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emotions · Geburtstag

Der schlimmste Kindergeburtstag ever

Ich glaube ich habe das schon beim Bericht zum 5. Geburtstag vom Rumpelstilzchen erwähnt, aber es hängt doch noch nach, und ich muss das nochmal irgendwo wegtippen.

Das Thema des Geburtstags war „Drachenzähmen/Dragons“. Entsprechend war alles vorbereitet und dekoriert.

Vorneweg muss ich aber sagen: nein, der Kindergeburtstag war nicht schlimm. Ich meine, man rechnet natürlich nicht mit entspannter stressfreier Zeit wenn man die eigenen Kinder plus 5 andere 5jährige daheim erwartet, alle vollgedröhnt von Geburtstagskuchenzucker und im Geschenke-Rausch. Man erwartet auch Streitereien, Gezanke um Spielzeug, und einer heult immer.

Praktisch ist nichts davon passiert. 4 von 5 eingeladenen Kindern kamen, brachten so tolle Geschenke dass Rumpel nonstop ausgeflippt ist vor Freude, spielten recht friedlich mit Spielzeugen und waren ganz knuffig zu beobachten. Nach dem Kuchenessen gings raus in den Hof, wo wir ein paar Spiele vorbereitet hatten. Ich war ja so glücklich dass es grade ein paar Stunden nicht regnete und wir nach draußen konnten, denn so ein Geburtstag Ende Oktober ist was das betrifft mal echt kacke.

Nunja, zunächst spielten wir „Wikingerrennen“, dazu versteckten wir ein Wurfschaf, und ein Kind bekam einen „Drachen“ zum Reiten (so ein Steckenpferd von Ikea). Damit musste dann herumgeflogen und gesucht werden, mit dem Schaf zurück zu einer Box und das Schaf dann da rein werfen.
Danach hatten wir einen Klassiker abgewandelt: ihr kennt das Spiel wo man dem Gegner einen ums Fussgelenk gebundenen Luftballon zertreten muss? Bei uns waren das gefährliche Dracheneier, die zerstört werden mussten, und wobei mein seinen Kollegen helfen musste.
Zuletzt musst noch ein wertvolles goldenes Ei zurück ins Nest getragen werden (Eierlauf mit Löffel und so). Das Ei war dann eben aus Schoko und durfte im Anschluss verzehrt werden.

Was soll denn schon ….

Danach wollten ein paar Kids noch ein wenig Fussball spielen, die meisten haben aber beschlossen wieder ins Haus zu wollen, und so gaben auch die beiden letzten nach. Einer kickte noch den Ball weg und lief dann hinterher. Und dann geschah…. es.

Bei uns im Hof steht so ein Pflanzkübel. Drin ist eigentlich nix, die Jungs sammeln da immer ihre „Schätze“, Stöcke und so. Dieses Ding steht halt da rum und hat Kanten und Ecken. Joa.

Besagtes Kind läuft also gradeaus, stolpert (ich vermute er ist an einer Steinkante hängen geblieben oder so), fällt, und.. kracht mit der Stirn an die Spitze des Holzdings. 2 Erwachsene standen zwar unmittelbar daneben, aber fang mal ein hinfallendes Kind. Wir bekommen also erstmal alle einen Schreck, das Kind weint, hält sich das Auge, und wir verenden ein wenig.

Natürlich haben wir ihn gleich getröstet, und wollten uns ein Bild vom Unfall machen. Am Weg zum Kind ging ich im Kopf schon mal in Windeseile durch: wo sind die Coolpacks, die Tücher für um die Coolpacks, brauchen wir wohl Pflaster, sollte ich ein fremdes Kind desinfizieren oder erst die Mama anrufen und…

… bumms. Das Kind macht die Hand beiseite und wir sehen ein dickes fettes Loch in der Stirnhaut.

Ich schwöre, ich weiß nicht mehr was die drohende Panikattacke abgehalten hat, in dem Moment wollte ich einfach wirklich nur noch sterben. Das ist so ein entsetzlich widerwärtiges Gefühl. Nach dem ersten entsetzlichen Schrecken „oh Gott das arme Kind hat echt eine üble Verletzung“, „Notruf ja nein??“ und „scheiße das ist nicht mein Kind wie soll ich es trösten“ bis „ich muss die Mama anrufen“ war mir sämtliches Blut aus dem Kopf gewichen und ich hätte mich am Liebsten heulend in Emryonalstellung in die Ecke gelegt.

Naja, geht halt nicht. Zuerst haben wir ein Taschentuch unter die Wunde gehalten, die aus irgendeinem verrückten Grund gar nicht mal SO arg blutete (dafür konnte man schön tief reinschauen, danke auch), mein Mann nahm den Kleinen auf den Schoß, meine Cousine schleuste die anderen Kinder nach drinnen und ins Wohnzimmer, ich organisierte sterile Binden und ein Coolpack und lief wieder nach draußen. Nach einem kurzen Check aufs Kind (okay, er kann gut stehen, Blut strömt nicht, er hat selbst keine Panik, kein Rettungswagen nötig) rief ich die Mama an, und bemühte mich, mir irgendwie meine eigene Panik nicht anmerken zu lassen und ihr trotzdem zu vermitteln dass sie sofort kommen soll. Ich glaube ich sagte irgendwas wie „dein Kleiner hat sich leider übel angeschlagen und er braucht dich hier dringend“.

Sie war dann auch schnell da, guckte beim Reingehen zwar besorgt aber noch gefasst, was sich schnell änderte als mein Mann die Binde beiseite nahm und sie die Verletzung sah. Im Nachhinein hat sie mir dann erzählt dass sie absolut kein Blut sehen kann. Uns war auch schnell klar dass sie definitiv nicht alleine mit dem Kind zum Arzt fahren kann, und wir setzten beide in unser Auto wo mein Mann sie in die Notaufnahme im nächsten KH brachte. Unnötig zu erwähnen dass dieser Tag Brückentag war und keiner der Kinderärzte der Umgebung in der Praxis, ne?

Drinnen sollte dann natürlich irgendwie weiter Geburtstag gefeiert werden, obwohl das wirklich das Letzte war wonach mir war. Es gab dann eine Reihe Bücher lesen und Stille Post spielen, ich war einfach so zittrig und fertig dass ich es nicht ausgehalten hätte wenn ein Kind noch irgendwo wild rumgeflitzt wäre. Ich bin den Kleinen soo dankbar, dass sie auch das freudig mitgemacht haben und die Party nicht durchgegähnt wurde.

Game over?

Zwischendrin hörte ich von meinem Mann, dass es dem Unglückskind recht okay ging, im Auto hätte er Sam gehört und sich dann ein wenig beruhigt, er musste nur weinen weil er Sorge hatte nicht mehr zum Geburstag zu dürfen (wtf!??). Er wurde dann ohne Wartezeit im KH genäht, und danach durfte er (MIT MAMA natürlich) wieder zu uns und konnte die Feier noch mit gemeinsamen Pizzaessen beenden.

Ich glaube ich bin mir sicher dass ich noch niemals ein so entsetzlich schlechtes Gewissen hatte, und am Liebsten im Erdboden versunken wäre. Die Mama vom Kind nahm es unfassbar cool, machte uns keine Vorwürfe und war nachdem der erste Schrecken abgeklungen war auch wieder entspannt (entspannter als ich alle mal) und zu Scherzen aufgelegt. Das Kind selbst war super drauf. (again, wtf?!?)

Ein paar Tage danach (ich erkundigte mich gefühlt nonstop wie es dem Kleinen ging, bin mir sicher sie tierisch genervt zu haben, aber fühlte mich immer noch wie Cersei mit der Nonne und der Glocke) meinte sie, dass sich der kleine Pechvogel freuen würde wenn er nochmal zu Besuch kommen dürfe, er hat so viel verpasst (sagte ich schon wtf?). Ich bin natürlich froh, dass er sich noch hertraut, und noch froher dass sich seine Mama das traut, aber… ich hatte ja sowas von Schiss vor diesem Treffen. Echt und ehrlich.

Es war gestern. Ich hab die Kids genervt indem ich ihnen nicht von der Pelle gerückt bin, aber sehr zu meinem Nervenwohl verlief alles super und zwischenfallsfrei. Es wurde viel Feuerwehrmann Sam gespielt und im Anschluss wollte der Gast auf Teufel komm raus nicht nach Hause gehen. Es war doch sehr… heilsam, möchte ich sagen. Ich hoffe ich habe künftig keine Angst mehr, wenn Kinder hier zu Besuch sind.

Für die Zukunft sind meine Erwartungen an Kindergeburtstage jedenfalls sehr niedrig. Solang keiner blutet ist alles spitze. Und wer weiß, vielleicht finden sies in 10 Jahren ja cool wenn man sagen kann „der Rumpel, der feiert Partys he, da is man schon mit 5 in der Notaufnahme gelandet!“

Und, eure schlimmste Kindergeburtstag-Erfahrung? Bitte sagt mir dass ich nicht die Einzige bin die desaströse Partys gibt! :-/

Auf bald!