Baby · Minimädel

Unsere erste Woche mit dem Minimädel – Wochenbett und Kennenlernen

Es ist kaum zu glauben, dass nun schon eine ganze Woche vergangen ist, seit dieses kleine Mädchen zur Welt kam!? Die Zeit vergeht wieder einmal so wahnsinnig schnell, und dabei möchte ich sie doch einfrieren, möchte dass sich der ganze Erdball jetzt nur noch höchstens halb so schnell dreht, damit ich jede Minute konservieren kann. Meine letzte erste Babyzeit…

Müsste ich die letzten Tage mit einem einzigen Wort beschreiben, so wäre das wohl: bittersweet.

Extrem bitter

Obwohl ich die Geburt wieder sehr gut verkraftet habe, und mich auch von der durchgemachten Nacht schnell erholt habe, so setzten mir doch die Beschwerden danach ordentlich zu. Nachdem ich bei den ersten Geburten kaum Nachwehen hatte (ich kann mich an ein paar Momente erinnern in denen ich sowas wie leichte Krämpfe hatte), so haben sie mich diesmal schier umgeworfen. Ich hatte vier Tage lang quasi nonstop, so im 5-Minuten-Takt ziemlich schmerzhafte Nachwehen. Die kamen prompt bei jeder Bewegung, garantiert bei jedem Anlegen, und solidarisch auch gleich bei jedem Fläschchengeben. Und mit ebenso 100%er Wahrscheinlichkeit bei jedem Husten.
Und Husten, davon gab es genug. Die Erkältung gab nochmal richtig Vollgas, entwickelte einen Bronchien-wirksamen Reizhusten (ihr wisst schon, wenn man diese keuchenden-kotzenden Hustgeräusche macht und die Bronchien beim Ausatmen knistern und fiepen hört) sowie am Wochenende eine extrem schmerzhafte Nebenhöhlenentzündung, Schmerzlevel Migräne in Schläfen- und Augenbereich, ich war mir sicher beim nächsten Husten platzt mir splattermoviehaft ein Auge raus. Die zogen dann auch in den Hinterschädel und Nackenbereich und führten dazu, dass ich Sonntag nachts heulend vor Schmerzen im Bett lag (heulen fand die Nebenhöhlen natürlich voll geil, ne). Paracetamol halft null komma gar nichts, und am Montag Morgen bettelte ich meinen Hausarzt nach Antibiotikum an.
Mittwochs trat dann auch die heiß ersehnte Besserung ein, das war der erste Tag den ich nicht im Schmerztunnel verbrachte und nachts nur bellend halbwach lag und damit dauernd die Kleine störte.

Ich weiß, ich bin ein schrecklicher Patient, ich leide psychisch enorm wenn ich krank werde, weil ich es unendlich hasse wenn mein Körper mich schachmatt setzt, und mit Schmerzen im Kopfbereich komme ich überhaupt gar nicht klar. Was aber diesmal besonders schlimm war, das war meine Sorge, ich könnte die Kleine anstecken (und tatsächlich hüstelt sie auch ab und zu, aber nichts Schlimmes bislang) und natürlich mein riesiger Frust, dass ich die erste Zeit nicht einfach in Ruhe genießen konnte sondern tagelang so ekelige Schmerzen rund um die Uhr hatte.

Unglaublich sweet

Als Gegenentwurf platze ich schier vor Dankbarkeit und Glück, denn neben all den anderen herrlichen Babysachen die man so mit Neugeborenen hat, gibt es natürlich immer die Schattenseite namens Schlafentzug und durchwachte Nächte, und die hatte ich … überhaupt nicht. Die Kleine schläft nachts erstaunlich gut, hatte an einigen Tagen eine Schlafphase von 5 Stunden am Stück (WTF!!!) und auch sonst sind es immer mindestens 2,5-3 Stunden. Dazwischen war sie nur einmal 2 Stunden wach/quängelig, sonst ist es höchstens eine Stunde bis wieder so viel Ruhe eingekehrt ist, dass ich weiterschlafen kann. Und wenn das mal nicht göttlich ist, dann weiß ich auch nicht.

Aber nicht nur nachts ist dieses Baby pflegeleicht. Sie ist unglaublich einfach zufrieden zu stellen. Wenn sie satt ist, ist sie glücklich. Sie schläft sehr viel, und wenn sie wach ist schaut sie sich um und liebt es gekuschelt zu werden. Sie hatte eine sehr unruhige Nacht/Tag, das war bevor sie nach 2 Tagen ohne Stinkewindel die erste normale Ladung nach dem Kindspech absetzte. Das war eine riesige Lieferung und machte ihr zu schaffen, auch danach hatte sie wohl ein wenig Bauchweh, aber auch in der Zeit ließ sie sich recht gut beruhigen.

Kuschelfaktor

Von allen Kindern ist dieses das mit Abstand verkuscheltste. Sie saugt Körperkontakt wie ein Schwämmchen auf. Nachts liegt sie neben mir, ich lege sie immer auf dem Rücken ab, und sobald ich daneben liege höre ich angestrengte ächzende schnaufende Geräusche, sie windet sich und rudert, bis sie es schafft sich auf die Seite zu drehen und sich an mich zu drücken, ganz fest legt sie sich an meine Seite, ihren Kopf legt sie nach hinten um gut Luft zu bekommen, und mit ihrem Bäuchlein und ihren Händen drückt sie sich zu mir. Ständig sind ihre kleine Händchen damit beschäftigt, zu tätscheln und zu streicheln. Sie tut das nicht nur beim Kuscheln sondern auch beim Stillen oder wenn man mit ihr redet. Natürlich ist sie dabei noch nicht zielsicher, aber wenn sie Kontakt findet, egal wie, ist es schon gut für sie. Sie liebt es auch, wenn man ihre Hände sanft massiert oder streichelt, bei kreisenden Bewegungen auf dem Handrücken und wenn man ihre Fingerchen längs ausstreicht schläft sie oft ein.
Am ganzen Körper mag sie noch nicht so gerne angefasst werden, wenn ich ihren Bauch und ihre Beine einölen wollte, weil sie sich so abschält und trockene piffelige Haut bekommt, zuckt sie oft zusammen und empfindet diese „große“ Berührung wohl als zu viel. Ich mache dann ganz langsam und stellenweise, sodass es ihr angenehm ist.

Auch mit ihren Brüdern kuschelt sie gerne.

Stillemma und das Schoppi

Ich wusste ja von vornherein, dass ich nicht voll stillen kann, hatte aber große Pläne bezüglich Milchmengensteigerung. Ich wollte einfach das Maximum rausholen mit dem Ziel, zumindest nachts keine Flaschen zu brauchen. Die Kombination diesmal hätte allerdings schlimmer nicht sein können. Ich selbst war körperlich so am Ende, dass ich es nicht schaffte, zusätzlich zum häufigen/ständigen Anlegen regelmäßig abzupumpen, und ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden, mich mit dem Brusternährungsset zu quälen. Ja, an irgendeinem Punkt der Erschöpfung empfand ich die Flasche als Erlösung. Zusätzlich ist die Kleine das stillfaulste meiner Kinder. Sie hatte von Anfang an nicht so wirklich Lust, praktisch keine Ausdauer, und das obwohl ihre Trinktechnik die beste war, denn ich hatte trotz 3 Tage dauerstillen keine wunden Brustwarzen oder Schmerzen. Das hat mich ehrlich erstaunt, begleitete mich das doch sonst die ersten 3 Wochen. Dennoch muss ich hier einen Misserfolg auf voller Linie verbuchen. Nach dieser einen Woche lehnt sie die Brust kategorisch ab wenn sie hungrig ist. Für zwischendurch oder nachts zum Einschlafen dockt sie gerne an, trinkt dann auch effizient (als mit Schluckgeräuschen), sonst geht sie mir aber leider nicht mehr dran. Ich pumpe dennoch ab, denn es ist mir unglaublich wichtig, ihr vor allem so lange ich erkältet bin möglichst viel Schutz zu bieten, indem ich ihr meine massgeschneiderten Antikörper spende. Ich denke ich werde auch dann noch abpumpen solange mein Mann in Elternzeit ist, was danach kommt weiß ich heute noch nicht.

Obwohl sie sonst wirklich entspannt ist (wie ihr kleiner großer Bruder) wird sie bei Hunger völlig unerbittlich (wie ihr großer großer Bruder). Es gibt nur vollständig sattgefüllt oder Weltuntergang. Nicht mehr hungrig und 3/4 satt, wie man den Mittleren oft vertrösten konnte, ist völlig undenkbar und endet in bitterlichem Schreien. Sie vernichtet dabei auch ordentliche Mengen und liebt ihre „Schoppis„. Sie will sofort nach dem Aufwachen eine Flasche, dann ist etwa 1-2 Stunden Ruhe, und dann will sie vorm Einschlafen auch noch einmal eine Portion. Danach ist dann eine längere Pause dran. Ihr großer Hunger führt zu entsprechender Gewichtszunahme, und die anfängliche Gelbfärbung wurden wir so auch schnell wieder los. Leider ist sie (auch hier wie der Große) ein Spuckkind. Da sie sich immer volltrinkt, wie so ein kleines randvolles Fässchen, läuft sie oft über. Seufz.

Grinsekatze

Dieses Mädchen ist ständig am Grinsen. Anfangs ist es natürlich das „Engelslächeln„, also dieses unbewusste Lächeln beim Einschlafen. Schon an ihrem 6. Lebenstag, diesen Mittwoch, haben ihr Papa und ich unser erstes gezieltes Lächeln bekommen. Sie hat uns direkt angeschaut und gelächelt, ein Wahnsinn! Schon am nächsten Tag durfte sich das Rumpelstilzchen über diese Ehre freuen. Seither gibt es ab und zu dieses besondere Lächeln von ihr, und es ist zum Dahinschmelzen!

Ich bin erstaunt, wie gut sie sich bereits hat kennenlernen lassen. Wir kennen ihr Schreien für Hunger, wir erkennen am Geräusch wenn sie etwas in die Windel drücken will (sie knatter-jammert dann ein wenig, so wie ein winziger Traktor), und oft merke ich ihr auch an wenn sie gerne Brust-schnullern möchte. Bei den Jungs war es irgendwie nie so eindeutig, und wenn dann erst deutlich später. Es ist ein wunderschönes Gefühl, so schnell mit ihr ein „Team“ zu werden und ihre Bedürfnisse so gut zu erkennen und entsprechend befriedigen zu können.

Ich kann an dieser Stelle, nun da ich doch so langsam wieder gesund werde, absolut nichts jammern und meckern, und werde nun weiter unsere Minibabyzeit genießen.

Auf bald!

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5 Kommentare zu „Unsere erste Woche mit dem Minimädel – Wochenbett und Kennenlernen

  1. Die Nachwehen vergrätzen einem das Wochenbett ordentlich; ich hatte das bei jedem Kind und bei jedem wurde es schlimmer. Aber Deine Gebärmutter braucht das und zur Not hatte ich das Okay der Hebamme für Schmerzmittel 🙂
    Schön, dass die Kleine es Euch so einfach macht; Dein Husten wird auch noch vergehen und ich hoffe sehr, dass Du diese Tage einfach noch ein wenig hinten dran hängst und nicht so schnell in den Alltag durchstartest!

  2. Schön dass du die Zeit findest, uns das zu erzählen! Ich les wirklich gern über euch. Das Babylächeln ist einfach herrlich!

  3. Das Minimädchen ist ja zuckersüß und dieses Lächeln ,ich wünsche dir schnell gute Besserung ,damit du diese erste Zeit besser genießen kannst

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