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Freundschaften

Das Rumpelstilzchen war ja immer schon unglaublich .. wie soll ich sagen? Sozial, extravertiert, an anderen sehr interessiert. Mich überrascht das in  positiver Weise, weil er da so ganz anders ist als ich und ich nicht zu hoffen gewagt habe dass mein Kind das halt mal einfach nicht erbt. Ich war schon als kleines Kind extrem schüchtern und zurückgezogen, konnte im Kindergarten die Gesellschaft (mehrerer) Kinder kaum ertragen. Aber nicht so mein Rumpel, der am Liebsten dort ist wo viel Trubel und viele Menschen sind.

Das wirkt sich natürlich auch auf seine Freundschaften aus. Er findet unglaublich schnell Anschluss, quatscht jeden direkt an (auch Fremde auf der Straße, die werden regelrecht verhört was sie grade machen und wieso und wie sie heißen und wo sie wohnen und warum sie „so“ einen Hut aufhaben..) und kann sich auch meist schnell in Grüppchen einklinken, auch (oder grade wenn) die Kinder deutlich älter sind als er. Ich finde das ganz wunderbar!

So kam es dann dass seine ersten besten Freunde im Kindergarten Sechsjährige mit „Schulanfänger“ Status waren. Es ist wirklich erstaunlich welche Zuneigung da in beide Richtungen bestand, einmal waren wir vor Kurzem Einkaufen und die beiden lagen sich geschlagene 5 Minuten einfach nur in den Armen und waren nicht voneinander weg zu bewegen. Und nein, das war nicht nach Einschulung, sondern in einer ganz normalen Woche in der sie sich ohnehin täglich sahen. Entsprechend schlimm war es für Rumpel sie gehen zu lassen. Am Abend vorm neuen Kindergartenjahr lag er schluchzend im Bett. „Meine allerbesten Freunde sind weg und dann hab ich nur noch den Schlumpi [das ist Raupes Spitzname hier] und der darf dann beim Essen nie bei mir sein!“ Es hat mir richtig weh getan, ihn so zu sehen, aber ich weiß auch noch was: das waren nicht seine einzigen besten Freunde. Es waren bestimmt seine ersten, und sicher auch die ALLERbesten, aber es gibt noch andere dicke Freunde, sodass er sicher nicht verloren dastehen würde im neuen Jahr. Nachdem ich ihm versprochen habe, dass wir bestimmt mal ein Treffen mit den beiden ausmachen können war er etwas ruhiger.

Außerdem wissen wir mittlerweile, dass die Raupe in die selbe Gruppe kommen wird. Ich habe lange mit mir gehadert, Vor- und Nachteile abgewogen. Schließlich hat dann der organisatorische Aspekt das Rennen entschieden: nur die Rumpelgruppe hat gemischte Öffnungszeiten. Eine andere hat nur „normale“ (also bis 12Uhr und an 2 Tagen auch 2 Std. Nachmittags), die andere nur verlängerte (also von 7.15-13.45). Jetzt ist es halt nicht so, dass ich gut vorausplanen kann welche Zeiten in Zukunft die besten sind, da ich nach wie vor auf Suche nach Nachmittagsbetreuung bin. Und je nachdem wen wir für wie viele Stunden finden macht es Sinn, die Jungs schon um 12 abholen zu  lassen. (Es gibt da so „Stufen“ und bis 50Std pro Monat zahlt man den ersten Fixbetrag. Wär natürlich doof dann viel weniger Stunden zu buchen und trotzdem im Kindergarten nen höheren Betrag zu zahlen.) Da ich das alles aber halt noch nicht weiß brauch ich größtmögliche Planungsfreiheit, und einen Gruppenwechsel möchte ich den beiden ersparen.

Ich sehe aber schon, dass die Jungs recht unterschiedlich sind, ganz andere Bedürfnisse haben und es sicher schön wäre, wenn sie den Vormittag nicht auch aufeinander kleben müssten. Der Große stiehlt gern die Show, kann das Rampenlicht nicht gut teilen. Der Kleine ist aber ein süßer tapsiger Drops und sichert sich die Zuneigung auch wenn er gar nicht so viel dafür „tun“ muss. Ich kann mir schon vorstellen dass das viel Nährboden für Eifersüchteleien gibt. Andererseits sind sie wirklich so dicke miteinander, dass es mich oft erstaunt. Klar, sie streiten wie die Kesselflicker, wissen haargenau welchen Knopf sie beim anderen drücken müssen damit es komplett eskaliert, aber die meiste Zeit sind sie unzertrennlich, lieben sich innig und können nicht ohne den anderen. Auch im Kindergarten sind die Gruppen offen (nur die kleine von der Raupe nicht, er kann also nicht selber besuchen gehen), und meist klebt auch da Rumpelstilzchen nur an seinem Bruder und ist immer grummelig wenn er zu Programmpunkten wieder raus soll. Insofern ist es vielleicht gar keine schlechte Entscheidung. Außerdem kriegen wir dann nur die Virenkonzentration von einer Gruppe ab! (Haha.)

Aber so Freundschaften sind halt auch ein tolles Übungsfeld. Rumpel saugt das regelrecht in sich auf und ist sehr empfänglich für Erklärungen und Diskussionen. Er liebt soziale Belange, aber man merkt auch dass es ihn viel „kostet“, er steckt viel Energie und Überlegung da rein, und als grundsätzlich ängstlicher Typ entstehen da viele Zweifel. So erst kürzlich diese Unterhaltung.
„Ich hab mit dem Ivan einen groooßen Turm gebaut, der war toll! Und dann hat die Katrin den Turm vom Ivan kaputt gemacht, aber nicht absichtlich, die hat das nicht gewusst dass der Turm wem gehört. Und dann hat der Ivan gesagt ich soll den Turm von der Katrin kaputt machen, und dann hab ich den Turm auch umgeschubst. Weil die ja unseren Turm kaputt gemacht hat!“ – „Und wie hast du dich dabei gefühlt, als du den Turm kaputt gemacht hast? War das ein schönes Gefühl oder ein doofes?“ – „Eigentlich .. nicht so schön. Aber, aber.. der Ivan hat gesagt ich soll das machen!“ – „Naja, du könntest ja trotzdem entscheiden dass du das nicht machen willst, wenns dir eigentlich gar nicht gefällt.“ – „Aber der ist schon Schulanfänger!!“ – „Siehste, so ein Großer kann das bestimmt selber mit der Katrin ausmachen wenn er sich grad über sie ärgert.“ – „Ja.. also wenn ich mal Schulanfänger bin dann mach ich sowas nicht!“ – „Das hat ja jetzt nichts mit Schulanfänger zu tun, du kannst das auch jetzt schon so machen und üben.“ – „Hat das der Johann auch vorher immer geübt?“ – „Na ganz gestimmt. Und was könnte man nun machen statt Turm umschubsen?“ – „Ich will sagen: ‚Nein, Katrin, das darfst du nicht! Das ist mein Turm den sollst du nicht kaputt machen!‘ Gell Mama, und dann muss sie unseren Turm in Ruhe lassen!“

Solche Gespräche gibts grade viele, und ich sehe wie viele Gedanken er sich macht und wie er sich (oft) bemüht das dann auch umzusetzen. Bei der Raupe haben wir da noch ein bissel Weg vor uns. Der würde – sobald keiner hinguckt – Katrin irgendwas über die Rübe ziehen… -.-

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Auf bald,
Hummelchen

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Gedanken · Kindergarten · Rumpelstilzchen

Neustart im Kindergarten – Rumpelstilzchen

Vor zwei Wochen startete für mein Rumpelstilzchen ein neues Kindergarten Jahr, und das gleich mit einer wichtigen Änderung. Da er ja bald 3 Jahre alt wird musste er seine KiTa-Gruppe verlassen, und weil wir es dann gut fanden in dem Ort in den Kindergarten zu gehen in dem er auch die Schule besuchen wird gab es einen ganzen Einrichtungs-Wechsel. Wir hatten uns anfangs gegen den Kindergarten hier im Ort (genauergesagt ist es das Nachbarsgrundstück, wäre da nicht ein Hang und eine entsprechend hohe Mauer/Zaun könnte ich ihn grad vom Garten aus in den Kindergarten schicken) entschieden, weil er einfach nicht so toll auf ganz kleine Kinder ausgerichtet war. Es gibt da zum Beispiel keine Möglichkeit zum Mittagsschläfchen (auch nicht in der Gruppe der 2-3jährigen) und ganz merkbar weniger Betreuer. Nun da aber ohnehin ein Wechsel anstand dachten wir es wäre so richtig.

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Ich habe mir anfangs große Sorgen gemacht, hatte einen richtigen Knoten im Bauch. Wie wird das für ihn sein, seine Lieblingserzieher alle nicht mehr zu sehen? Abschied von seinen Freunden nehmen zu müssen? So so so viele und auch deutlich ältere Kinder um ihn rum? Ich selbst hatte schrecklichste Ängste im Kindergarten, daran kann ich mich noch schmerzlich lebhaft erinnern… Und dann sind da so wenige Erwachsene für ihn da. Er ist doch noch nicht so sehr selbstständig, fällt öfter in Baby-Muster, hat ganz oft das „das kann ich nicht!!“ und will wörtlich und übertragen an die Hand genommen werden. Grade deswegen dachte ich auch dass das für seine Entwicklung vorteilhaft wäre, aber ich hatte eben Angst dass er sich damit nicht wohl fühlen würde.

Nunja, ich lag halt mal gänzlich falsch. Ich sollte vielleicht endlich lernen, meine eigenen Gefühle und Schemata nicht auf mein Kind (/meine Kinder) zu übertragen. Nur weil es für mich  so schlimm war muss das noch lange nicht auf ihn zutreffen, er ist eben ein komplett anderer Mensch. Wir haben sicher viele charakterliche Ähnlichkeiten, aber das *muss* halt noch lange nichts heißen. Er ist einfach so offen, und trotz seiner Ängstlichkeit eben nicht schüchtern wenns ums Kontakteknüpfen geht. Er fühlt sich wohl wenn viele Menschen um ihn rum sind, genießt den Input, blüht auf.

Entsprechend lief auch die Eingewöhnung. Am ersten Tag klammerte er noch ca 10, 15 Minuten an mir weil alles neu und fremd war. Dann entdeckte er den Fotoapparat den er in den Folgetagen immer bei sich trug, egal womit er eigentlich grade spielte (uff).. und schon war ich ein wenig abgeschrieben und er begann alles zu erkunden. Seine Bezugserzieherin ist ein sehr ruhiger Typ und erinnert ein wenig an seine Oma, kein Wunder dass er sich sofort in sie „verguckt“ hat und ich schon am ersten Tag nur rumsaß und mich langweilte (bis auf die kurzen Kuschler die er sich alle 15min von mir abholte).

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Die anderen Kindern waren ihm überhaupt nicht „unheimlich“, den ersten Kontakt knüpfte er mit einem Jungen, der ein Batman Shirt trug. Er lief hin und rief strahlegrinsend „nänänänä Batmaaan!“ und erzählte dann dass er auch Batman Socken anhabe. :’D Auch vor den anderen zeigte er wenig Scheu. Es machte ihm auch offensichtlich nichts aus wenn er mal weggeschickt wurde, weil die Mädels-Gang (ein paar Mädchen die schon älter sind) unter sich spielen wollte. Mich hätte das als Kind ja arg gekränkt und verunsichert. Er dreht sich dann einfach um und sucht sich ne neue Beschäftigung. Das tut mir SO gut das zu sehen, das glaubt ihr ja gar nicht! Ganz begeistert war er ohnehin von der Babypuppe und hatte da genug mit der zu tun.. 😀

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Bei der anderen Erzieherin brauchte er ein paar Tage länger, aber mittlerweile mag er auch die. Am 3. Tag saß ich bereits an nem Tischchen im Flur und langweilte mich, wobei er mich zuerst öfter (be)suchen kam, am Freitag praktisch gar nicht mehr. Die zweite Woche startete wegen Arzttermin erst am Dienstag und dann mit der ersten echten Trennung. Ich verabschiedete mich, er quengelte kurz dass ich lieber da bleiben sollte, verabschiedete sich dann aber ohne augenscheinlichem Unwohlsein mit seiner Lieblingserzieherin zu einer Aktivität. Long story short, jeden Tag hat er etwas mehr Zeit dort verbracht, seit Donnerstag ganztägig, ohne Probleme, Eingewöhnung abgeschlossen. Das Symbol, das er sich ausgesucht hat ist übrigens der Stern. Ich habs fotografiert, aber es ist das langweiligste Symbol von allen und man kanns praktisch nicht erkennen am Foto, hellgelb auf Holz halt.. Seufz. Aber er wollte das. Passt auch irgendwie dazu dass er in der Wolken-Gruppe ist. IMG_20150903_080714

Ein wenig merkt man ihm an, dass so ein Tag für ihn doch recht anstrengend ist und er ziemlich platt nach Hause kommt. Den Mittagsschlaf hatten wir ja schon in den Ferien „ausgeschlichen“, da er ohnehin nicht mehr wollte, oft kaum oder gar nicht einschlafen konnte, danach entsetzlich mürrisch und übellaunig war und er abends auch nicht gut in den Schlaf fand. Seit er keinen Mittagsschlaf mehr macht klappt das alles viel besser. Leider merkt man dass es ihm doch recht „viel“ ist so keine Auszeit zu haben tagsüber, nicht körperlich, sonder eher kognitiv. Leider lässt er sich nicht wirklich dazu bringen mal mittags nen Gang runter zu schalten und ein weing .. na, low-level und so. Also muss er da eben durch bis er sich daran gewöhnt hat.

Ein kleiner positiver Nebenbei-Effekt ist außerdem, dass die zwei Brüder ein wenig besser miteinander auskommen, wenn sie nicht mehr die einzigen Gleichaltrigen sind mit denen sie tagsüber zu tun haben und damit eben nicht nonstop aufeinander kleben…

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Abschließend bleibt mir also nur zu sagen, wie toll ich es finde dass ihm sowas so leicht fällt und wie es mich freut dass er so viel Spaß im neuen Kindergarten hat.  Hachz!!!

 

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Auf bald,
Hummelchen

Entwicklung · Kindergarten · Kleinkind · Rumpelstilzchen

KiTa Gespräch Rumpelstilzchen

Seit beinahe 3 Monaten ist das Rumpelstilzchen nun stolzes KiTa-Kind, und es war an der Zeit für ein Entwicklungsgespräch. Viel Neues gab es nicht, Aktuelles wird immer wenns ansteht gleich besprochen, aber einige Dinge gabs doch zu besprechen:

  • Die Entwicklung und den Stand schätzen sie im ganz normalen Mittelfeld, es gab keine auffällen Defizite oder Probleme. Sprachlich schätzen sie ihn sehr gut ein, er spreche Worte richtig aus, auch in ihren Augen schwierige (Physalis – wobei ich das Wort per se nicht schwer finde – und einige Nachnamen den Erzieherinnen, die echt nicht so ohne sind und die andere Kinder nicht schaffen). Auch brabbelt er viel und erzählt und wiederholt immer alles.
  • Er saugt grade alles auf wie ein Schwamm, was so rundherum passiert, wer was tut, was man ihm sagt.
  • Er kann nicht/kaum für sich alleine spielen, braucht immer den Bezug zu einem Erwachsenen.
  • Er ist mit Abstand der älteste, und hat eigentlich keinen Spielgefährten. Er kümmert sich zwar auch mal um die Kleinen, aber viel Schnittmenge gibts da kaum.
  • Vieles ist für ihn daher grade eher langweilig, man sieht ihm an dass er wenig Interesse an den Dingen hat die die ganz Kleinen machen.
  • Er hat wenig Konzentration und führt nur für sehr kurze Zeit Tätigkeiten/Spiele aus (nach oben genanntem überrascht das kaum, dennoch weiß ich dass er kaum mal bei der Sache bleiben kann wenns nicht mit Bewegung zu tun hat und ich ahne jetzt schon dass ich mal später mit dem ein oder anderen ADHS-Klugmeier aneinander geraten werde – HIER war das GsD überhaupt kein Thema).
  • Er testet grade enorm Grenzen aus, guckt auch ob Regeln bei allen anderen Erzieherinnen auch gelten, versucht zu mogeln.IMG_20150107_181942904
  • Er begeistert sich für alles, macht alles mit und das mit Freude. Die Erzieherinnen hätten sehr viel Spaß und Freude mit ihm, weil man so viel mit ihm „anfangen“ kann, und er so viel weiß. Er rockt Stuhlkreis und Ähnliches, es kommt ständig Rückmeldung von ihm, er mag den Mittelpunkt und ist geistig immer „dabei“.
  • Er ist sehr herzlich, mag die seine Erzieherinnen, kommt sich Umarmungen abholen und setzt sich zu ihnen auf den Schoß. (Man hat an der Stelle richtig gemerkt, wie freudig sie das erzählt hat und wie sehr sie ihn auch mögen. Das tut so gut! Es ist für mich eine riesen Erleichterung zu wissen, dass mein Kind nicht nur gut betreut, sondern auch wirklich gemocht wird..)
  • Oft zeigt er sich wenig selbstständig, bzw. delegiert Dinge die er eigentlich schon selbst kann (Schlappen ausziehen, Gesicht abwischen, Hände waschen). Das möchten sie in der KiTa ein wenig mehr aus ihm rauskitzeln und üben, ich solle auch daheim ein wenig darauf achten, ihn altersgemäße Dinge selbst machen zu lassen und ihn dahingehend zu fördern. (Ich sehe das Problem selbst, denke aber dass der Grund auch der ist, dass er nur von Kleineren umgeben wird die eben versorgt werden und Mr-will-im-Mittelpunkt-sein das eben als praktische Möglichkeit sieht sich seine Aufmerksamkeit zu sichern.. Aber recht haben sie ja trotzdem.)
  • Sie sehen ihn eher im Kindergarten als in der KiTa. Er bräuchte wirklich mehr Anspruch, ältere Kinder, höhere Anforderungen. Es ergab sich dann auch, dass wir ohnehin ab 1.10. einen Platz in einer Folgeeinrichtung haben müssen. Hatte ich nicht am Schirm. Ups. Mistmistmist.
  • Er liebt zwar sein Käsebrot, guckt aber eher immer traurig auf das warme „gscheite“ Essen der anderen Kinder. Er möchte bittedanke auch mal ab und an was Warmes/Wärmbares mithaben. Ok, mach ich gern. Isst er zwar nicht so gern, aber ist natürlich auch doof wenn ihm sowas wie bei den anderen lieber wäre.

Spannend, mal die Sicht von anderen zu hören.. Bin schon neugierig wie das weitergeht… 🙂

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Auf bald,
Hummelchen

Kindergarten · Rumpelstilzchen

Rumpelstilzchens KiTa Start

So ein großer, großer Junge…

Pünktlich nach seinem 2. Geburtstag startete fürs Rumpelstilzchen Anfang November die KiTa. Schon lange vorher war ich mir sicher, dass es ihm sehr gut gefallen würde und machte mir wenig Sorgen wegen der Eingewöhnung. Kurz vor Beginn kamen dann aber doch Zweifel – er war so wahnsinnig anhänglich, bockig, eifersüchtig auf den kleinen Bruder. Sein Standardsatz war „Mama trösten!“, womit er auch ganz allgemein Kuscheln meinte. In Dauerschleife jeden Tag.

Schon vorab erzählten wir ihm vom Kindergarten, was nicht schwer war da einer (aber nicht seiner) mehr oder weniger hinter unserem Garten ist. Wir haben uns dennoch gegen diesen entschieden, der Betreuerschlüssel war nicht berauschend (1 Erzieherin auf 7-8 Kleinkinder) und die ganze Einrichtung eher auf ältere Kinder ausgelegt. Aufnahme auch erst ab 2 Jahren, weswegen es für die Raupe ohnehin schonmal flachgefallen wäre. Also wurde es der im Nachbarort, grade im großen Ausbau. Jedenfalls freute er sich schon sehr.

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Am großen Tag selbst war er auch noch aufgeregt, doch beim Betreten des Hauses wurde es im doch sehr mulmig, er klettete sich an mich, wollte nicht weitergehen. Dort angekommen wurde auch erst mal geweint, alles so groß, so fremd, andere Erwachsene und unbekannte Kinder, und alle wollen offensichtlich was von einem. Das Rumpelstilzchen landete in der Eulen-Gruppe und sein Symbol am Kleiderhaken und Zahnputzbecher ist die Schnecke.

Die ersten beiden Tage waren wir dann alle zu dritt für je 2 Stunden erstmal da. Die erste Annäherung an seine Bezugserzieherin fand er nach etwa 20-30 Minuten – ihre Kiste mit dem Duplo Polizeihubschrauber war einfach viel zu verlockend. Und nachdem er dann das Regal mit den Bällen gefunden hatte und ein Mädchen das mit ihm spielte lief alles prächtig.

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Am Mittwoch dann sollte ich das erste Mal den Raum verlassen. Wie zu erwarten war (und ich gebe an der Stelle zu, ich war fast etwas erleichtert) weinte er erstmal heftig. Ich übergab ihn direkt in den Arm der Erzieherin, von der er sich aber noch nicht halten lassen wollte und blieb lieber stehen. Nach knapp 10 Minuten bekam ich die Nachricht, dass er sich beruhigt hatte und fröhlich mitspielen würde. Sie hätten gemerkt, dass er nicht angefasst oder angesprochen werden will erstmal, und hätten ihm ein paar Minuten gegeben, und ihn dann bei erstem Interesse zum Mitmachen eingeladen. Ich war positiv überrascht, wie schnell sie erfasst hatten wie mein kleiner Großer so „tickt“. Als ich nach 30 Minuten zurückkam saß er in der Küche und kochte begeistert Suppe. Als er mich sah rief er begeistert, laut und über alle Backen strahlend „Mamaaa!!“, kochte aber dann weiter und wartete bis ich mir mein Küsschen abholte.

Am Donnerstag sollte ich dann für 1,5 Stunden den Raum verlassen. Wieder Weinen, die Nachricht dass alles ok sei, und freudiges Wiedersehen. Am Freitag wurden wir für 2 Stunden nach Hause geschickt und das Rumpelstilzchen durfte erstmals mit nach draußen, Bobbycar fahren. An diesem Tag musste ich ihn zurück zum Auto tragen, da er sich weigerte mitzukommen.

Ich war schon ganz euphorisch wie gut das lief, als dann am Wochenende klar wurde dass er sich ordentlich erkältet hatte. Nicht nur 2 Kindergartentage entfielen daraufhin sondern auch der Laternenumzug, was mir besonders leid tat, sich aber nicht ändern ließ…

Mittwochs befürchtete ich einen Rückschlag, aber auch der lief wie die Tage zuvor. Donnerstags durfte er zum ersten Mal zum Mittagessen bleiben, und nachdem das problemfrei lief, heute Freitag auch zum anschließenden Mittagsschlaf. Hier hatte ich wieder Zweifel, aber auch das klappte recht gut. Wie abgesprochen bekam ich den Anruf, als er eingeschlafen war. Beim Abholen meinte seine Erzieherin, dass sie die Eingewöhnung erstmal als abgeschlossen ansehen würde.

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Ich glaube ich platze grade vor Stolz darüber, so einen tollen großen Jungen zu haben, und freue mich wahnsinnig wie gut es ihm dort geht und dass es so reibungslos klappt. Heute morgen hat er das erste Mal nicht geweint beim Verabschieden sondern wollte recht bald zu seiner Erzieherin auf den Arm…

Natürlich geht es nicht völlig ohne Nebenwirkungen. Er ist noch klammernder als vorher schon, und ich bemühe mich dem Wunsch ausgiebig nachzukommen. Immerhin ist es eine riesige Veränderung und er das erste Mal überhaupt so viel und lang von mir getrennt. Natürlich fehle ich ihm, und natürlich setzt ihm das zu, egal wie toll es dort ist. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass er hin und hergerissen ist zwischen den guten Gefühlen für dort und den negativen weil er von mir getrennt ist. Er hängt bereits sehr an seiner Erzieherin und mag sie offensichtlich, redet auch daheim ständig von ihr. Es ist fast so als würde er sich sorgen, dass das was zwischen ihm und mir ändert, als dürfe er nicht an ihr hängen. So eine „kommhergehweg“-Geschichte. Ich bin mir sicher, dass sich das mit der Zeit von selbst lösen wird, und er erkennt dass das schon alles so passt wie er das da gerade empfinden möchte. Ich weiß ja, dass es gut ist, und versuche einfach ihm das genau so zu vermitteln, und eben in der Zwischenzeit der Verwirrung seine Bedürfnisse ausführlich zu erfüllen. In seinem kleinen Herzchen ist noch so viel Platz, den muss er gar nicht aufteilen, und das wird er lernen.

Es ist so beruhigend für mich zu wissen, dass er dort wirklich gut aufgehoben ist. Durch den Ausbau sind zwar noch nicht alle geplanten PädagogInnen im Einsatz, aber auch die Gruppen noch nicht besetzt. Zur Zeit sind also 2 Gruppen zusammengelegt und auch deren Erzieherinnen, das bedeutet 3-4 Erwachsene auf 6-8 Kleinkinder, je nach Tag und Uhrzeit. Das ist schlichtweg genial. Später sollten es 2,5 Erzieherinnen auf 10 Kinder pro Gruppe werden. Im Januar zieht dann die Gruppe vom Rumpelstilzchen in den jetzt noch nicht fertigen Raum.

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Hach, ich bin grade so verliebt in den „großen“ Jungen …

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Auf bald,
Hummelchen