Baby · emotions · Schwangerschaft

Hey Baby!

In dieser Schwangerschaft hat es irgendwie sehr lange gedauert, bis ich so einen ersten Bezug zu meinem Kind aufbauen konnte. Natürlich habe ich mich riesig gefreut schwanger zu sein, keine Frage! Aber ich habe mir die Schwangerschaft nicht so recht „geglaubt“.

Regenbogenbaby

Vielleicht liegt das doch an dem Verlust der letzten Schwangerschaft. Es war niemals eine Anlage für ein Baby zu erkennen gewesen, und insofern war dieses niederschmetternde Gefühl eher die furchtbare Enttäuschung als die Trauer um ein Kind, aber irgendwie hat mich das viel mehr aus der Bahn geworfen als meine erste Fehlgeburt. Vielleicht habe ich „zu lange“ gewartet um wieder schwanger zu werden und dem Schrecken zu viel Raum und Zeit gegeben, vielleicht liegt es auch daran dass mich mein Körper so gräßlich im Stich gelassen hat, also zumindest für mein Gefühl.

Wie auch immer, dieses Kind, mein Regenbogenbaby (so nennt man gelegentlich Kinder, die nach einer Fehlgeburt erwartet werden – nach Regen kommt Sonne, und das ergibt ein… <-) wurde sehnlichst gewünscht, aber mein Herz konnte ich noch nicht reinhängen. Da war zu viel Angst, Vorsicht und Zurückhaltung, obwohl ich eigentlich nie ein schlechtes Gefühl hatte. Aber so richtig darauf einlassen konnte ich mich doch nicht.

Hey Baby!

Der Knoten platzte irgendwann so gegen Ender der 19., Anfang 20. Woche. Zwar hatte ich mein Babylein schon sehr viel früher gespürt, aber die Bewegungen werden nun doch etwas „konkreter“, und was das Beste ist: ich kann mein HeyBaby-Spiel mit ihm spielen. Das geht eigentlich sehr simpel. Ich warte bis es irgedwo strampelt, stupfe dann dort in den Bauch und rufe ihm „Hey Baby!“ zu. Sehr oft ergibt sich dan nein rhythmisches Zurückstupsen, das eine ganze Weile so geht. Ich habe den Eindruck, dass Baby das irgendwie „mag“, denn wenn ich gezielt einige Zeit nicht mehr reagiere kommen richtig wilde Strampler in die Richtung, so als würde es eine Reaktion einfordern. Ich finde das so unglaublich zauberhaft, dass ich mich regelmäßig konzentrieren muss nicht feuchte Augen zu bekommen.

Außerdem spiele ich dem Baby fast jeden Abend nun seine Spieluhr vor. Ich habe mich schon länger nach einer umgesehen, kann aber viele tpyische Melodien nicht so wirklich leiden. Vor einiger Zeit wurde ich dann beim dm fündig, und ich LIEBE sie! Sie sieht genau so aus wie ich sie wollte, nämlich dezent und mit mint, und sie spielt „Guter Mond“. Herrlich.

Jedenfalls habe ich gelesen, dass nun die Nervenzellen im Gehirn des Babys ausreichend mit Myelin beschichtet sind, um ein Gedächtnis zu entwickeln. Ist das nicht einfach unglaublich? Mein Baby ist noch nicht mal auf der Welt und hat ab jetzt eine „Zeitschiene“, eine Erinnerung an die Vergangenheit. Natürlich nicht so wie man das so von sich kennt, aber Gedächtnis funktioniert nicht ohne Vergangenheit. Das ist so irre, dieses winzige kleine Minimenschlein!? Jedenfalls nutze ich das, und spiele ihm seine Spieluhr vor. Hoffentlich kann es sich dran erinnern wenn es geschlüpft ist.

Verlieben

Dieses Bewusstwerden des Menschenlebens in mir, das Wissen dass da mein Kind in mir wächst, und dass es auf die Welt kommen und zu unserer Familie gehören wird, das ist genau der Zeitpunkt an dem ich mich anfange zu verlieben. Beim Großen kam das sehr spät, beim Kleinen sehr früh, und nun so mittig, aber dafür mit einer Wucht mit der ich nicht gerechnet hätte. Ich war ein wenig enttäuscht dass es eben nicht früher passiert ist, dieses Verliebtheitsgefühl zu diesem Wesen, aber habe mich damit getröstet dass ich mich auch generell eben nicht so einfach auf die Schwangerschaft einstellen konnte. Und nun, ganz plötzlich, setzt es also ein. Ich sitze fasziniert und sprachlos da, und spüre dieses Kind, und stelle mir vor wie es ist, es in meinen Armen halten zu dürfen. Wie es neben mir im Bett liegen würde, wie ich es stille, es wickle, ihm vorsinge. Wie ich es mit seinen großen Brüdern bekannt mache, und oh, allein bei dem Gedanken könnte ich losheulen. Ich bin grade so voller Vorfreude und Lust auf dieses Kind dass ich gar nicht weiß wohin mit diesen heftigen Gefühlen. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich April wird, und ich dieses Wunder richtig kennen lernen darf. Mein Kind…

Auf bald!