Schokobons, Tee (sogar so komplett perverse Sorten wie Kamille oder Fenchel, wtf!!), Käsebrot mit (koffeeinfreiem) Kaffee, Bananen, Mango(!!!), Studentenfutter

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Auf bald!

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