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Siebenter Schwangerschafts-Monat [Aprilbaby]

Ja, da ist ein Baby in meinem Bauch, und diese Tatsache lässt sich nun keine Sekunde mehr vergessen. Willkommen im…

Bauch-Stadium

Das würde ich als die Zeiten in der Schwangerschaft bezeichnen, in der man eben offensichtlich und sehr deutlich spürbar einen „BAUCH“ hat, eine Kugel eben. Und das bringt so einiges mit sich. Zunächst einmal fiel es mir auf, als ich anfing überall anzustoßen oder mit dem Bauch anzulaufen. Irgendwie ist in meinem Körperschema das Babykugel-Ausmaß nicht abgespeichert, und wenn man unkonzentriert ist, verschätzt man sich schnell wo nun der eigene Körper eigentlich beginnt. Autsch. Danach hab ich immer ein ganz schlechtes Gewissen und muss mich bei der Kleinen entschuldigen…

Immer wieder ist mir auch aufgefallen, dass mir plötzlich die Puste ausgeht. Nicht nur bei körperlicher Anstrengung oder so, sondern auch einfach mal im Sitzen, und ich das Bedürfnis habe, mal kräftig durchzuatmen. Irgendwie scheinen sich meine Lungen vom Babybauch grade bedroht zu fühlen… Aber auch allgemein ist da eine ziemliche Enge im Bauch, und alles fühlt sich fest, gepresst und eben einfach „voll“ an.

So ab Ende Woche 24, Anfang 25 habe ich auch sehr regelmäßige Übungswehen, die insgesamt ziemlich unangenehm sind, weil sie den Bauch so einschnüren und steinhart werden lassen, man fühlt sich dann aus hätte man Beton zum Frühstück gehabt und wäre dann in ein Korsett gesteckt worden. Da es doch recht häufig und unangenehm war habe ich immer öfter mal Magnesium genommen, das schadet ja diesbezüglich keinesfalls. Und da ich eh öfter mal Krämpfe in Bauch- oder Seitenmuskeln habe passt das doppelt gut.

Energiebündel

Das Minilein selbst ist mittlerweile sehr aktiv und hat auch entsprechend Kraft gesammelt um ordentlich Party zu veranstalten. Es gab viele Tage, an denen ich den Eindruck hatte, dass die Kleine praktisch nonstop am Treten, Drehen und Wuseln ist, tags wie nachts – keine Ahnung wann da mal Zeit zum Schlafen war!? Es gab aber auch Phasen, in denen mir abends aufgefallen ist, dass ich eigentlich den ganzen Tag noch nicht wirklich viel mitbekommen hatte. Ganz typisch ich war ich dann im Kopf schnell bei „ob auch alles okay ist“?, weiß aber mittlerweile eigentlich, dass das (bei mir) ganz normal ist. Ich glaube mich zu erinnern, dass mir irgendwer mal erklärt hatte, dass Babys in starken Wachstumsphasen eher still sind.

Außerdem liebt sie es, wenn eine Katze auf/an meinem Bauch liegt und laut schnurrt. Dann merkt man richtig, wie sie sich im kompletten Bauch rumdreht und offensichtlich an die Katze drandrückt. Das ist so-was-von-süüüüüß!!

Beim Doc

Der Arzttermin diesen Monat war recht unspektakulär. Ende 5./ Anfang 6. Monat war der Zuckertest dran, glücklicherweise ohne Ergebnis. Ende des 6. Monats wurde das erste CTG geschrieben – lästig wie immer, aber machbar; extremes Übergewicht und Vorderwandplazenta sind eine echt eklige Kombination – und auch dieses Baby findet CTG blöd, kickt den Knopf weg und versucht sich wegzudrücken. Bei der letzten Messung war die Kleine eher groß/lang, mit kleinem Kopf und durchschnittlichem Gewicht, das bei Geburt so etwa gute 52cm+ und 3300g ergeben sollte nach der Schätzung des Arztes. Schaun wir mal! Ansonsten war alles normal und unauffällig.

Schattenseiten

Auch wenn diesen Monat die ganzen argen Beschwerden nachließen (Magenkrämpfe nur noch ca 1x/Woche) hatte ich mit einer Sache wirklich zu kämpfen: Ängsten. Das war in den anderen Schwangerschaften auch so ähnlich, aber noch nie so schlimm wie diesmal. Es waren fast täglich irgendwelche Sorgen, einem meiner Kinder könnte Schlimmes zustoßen, und kaum hatte ich die letzte verdaut, war schon die nächste „Idee“ am Start. Es hat mich viel Mühe gekostet, mich nicht von den Ängsten komplett wegschwemmen zu lassen. Psychologin hin oder her – die Anwendung meiner ach so klugen Ideen ist nochmal etwas ganz Anderes. Trotzdem war es lohnend, und wurde nach einigen Wochen deutlich besser. Puh.

Um mit etwas Schönem zu enden muss ich berichten, dass ich die ersten Babysachen genäht habe, was mir viel Spaß gemacht hat. Wenn man mal drin ist fällt es unglaublich schwer aufzuhören (die riesige Erkältungswelle zwang mich leider). Am Wichtigsten war mir das „erste Teilchen“, das mein frischgeschlüpftes Baby anziehen darf (und dann mal mit voller Hormonladung nicht losheulen wenn mans in der Hand hält, schnauf..).

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Auf bald!

 

 

 

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7. Schwangerschaftsmonat (2.0)

Und noch einer geschafft – yippie!

Ich muss sagen, ich bin nun an einem Punkt angekommen, wo mich das Schwangersein so riiichtiiig nervt. Ich wars schon in der ersten Schwangerschaft ungern, aber jetzt ist es eine echte Belastung für mich. Vermutlich kann ich das gar nicht in Worte fassen, wie abartig es mich stresst, aufgrund dieser körperlichen Einschränkung kaum meinen Alltag gebacken zu bekommen, geschweige denn die viele viele Arbeit, die grade zusätzlich anfällt. Allein letzte Woche sind wir von einem Termin zum nächsten gehetzt, wegen Hauskauf und so.

Achja! Wer nicht auf Twitter mitliest – wir haben nun ein Haus gekauft. Der ein oder andere darf sich ruhig an den Kopf fassen, ob wir sie noch alle beisammen haben das vor der Geburt anzugehen, aber da hier die Situation im 4.Stock für mich so untragbar ist, zähle ich nicht nur die Tage, sondern die Stunden bis zum Umzug. Dass da aber viel dranhängt ist auch klar, unzähle bürokratische Termine mit Makler, Bank, Notar usw, und natürlich auch so angenehmer Kram wie Einrichtungen fürs Haus suchen, von Küche bis Teppich, da kommt schon was zusammen. Nicht zuletzt macht mir die Wandstreicherei ein wenig Kopfzerbrechen, denn in unserem Häuschen ist mit Latexfarbe gestrichen, und das möchte ich eigentlich nicht. Mir wird ganz schlecht wenn ich daran denke, wieviel Arbeit das ist, das wegzubekommen, und ich darf noch nicht mal helfen! (es läuft darauf raus, dass es anstrengend wird, und ordentlich Dämpfe abgibt, oder Tonnen von Staub…. *augenroll*) Dafür hab ich etwa die Hälfte der Wohnungsräume nun wieder weiß gestrichen. Bei den letzten beiden, die ich erst letztes Jahr vor Geburt vom Kleinen gestrichen hab hoffe ich auf ein wenig Kulanz vom Nachmieter, vielleicht dürfen die ja so bleiben *fingerkreuz*..

Wie auch immer – ich bekomme täglich mehrfach vor Augen geführt, was ich alles NICHT mehr kann, und da könnt ich aus der Haut fahren. Selbst normales Putzen fällt mir schon sehr schwer, ich bin in Windeseile aus der Puste, schwitze als wäre ich nen Marathon gelaufen und bekomme generell schwer Luft. Hallo??? Ich bin erst in der 29. Woche! Da gings mir letztes Mal noch nicht so!Und dann darf man nicht vergessen, dass da noch dieses Baby hier ist, das halt mal so gar keine Rücksicht drauf nimmt, ob ich mich bittedanke nicht zum drölfzigstmillionen Mal bücken möchte, um ihn irgendwo hervorzufischen, oder nach dem 50. Mal hochnehmen/absetzen mal wirklich Pause brauch. Eigentlich ist er grade recht handzahm, aber man muss halt ständig dahinter sein weil ihm lauter Quatsch einfällt, und an vielen Tagen bete ich inständig, mal nur 10 Minuten am Stück auf meinem Hintern sitzen bleiben zu dürfen…

Spätestens abends quält mich dann nach so einem Standard-Tag mein Becken. Ich habe gegoogelt. Das nennt sich ISG-Schmerzen. Wie Symphyse nur eben hinten. Dazu kommen aktuell Wassereinlagerungen in den Beinen, die nachts zu einem echt widerlichen Einschlaf-Gefühl führen, dasselben auch in den Händen, vor allem rechts. Das ist echt eklig, ich wach oft davon auf, manchmal tut es regelrecht weh vor Taubheit. Nach ein wenig bewegen und drehen gehts schnell weg, aber mir wärs lieber ich könnts verhindern. Wieder einschlafen ist nämlich noch immer nicht mein Freund, aber ein wenig besser ist es geworden.

Davon ab hab ich aber keine Beschwerden, nur die üblichen Zipperleins, wie im 30-Minuten-Takt auf die Toilette rennen. (Macht unterwegs ja mal richtig Spaß!) Der Bauch stört und ist im Weg, vor allem beim Wickeln – ich weiß kaum wie ich mich drehen soll um ihn zu schützen, tritt der Kleine doch verdammt gern mit Schmackes dagegen.

Auf der angenehmen Seite gibts zu berichten, wie unglaublich aktiv der Bauchzwerg ist, ich spüre ihn gefühlt ständig! Das hatte ich damals ja GAR nicht so, und das ist wirklich etwas, das ich genießen kann. Es ist so schön, wirklich was von ihm zu merken, hach! Mittlerweile spüre ich nicht nur die Tritte, sondern auch wenn er sich dreht oder wo dagegendrückt. Da flattern einem ja direkt ein paar Herzchen aus den Ohren.. 🙂

Auf den nächsten Arzttermin freue ich mich besonders. Da ich die letzten Male schon immer unzufriedener mit meiner Praxis war, habe ich angesichts des ohnehin anstehenden Wechsels wegen Umzug schon den nächsten Termin beim potentiell künftigen Arzt ausgemacht. Daher bin ich natürlich neugierig. Zumal auch der offiziell letzte Ultraschall ansteht, und ich gerne echt Gewissheit hätte, obs denn nun ein Junge wird. Beim letzten Mal wars ja mMn nicht allzu eindeutig, und ich bin da sehr auf die Zweitmeinung gespannt. Mensch, ich will doch bissl was einkaufen!! Auch das erste CTG ist dran, daran will ich aber noch gar nicht denken *grusel*.

Meine Güte, diesen Monat hab cih übrigens gelitten, was das Essen betrifft! DAS ist also Heißhunger!? Kannte ich auch nicht. Ich hatte erstens mal ständig Hunger, war zweitens aber entsetzlich mäkelig (nichts hat mir so recht geschmeckt), und im Endeffekt wollte ich lauter Mistkram essen, vor allem süß *augenroll*. Da wir dann ja auch ständig unterwegs waren gabs oft Junk- und FastFood, und ich hatte richtig Angst mich zu wiegen. Irgendwie sinds aber doch „nur“ 2kg mehr als beim letzten Arzttermin, und wenn ich bedenke was ich seither an Wasserproblemen hab, steht das in keiner fairen Relation dazu wie besch***** ich mich ernährt habe…. Ich hoffe doch, dass hier bald ein wenig Ruhe einkehrt und sich das bessert.

Lecker: fettiges Fastfood, Süßkram va Schokolade…

Leider nicht: Weichkäse, Wein, Salami, Räucherlachs

Bäh: Gemüse, Fleisch, generell Gesundes :-/

Insgesamt hoffe ich aber, dass die nächsten Wochen zügig vergehen, weil das Schwangersein macht mir nicht so Spaß… Dazu kommt, dass ich mich natürlich sehr auf das Minilein freue, wies denn aussieht, wie alles läuft wenns da ist, obs dem Bruder ähnelt.. Hachja.. noch 83 Tage! 😀

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Auf bald,
Hummelchen

26.SSW · Schwangerschaft

26.SSW

Diese Woche war mal verhältnismäßig… „spannend“. Also ich meine im Unterschied zu sonst, wo sich ja nix tut und nix ändert…

Fangen wir mal damit an, was doof war. Am allerdoofsten war, dass sich der kleine Babybub Anfang der 26. Woche ganz plötzlich ziemlich ruhig verhalten hatte, seine Bewegungen waren seltener und die Strampelphasen kürzer und weniger dolle. Ich hatte das Gefühl ich spüre ihn weit weg von der Bauchdecke, eher weit „innen“ oder zum Rücken hin und eher diffus. Gut, ich kenne das ja, ich spüre mit der blöden Plazenta eh recht wenig, und auch nicht jeden Tag gleich viel, aber nachdem ich den ganzen Juli durch viel Gestrampel verwöhnt wurde fiel mir das auf. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht nervös geworden wäre…. Aber ein Gespräch mit der Hebamme konnte mich beruhigen: es stünde beim Kleinen eh ein Wachstumsschub an, da sind sie oft ruhiger als sonst, und solang ich ihn überhaupt (und täglich) spüre, brauche ich keine übermäßige Panik schieben. Sollte es arg auffällig werden oder ich trotzdem Angst bekommen soll ich natürlich vorbeikommen. Als Tipp gab sie mir mit, ich solle darauf achten ob ich zufällig diese Tage zu wenig/weniger als sonst getrunken hatte (hah, erwischt tütütü), da würde sie auch träge davon. Gut… nach ordentlich trinken und noch 2 Tagen warten wurde wieder ordentlich getreten… Phew!!! 😉

Was ich aber auch nicht so prickelnd fand: vor ein paar Tagen merke ich abends schon so ein Ziehen/Stechen in der Kreuzbeingegend, habe das Bedürfnis dort hin zu „strecken“ und zu dehnen und tue das auch so gut wies geht. Am nächsten Tag wach ich auf, und der Schmerz ist in der Kategorie „fies“ angelangt. Es tut ordentlich weh wenn ich mich hinsetze oder aufstehe, besonders ausm Bett komm ich nur ganz vorsichtig. Was genau das war, weiß ich nicht, aber jetzt ist es wieder weg. Es ging dann noch ein paar Tage, wurde stetig besser, hat positiv auf dehnen/bewegen und negativ auf zu viel schonen reagiert. Ich vermute der kleine Kickboxer hat mir gegen irgendeinen Nerv gezimmert, oder so… egal, Hauptsache es ist wieder weg! 😉

Und mein letzter Motzpunkt: ICH-HASSE-SOMMER. Ehrlich, seit ich keine Ferien mehr habe konnte ich ihn schon nicht mehr gut leiden, aber nun, schwanger, find ich ihn einfach biestig. Ich reagiere auf Temperaturumschwünge mit Migräne (gottseidank nicht annähernd so schlimm wie sonst mit allen Rundherum-Begleiterscheinungen, dafür langanhaltender) und bei der Hitze geht mir der Kreislauf ein. So auch letzte Woche. 3 Tage konnte ich nur daheim liegen (im Sitzen wurde mir schon schwummerig), und ein Einkauf endete mit einer plötzlichen höheren Erdanziehungskraft. Es ist absolut eklig, dieses Gefühl, dass einem die Luft ausgeht und der Brustkorb zusammengedrückt wird und man die Lungen nicht voll kriegt, dazu diese leichte… „Panik“ gleich umzufallen, vor allem wenn man merkt dass es an den Rändern vom Blickfeld anfängt schwarz zu werden. Bäääh, grässlich. Ich werd dann auch ganz zitterig und fahrig, und finde den Zustand einfach nur widerwärtig. Aber von dem fiesen Kreislauf-KO abgesehen gibts auch die „milde Form“, momentan dadurch geprägt, dass mir auf Knopfdruck alle Poren im Körper schlichtweg „auslaufen“, ich habe das Gefühl zu kochen, vor allem an den Füßen, und kriege mich kaum runtergekühlt. Ich könnte jetzt noch mehr ins Detail gehen, warum ich Sommer und Hitze HASSE, aber ich sags mal positiv: Herrje, freu ich mich was auf den Herbst!!!!!!!!!!! ❤

Nebenbei muss ich auch sagen.. dieses „ich fühl mich gar nicht richtig schwanger„, was ich wochenlang so hatte.. also das ist nun rum. Auch wenn mich grad keine Zipperleins nerven, ich merke einfach dass nicht alles so geht wie vorher. Der Bauch ist mir gelegentlich im Weg (beim Tisch sitzen zB), ich merke dass da was „blockiert“ wenn ich mich bücke, oder das Ziehen wenn ich mich strecken will. Manche Dinge werden langsam anstrengender und ich erledige jetzt schon viel im „Schongang“ (allem voran das Hinlegen/Umdrehen im Bett!). Ich denke… so langsam bin ich auch *wirklich* schwanger 😉 Trotzdem gehts mir nach wie vor wirklich gut, und ich will keineswegs jammern! Ich bin wirklich dankbar, ich kann es gar nicht oft genug betonen, dass ich eine so unkomplizierte Schwangerschaft haben darf, wenn ich da so manches von anderen höre….

Wobei mir das übrigens aufgefallen ist, dass es dennoch ein wenig anders ist alles, war beim Streichen vom künftigen Kinderzimmer. Es ging nicht so schnell wie ich wollte, und ich war auch nicht so beweglich wie gewohnt. Daher hab ich bisher auch erst 2 Wände geschafft, und musste dann hitzetechnisch zwangspausieren. Naja, egal, hab ja noch Zeit…. bis jetzt siehts aber so aus:

Die violetten Vorhänge bleiben natürlich nicht, ich hab die nur extra mitfotografiert, damit die Farbe besser erkennbar ist. Trotzdem ist sie auf dem Bild nicht exakt getroffen, es ist ein klein wenig geblicher und etwas „knalliger“, wie Neon-Erbse aber nicht übertrieben… Mehr dann im September mit den Möbeln! 😉

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Auf bald,
Hummelchen

26.SSW · Beziehung · emotions

Verlieben…

Ich hab nun schon länger überlegt, ob ich das schreiben soll, und ob ich es überhaupt so formulieren kann, dass es nicht irgendwie falsch rüberkommt und ich für diese Gedanken und Gefühle verurteilt werde… Hm.

Oft lese ich, wie sehr werdende Mamas ihr Bauchbabys „lieben“ würden, und jedes Mal hat sich dann bei mir fast ein wenig schlechtes Gewissen eingeschlichen. Vielleicht ist das ein wenig zu viel der Genauigkeit oder Goldwaagen-Tum, aber wenn ich so ganz genau und kritisch nachfühle… Ich weiß nicht, ich habe nicht das Gefühl, dass ich dieses Wesen schon „liebe“, denn mit der Definition bin ich sehr streng.

Bitte versteht mich nicht falsch… von der ersten Sekunde an, als ich wusste, dass dieses Baby unterwegs ist, und auch davor als prinzipiell die Möglichkeit bestand, ist es mir eins der wichtigsten Dinge in meinem Leben. Ich würde alles tun und alles geben damit es ihm gut geht und es gesund zur Welt kommen darf, und ich würde niemals niemals irgendeine meiner „Befindlichkeiten“ oder Wünsche vor das Wohlergehen meines Babys stellen. Aber ist das schon Liebe?

Ich meine,… ich tu mir schwer mit der Vorstellung, weil ich diesen Minimenschen doch noch gar nicht kenne. Ich liebe seine Existenz, ja, … aber ihn selbst? Nehm ich die Definition zu genau, reicht es, die Vorstellung zu lieben, dass da ein Menschlein kommen wird? Die Frage hab ich mir oft gestellt, wenn eben wieder ein wenig schlechtes Gewissen auf dem Vormarsch war. Bin ich ein schlechter Mensch, oder eine schlechte Mutter, weil ich nicht grade raus sagen kann: ich liebe mein Baby?

Besonders schwer war das wohl zu Beginn, weil ich die ersten 12 Wochen fast nicht mal gewagt habe, mich überhaupt zu freuen. Daran, eine Beziehung zu diesem Minimenschböhnchen aufzubauen, konnte ich schwer arbeiten, weil ich mich schlicht nicht getraut hatte. Natürlich Blödsinn, selbst diese unsinnige Vorsichtshaltung hätte mich nicht „geschützt“ wenn etwas schief gegangen wäre, aber ich konnte eben einfach nicht.

Mittlerweile sieht die Sache aber auch wieder anders aus: ich spüre meinen kleinen Sohn in mir treten, sich drehen und rumwuseln. So sehr das auch alles gedämpft sein mag durch die olle Plazenta und meinen eigenen Speckmantel… Ich spüre ihn! Und was noch viel erstaunlicher ist… ich spüre ihn auf mich reagieren. Ich spüre, dass er inne hält, wenn ich mit ihm rede.. Eigentlich find ich das doof, ich will ihn ja dazu animieren, weiter zu strampeln. Aber wenn ich dann still bin merke ich sofort wieder etwas von innen. Und dann rede ich wieder, und er hält still, als würde er mir zuhören. Als er beim CTG schreiben so wild strampeln musste, ließ er sich auch „beruhigen“ (das mag vielleicht überinterpretiert sein?) durch Zureden und Bauchstreicheln. Irgendwie, diese… Interaktion, so banal (und möglicherweise auch gleich mal völlig falsch interpretiert) sie auch sein mag.. irgendwie bringt uns das… näher.

Ich merke, wie es ganz fluffig in meinem Bauch wird, wenn er sich nach einer ruhigen Phase mit einem Tritt meldet, ganz genau wie Verliebtheits-Schmetterlinge. Ganz plötzlich, und auch wenn es nur für einen Moment ist, da sind alle anderen Gedanken weg, ich muss lächeln und die Hand auf den Bauch legen, wenn ich alleine (oder in vertrauter Gesellschaft) bin, rede ich dann auch kurz mit ihm. Es ist so schön, dass wir uns gegenseitig wahr nehmen können, und ich habe nun den perfekten Vergleich, wie sich das anfühlt:

Mein Freund und ich haben uns per Internet kennen gelernt, und ein halbes Jahr, bevor wir uns sehen konnten, haben wir nur auf diese Weise kommunizieren können. Wir konnten uns nicht mal die Hände schütteln, geschweige denn umarmen, und trotzdem.. hab ich mich in dieser Zeit in ihn verliebt, und das Warten, bis ich ihn endlich tatsächlich umarmen dufte, schien mir quälend lange. Und ich fühle mich gerade wieder erinnert.

So ähnlich geht es mir nämlich grade wieder. Ich weiß noch nicht ganz genau, wer da auf mich zukommt, welcher kleine Mensch da ab November mein Leben maßgeblich bestimmen wird, aber… ich kann es nicht mehr erwarten, denn ich verliebe mich jeden Tag ein Stückchen mehr. In 100 Tagen…

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Auf bald,
Hummelchen