Familie · wmdedgt

#WMDEDGT 04/18

Habe ich das eigentlich im März gemacht? Ich bin mir grade nicht sicher.. hhmmm…. Na egal, heute denke ich wieder dran, und los gehts! Dieser hier wird für mich wohl insofern spannend, als es (ziemlich sicher) der letzte vor Geburt unseres Babys sein wird (OHMEINGOTT!).

Mein Tag im April

Mein Tag begann um kurz nach 6, als Steinböckchen rief, dass er aufs Klo müsse. Eigentlich haben wir die Abmachung, sobald es hell wird dürfen sie mich deswegen nicht mehr rufen sondern gehen bittedanke alleine. Natürlich ist der Hintergedanke, dass ich dann nicht mit Neugeborenem neben mir noch zusätzlich für begleitete Toilettengänge der Großen geweckt werde, aber es nervt auf den jeweils schlafenden Bruder wenn der andere rumplärrt, obwohl man noch fast eine Stunde schlafen könnte. Heute ging die Rechnung mal wieder leider nicht auf, aber wenigstens hat er den Großen nicht geweckt und schläft anschließend noch bis fast 7. Die Buddys der Kinder haben den „Wecker“ auf 7 Uhr gestellt, dann ist Aufstehzeit.

Nach dem gestrigen Katastrophentag war ich ein wenig grund-angespannt, aber der Morgen mit den Jungs lief einigermaßen normal. Einziges Ärgernis waren die kleinen Tröpfchen, die die Katze im ganzen Haus verteilt hat – wieder mal Blasenentzündung. Der Termin beim Doc ist leider erst heute Spätnachmittag, und ich werde mich noch den ganzen Tag darüber ärgern und mit Putztüchern rumlaufen. Unter meinem Schuh finde ich eine kleine Pfütze. JAAA verdammt, ich habe es verstanden, Tier!! Oaarrrr….

Vor der Eingangstüre finde ich einen riesen Stapel Kartons, den der Mann dort seit einer halben Woche züchtet statt ihn in den Keller zu räumen, und ärgere mich darüber, was ich ihn auch umgehend wissen lasse. Dann gehts mit den Kindern in den Kindergarten. Den Hügel rolle ich mehr hinauf als ich ihn gehe. Ich merke wie unfassbar schnell ich aus der Puste bin und fühle mich komplett wal-ig.

Zuhause gibt es für mich erst mal Frühstück: ein riesiger Smoothie mit Spinat, Bananen, Kokoswasser und Ananas. Ich räume ein wenig in der Küche auf, und sortiere anschließend ein wenig Post und Formulare. Ich lese nochmal schnell drüber, ob alles soweit ausgefüllt ist (Elterngeld und sonstiger Mist), denn nach der Geburt möchte ich nur noch das ergänzen, was ich jetzt nicht ausfüllen kann. Check!

Dann versumpfe ich ein wenig auf der Couch, klicke mich durch Youtube und erweitere meine Playlist zur Geburt. Danach rappele ich mich hoch und mache den wöchentlichen Küchen-Großputz (nur ohne nass zu wischen, weil Katze…) mit gleichzeitigem „Ab-ostern„.

Bald ist es auch schon an der Zeit die Jungs vom Kindergarten abzuholen. Heute sind sie zu Hause glücklicherweise friedlich, miteinander und auch mit mir. Puh! Der Große spielt mit seinem Lego und der Kleine ist ein wenig gnatschig. Ich mach den beiden ein Lego Hörspiel an, worin das Rumpelstilzchen richtig versinken kann. Er sitzt meist einfach da und guckt verträumt vor sich hin (bzw. aus dem Fenster).

Irgendwann zwischendrin oder davor oder danach (hey, es ist ein paar Stunden später, die Information gibt mein Gehirn nicht mehr her) staubsauge ich unten. Steinböckchen kuschelt sich danach zu mir auf die Couch und fordert Rückenkraulen ein. Ich liebe das ja, er liebt es, aber leider… pennt er zielsicher ein dabei. So auch natürlich diesmal. Seufz.

Ein paar Minuten geb ich ihm, dann wecke ich ihn wieder und richte den beiden einen Snackteller. In der Zwischenzeit schäle und schneide ich schon mal die Kartoffeln fürs Abendessen. Ich werde eine extra große Portion kochen, weil es sich super einfrieren lässt und für mich das perfekte warme Mittagessen, in Hinblick auf die erste Zeit mit Baby. Steinböckchen bekommt Lust, mitzumachen und gibt sich richtig viel Mühe, gleich große Stücke zu schneiden.

Dann kommt der Mann nach Hause und fährt mit Katze und Kindern zum Tierarzt. Ich nütze die Zeit um im ganzen Haus (mit Ausnahme der Schlafzimmer, weil da keine Katzen drin sind) ordentlich überall den Boden nass zu wischen. Ganz schön anstrengend mittlerweile! Normalerweise teile ich das immer in Portionen, je nachdem welcher Bereich im Haus an welchem Tag meiner Putzroutine dran ist. Anschließend mache ich mich gleich ans Kochen.

Die Männer kommen sehr zackig wieder nach Hause, Katze wurde mit Antibiotikum betankt, und für die gesamte Fellmannschaft gibt es eine Runde Flohmittel und Entwurmung, damit das noch erledigt ist bevor das Baby kommt.

Dann ist es auch schon Zeit für mein herrliches One Pot Curry. Irgendwann muss ich mir das Rezept notieren, denn ich habe es ursprünglich nur als Video in Facebook, vergesse aber von einem zum anderen Mal wie es geht und wo ich das Video gesehen hatte. Was für ein Stress! Dabei ist es soooo köstlich! (Die Kinder haben glücklicherweise Reste von gestern und vorgestern, aka Schupfnudeln und Nudeln, die sie vorziehen, aber dem Kleinen schmeckt erfreulicherweise die Soße des Currys sehr gut.)

Beim gemeinsamen Sandmännchen schauen hatte ich heute wieder Glück, es kam meine geliebte Schmusedecke, juhu! Danach machte der Mann die Kinder bettfertig und ich las ihnen noch eine Geschichte vor, bevor es ins Bett ging. Ich hatte danach noch riesen Heißhunger auf Vanilleeis mit heißen Himbeeren und gönnte mir eine Portion, bevor ich nun diesen Post fertig tippe. Vermutlich werde ich heute nicht mehr allzu viel machen und früh schlafen gehen, denn wir bekommen morgen Nachmittag Besuch und da wirds bestimmt etwas wilder, da kann es nicht schaden, ausgeschlafen zu sein!

 

Soo, das war es mit meinem heutigen Tagebuchbloggen. Übrigens ist dieses Mal ein Jubiläum der wmdedgt-Reihe, guckt doch mal hier vorbei!

Auf bald!

Familie · wmdedgt

#WMDEDGT 03/18

Uuund wieder ein Monat vorbei. Glücklicherweise war der kack Februar ein kurzer. Und looos gehts mit Frau Brüllens „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“.

Mein Beispiel-März-Tag

Dieser Tag startete mit einer Notfallplanung mitten in der Nacht. Steinböckchen, dem es eigentlich gestern schon wieder ganz okay ging leidete nachts sehr, weinte schlimm und klagte über Halsschmerzen. Dabei dachten wir doch, wir hätten jetzt diese Erkältung überstanden? Bitte nicht eine Angina draus werden lassen… Es gab ein Ladung Ibu, und wir Eltern planten: ich hätte montags einen Termin beim Frauenarzt, kann also nicht zeitgleich zum Kinderarzt. Termin verschieben ist halt immer so eine Sache… Wir entschieden, dass der Mann daheim bleibt und mit dem Kleinen zum Arzt geht.

Den Rest der Nacht schlief selbiger durch, erwachte bester Laune und fieberfrei. Hmp. Ich meine, ich freue mich, aber… Egal. Wir machen uns alle tagfein, der Große geht in den Kindergarten, ich zum Gyn und der Kleine mit Papa zu unserem Hausarzt – ne Angina ausschließen kann der auch auf die Schnelle, vor allem da wir nicht mehr daran glauben.

Beim Arzt darf ich mein süßes Knuffelgesicht-Baby bewundern, das genau so aussieht wie der kleine große Bruder. Ein süßes Kinn (aber null Hals!), schöne (und grinsende!! :D) Lippen, eine winzige Nase (eher wie der große große Bruder), und die Augen hatte sie beim Grinsen und Handlutschen feste zusammen gekniffen. Ich war echt platt, wie man sie bewundern konnte, auch wenn das Standbild das niemals wiedergeben kann. Auch sonst ist alles in Ordnung und ich gehe fröhlich los zum Einkaufen.

Leider bekomme ich nicht alles was ich brauche (Gummiband verdammt nochmal, so schwer kann das doch nicht sein!), aber packe ein wenig Schnickeldi für mich ein – ein Lippenstift und eine Mascara – und ein Bienenbuffet, da ich es im Herbst nicht geschaffte hatte, Zwiebel zu pflanzen. Ich erfahre, dass beim Steinböckchen auch alles bestens ist, und fahre dann mit Lebenmitteln und Bäckerkram nach Hause.

Daheim brunchen wir gemütlich (Mann und ich hatten nicht gefrühstückt), ich futtere zu viel (aua), und gönne mir dann ein wenig Auszeit auf der Couch, während der Mann am PC dingelt und der Kleine im Spielzimmer sein Unwesen treibt. Ich hatte vom Rossmann so Ninjago-Figuren-Kreisel Dinger mitgebracht, und er war schonmal im Himmel.

Wie immer sobald ich auf der Couch liege werde ich von Schlaf überrannt und werde grade noch rechtzeitig wach um nicht völlig verpeilt im Kindergarten anzukommen, um den Großen zu holen. Daheim freut er sich über sein süßes Teilchen vom Bäcker und noch mehr über seine Figur („LLOYD!!!“ nonstop, im fünfgestrichenen C oder so und in Flugzeuglautstärke). Der Mann baut mit ihnen die Kreiseldinger auf, und ich brate auf der Terrasse in der Sonne.

Es ist soooo WARM! Schnell sitze ich nur mit T-Shirt da, spüre regelrecht, wie sich meine Sommersprossen explosionsartig vermehren (oh no…) und freue mich, dass sich die frechen Meisen beim Futtern überhaupt nicht von meiner Anwesenheit stören lassen – auch vom Kater nicht. Also entweder sind die echt hungrig, haben echt viel Gottvertrauen, oder der Futterplatz ist echt so gewählt dass sie sich dort sicher fühlen. Wie auch immer, nach ein wenig Nichtstun juckt es mich in den Fingern und ich lackiere die übrigen Teile meiner Kästchen. (Auf dem Foto bin ich übrigens nicht ganz plötzlich ergraut, das auf dem Bild oben ist Farbe in meinen Haaren…. -.-)

Draußen ist es so herrlich, dass es fast nicht zum Aushalten ist nach dem wochenlangen Ekelwetter, das wir krank drin verbracht haben. Der Mann sonnt sich, die Kinder spielen.

Und da ich lackieren und streichen liebe, und der blöde Zaun so blöd aussieht und so bedürftig…. lackiere ich da auch ein wenig rum. Irgendwann ist aber die Zeit rum, und grade das unten streichen doch so anstrengend, dass eine Unterbrechung Sinn macht.

Ich bringe den Großen zum Fußballtraining (der Kleine setzt diese Woche noch aus sicherheitshalber, auch wenn er draußen nicht mehr zu bremsen war), quatsche ein wenig mit anderen Mamas und verbringe eine halbe Stunde daheim mit weiterem Gammeln, um dann koche ich schonmal die Nudeln fürs Abendessen, während der Mann das Rumpelstilzchen holt.

Nach dem Essen geht es ins Bad die Kinder bettfertig machen, unter viel Gezeter und Geschrei, da nun eben nicht mehr Ninjago gespielt werden kann. (Stöööhn.)

Meinen Abend werde ich nun mit ein wenig Bloggen, und vielleicht Nähen verbringen. Das einzige Gummiband, das ich ergattern konnte, ist nicht der Brüller und ich weiß noch nicht ob ich damit sinnvoll arbeiten kann. Ich werde noch die Vesperboxen für die Jungs vorbereiten und vermutlich ein paar Handgriffe im Haushalt machen, auch wenn ich das Meiste eher für morgen geplant ist, wenn ich vormittags allein bin und Ruhe dafür hab.

Das war heute also ein eher untypischer und sehr ruhiger, wundervoller Tag. Ich konnte viel erledigen, hatte viel Ruhe, die Jungs waren friedlich… hachz. Davon würd ich ja mehr nehmen!

Mal sehen, wie der Tagebuchtag im April so aussieht…

Auf bald!

Familie · wmdedgt

#WMDEDGT 02/18

Ich habe mir das schon gefühlte million Mal vorgenommen, aber noch niiiemals geschafft. Aber dann ist mir die letzten Mal beim „Wochenende in Bildern“ aufgefallen, dass ich dazu neige eben mehr ein Wochenend-Tagebuch zu schreiben, als ein paar Bilder mit wenigen Worten zu kommentieren, und dass mir tagebuchbloggen wohl Freude machen würde. Das hat mein Hirn zum Anlass genommen, am 5. des Monats an dieses Vorhaben zu denken.

Die Idee dahinter ist natürlich schon ziemlich cool, und ich ertappe mein früheres Ich schon hin und wieder beim Gedanken, nur mit Kind(ern) zu Hause, bitte… was tut man denn dann wirklich den ganzen Tag über? Tatsächlich habe ich keine langweiligen oder leeren Tage, und es lohnt daher vielleicht doch, ein wenig davon festzuhalten.

Mein Tag heute

Da stellt sich schonmal die Frage, wann der begann. Mitternacht? Ja, ok, macht Sinn. Insgesamt war ich diese Nacht 8 mal auf, seit ziemlich genau 24/00 Uhr. 4 (von insgesamt 8 oder 9) Mal war ich dran mit Dienst beim Rumpelstilzchen, der fies erkältet und extreeem unleidlich und pienzig war, und ca alle 45min nach uns rief – Klo gehen, Durst, husten, kann nicht schlafen, zu warm, zu kalt, Kopfweh, repeat. Seufz. Aber ich weiß ja selbst, wie schrecklich vor allem die erste Erkältungsnacht ist, und kurz nach selber Kranksein weiß ich es noch besonders lebhaft. 4 weitere Male musste ich selbst auf, um aufs Klo zu gehen und/oder zu trinken. An der gefühlt trockenen Luft im Schlafzimmer bin ich schier verreckt, bekam trockenen, schmerzenden Hals und musste ständig trinken.

Der Tag begann entsprechend viel zu früh mit einem wachen Steinböckchen, der von den nächtlichen Unruhen so GAR nichts mitbekommen hatte. Mit viel Zureden vom Mann konnten wir dann noch Ruhe bis 7 Uhr rausschlagen, dann ging nichts mehr. Achja, der Mann war heute auch daheim! Der ist nämlich selbst seit gefühlt ewig am kränkeln, und hatte am Wochenende so starke Schluckbeschwerden dass er dann doch mal den Arzt aufsuchen wollte. Heute ging es ihm zwar wesentlich besser, aber ich bin trotzdem froh, dass er daheim war.

Als der Kurze schon fertig für den Kindergarten war meinte er nur lässlich: miss ihm doch mal Fieber. Ich tat das ab: neein, wieso, wozu, warum denn bitte? Ich bekam nur ein lapidares „mach halt mal“ mit Schulterzucken kombiniert, und zückte augenrollend das Messgerät. Kurz darauf blinkt mich eine gelbe 38,9 an, ich starre ungläubig darauf. Neeein… Neeeeeeeiiiin! NAIN!!! Ich versuche diese Hiobsbotschaft vorsichtig in mir aufzunehmend: 2 kranke Kinder daheim. Doppeljackpot.

Wenigstens war er erstaunlich gut drauf, und der Große vorerst fieberfrei, und so ging es zum Frühstück, wo kaum einer 2 Bissen aß. Ich leuchtete sicherheitshalber mal den Rachenbereich aus und beäugte die Zungen. Okay, keine pinke Zunge, Mandeln leeeiicht geschwollen/gerötet, aber kein Belag/weiße Krater. Also vorerst mal kein Kinderarzttermin nötig. Ich hoffe sehr, dass wir ums Antibiotikum rumkommen, und dass sie trotzdem ab Donnerstag wieder fit sind. Meine eigene Erkältung hatte sich aber so eklig nach Seitenstrangangina angefühlt, dass ich noch ein wenig zittere, obs nicht bei den Jungs doch ne Mandelentzündung wird, aber zumindest Scharlach (gabs zuletzt gratis im Kindergarten laut Anschlag) scheint kein Thema zu sein. Ein paar Daumen würde ich gern nehmen!

Danach ging der Mann zum Hausarzt, die Kinder vor die Glotze (ja, sorry) und ich ab ans Putzen. Ich hatte schon seit Tagen einen solchen Ekel vor meinem Bett, ich sag regelrecht die Viren darauf Parties feiern, und auch sonst hatte ich die 2 Wochen davor praktisch gar nichts geputzt, nur das was sich nicht irgendwie vermeiden ließ. Oben war als mega Chaos angesagt, und die Staubmäuse hüpften nur so umher. Einmal alles Staubwischen, Betten beziehen, Staubsaugen, Teppiche ausklopfen, Stoßlüften, das übliche Programm. Ich war damit etwa knapp zwei Stunden beschäftigt, und die Jungs feierten das Kika-Programm. Ich hatte mir schon vorab fest vorgenommen, deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben, die Gefahr einer virenverseuchten ungeputzten Wohnung schätzte ich heute größer ein als nen halben Vormittag vom Fernseher.

In dem Zuge kam mir die Idee, im Kinderzimmer 2 Teile auszutauschen, und schob den Schreibtisch an den ehemaligen Platz vom Sitzsack. Jawohl, so war das besser! Dem grade heimkommenden Mann kam dann noch die Eingebung, das Bett vom Kleinen auch zu verschieben, und nun passt es wirklich viiiel besser! Natürlich hab ich vergessen ein Foto zu machen, aber das kommt noch!

Glücklich über die Sauberkeit schickte ich über den Vormittag verteilt noch 2 Ladungen Wäsche durch die Maschine (einer davon logischerweise Bettwäsche), und hängte davon im Wohnzimmer und Schlafzimmer der Jungs auf, um die Luftfeuchtigkeit ein wenig nach oben zu kriegen. Da noch ein paar Brösel Schnee auf der Terrasse lagen, die bestimmt am Nachmittag von der Sonne erledigt werden würden, beschlossen wir kurz nach draußen zu gehen. Natürlich ging das nur für ein paar Minuten, aber Frischluft schadet ja auch krank nicht.

Anschließend verbrachte ich den Vormittag bei ordentlich knisterndem Feuer mit den Jungs kuschelnd und Bücher lesend auf der Couch, bis es Zeit war, Mittagessen zu machen – sehr früh, denn die Meute hatte groooßen Hunger (kein Wunder). Es gab für mich gemischten Salat, für die anderen Maultaschen mit Salat.

Danach wollten die beiden Hörbücher in ihren Betten hören, und der Mann und ich genehmigten uns Kaffee. Da im Zimmer mehr geblödelt als geruht wurde, kamen die beiden überdrehten Fieberhasen wieder nach unten. Eine dritte Ladung Wäsche kam in die Waschmaschine. Steinböckchen spielte ein paar Minuten begeistert Lego, Rumpelstilzchen blätterte in seinem Drachenlexikon, und der Mann lernte ein wenig für seine Fortbildung. Nach kurzer Zeit brach der Kleine aber in einen Weinkrampf aus, vermutlich war ihm alles zu viel, schwer zu sagen was nun wirklich der Anlass war. Er wollte sich dann auf Biegen und Brechen nicht trösten lassen, aber irgendwann war er doch so erschlagen, ließ sich in meine Arme fallen, und schlief einfach ein. Ich lag zwar beschissen, schlief aber kurz darauf mit ein (hust). Rumpelstilzchen war von der Ruhe angesteckt und selbst ganz still, lag rum, döste, und jaaaa ich habe etwas später sogar den Mann dabei ertappt wie er über seinem Skript kurz wegdämmerte!

Um 3 wurde ein Steinböckchen wach, der weiter machte womit er aufgehört hatte – verzweifeltem Weinen. Ich nötigte ihn zu ein paar Schlucken Wasser, nahm seine Temperatur (knapp 39, also eigentlich nicht soo tragisch), versuchte es vergeblich mit Trösten und knackte ihn schließlich mit Hustenbonbons. Puh! Danach gab es den Joghurt mit den Knusperflakes, den sie sich als Nascherei vom Einkaufen am Samstag mitnehmen durften, und danach sah die Welt schon wieder viel besser aus!

Der Mann besorgte dann noch schnell was vom Supermarkt, denn wir hatten beschlossen, uns heute ein Soulfood Abendessen zu gönnen. Im Krankenlager beschäftigten wir uns damit, dem Kater seinen geliebten Spielball zu werfen (er apportiert mittlerweile ganz brav), Bücher zu schauen und Pumuckl Hörbücher zu hören. Ich amüsierte mich über eine Super Bowl Werbung mit Peter Dinklage.

Dann machte ich mich schon an die Vorbereitung des Hefeteiges und buk eine knappe Stunde später jede Menge Waffeln. Dazu gab es heiße Himbeeren und Eis. Die Kinder mümmelten ordentlich, und auch wir Erwachsenen ließens uns schmecken (ächz stööhn). Anschließend rollten wir vollbäuchig nach oben, die Kinder wurden vom Zucker befreit, schlafbereit gemacht und in ihre Betten gesteckt, wo wir noch ein Paw Patrol Buch lasen. Dann gabs noch eine Runde Nasentropfen und Brustsalbe.

Lange haben sie heute im Schlafzimmer nicht geredet, und rumalbern gabs auch nicht – Gottseidank! Hoffentlich können sie sich gut gesund schlafen. Ich tippe nun noch diesen Post (gehe dazwischen hoch zum Steinböcken, das Übliche, KloDurstNaseputzenetc), und werde heute nicht wie geplant Schnittmuster basteln, sondern auf der Couch versacken, danach recht früh ins Bett gehen. Ich bin ziemlich erschlagen, und morgen wartet ein wichtiger Arbeitstag auf mich, für den ich viele Nerven brauchen werde.

Ich hoffe euer Tag war weniger gammelig und lazarettmäßig?

Auf bald!

Ernährung · Familie

Ewige Essensplanung

Seit vielen Jahren gibt es bei uns einen Wochenplan mit dem für den jeweiligen Tag geplanten Essen. Das machen wir irgendwie seit gefühlt immer, auch vor den Kindern. Ich glaube, ich habe das schon zu Studienzeiten gemacht – damals sicher weil es einfach nötig war um zu wissen, wie lange das Geld noch reicht. Aber auch von extremen Sparmaßnahmen abgesehen kann ich es einfach nicht leiden, entweder dauernd einkaufen gehen, oder alternativ Lebensmittel wegschmeißen zu müssen (passiert so eh auch genug, dass was schlecht wird und weg muss, aber bei ungeplantem Kochen halt in ganz anderem Ausmaß).

Ofenkartoffeln mit Dips und Antipasti

Es ist so etwas wie mein Ritual, immer freitags diese Liste zu erstellen, nach der dann am Samstag groß eingekauft wird, planmäßig so, dass höchstens einmal unter der Woche noch leicht verderbliche Sachen wie Gemüse, oder bei viel Nachfrage klassischerweise Obst nachgekauft werden müssen. Wirklich Spaß macht das nicht, es dauert auch bis man alle Wünsche berücksichtigt hat, und oft genug nervt es mich, dass der ganze Kram immer an mir hängen bleibt und ich dann letztendlich doch am Essenstisch an vielen Tagen lange Gesichter sehe.

Ich habe mir also überlegt, wie ich dieses System überarbeiten könnte, was es braucht um es für mich zu vereinfachen, und was für die Kinder und daher auch die ganze Familie gut wäre. Meine Überlegungen waren dazu folgende:

  • es gibt viel zu selten Salat „dazu“ bei uns. Wir essen öfter mal Salat als Hauptmahlzeit quasi, für die Jungs dann mit Veggie-Würstchen oder Maultaschen, aber ich hätte gerne öfter Salat dazu eben. Meist nervt mich die Mehrarbeit beim Zubereiten aber sehr, und auch den Salat einzuplanen.
  • die Kinder essen praktisch gar kein gekochtes Gemüse. Meist versuche ich dann, viele verschiedene Varianten anzubieten um es ihnen schmackhaft zu machen, und bei Erwachsenen mag das ja auch funktionieren, entspricht aber eher nicht der typischen Entwicklung von kindlichen Essgewohnheiten – akzeptiert wird da ja eher, was immer wieder angeboten wird und dann auch irgendwann gewohnt ist.
  • Gemüse, das mir wichtig wäre, dass sie es auch essen, weil wir viel damit kochen bzw gerne kochen würden, ist: Mais, Erbsen, Pilze, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Avocado, und besonders Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Kichererbsen)
  • Die Kinder akzeptieren praktisch immer Nudeln, und an Tagen wo es mir wichtig ist dass sie sich ohne Gezeter voll essen können, soll es Nudeln als Hauptgericht geben (zB nach dem Fußballtraining oder am Freitag, damit sie Samstag morgens nicht wegen leerem Magen früh aufwachen *hust*)
  • Ich möchte mehr Rohkost anbieten, wenn ich weiß, dass es Essen gibt, das sie für gewöhnlich ablehnen; ich mag es einfach nicht, wenn sie stattdessen scheibenweise Brot futtern (sie futtern dann eben den ganzen Tag nur Brotbrotbrotbrot), aber ich will dass sie einigermaßen satt werden ohne eine Stunde später wieder Hunger zu haben; extra kochen will ich aber auch nicht, also muss eine Lösung her -> rohes Gemüse nehmen sie meist an, wenn ihnen das gekochte nicht schmeckt.
  • Ich möchte gezielter Reis-Kartoffel-Nudeln-sonstiges als Beilage abwechseln.
  • Alles soll einfach zubereitet werden können, ohne großen Aufwand. Auch der zeitliche Planungsaufwand soll sich reduzieren.
  • Ein Tag die Woche soll offen bleiben für Sonderwünsche oder Experimente.
  • Die restliche Woche soll auch für die Kinder transparent und vorhersehbar sein, sodass sie wissen, was essenstechnisch auf sie zukommt.
Sesam-Karotte-Nudeln, Gurkensalat mit Guacamole Dressing

Beim Versuch, all das zu berücksichtigen, entstand mein vorläufiger

Ewiger Essensplan

Ich kenne die Idee schon länger, allerdings sehr restriktiv und streng. Da gibt es beispielsweise 5- oder 6-Wochen-Pläne, die genau so immer eingehalten werden. Man weiß dann jeden Tag immer was gebraucht wird, man kann viele Vorräte schon für den ganzen Monat gezielt einkaufen ohne ein großes Lager zu benötigen, und sowas macht sicher für viele Sinn. Mir ist es jetzt doch ein wenig zu streng, und ich habe für uns eine „light“ Version gebastelt. Natürlich vorläufig, darf immer ergänzt und verändert werden.

Ich habe mich als Erstes dafür entschieden, jedem Wochentag ein eigenes Essens-„Motto“ zu verpassen. Montag ist schnelle-Nudeln+Salat Tag (muss nach dem Training in wenigen Minuten fertig oder vorbereitbar sein und gern gegessen werden), Dienstag ist Kartoffeltag, Mittwoch Reis+GemüseTag, Donnerstag ist süß, Freitag Nudeln mit Soße, Samstag ist Suppentag, und am Sonntag ist Zeit für Aufwändiges, Besonderes oder Neues.

Pilz-Lauch-Risotto

Im nächsten Schritt wollte ich für jeden Typ-Tag einige Gerichte finden, die im Rad durchgekocht werden. Natürlich ist die Reihenfolge nicht streng, richtet sich nach Saisongemüse, Appetit und Kühlschrankresten, aber ich habe eben einen begrenzten Pool aus dem ich wähle. Bisher sieht das so aus:

MONTAG „Schnelle Nudeln mit Salat“

Nudeln mit grünem Pesto; Nudeln mit rotem Pesto; Nudeln mit Frischkäsesoße; Nudeln mit Ei und TK Gemüse; Nudeln mit Avocado Rucola Pesto; Feldsalat mit Maultaschen
Salate: grüner Salat, Gurke-Guacamole, Karottensalat, Tomatensalat, Gurkensalat, Feldsalat

DIENSTAG „Kartoffeln“

Spinat, Salzkartoffeln und Spiegelei; Püree, Falafel und Salat; Ofenkartoffeln mit Kräuterquark und Antipasti; Kichererbsencurry; Chili; Senfeier; Zucchini-Kartoffel-Sonnenblumen Pfanne

MITTWOCH „Reis und Gemüse“

Pilz-Brokkoli-Tofu BBQ Pfanne; Risotto; China Pfanne; Pilz-Zucchini-Paprika-„Hack“ Pfanne

DONNERSTAG „süß“

Schupfnudeln mit Apfelbrei; Mohnnudeln; Milchreis; Griesbrei; Waffeln/Pancakes mit Obst; Palatschinken mit Marmelade/Vanillecreme; Germknödel

FREITAG „Nudeln mit Soße“

Carbonara; Veggienese; Lasagne/Auflauf; One Pot Pasta; Erdnusspfännchen mit MieNudeln; Scharfer Rotkraut-Mozzarella Auflauf, Nudeln mit Sesam+Karotte, Käsesoße

SAMSTAG „Suppe“

Linsen-Karotten Suppe; Urli Suppe (Kartoffel/Karotte mit Einbrenn); Zucchini-Kokos-Suppe mit Backerbsen; Erbsen-Brokkoli-Suppe mit Veggiewiener; Blumenkohlsuppe mit Focaccia; Nudel-Tomaten-Eischlag Suppe

SONNTAG „Besonderes“

Blumenkohl-Mais-Karotten Gemüse in Mandelsoße; Geschnetzeltes mit Gemüse und Pommes; Pizza/Flammkuchen; Semmelknödel mit Tellerlinsen/Schwammerlsoße; Krautfleckerl; Pilzsoße mit Gnocchi; Fenchel-Kartoffelpuffer; Spargel, Kartoffel und Buttersoße; Gorgonzolaspargelnudeln; Quesadillas; Schnetzel Stroganoff Art; Gerollter Ofenpfannkuchen; Pizzaschnecken; sticky China Pfanne

Reibekuchen mit Apfelbrei

Das ist nun die vorläufige ewige Liste, die nun seit 2 Wochen in Testphase ist. Direkt flog schon was raus, nämlich süße Reibekuchen – viel Aufwand und fielen kläglichst durch den kindlichen Geschmackstest – zack, weg. Bei ein paar Tagen ist die Variation recht klein (Suppe oder Reis), was aber Absicht ist, da ich denke dass es besser wäre, die Rezepte wiederholen sich öfter. An Tagen, an denen es Süßes gibt, oder die eben gezielt für neue oder spannendere Gerichte reserviert sind kann die Liste ruhig lang sein, bzw wachsen. Süß wird immer gegessen und ab und an was Neues testen ist ja auch mal nett.

So, nun interessiert mich natürlich ob ihr auch mal an eine ewige Liste gedacht habt, vielleicht sogar eine habt, oder ob die Idee komplett neu für euch ist. Eventuell hab ich ja sogar irgendwem Lust auf sowas gemacht? 🙂

Auf bald!

 

Familie

Schwarzweiße Fellknäuel

Ich komm einfach mit gar nix hinterher.. Schon längst überfällig sind diese (überhaupt nicht mehr so neuen) Neuigkeiten – wir bekamen felligen Zuwachs! Luna (die weiß-schwarze Katze) und Fion (schwarz-weißer Kater) sind aus dem Tierheim, keine Geschwister trotz der Ähnlichkeit und des gleichen Alters, und mittlerweile schon fester Bestandteil unserer Familie!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Kleinen halten uns ganz schön auf Trab und machen ein höllisches Durcheinander (meine Güte, kleine Katzen haben so einen extremen Zerstörungsradius!), aber wir haben sie schon feste ins Herz geschlossen. Vor allem die Jungs lieben die beiden abgöttisch, und man muss ihre Liebesbekundungen öfter mal bremsen… Trotzdem sind sie tolle Spielgefährten für einander. Nun müsste nur noch Cayleigh aufhören die Megazicke zu geben… Seufz.

Auf bald!

emotions · Familie

Mach’s gut, Tibo

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, weil mir ein mächtiger Kloß den Hals zuschnürt, und ich noch gar nicht einsehen will dass es nun wirklich und endgültig so ist. Aber ich fange am Besten am Anfang an.

Obwohl meine damals schon sehr alte Katze von Österreich in unsere erste gemeinsam Wohnung in Deutschland übersiedelt war, wollten wir noch eine dazu haben. Sie war zwar nicht mehr so fit, aber ganz allein in einer Wohnung war sies auch nicht gewohnt, und so zog im Sommer 2009 ein süßer kleiner frecher Fratz bei uns ein. Wir haben ihn augenblicklich ins Herz geschlossen, und er uns auch. Anfangs wollte er praktisch immer auf oder bei uns schlafen. Wie so ein Baby halt!

Ein paar Wochen später durfte auch noch seine etwas jüngere Halbschwester zu uns, und wir nannten sie Cayleigh. Die beiden waren ein Herz und eine Seele, unzertrennlich. Es tut so weh, sich das vor Augen zu führen, aber so ist es. Es gab sie immer nur im Doppelpack.

Tibo, der bald den Spitznamen Biepie hatte, weil er (zu seiner sonstigen Größe+Statur komplett unpassend, da 7kg schwer und riesig, Norweger halt) albern hohe Piepstöne von sich gab wenn er mit uns „sprach“, war der mit Abstand liebste Kater den ich je getroffen habe. So ein ganz typischer sanfter Riese. Er hatte eine Wahnsinnsgeduld, ließ alles über sich ergehen (von Kämmen über Medikamente und sonstige Behandlungen und jeden Unsinn den die Kinder sich für ihn einfallen ließen) und hat glaube ich sein gesamtes Leben kein einziges Mal gefaucht oder gar geknurrt. Krallen kamen nur zum Einsatz, wenn er sich heimlich zu einem auf den Schoß hochziehen wollte. Er liebte uns inbrünstig mit ganzer Katzenseele, da bin ich mir absolut sicher. Vor allem die Kinder waren ihm so nah, er kam jeden Tag sofort angelaufen wenn die Zimmertür aufging und ließ sie kaum anziehen weil er so aufdringlich Schmuseeinheiten einforderte. Sobald der Pyjama ausgezogen war kuschelte er sich auf den bis er endlich wieder gestreichelt wurde.

Vor einigen Wochen hatt er dann sehr sehr plötzlich stark abgenommen, und war innerhalb von etwa 2 Wochen schlimm runtergemagert. An einem Wochenende war er dann ganz apathisch und schwach, sodass wir gleich zum Tierarzt gefahren sind, wo es zuerst mal eine Ladung Antibiotikum gab, der Blutbefund aber ergab dass er Diabetes hatte. Wir sollten die richtige Dosis Insulin, die er benötigen würde, von unten rantasten und begannen ihm 2x täglich 3ml zu spritzen. Obwohl das sehr wenig war ging es ihm schnell merkbar besser, sodass er viel fitter wurde und auch wieder zunahm. Er kam uns wieder begrüßen wenn wir nach Hause kamen, holte sich seine Streicheleinheiten, freute sich auf frisches Futter und lag völlig entspannt in seiner Lieblingspose rum.

Gestern war nichts besonders. Er war etwas müde und schlurfig, bilde ich mich im Nachhinein ein, aber definitiv nichts Alarmierendes so wie es vor einigen Wochen gewesen war. Abends, als die Kinder im Bett waren ging ich auf die Terrasse, er kam mit. Nicht ganz eine Stunde später ließ ich den Blick über den Garten schweifen, und mein Herz stolperte kurz als ich ihn entdeckte, eigentlich wusste ich es sofort. Dabei lag er nur wie fast jeden Tag auf der Wiese. Ich bin sofort losgelaufen, habe ihn gerufen, aber keine Reaktion mehr erhalten. Als ich endlich bei ihm war und ihn zu mir zog, war er ganz warm und weich. Seine Augen waren noch nicht geschlossen, aber ich konnte keine Atmung oder Reaktion mehr feststellen. Ich muss ihn wohl genau in dem Moment gefunden haben, als er starb.

Ich lief sofort mit ihm am Arm nach drin zu meinem Mann, der dann noch meinte er hätte eine kurze Bewegung gesehen, auch wenn ich mir schon sicher war, dass er gestorben war. Wir haben dennoch bei unserem Arzt angerufen, der uns noch so schnell wir könnten in der Praxis erwarten würde. Eigentlich war es dumm, noch zu hoffen, aber gefahren bin ich trotzdem. Und sei es nur um später nicht denken zu müssen „vielleicht hätte es doch noch geholfen“. Tatsächlich konnte der Arzt nur bestätigen, was ich ohnehin schon wusste. Ich war mir sicher, dass seine Diabeteserkrankung wohl der Grund war, aber nach einer Untersuchung meinte er, dass es sehr auffällig wäre dass der Kater komplett weißes Zahnfleisch und Gaumen hätte, der Bauch sich schwammig aufgedunsen anfühlen würde, obwohl er eben erst gestorben war. Er ist sich sicher, dass er innere Blutungen hatte, am Wahrscheinlichsten wäre natürlich ein Autounfall, aber da weder äußerlich etwas zu erkennen war noch die Umstände davor dazu passen wollte, werden wir wohl nie eine eindeutige Antwort bekommen.

Aber eines weiß ich sicher, und damit werde ich mich nun zu trösten versuchen: er ist friedlich gestorben. Er war definitiv nicht nervös, das wäre mir aufgefallen. Er „kam“ auch sonst immer wenn er krank war zu uns, und es war deutlich zu erkennen wenn es ihm nicht gut ging. Sogar wenn er Blähungen hatte und gleich am Katzenklo verschwand kam er immer zu uns und schrie uns vorwurfsvoll an! Er war an dem Abend ganz entspannt mit mir nach draußen gegangen, hatte sich nicht verkrochen, mich nicht auf ihn aufmerksam gemacht, war eindeutig nicht nervös. Er muss wohl auf die Wiese gegangen sein und sich hingelegt haben, wie er es so oft tat. Das letzte was er also mitbekam waren das weiche warme Sommergras, Moosduft und die untergehende Sonne.

Vorwürfe habe ich mir dennoch gemacht. Wenn er Stunden davor irgendwie verletzt worden wäre, hätte ich das doch irgendwie merken müssen! Hätte ich nur achtsamer auf ihn geschaut als er mit mir rausging, das kann doch nicht sein dass man ihm eine Stunde vor seinem Tod nicht angesehen hat dass etwas nicht stimmt! Den besten Trost konnte da meine Herzfreundin spenden: selbst wenn ich es gemerkt hätte, wäre es vermutlich nicht anders ausgegangen. Ich hätte ihn auch dann erstmal vielleicht eine gute Viertelstunde beobachtet, dann hätte ich vielleicht den Arzt angerufen, wäre 15min mit ihm gefahren, und seine letzte halbe Stunde hätte er mit Angst beim Arzt verbracht. Dort hätte er höchstens Schmerzmittel bekommen oder wäre direkt eingeschläfert worden, oder hätte dort bleiben müssen für eine OP am nächsten Morgen, die er eh nicht mehr erlebt hätte. Nein … es ist dann wohl besser, dass er da einschlafen durfte, wo er sich immer so wohl fühlte.

Den Kindern mussten wir natürlich auch erzählen, was passiert war, und davor hatte ich richtig Angst. Der Große versetzte mir mit seinem „ich hab schon alle vermisst, euch und Tibo und Cayleigh“ gleich einen mächtigen Stich. Steinböckchen verstand nicht so recht, was das nun bedeutete, fragte immer wieder „und wenn Tibo dann nicht mehr tot ist?“, aber Rumpel weinte sofort laut und bitterlich los und schluchzte unaufhörlich „aber ich hab ihn doch so lieb, ich will ihn streicheln, ich vermisse ihn so“, und so weinten wir zusammen. Dank König der Löwen konnte ich so ein paar Zitate wiedergeben, dass Tibo uns von den Sternen aus beobachten kann, dass er immer in unseren Herzen sein wird und so weiter. Dem Kleinen reichte das, für den Großen war dieses Erlebnis ein richtiger Schock, und als Grübler, der er nun mal ist, stellte er sofort viele Fragen wie alt Tibo denn war, und wie alt Mama und Papa seien, und dass wir niemals Uroma und Uropa werden dürften damit wir nicht alt werden und sterben. Er kam natürlich auch bald auf den Gedanken, ob man denn nicht auch sterben könnte wenn man noch nicht alt sei, und es brauchte viel und lange bis ich den Eindruck hatte, dass er beruhigt war, einigermaßen eben.

Abends gestalteten wir zusammen den Grabstein. Ich hatte Tibo schon gleich morgens begraben, ohne die Kinder, wollte sie aber irgendwie mit einbeziehen und fand es für den Trauerprozess wichtig sich irgendwie rituell zu verabschieden. Zusammen malten wir also abends dieses Bild auf:

Man sieht hier Tibo (gelb, unten) auf der Wiese liegen, rechts davon unser Haus. Nach der ersten Sonne fragte Rumpel besorgt, ob Tibo die denn sehen könne, schließlich hat er ja nun die Augen zu… „Dann mal ich noch eine, wenn es zwei sind sieht er sie bestimmt!“

 

Ach mein geliebter Biepie, einen wundervolleren Kater hätte ich mir als Fellfreund für meine Kinder nicht wünschen können. Ich bin dir so dankbar für all das, was sie mit dir lernen durfte: Tiere zu lieben und von ihnen geliebt zu werden, zärtlich und achtsam mit ihnen zu sein, andere zu beschützen und für sie zu sorgen, und letztlich… um sie zu trauern. Ich bin so glücklich über die gemeinsame Zeit, die wir mit dir verbringen durften. Wir werden dich niemals vergessen, Knuffelbär.

Auf bald,
Hummelchen

 

Familie

Tschüss [Februar 2017]

Lange wars hier nun still, ich konnte so gar nicht ins Bloggen reinfinden. Ich kenne das leider von meiner ersten Fehlgeburt, dass die Monate danach irgendwie „versumpfen“, und auch wenn die Kids einen davon abhalten sich zu verkriechen, so merke ich doch dass sich mein Befinden auf vieles ausgewirkt hat, und mir gänzlich die Lust an Dingen, die ich sonst gern mag, genommen hat.

Ich habe allerdings auch gelernt, und konnte mir einigermaßen gut selbst helfen, habe nicht alle Fettnäpfchen bei der Bewältigung mitgenommen. Alles „unwichtige“, wie eben leider Bloggen, blieb aber auf der Strecke. Ich habe zwischendrin schon auch ein wenig geschrieben (Geburtstagsberichte zB), aber nicht die Muße gefunden daraus einen Post zu machen. Das möchte ich jetzt auch mal nachholen. Heute aber kommt ein Februarrückblick… Wollte ich das nicht eigentlich zur monatlichen Tradition machen? Tztz… 🙂


 
1  – Geburtstagspulli für den Mann genäht, Premiere!

2 – Katzenstreicheln hilft gegen Grippe

3 – Mini Polizist

4 – Ausgehselfie

5 – 33.Geburtstag vom Mann

6 – Rumpel mit seinen besten Freuden am Kinderfasching

7 – Rumpelritter

8 – Zoodels mit Pesto, superlecker

9 – das Typbild des Monats schlechthin

 

Tschüss Schnoddermonat Februar, und hereinspaziert März, auf dass du den Frühling einleitest (BITTE!)

.
Auf bald,
Hummelchen

Merken