Baby · Entwicklung · Minimädel

1-Monats-Geburtstag Minimädel

Ein wenig habe ich ja schon über unsere erste Zeit und Kennenlernen geschrieben, nun ist aber schon ein unfassbarer Monat vergangen, und ich möchte mir die Zeit am Liebsten in Dosen einschweißen, konservieren und für immer behalten. Ich weiß, das klingt total albern… aber diese erste Zeit ist so wahnsinnig kostbar, mit einem Wimpernschlag vergangen und so magisch, dass man sie ganz schnell furchtbar vermisst. Das habe ich beim ersten Kind nur geahnt, beim zweiten gewusst und bewusst genossen, nun beim dritten und letzten Kind ist es so überdeutlich, dass ich am Liebsten jeden Tag doppelt erleben möchte…

Mir wird auch irgendwie klar, dass mein „Kinderwunsch“ niemals vorbei sein wird. Am Liebsten würde ich ständig neue kleine Menschlein in meinem Leben begrüßen, kennenlernen, in mein Herz schließen, ihnen beim wachsen zusehen. Wären da nicht natürlich Grenzen, ich hätte viele viele Kinder. Seufz.

Nun gut, das Gefühl grade liegt vielleicht auch darin begründet, dass du, meine kleine süße Maus, so wahnsinnig „einfach“ bist. Wenn ich euch drei Kinder vergleiche, vor allem die erste Zeit mit euch, dann war mein Großer fordernd und anstrengend, mein Mittlerer genügsam und unkompliziert, und du bist fordernd und einfach. Das klingt auf den ersten Blick unlogisch, aber es ist ziemlich simpel: du hast logischerweise deine Bedürfnisse, und die lässt du ganz klar erkennen. Wenn man sie befriedigt, bist du glücklich, und das ist eben ziemlich einfach. Wenn es aber gerade nicht möglich ist, oder kurze Verzögerungen gibt, wirst du unerbittlich und brüllst die in Rage.

Es ist auch lustig, dein Temperament zu beobachten. Bei deinen Brüdern stimmte ihr Temperament in der ersten Zeit sehr mit ihrem Charakter und ihrer Art jetzt als Kinder überein. Ich bin gespannt, ob die Rechnung bei dir auch aufgeht…? Du bist definitiv ein kleiner Zornkobold. Du kannst dich so entsetzlich ärgern, motzt wie ein Rohrspatz, du schimpfst richtig drauf los! Man kann das gut beobachten wenn du an der Brust trinkst und nichts mehr kommt, oder du eigentlich keine Lust drauf hast. Du meckerst dann, kriegst Wutfalten im Gesicht und boxt mit deinen Ärmchen rum oder kneifst, weinst aber nicht, sondern meckerst und knurrst wie ein kleiner Wolf.

Ob das nur deine Mimik ist oder tief blicken lässt, das weiß ich nicht, aber du wirkst unglaublich frech. Klug, aber so richtig gerissen mit ganz vielen Ideen im Kopf. Du kannst jetzt schon auf mehrere Arten lächeln, du hast dieses Engelslächeln, du kannst schmunzeln, du kannst grinsen, und du kannst anstrahlen. Letzteres hab ich nur ein oder zwei Mal gesehen, aber es ist zum dahinschmelzen!

Es ist relativ leicht zu verstehen, was du willst. Du kannst dich auf ganz unterschiedliche Weise ausdrücken, und man erkennt fast sofort, was du möchtest. Neben dem Wutknurren hast du dein lautes, unerbittliches, durchdringendes Weinen („WÄ-WÄ-WÄ!!!“). Es klingt recht verzweifelt, fast panisch, und bedeutet: HUNGER. JETZT. Da kannst du dich richtig reinsteigern, wenn du noch aufs Fläschchen warten musst. Wenn du müde bist hast du ein viel leiseres, stotterndes Weinen (wuuu-hä-ä-ä-ä), das du immer wiederholst, es klingt sehr arm, und kommt wenn du schon recht erschöpft bist. Es ist der perfekte Zeitpunkt, dich schlafen zu legen. Du bist dann noch nicht „durch“, aber möchtest definitiv jetzt gleich deine Ruhe.

Du liebst Körperkontakt über alles, es kann dir eigentlich nie „zu viel“ sein. Du möchtest ganz eng kuscheln, und schaffst es bereits, dich nach deinem Bedarf an jemanden anzudrücken. Dazu nimmst du alle Kraft, die du sammeln kannst, und drehst und drückst und schiebst dich in die gewünschte Richtung. Es wirkt natürlich nicht koordiniert, aber mit Schwung, Ärmchenwedeln und strecken schaffst du das sehr zielstrebig. Du kuschelst nicht nur wahnsinnig gern, du liebst es auch, gestreichelt zu werden. Mittlerweile genießt du es, eingeölt und gebadet zu werden, und vor allem wenn man deine Haare mit der weichen Bürste kämmt oder dir hinten im Halsausschnitt den Rücken streichelst, schließt du die Augen, ziehst die Augenbrauen hoch und legst genießerisch deine Stirn in Falten. Das sieht so unglaublich niedlich aus!

Die Nächte mit dir sind toll! Anfangs hast du ja sehr viel geschlafen, und auch wenn das nicht mehr ganz so lange ist, so sind sie immer noch wirklich gut. Du schläfst meist so (knapp) 3 Stunden am Stück. Das bedeutet, dass wir zwischen Schlafgehen (22/23 Uhr) und Aufstehen (6/7 Uhr) zwei Fläschchenmahlzeiten haben. Es gab auch schon Nächte wo es sich so ausging, dass du nur eines brauchtest, aber das ist die Ausnahme. Manchmal, aber auch das ist glücklicherweise die Ausnahme, bist du dann länger wach, so 60-90 Minuten. Das passiert aber nur, wenn irgendwas nicht stimmt, du noch Hunger hattest, oder viel spucken musst, oder ein wortwörtlicher Pups querhängt. Meistens ist nach 30-45 Minuten wieder schlafen angezeigt. Einzig tragisch ist, dass du morgens meist übellaunig aufwachst. Wir nennen dich dann „kleiner Flugzeugabsturz“. Du brauchst dann ein wenig, um dich zu sortieren, auch wenn alles ruhig und entspannt ist. An der Brust trinken hilft dir dabei sehr, und du kannst dann in aller Ruhe zu dir kommen – außer du hast wirklich schon Hunger, dann hilft nichts mehr und dein Brüllen klingt irgendwie nach der Ankunft der apokalyptischen Reiter.

Obwohl du leider eigentlich nur mit Flasche ernährt wirst, ist dir das Brusttrinken wichtig. Es wäre eigentlich etwa genau so viel (aka wenig) Milch da wie bei deinen Brüdern, aber du trinkst nicht gerne an der Brust, also nicht wenn du hungrig bist und Milch rauskriegen sollst. Mittlerweile wird deine Trinktechnik auch immer schlechter, und du schaffst nur einige wenige effektive Züge. Du bist daher mein erstes Kind bei dem ich unterschreiben würde, dass es so etwas wie eine Saugverwirrung wirklich gibt. Das ist zwar doof, aber mir war schon von Anfang an klar, dass es Flasche geben wird, und dass ich nicht so viel Zeit haben werde in Milchmaximierung zu stecken wir bei den Großen. Ich pumpe dennoch täglich ein wenig ab, denn es ist mir wichtig, dir so viel „Nestschutz“ wie möglich mitzugeben. Davon abgesehen ist dir das Brust“schnullern“ eben sehr wichtig, und meist hast du auch nach dem eigentlich Fläschchen den Nerv, um dir noch ein paar Schlucke „Nachtisch“ zu holen. Du brauchst es aber auch oft zur Beruhigung, und grade nachts zum (wieder-)einschlafen. Auch hier sieht man dir sofort an, wenn du das möchtest – du ziehst eine allerliebste Schnute mit offenem Mund, siehst grinsend aus, und deutest mit dem Kopf auf die Brust (zum Quietschen süß!).

Du hast einen ausgeprägten Appetit. Du trinkst viel, oft, und nimmst entsprechend zu. Ein richtiges Specki ist aus dir schon geworden! Merkwürdigerweise trinkst du überhaupt nicht gierig, sondern waaaahnsinnig langsam, für ein Fläschchen brauchst du gut eine Viertelstunde. Du brauchst oft Pausen, vor allem wenn du dich verschluckst, und musst Bäuerchen dazwischen machen. Trotz mehrmaligem Aufstoßen spuckst du extrem viel, auch Stunden nach der letzten Mahlzeit. Du bist unser ständig überlaufendes volles Fäßchen. 😀 Ironischerweise habe ich natürlich alles mögliche für dich genäht – nur nicht ein einziges Lätzchen! Die müssen nun eben nach und nach angefertigt werden, sonst kann ich dich gut 10 mal am Tag umziehen (und SO viel hab ich dann auch wieder nicht genäht!)

Davon abgesehen ist deine Verdauung unkompliziert. Oben bist du zwar chronisch undicht, unten kommt aber alles ohne Zickereien raus. Ist ja durchaus auch was wert, nicht wahr!? Wir wickeln mittlerweile, nachdem dein Nabelschnurrest abgefallen und dein Bauchnaben ganz gut verheilt war, mit Stoffwindeln. Ich bin davon aktuell noch nicht ganz überzeugt, da wir keine Newborngrößen haben. Die mitwachsenden kann man zwar auf ganz klein stellen, aber das ist einfach ein riesiges Paket an dir dran, das dich erstens fast doppelt so groß macht, zweitens natürlich jeden Body sprengt, und drittens schon noch ein wenig unbequem sitzt. Nachts trägst du Wegwerfwindeln, da du sonst „bergab“ liegst durch die große Windel. Aber wenn du mit den Fläschchen so weitermachst ist das eh bald kein Problem mehr! 😉

Du hast in deinem ersten Monat hauptsächlich Größe 50 getragen, aber mit dicker Stoffwindel brauchst du dann doch mal 56, vor allem bei Bodys.

Eine Entwicklung diesen Monat war besonders rührend zu verfolgen, und zwar, wie dein Vertrauen in uns wächst… Du konntest von Anfang nur an mir (an uns, notfalls) dran oder drauf schlafen. Wach konnte man dich immer mal wieder ein paar Minuten ablegen, lange genug um eine Ladung Wäsche zu starten, Zähne zu putzen oder schnell aufs Klo zu huschen. Einschlafen konntest du so aber gar nicht, auch nicht beim Wippen in der Hängewiege. Wir haben dir diese Nähe immer und gern gegeben, du hast ausführlich „getankt“, und man konnte richtig beobachten, wie du langsam Vertrauen aufgebaut hast. Nach gut drei Wochen konnten wir dich erst schlafend ablegen, und dann auch während des Einschlafens schon in die Wiege legen. Du hast immer wieder mal noch die Äuglein geöffnet, ob wir auch wirklich da bleiben, bis das mit den Tagen immer weniger wurde. Zuerst hast du gleich geweint, wenn du wieder wach wurdest und nach uns gerufen, mittlerweile wirst du viel ruhiger wach und gibts erstmal Knuffelgeräusche von dir, auf die wir dann gleich reagieren können, um dir zu zeigen, dass wir dich nie alleine lassen. So schläfst du nun tagsüber immer mal so 60-90 Minuten in der Hängewiege, was uns natürlich viele Möglichkeiten verschafft. Es gibt Tage, da möchtest du das aber gar nicht, und das ist auch völlig okay. Wenn sonst nichts hilft schläfst du garantiert immer im Tragetuch ein. Das ist natürlich toll und das nützen wir beinahe täglich (doof ist nur, dass du bei warmen Wetter dann ziemlich verschwitzt wirst..). Nachts möchtest du aber unter gar keinen Umständen alleine liegen, und ich gebe zu, ich bin selbst auch noch nicht so weit. Daher wird in der Nacht weiter gekuschelt, ganz feste zusammen gedrückt schlafen wir.

Hab ich eigentlich schon irgendwo etwas zu deinen Augen gesagt?? Du hast eine ganz merkwürdige Augenfarbe, unglaublich dunkel… erst dachte ich, es ist dunkelblau, aber es ist noch dunkler als dunkelblau und geht in Richtung dunkelgrau. Wahnsinn! Sowas habe ich noch nie bei Babys gesehen! Mal schaun, ob das auch später vielleicht so ein dunkles Braun ergibt wie bei deinem Bruder… Deine Haare sind aktuell in einem Blondbraun, allerdings fallen dir die ersten schon aus, oben ist schon eine ziemliche Glatze entstanden.

Dein Schlaflied, das ich dir jeden Abend vorsinge, ist „Guter Mond“. Schon in der Schwangerschaft hast du das gesunden gehört, und auch deine Spieluhr spielt es. Auch ein anderes Wiegenlied von Humperdinck, „Es schaukeln die Winde“ singe ich dir oft vor.

Last but not least muss ich natürlich sagen, wie unglaublich vernarrt deine Brüder in dich sind! Oft wird richtig darum gequängelt, wer grade was mit dir machen darf. Du genießt die Zuwendung natürlich ebenso: dem Rumpelstilzchen hörst du wahnsinnig gern beim Reden zu (glücklicherweise, denn er redet halt so gerne), und bei dem eher stillen Steinböckchen schläfst du gerne ein. Sehr praktisch diese Kombination!

Wir haben uns so sehr auf dich gefreut, und du bist so selbstverständlich in unsere Familie geschmolzen, dass wir schon alle zusammen angekommen sind (wenn man natürlich vom Alltagsablauf absieht), du gehörst mitten zu uns rein, und wir sind überglücklich, dass du bei uns bist, kleines Herzchen.

Auf bald!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.