37.SSW · 38.SSW · 39.SSW · 40.SSW · Babybauch · Schwangerschaft

10. Schwangerschaftsmonat (2.0)

Auch dieser begann verdammt anstrengend, mit den letzten Arbeiten vom Umzug. Genau 20 Tage vor ET hatte ich alle Wände im Haus fertig gestrichen (und weil sich darüber so viele aufregen: grade stehen und mittels Teleskopstange den Arm hoch und runter bewegen is bei Gott weniger anstrengend als dieselbe Zeit einen Einjährigen zu bespaßen!!), aber natürlich gab es noch entsetzlich viel Chaos, Kisten die ausgeräumt werden mussten, mit fehlenden wichtigen Dingen fürn Haushalt (WO verdammt sind die Kaffeetassen drin!!!??).

Mittlerweile ist alles soweit fertig, auch alles fürs Baby, nur etwas ganz Wichtiges ist nach wie vor verschollen: die Kiste mit den Milchpumpen. Ich könnte im Dreieck springen. Ich weiß sie MUSS da noch wo sein, aber ich finde sie schlichtweg nicht! Im Keller sind natürlich noch -zig Kisten, aber eigentlich sind die sortiert, und die übrigen sind solche, die auch eingekistet bleiben können. Wenn ich da tatsächlich überall reinschaun muss *theatralisch ohnmächtig werd*….

Aber zurück zum Thema… Entsprechend gings mir auch körperlich (und psychisch!!!!) nicht so pralle. Die Symphyse meldet sofort zurück, wenn ich ihr zuviel zugemutet habe, und ich hab so viel Wasser in den Beinen dass nachts schlafen seit Wochen sehr schmerzhaft ist. Ich kann nur auf der Seite liegen, und die ist sofort taub, nach etwa 5 Minuten. Auch muss ich die ersten beiden Stunden im Bett etwa im 20-Minuten-Takt aufs Klo, rausgedrücktes Wasser entsorgen. Spaß ist anders.

Irgendein Problem hat wohl auch mein Becken auf der rechten Seite, wann immer ich rechts liege fängt da genau in der seitlichen Beuge ein widerwärtiger Schmerz an, wie ne Mischung aus Muskelkrampf, Seitenstechen und Hexenschuss. Zuerst dachte ich schon, ich hätte irgendwie komische Wehen, aber da auch nach 10 Minuten Dauer-Schmerz keine Pause kam, war das vom Tisch. Höher und anders lagern mittels Kissen hat nichts geändert. Ich kann also nur noch links rum schlafen, was das Ganze noch blöder macht.

Meine Verdauung hatte auch schon bessere Zeiten, aber ist im Rahmen. Mein Appetit hat große Schwankungen: mal gar kein Hunger, mal könnte ich reinhaun wie.. naja, könnte! Mein Magen hat keinen Platz mehr, wenn ich auch nur etwas über Hunger esse, dann drückt er so ans Herz dass ich mich wahnsinnig unwohl fühle, weil ich den Herzschlag so spüre, und Magenschmerzen bekomme. Führte dazu, dass ich vor Weihnachten auch ein wenig abgenommen hatte, aber ich denke die Kekse und das Raclette zu Silvester haben das wieder ausgebügelt… -.-
Nahezu „Heißhunger“ hab ich die letzte Woche auf Äpfel entwickelt, und zwar Boskoop. Nur die! Dieses schön säuerliche, knackige, aber doch weiche.. mmmmhhhh.. Jeden Abend muss einer sein. 😉 Interesse an Süßigkeiten hab ich dafür glücklicherweise nicht, mit Ausnahme von Waffeln, nachdem ich ein sündhaft leckeres Rezept gefunden hatte.

Die Babybewegungen werden immer weniger. So wenig, dass ich manchmal da sitze und mich sorge. Nur Schluckauf hat der Kleine sehr regelmäßig. Ich habe das Gefühl, dass er waaahhnsinnig weit „innen“ und „unten“ liegt, und ich kaum noch was von ihm mitbekomme. Er verschwindet gerade wirklich völlig in Bauchmitte.

Und wie siehts mit Geburtsbeginn aus? Nun…
Senkwehen hab ich seit über 2 Wochen sehr sehr häufig. Der Bauch wird dabei so bretthart, dass ich manchmal nicht mehr weiß wie ich sitzen und atmen soll. So als wären alle Muskeln bis zum Zerreißen dauer-angespannt. Nicht schmerzhaft, nur tierisch unangenehm. Seit einigen Tagen kommt dabei auch ein gewaltiger Druck nach unten zustande. Ich weiß nicht, ob das Baby dabei einfach nur so ins Becken bohrt, oder ob das wirklich von der Wehe selbst kommt, aber es führt zu stechenden „Schmerzen“ im Beckenknochenbereich auf der Unterseite. (Schmerzen mit Gänsefüße, weil es kein schlimmer Schmerz, aber eine sehr deutliche Missempfindung ist.) All das kommt sehr häufig übern Tag (so 3-4 mal die Stunde etwa, mal deutlich häufiger, mal paar Stunden gar nicht), hat aber von der Qualität her weder was „wellenartiges“ noch Wehencharakter. Ist also nur Vor-Geplänkel. Aber zumindest wohl die nächste Stufe vom Vorgeplänkel.
Verlässliche Anzeichen gibts eigentlich keine. Der Schleimpfropf ist noch da wo er sein soll (zumindest habe ich nichts Gegenteiliges bemerkt). Nur Hormone scheinen ein paar mehr rumzufliegen als sonst – die Brüste spannen gelegentlich und ich sammel Pickel. Der gesamte „untere Bereich“ ist geschwollen und sehr empfindlich (und wohl gut durchblutet, Rasieren gibt daher und mangels Sicht immer ein kleines „Blutbad“), das aber schon seit einiger Zeit.

Ich hoffe einfach nur, dass der Kleine nicht lange überzieht. Der Mann hat diese Woche noch Urlaub, danach wäre ich den ganzen Tag mit dem Kind alleine zu Hause. Abgesehen davon, dass ein Geburtsbeginn dann echt einfach *uncool* wäre (für diesen Notfall würden aber sofort auch die Schwiegers aus der Arbeit heimfahren, die einen kürzeren Weg haben als der Mann, der gut mal 2 Std brauchen kann, je nach Zug), so ist auch schon im Normalzustand mit den Dauer-Senkwehen aufs Kind aufpassen höllisch anstrengend und unangenehm. Ein paar Daumen könnte ich also brauchen! 😉

Go, Baby, go !!!

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Auf bald,
Hummelchen

39.SSW · Schwangerschaft

Das Warten

Heute hat die 39. Woche begonnen, die offiziell vorletzte. Um den Dreh in 14 Tagen sollte als mein Baby kommen.

Ich bin jetzt aktuell noch nicht sonderlich ungeduldig. Irgendwie ist das komisch, da sind zwei sehr widerstrebende Tendenzen – auf der einen Seite hätte ich gern noch ein wenig „Ruhe“, ich möchte noch alles hier soweit eingeräumt und sauber haben, und dann noch ein paar Tage Leerlauf zum Kraft tanken, bevor ich das Baby zur Welt bringe. Auf der anderen Seite wird es von Tag zu Tag beschwerlicher, die Nächte sind ein einziger Alptraum, und von ständigen Schmerzen und Herumwälzen geprägt. Den ersten „guten“ Schlaf bekomme ich so ab 5h morgens etwa, und ich bin so wahnsinnig dankbar, dass das Kind grade so lange ausschläft, denn somit reicht das. Aber schön ist es halt nicht.

Auch tagsüber werde ich immer unbeweglicher. Die fast nonstop-Senkwehen verhindern, dass ich mich irgendwie sinnvoll bewegen oder stillhalten kann, mir tut ständig der Magen weh, und ich kann trotz gelegentlichem Hunger kaum essen. Schon zum letzten Arzttermin hatte ich etwas abgenommen (die Weihnachtskekse haben das aber bestimmt wieder ausgebügelt *hust*). Ich fühl mich insgesamt körperlich waaaahnsinnig unwohl, als hätte ich irgendeine steife Rüstung an, und ich kann es nicht erwarten sie endlich abzulegen.

Das Baby ist seit etwa einer Woche auch äußerst ruhig geworden. Das ist insofern gut, als dass Tritte und Gestrampel mittlerweile doch gut weh tun, schon wenn er Schluckauf hat werde ich ungeduldig, weil das Gefühl einfach so „heftig“ ist. Andererseits war ich das viele Bewegen so gewohnt, dass ich oft dasitze, in mich reinhöre, und frage „gehts dir auch gut, ja???“. Aber ich weiß ja, selbst wenn sie draußen sind macht man sich nicht weniger Sorgen, also bewerte ich das nicht über.. 😉

Hier ist auch noch nicht mal alles babyfertig, übrigens. Ich muss noch den Stillkissenbezug waschen, und die Schlafsäcke. Ich hab einige, aber war eigentlich mit keinem Neugeborenenschlafsack so riiichtiiig zufrieden, werde also vielleicht doch noch einen anschaffen (Empfehlung, irgendwer?). Eigentlich soll man die Kleinen ja gar nicht soo dick einpacken, aber wenn ich dran denke, wie die im Krankenhaus die ersten Tage schlafen – bei 22° aufwärts Raumtemperatur und mit nem Kissen als dicker Decke oben drauf.. Und ich will ja nur ambulant, dann hab ich dieses Bündelchen grade eben geborenes Baby daheim, und dann wäre ihm vielleicht auch noch kalt ??? 😦

Auch das Beistellbettchen ist noch nicht montiert, genauso wie die Nonomo. Der Autositz parkt noch in irgendeiner Kiste. Ich muss noch das Notfall Fläschchen auskochen und die Milchpumpe finden. Es ist noch einiges zu tun. Trotzdem hab ich das Gefühl – ich sollte mir nicht mehr allzu viel Zeit lassen…

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Auf bald,
Hummelchen

39.SSW · Gedanken

ET-8 (Naaaaiiin!?)

Irgendwie wurd meine Gefühlswelt gestern arg gebeutelt… Und das, obwohl ich wirklich kein sehr extravertiert-emotionaler Mensch bin, nicht jedermann im Alltag meine Gefühle aufm Tablett serviere, ich heul nicht bei jeder Gelegenheit, und auch in der Schwangerschafts war ich keinen (außergewöhnlichen) Gefühlsschwankungen unterlegen. Aber gestern, da ging mir die Flatter.

Angefangen hats damit, dass wir beim Mann morgens einen Ausschlag festgestellt hatten, Oberkörper und Rücken. Lauter kleine rote Flecke, wie -zig Mückenstiche, rot (weder rosa noch knallrot), und manche etwas größer, hell in der Mitte und leicht schuppig. Ich schau ihn an, und mir schießt das Blut aus dem Gesicht. Ach-du-Scheiße. Bitte nicht.

Ich bin kein Arzt, aber meine erste Frage war natürlich: Bitte sag, dass du als Kind schon die Windpocken hattest??! [Weder er noch seine Mutter konnten sich erinnern, ging wohl in der Erinnerung an die massive Neurodermitis-„Anfälle“ unter]

Ich glaub ich kriegs kaum in wenige Sätze, was mir seither durch den Kopf rasselt: Ich selbst hatte sie definitiv schon, besteht also keine Gefahr, aber ich würde natürlich nie mein Neugeborenes in die Nähe von jemandem lassen, der grade Windpocken hat, Muttermilch hin oder her. Ich glaub ich war so voller Schock und Angst, dass ich allein deswegen nicht weinen hätte können. Ich hab den völlig entspannten Mann (es juckt ja nix!) dann zur Hausärztin genötigt, die ihrerseits mal rein gar nix dazu sagen konnte. Nicht müde, nicht krank, nicht juckend? Na dann sinds wohl keine Windpocken, aber WAS es ist oder dass es definitiv unbedenklich ist, das konnte sie auch nicht sagen. Sie meinte, wir warten ab, vielleicht kommt ja noch was. (mein Gedanke: Und wenns nicht besser und nicht schlechter wird, was dann???) Ihre einzige Idee war, dass das vielleicht eine Folge der Magendarmgeschichte vor 3 Wochen sein könnte (mein Gedanke: Haut ist ein Ausscheidungsorgan, ja, aber heißt das nicht dass in dem Fall die Leber, die dafür eigentlich zuständig wäre, nicht tut wie sie soll? Wie wärs mit nem Blutbild????). Leider war ich nicht mit, um meine Kritik und Sorge zu äußern (oder Idee: Immunstatus Windpocken, vielleicht? Kann man da nicht auch n Titer bestimmen? Würd das nicht schon mal die Frage klären, OB er es nun hatte oder nicht??)

Was blieb, sind meine Gedanken. Nach Recherche vom Freund handelt es sich wohl am Wahrscheinlichsten um Röschenflechte, was völlig unbedenklich wäre. Ich hoffe nur, dass wir noch an nen Hautarzttermin rankommen, der das bitte-danke noch VOR Geburt bestätigt. Ich habe wenig Hoffnung, das letzte Mal haben wir 3 Monate gewartet… 😦
[Edit 29.10.: habens nicht ausgehalten, Mann war „notfallmäßig“ im Krankenhaus, und der Dermatologe hat die unbedenkliche Röschenflechte bestätigt.. PHEWW!]

 

Mein Arzttermin gestern war dafür unspektakulär: CTG gut, unauffällig. Tastbefund: fingerkuppendurchlässig (yeeeah *g*). Ärztin meinte, er scheint sich noch gut wohl zu fühlen, und sie tippt nicht auf baldigen Geburtsbeginn (aber natürlich habe sie keine Glaskugel, ich könne grad rausgehen und Wehen bekommen..). Überhaupt war sie gestern total nett: der nächste Termin ist bei der Vertretung, weil DO ja Feiertag, und sie am FR nicht da, und ich komme dann erst MO nach ET wieder zu ihr (wenn denn). Für den Fall, dass wir uns nicht mehr sehen hat sie mir alles Gute gewünscht, gesagt ich solle dann im neuen Jahr einen Check-Termin ausmachen und AUF JEDEN FALL den Kleinen mitbringen, sie will ihn ja auch sehen. „Oder noch besser… wenn Sie grad in der Gegend sind, schauen Sie doch schnell rein.“ Fand ich echt süß 🙂 Hihi.

Es bleibt also immer noch spannend (mehr als mir lieb is..).

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Auf bald,
Hummelchen

39.SSW · Beziehung

Countdown… ET-9 (der PAPA!)

Gestern abend beim auf der Couch sitzen fällt mir ein: oh, ich müsste ja eigentlich einen Countdown starten!? Ich bin trotzdem nach wie vor so ausm Bauch raus der Meinung, dass ich noch ein paar Tage mehr als diese 9 vor mir hab, aber egal, dann zähl ich eben aufwärts 😀

Weil ich inhaltlich heute sonst nichts zu berichten habe (außer dass mich seit 2 Nächten mein Lavendel im Stich gelassen hat *gäähn*), heute mal ein paar Gedanken zum werdenden Papa. Da muss ich vielleicht ein wenig weiter ausholen, und an den Beginn unserer Beziehung zurückblenden… Ich war damals mitten im Studium, hatte gerade den ersten Abschnitt abgeschlossen, und motiviert (fertig werden, fertig werden, aaahh!) in den 2. gestartet. Mein Leben drehte sich natürlich hauptsächlich ums Studium, aber ich wusste schon ganz ganz ganz genau, dass ich auf jeden Fall und unbedingt Kinder haben wollte, besser früher als später. Mir war klar, dass das während des Studiums nicht geht (schon mal rein wirtschaftlich-rational betrachtet, aber auch was den Rückhalt meiner Familie betrifft, da hätte ich eigentlich auf kaum jemanden zählen können – ich war zu der Zeit ja noch in Österreich), aber damit hatte ich ein wenig gehadert.. Ich war 20, und wusste, so bald wird das nix mit Babys und so. Aber 20 ist ja noch soo jung, und in wenigen Jahren bin ich ja fertig, und DANN, ja DANN gibts ein Baby.

In meinen Freund hab ich mich damals ziemlich schnell ziemlich ordentlich verliebt.. Ich weiß nicht genau, wie ich das sagen soll, aber ich war selbst da ein wenig rational, wenn man das so sagen kann, und habe mir vorab schon Gedanken gemacht „ist das der Eine?“ – und nein, andere Männer, und auch mein erster Freund vor ihm, haben dieser Prüfung nicht standgehalten, und ich war trotzdem liiert (aber mit ziemlich deutlichen „Grenzen“, ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen). Dieser Kerl da aber, den ich (blöderweise!?) über ein PC-Spiel kennen gelernt hab, der hat mir den Kopf verdreht. Schon bevor ich ihm die Hand schütteln konnte, und trotzdem sagte mein Kopf: erst mal schaun obs so bleibt wenn ihr euch wirklich SEHT. Gefühlsmäßig war ich ihm aber zu dem Punkt schon so „verfallen“, dass es mich arg mitgenommen hätte, wenn unser Treffen enttäuschend ausgefallen wäre. Und dann war er endlich bei mir, und ich war so extrem nervös… „da ist er, da ist ER! Und ja, er riecht toll, und er fühlt sich toll an beim Umarmen, und und… ach du Schande, was mach ich denn jetzt nur????“ Meine Güte, ich war ein Wrack 😀 Und der Kerl – total cool, offensichtlich. Entspannt, aber fast schon distanziert. OhGott. Ganze 2 Tage war ich der Meinung .. toll, der is enttäuscht von dir, der hat sich das anders vorgestellt. Aber eindeutig wars nicht, und ich war viel zu feige die Karten mal auf den Tisch zu legen, was anzusprechen oder gar irgendwas zu „tun“. Schließlich musste ich mich als ich kurz zur Uni musste unterwegs auch noch von meiner Oma verspotten lassen, warum ich denn nix mach wenn ich Gewissheit will „ein GuteNachtKüsschen in Ehren, das kann niemand verwehren,“ sang sie, und ich konnte nur entsetzt „Omiii!!!!“ rufen ob ihrer in-den-Arsch-Treterei. Heut bin ich ihr aber dankbar und weiß: ER hätte vermutlich eh nix gemacht *lach* Jedenfalls hab ich mich noch am selben Abend beim Filmgucken angelehnt (gaaanz vorsichtig, sonst wär mir das Herz irgendwo beim Kehlkopf rausgesprungen vor lauter Panik), und das war dann sozusagen der Eisbrecher.. Der Kerl war nicht abgeneigt, er war nur feige und schüchtern. -.-

Also, um den Bogen zurück zu kriegen…. ich war total vernarrt in diesen Mann, und wir haben uns mehr oder weniger bereitwillig (hatten halt keine Wahl) durch insgesamt 4 Jahre Fernbeziehung ge“quält“. Für mich waren die Wochen ohne ihn immer Hölle, er hats ein wenig besser weggesteckt, aber schön fands von uns wohl keiner. Hätten wir gekonnt wie wir wollten, wären wir vermutlich nach einem Jahr oder vielleicht zweien zusammengezogen. Was heißen will – wir haben die Sache schon sehr ernst gemeint, und das hieß für mich auch: Jaaa, dieser tolle Mann wird einmal der Papa von deinen Babys! Wenn da nicht… und hier schiebt sich eine kleine Regenwolke über diese schöne Geschichte – der tolle Mann das völlig anders gesehen hätte. Als wir das erste Mal über so Dinge wie Familie sprachen, da war seine Haltung noch „nöö, brauch ich ned, eigene Kinder mag ich keine haben“ – mir ist schier die Kinnlade davongeflogen. WAS ?! Ich hab dann recht bald recht klar gestellt, dass das für mich … nun, indiskutabel ist, oder wir schauen müssen wo wir da zusammenkommen, weil ich auf JEDEN FALL Kinder will. Er hat sein Veto dann ein wenig aufgeweicht – na, im MOMENT könne er sich das halt unter keinen Umständen vorstellen, schließe aber nicht aus, dass sich das vielleicht in ein paar Jahren ändern würde. Hatte mir in dem Moment gereicht. Bis sich das Ende meines Studiums ankündigte, und ich irgendwie immer im Kopf hatte „danach aber gleich“. Ich hab sicher nicht nur einmal geheult, als klar war, dass ER noch nicht so weit war, ich kann mich auch an eine Phase erinnern, in der ich wirklich verzweifelt war. Aber was soll man machen, ich kann ihm ja auch nicht den „Babyjetzt“-Knopf drücken. Und als er sich dann entschied, einen neuen Ausbildungsweg einzuschlagen, war auch klar, dass der Babyplan erneut ein paar Jahre auf Eis liegt. Hatte ich schon ein wenig dran zu knabbern, aber nützt ja nichts, und im Endeffekt wars ja egal warum, wenn er nicht bereit dazu war, dann war das eben so. Wenigstens war er soweit, dass er klar sagte: Kinder ja, aber noch nicht jetzt.

Schließlich kam dann das Ende der Ausbildung in Reichweite, und … wir begannen tatsächlich aktiv mit der Babyplanung. Ich weiß nicht, ob ihm ganz wohl dabei war, zumindest war er noch nicht überzeugt davon, dass es jetzt sein MUSS, aber er hatte auch nichts mehr dagegen, und wusste, wie sehr mir dieser Wunsch in jeder Gehirn- und Herzwindung steckte. Angesehen hat man ihm diese ersten Bastelmonate nicht viel, aber ich glaube es hat sich schon etwas getan bei ihm. Auch er war zeitweise enttäuscht, wenns nicht geklappt hatte, und als wir unser erstes Baby verloren haben, hat ihn das sehr getroffen. Ich denke an diesem Punkt war ihm klar: oh, es bedeutet ihm mehr als er geahnt hätte.

Die neue Schwangerschaft hat ihn daher gleich ganz anders erwischt: er war von Beginn an so Feuer und Flamme, dass es schon fast ein Kraftakt war, ihn vom Erzählen vor der 12. Woche abzuhalten. Quasi von Anfang an ist er geplatzt vor Stolz, und hat sich auf sein Baby gefreut. Dennoch wurds die letzten Wochen viel intensiver: er ist derjenige, der (fast mehr als ich) ständig Babyverkaufsportale wälzt, Rezensionen zu Babyphones liest.. und jaaaa, er ist derjenige der im Shop ein Bärchenmützchen mit Ohren nicht mehr zurücklegen will, obwohls viel viel zu groß war. („Aber das hat Ooohren! Guck doch mal!! *säusel*“) Und nun ist er es, der quietschende Laute von sich gibt, als er den heiß ersehnten Bärchen-Overall sieht (mannomann *kicher*). Vor allem in letzter Zeit wurde er stetig immer nervöser und aufgeregter, aktuell ist er deutlich hibbeliger als ich (irgendwie hab ich die Ruhe weg), kriegt zeitweise richtige Nervositäts-Schübe und ist fest davon überzeugt dass wir spätestens in 9 Tagen Eltern sind (waaarten wir mal ab *G*). Ich selbst kann so eine fast.. „Total-Wendung“ über die letzten Jahre kaum glauben, aber ich denke, überraschter ist wohl tatsächlich er selbst. Und auch wenn mir sehr früh klar war, dass er mal ein toller, fürsorglicher und beteiligter Papa wird (hey, ich bin beruflich Diagnostiker *g*), dämmert ihm selbst erst jetzt, dass es so ist. Na, wenn das kein Grund ist Hummeln im Hintern zu haben?! ;-D

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Auf bald,
Hummelchen