emotions · Gedanken · Kinderwunsch

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emotions · Immer wieder Sonntags · Kinderwunsch

Wochenrückblick 20.11.11

Ich hab heute den Sonntagsfüller mal umbenannt, weil eigentlich ist es ja in den seltensten Fällen nur der „nackte“ Sonntagsfüller, sondern eben eher eine Art Wochenrückblick.

Erleichternderweise konnte ich auch feststellen, dass mein Zyklus wieder „normal“ ist, nämlich die typischen 35 Tage lang. Im Zähler, den ihr da rechts seht, sind nur deshalb 36 weil ich mir mit dem ersten Temperaturanstieg nicht ganz sicher war, er war irgendwie zu niedrig, aber eigentlich denke ich dass er trotzdem zählt. Genau genommen ist es aber egal, ob 35 oder 36, es läuft wieder in gewohnten Bahnen. Es ist somit beruhigend, dass die Fehlgeburt kein langwährendes hormonelles Durcheinander verursacht hat.

Ich hoffe auch, dass ich diesmal nicht sooo widerliche PMS habe wie letzten Zyklus, wo ich mich am Liebsten eine Woche hätte krank schreiben lassen. Trotzdem ist schon wieder irgendwo ein Wurm drin, ich schleppe seit einer guten Woche sowas wie eine „Magendarmproblematik“ rum, bin aber nicht krank. Mir geht es super, wäre da nicht.. naja, man kann sichs ja denken, das muss ich nun nicht ausschreiben 😉 Teilweise wurd es wirklich sehr lästig, mit Krämpfen/Ziehen, ähnlich einem stark ausgeprägtem Mittelschmerz, und ich war mir dann sicher: so, nun bin ich krank. Aber bisher bliebs mir erspart. Schön langsam wunder ich mich aber, wanns denn endlich wieder gut ist. Der einzige Vorteil daran: sämtliche bauchlokalisierten Missempfindungen sind ganz direkt darauf zurückzuführen, und ich bin nicht verleitet, sie als irgendwelche Schwangerschaftsanzeichen misszuinterpretieren.

Aber das hatte ich ja schon erwähnt – ich glaube nicht mehr, heuer noch schwanger zu werden, und daran halt ich noch fest. Es „passt“ einfach nicht in die Bilanz dieses Jahres. Ein roter Faden, der sich durchgezogen hat, war ganz klar: Viele tolle Dinge haben begonnen, die sich aber als sehr negativ entpuppt haben. Von der offensichtlichen Sache mit Fleckchen abgesehen ist da auch der neue Job, den ich Anfang 2011 angenommen hatte, und der mir nun überhaupt nicht gefällt. Dumm gelaufen…
Also ich erwarte mir von 2011 daher nur noch, dass es möglichst schnell vorbei ist. Naja, die sechs Wochen werden schon noch irgendwie rumgehen.

Diese Woche habe ich mir, nachdem ich danach gefragt wurde, auch mal genauer Gedanken darüber gemacht, wie es mir eigentlich so geht in dieser Kinderwunschzeit. Immerhin versuchen wirs nun seit März, das sind doch schon ein paar Zyklen. Trotzdem kommt es mir gar nicht soo lange vor, die Zeit ist einfach sehr schnell vergangen. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass es mir „Spaß“ macht, das wäre das falsche Wort. Auch war ich, als es im August geklappt hatte, uunglaublich erleichter, so als wäre mir eine Last von den Schultern genommen.. Aber trotz allem bin ich (noch?) nicht gefrustet davon. Vermutlich liegt das daran, dass sich meine Gefühle im Laufe eines Zyklus sehr stark verändern. Ich hänge somit nie lange in einem Gefühlsstadium, und durch diese Veränderung ergibt sich Dynamik. Ich glaube, darum bin ich der einzelnen Stadien noch nicht überdrüssig.
Nach den ersten enttäuschenden Tagen der neuen Periode, während derer es mir und meiner Motivation sehr schlecht geht, begleitet von Empfindungen wie „Das wird doch eh nie was“, geht es mir bald besser: Ich plane, rechne wann die nächsten fruchtbaren Tage sind, schau dass alles mit den homöopathischen Mittelchen passt, und tüftele herum. Auch wenn das vielleicht unverständlich klingt, aber das macht mir Spaß. Die Zeit vorm ES dann fühle ich mich unglaublich energiegeladen, ich könnte Bäume ausreißen. Zu keiner anderen Zeit ist die Wohnung so sauber, und meine Nächte so kurz *hust*.
Wenn der ES dann kurz bevorsteht kommt meist ein wenig das Gefühl von Druck dazu: Haben wir den besten Zeitpunkt erwischt? Wird es auch geklappt haben? Das geht so 2, 3 Tage lang, und ich bin dann sehr erleichtert, wenn die Temperatur ansteigt, denn: nun kann ich eh nix mehr machen *ausatme*.
Die erste Woche danach ist auch noch ok – ich rechne aus, wann mein NMT ist, wann ein eventueller ET wäre, und auch direkt gleich, wann mein nächster ES ist, um mich darauf zu freuen und nicht zu sehr auf diesen aktuellen Zyklus zu versteifen. So fit wie vor einigen Tagen bin ich nicht mehr, aber ich profitiere noch davon was ich vorgearbeitet habe, die Fenster blitzen immer noch, und der Boden ist fast frisch nass gewischt… Doof ists nur in der Arbeit, wo ich mich doch immer so aufraffen muss, und ohne Energieboost nervts noch mehr..
Schließlich kommt die blödeste Woche: kurz vor NMT geht es mir körperlich eher schlecht, ich bin uunglaublich müde, muss ohnehin ständig zur Toilette, bin verleitet das alles als Anzeichen zu interpretieren, ärgere mich dass ich es als solche interpretiere, fühle mich angespannt und ungeduldig. Ich wechsel im Stundentakt zwischen optimistischem Hoffen und resignativem Pessimismus. Ganz typisch für diese Zeit auch: Ich hadere mit meiner Situation. Damit, dass ich nicht mehr schwanger bin, nicht im April Mama werde. Dass die beiden Frauen, die gleichzeitig damals mit mir schwanger wurden, entweder nun in der 18. Woche sind, bzw. schon wieder schwanger sind. Dass mir alle mit *meinem* Traum vor der Nase davon ziehen, und ich steh hinten und seh dabei zu.

Ja, genau in der Phase bin ich nun wieder. Ich könnte täglich in Selbstmitleid und Neid zerfließen, finde es so schrecklich unfair, dass bei anderen klappt was mir versagt bleibt. Gleichzeitig hasse ich es, so zu denken: das bin ich nicht, so will ich nicht empfinden, ich will es anderen von Herzen gönnen, mir bewusst sein dass das Glück von anderen nicht mit meinem „Pech“ zu tun hat. Aber der Vergleich ist beizeiten schmerzlich. Besonders eben in der Woche, in der ich mehr oder weniger darauf hinfiebere, mich nun auch endlich (wieder) auf meine eigene Familie freuen zu dürfen.
Ich hasse es auch, dass ich dieses unglaubliche Bedürfnis nicht irgendwie anderwertig befriedigen kann, und dass ich mich nicht in der Lage fühle was „dafür“ zu tun, so wie sonst. Ich meine – wollte ich erfolgreicher/besser/schneller im Studium sein, war es eigentlcih ganz einfach. Ich konnte für meinen Erfolg, für mein Glück arbeiten, und nun bin ich angewiesen auf… ja, worauf denn? Glück, Zufall, Schicksal…

Ich versuche mich aber nicht allzu sehr hineinzusteigern. Ich weiß, dass ich sehr wahrscheinlich in ein paar Tagen, wenn meine Temperatur die berühmte Spitze um den 10./11. Tag mit darauf folgendem steilen Abfall machen wird, wieder aufs Neue sehr enttäuscht sein werde, völlig egal wie sicher ich mir war, dass es eh nicht klappen würde. Ich weiß aber genauso, dass ich mich kurz darauf wieder hochraffen werde. Dass ich mich darauf freuen werde, zu Weihnachten meine nächste Chance zu haben, und darauf zu hoffen, dass doch zu Weihnachten ein kleines Wunder geschehen könnte.
Aber heute, heute ist noch alles sehr.. bewölkt. Ich habe mir aktiv ein paar Dinge auferlegt: ich werde die nächsten zwei Wochen diese Blogs, die mich so runterziehen, meiden. Ich kann danach noch alles lesen, mich freuen und mitfiebern, es entgeht mir nichts. Aber es ist mir auch nicht damit geholfen, wenn ich mich bloß schlecht fühle danach. Ich werd auch versuchen, meine schlechte Laune einfach hinzunehmen, denn ich weiß: Es wird wieder besser!

Somit ende ich meine heutige Jammerarie und schließe mit dem Sonntagsfüller…
|Gesehen| Napola
|Gelesen|
nervigen Arbeitskram
|Gehört|
ABBA im Radio
|Getan|
viel Sport gemacht
|Gegessen| Heidelbeermuffins
|Getrunken| Frauenmanteltee (soll ja auch für spezielle Verdauungsprobleme gut sein, nicht? *g*)
|Gedacht|
dass mir bald die Zeit knapp wird, wenn mir keine Weihnachtsgeschenke einfallen *gnaaa*
|Gefreut|
dass das Bewerbungsgespräch vom Freund wohl recht gut lief *hoff*
|Gewünscht| positive Überraschung(en)
|Gekauft| nichts, aber dafür gut im Sparplan geblieben (Nachtrag: aah, stimmt gar nicht, biiisschen Schminke.. aber trotzdem Sparplan eingehalten *g*)
|Geärgert| über meine charakterliche Schwächen
|Geklickt|
Blogs
|Gestaunt|
wie schnell das Jahr trotz allem doch verging – war nicht erst Silvester??

In diesem Sinne verabschiede ich mich, und wünsche euch eine schöne Woche ..

.
Auf bald,
Hummelchen

emotions · Kinderwunsch

Ra(s)tlos

Diese Woche war in einem Wort… verdreht. Ich weiß nicht, wie ich es besser sagen könnte, insgesamt bin ich aber völlig durch den Wind und es geht mir eher sehr bescheiden.

Vorab vielleicht… Heute ist mein ES+12, NMT daher etwa Montag. Mein Kopf weiß, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass es geklappt haben könnte: erstens, aus Prinzip, weil es das erste Mal seit dem Verlust war, und da vermutlich die Hormone noch nicht normal laufen, denke ich. Außerdem musste ich Antibiotika nehmen, auch um den Eisprung rum, zusammen mit anderen Medikamenten die sich laut Beipack negativ auf die weibliche Fruchtbarkeit auswirken. UND noch dazu war ich am besten S+ Tag über Nacht nicht zuhause. So viel zur Logik.

Körperlich geht es mir allerdings wirklich, pardon, scheiße. Eigentlich könnte ich wirklich wie aus dem Lehrbuch aufzählen, was ich grade „habe“, aber es ist SO typisch, dass ich allein deshalb nicht glaube, dass es etwas bedeutet. Trotzdem ist es unglaublich anstrengend.. Ich habe täglich entsetzlichen Hunger (wirklich physisch, nicht psychisch, bis zu Zittern und verzweifelt werden wenn ich nicht sofort etwas Essbares finde), kann aber dann nur wenig essen, unter anderem deshalb weil mir seit Tagen übel ist. (War mir als ich tatsächlich schwanger war aber niemals, insofern heißt das wohl nichts). Das führt irgendwie dazu, dass ich mich sehr „geschwächt“ fühle, körperlich und auch was meine Belastbarkeit angebelangt, meine Nerven sind grade unglaublich dünn (liegt aber auch viel an meiner Arbeit, die grade sehr nervig ist). Dazu kommt, dass ich eben grauenhaft müde bin, 9-10 Stunden Schlaf ist ein Minimum, besser 12-13 (was sich an Arbeitstagen kaum realisieren lässt, weshalb ich wie ein Zombie rumschleife und dann zwischen 20 und 21 Uhr im Bett ins Koma falle – um schlecht zu schlafen, schlecht zu träumen und ständig aufzuwachen). Vermutlich ist das auch ein Mitgrund, warum mein Kreislauf nun seit 3 Tagen zu wünschen übrig lässt.

Gestern im Fitnesscenter wurd mir dauernd schwindlig, ich konnte nicht annähernd das machen, was ich gewohnt bin. Bei der Schlussrunde am Hometrainer bin ich nach 30 min mäßiges Dahindappeln käseweiß herunter getorkelt und in die Dusche geschlichen (um mich beim kopfüber Haare föhnen zu fragen, ob draußen wohl wer das *plumpp* hört wenn ich jetzt einfach umfalle, oder womit ich putzen könnte, sollte mein Magen seine Drohung wahr machen).

Was mich aber fast noch mehr stört: ich habe täglich Kopfschmerzen. Heute besonders, gerade hat der Kaffee sie ca. verdreifacht (das passiert mir manchmal, bei latenten Kopfschmerzen, die kommen erst richtig nach Kaffee – manchmal verschwinden sie dadurch aber auch! Also ein Versuch wars jedenfalls wert…). Und nun sitze ich da, tu mir furchtbar leid, denke mit Grauen an all die Dinge, die ich heute noch tun muss, und würde am liebsten an der Schmerzmittelpackung lutschen.

Wenn nicht…

Wie gesagt, mein Kopf weiß, dass es nicht geklappt hat. Mein Gefühl hält völlig konträr dagegen, und die (viel zu typischen) Beschwerden der letzten Woche tragen nicht grade dazu bei, dieses Bauchgefühl ignorieren zu können. Natürlich ist es im Prinzip wurscht, im Laufe der nächsten Woche weiß ich ja bescheid, aaaaber… und hier kommt die Frage:

Darf ich eine Par.acet.amol nehmen, auch wenn die klitzekleine Gefahr/Chance/Hoffnung besteht, es könnte geklappt haben? Ich will es eigentlich, egal wie unwahrscheinlich, nicht drauf ankommen lassen, da ich in den letzten 14 Tagen eben schon jede Menge Gift kassiert habe (Antibiotika, plus ein Röntgen meiner Hand weil ich sie beim Boxen – das mach ich übrigens niiiiiieeee wieder!! – übelst geprellt hatte)..

Wäre es also im unwahrscheinlichsten Fall der Fälle bedenklich/schädlich????

(Ich weiß jetzt schon, wenn ich das Wochenende ohne Helferlein überstanden habe um anschließend meine Tage zu bekommen, dreh ich am Rad. Nehm ichs aber, und bekomme sie nicht, dreh ich an mindestens drei Rädern, wenn ihr versteht…..)

Fakt ist, wo auch immer der Grund liegt: meine Hormone sind nach dem ES mehr auf den Kopf gestellt als vorher, und ich freue mich sehr auf nächste Woche: entweder all das hört endlich auf, oder ich hab einen guten Grund es einfach zu ertragen.

Ich ende daher zum ersten und vermutlich letzten Mal in diesem Leben an einem Samstagmorgen mit: Meine Güte, kann es nicht schon Montag sein???

Ich wünsche euch aber trotzdem ein schönes Wochenende!

.
Auf bald,
Hummelchen

Kinderwunsch

Auf ein Neues

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, oder woher es kommt, denn einen objektiven Grund hab ich grade nicht wirklich dazu. Zum optimistisch sein, meine ich. Zuviel geht grade irgendwie schief. Nichts schlimmes, aber auch Kleinvieh macht Mist (stinkenden, in dem Fall).

Aber heute, als ich da in der Arbeit saß, und ich das Kalenderblatt eine Woche nach vorne korrigierte, da ich diese Woche dann nicht mehr im Büro sondern auf einem Kongress sein werde, da sah ich es: die magische 12. Woche. Ich hatte sie durch ein kleines Herzchen markiert, und noch nicht (wie alle anderen Dinge, die mich ständig daran erinnert haben) wieder entfernt. Ich hatte einfach nicht mehr daran gedacht, dass ich das Herz da rein gezeichnet hatte..
Zuerst spürte ich natürlich sofort den Kloß im Hals, der da immer ist, wenn ich plötzlich an mein „Fleckchen“ denken muss. Ich musste wie immer erst mal tief durchatmen, hab dann den Radiergummi genommen und es weg radiert. Und dann… kam nichts mehr nach. Nicht der Schrecken, nicht einmal Bilder von jenem grausamen Tag kamen hoch.

Nicht, dass man das falsch versteht: Ich bin nach wie vor traurig über den Verlust. Und, ja, ganz ehrlich, ich beneide alle, die gerade schwanger sind und sich auf ihr Baby freuen dürfen. Und ich meide Blogs von zukünftigen Mamas, die genau so weit schwanger sind, wie ich es gerade sein könnte.

Aber als ich in dem Moment auf den Kalender geschaut hab, da kam auch ein ganz neues Gefühl und wurde mir bewusst:
Ich weiß, dass ich ein gesundes Baby bekommen werde, dass irgendwann alles gut gehen wird, und ich bin mir sicher, dass es nicht mehr allzu lang dauern wird.

Game on…

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Auf bald,
Hummelchen

Arztbesuch · emotions · Kinderwunsch

Können Wollen Dürfen Sollen Müssen – und ein Arsch

Guten Abend!
Die letzten Tage haben wir viel mit Grübeln, Überlegen, Gesprächen verbracht. Wies nun weitergeht, was das bedeutet, wie unsere Zukunft aussieht.
Gefühlstechnisch geht es mir definitiv besser. Also, ich bin nach wie vor sehr traurig und enttäuscht, aber dieses Entsetzten und der Schreck, das ist eigentlich weg. Ich glaube, schön langsam hab ich es auch akzeptiert, eben nicht nächsten Frühling Mama zu werden.

Beziehungstechnisch hat uns das Erlebnis jedenfalls nicht geschadet.. Ich möchte fast sagen, durch das, was wir da (gemeinsam) verarbeiten mussten, sind wir uns in den letzten Wochen auch sehr nahe gewesen, also auch mehr als sonst. Und was mir nun schon auffällt.. Vielleicht klingt das albern, oder unpassend, aber.. ich entwickle wieder viel Sehnsucht auf ihn, beziehungsweise darauf ihm nahe zu sein, nicht nur in Gesprächen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich erwartet hatte, ob ich geglaubt habe dass ich für so profane Gedanken und Empfindungen keinen Platz haben würde nach so einem Erlebnis. Jedenfalls, aus irgendeinem Grund hatte ich damit nicht gerechnet oder war nicht darauf eingestellt, so „schnell“ schon wieder „aktiv“ werden zu WOLLEN.

Damit geht natürlich auch eine andere Frage einher: Wollen wir eine Pause vom Schwangerwerden einlegen? Wie lange brauchen wir Auszeit, um nicht völlig panisch in eine neue Schwangerschaft zu gehen?
Besonders ich, da ich ja nun gar nicht wirklich der entspannte Typ bin, habe versucht das zu reflektieren. Das Ergebnis der Überlegungen ist einfach und ernüchternd: ich werde niemals entspannt schwanger sein. Ich weiß nicht wie lange ich warten müsste, um mich nicht so deutlich daran erinnern zu können, was passiert ist. Jedenfalls viel länger als ich warten will und vermutlich kann. Wovor ich mich allerdings ein wenig scheue, ist das zu lange warten. Aktuell weiß ich, dass es schlimm war, aber auch, dass es trotzdem weiter geht. Wenn ich nun zu lange warte, vielleicht bekommt dann alles etwas Magisch-Entsetzliches, das ich mich nicht wieder antun möchte.. ?
Nach gemeinsamen Überlegen ist für uns klar: Wir WOLLEN eigentlich gar keine Pause. Ich will nicht künstlich länger warten.

Also nun? Ich meine, ich gehe im Leben nicht davon aus, gleich wieder schwanger zu werden. Immerhin hats ja auch jetzt 5 Zyklen gebraucht, und da bin ich quasi „fit“ gestartet. Aber, es kommt ja immer anders als man denkt, und daher frage ich mich: DARF ich denn im „Ernstfall“ schon wieder schwanger werden???? MUSS ich denn aus medizinischen Gründen warten? Im Internet findet man dazu ja mehr Meinungen als Leute. Da geht alles von mindestens 3-6 Monate warten bis zu total überholt, keine Pause nötig. Es gibt eine britische Studie, dass man keinesfalls 6 Monate aufwärts warten SOLL, manche schreiben sogar es gäbe grade danach gute Bedingungen und man SOLL zügig versuchen wieder schwanger zu werden, wenn organisch alles in Ordnung ist.
Ahja.

Fakt ist aber, ich habe ja grade nicht mal einen Zyklus. Meine Temperatur dreht Loopings (ja ok nicht ganz so schlimm, aber sehr unzyklusmäßig halt), und wann mein nächster Eisprung käme weiß ich ja nicht mal. Auch nicht, ob ich vorher noch einmal eine normale Blutung hätte – kein Schimmer! Und vorhersagen kann es ja auch niemand, also heißt es warten, bis wir wissen, wann wir wieder KÖNNEN.

Übrigens war ich ja gestern natürlich noch zur Nachuntersuchung beim Arzt. Allerdings hab ich eigentlich gar keine Lust, seine Meinung diesbezüglich wiederzugeben, da ich nicht das Gefühl hab, von ihm gut informiert zu werden. Klar, er antwortet auf alle Fragen, aber auch nur darauf. Dinge, auf die ich nicht von selbst komme durch vorheriges Informieren, übergeht er gänzlich.
Und der Knaller: nachdem er im Frühling PCO bei mir dezitiert ausgeschlossen hat, meinte er gestern nur knapp: „Hachja, bei der Hormonvorgeschichte und latentem [HALLO???] PCO, da würden wir beim nächsten Mal dann hormonell unterstützen.“
Nun, danke. Erstmal ein Probelauf obs auch ohne geht, schließlich „sind Sie ja noch sooo jung, Sie haben ja noch sooo viel Zeit“. Vermutlich hab ich auf vollständige medizinische Versorgung erst jenseits der 40 ein Anrecht, in meinem Alter kann man ruhig ein paar Fehlgeburten wegstecken, bevor sich ein Arzt zur umfassenden Betreuung herablassen muss.
Ich .. kann da grad nicht mehr drüber schreiben, sonst reg ich mich nur mehr auf.

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Auf bald,
Hummelchen

Gedanken · Kinderwunsch

Mismus süß sauer

Guten Abend!
Ich hab gerade gesehen, dass ich sogar noch 2 (!!) Texte übrig hab, die ich mal posten wollte.. Beide noch vom Mai! Ich hab nun schon überlegt, ob ich das nun posten soll, aber eigentlich hats nicht an Bedeutung verloren. Und wenn ich grade zurückdenke, dann stimmt das wirklich – seither, seit diesen „Philosophien“ ist irgendetwas anders. Ich kanns nach wie vor nicht benennen und mich nur wundern 🙂 Damit aber zum (fast schon historischen) Text!

[notiert am 28.05.11]: Sind hier ein paar Optimisten anwesend? Ich könnte dringend mal Rat brauchen….
Wenn man jemanden fragen würde, ob es besser ist Optimist oder Pessimist zu sein, dann würden die meisten wohl antworten: na Optimist!

Warum ist das eigentlich so? Ist man besser dran als Optimist? Heißt das nicht, dass man viel öfter unerwartete Enttäuschungen einsteckt, schließlich rechnet man ja immer damit dass alles glatt geht, und das tuts ja nun mal nicht immer… Ist ein wahrer Optimist dann erst der, dem sogar das egal ist?

Oh, vielleicht noch ein Wort zum Titel, falls sich jemand darüber wundert. Ich bin da ja immer sehr kreativ *hust* und muss meine gedanklichen Wortspiele ja wo rauslassen. Ich wollte erst schnöde Optimismus vs Pessimismus schreiben, aber das war mir so ein unhandlicher Titel irgendwie. Ich hab mich auf die gleichen Endungen beschränkt, Mismus, und da das so nach chinesischem Hauptgang klingt hab ich süß sauer dran gehängt, was ja schon irgendwo wieder zum Thema passt.

Aber zurück… Auf die Frage, ob ich Optimist oder Pessimist sei, habe ich immer geantwortet: Ich bin Realist. Zumindest gesagt hab ich das, gemeint hab ich aber immer Pessimist.
Ich geh grundsätzlich davon aus, dass alles schief geht. Das ist zwar nicht sehr erheiternd, spart aber viel Enttäuschung, schließlich hat man sich emotional schon zuvor darauf eingestellt.

Aber ich frage mich, dient es hier der Sache? Ich meine, es ist KLAR dass mehr Zyklen in einer Monatsblutung als einer Schwangerschaft enden, statistisch gesehen ist also der Pessimist im Recht. Aber gehts hier um recht behalten? Ich glaube es wäre besser, ein Optimist zu sein. Aber irgendwie habe ich ein wenig Grauen davor, jeden Monat zu meinen es hätte funktioniert, es wird geklappt haben, um dann…. na, ihr wisst.

Aber nochmal realistisch. Ich meine, enttäuscht bin ich ja so und so. 1, 2 Tage brauche ich um wieder zum „ach komm, beim nächsten Mal“ zu kommen. Egal ob ich damit gerechnet hab oder nicht. Für die restlichen knapp 30 Tage wäre ich aber als Optimist vielleicht ein wenig besser dran.

Doch selbst die Entscheidung: „so jetz bin ich halt optimistisch“ ändert ja nix an meinem Denken. Die Lösung scheint einfach: wenn hier viele schlechte Gedanken sind, dann soll ich eben möglichst viele gute hinterherschieben. Das Verhältnis muss sich ändern, die Einstellung folgt den Gedanken (nicht andersrum).

Wir spielen also das Traube-Fuchs-Spiel, reloaded sozusagen. Mit Ziel sozusagen.
Ich werde also nicht versuchen, negatives Denken abzuschalten (weil mir das ohnehin nicht gelingt), sondern positives dazuzuschalten. Und wie mache ich das, mein Leben wird ja nicht nur positiver weil ich das will? Nunja, „einfach so“ mit bewusster schöne Dinge wahr zu nehmen. Bewusster zu genießen. Sei es das Ausschlafen am Sonntag, ein leckeres Essen, ein heißer Kaffee, ein cremiges Eis, ein entspannendes Bad, ein toller Duft (WAHH letztens in einem Supermarkt ein Riesenregal mit offenen Teemischungen entdeckt, das war eine olfaktorische Ohrfeige, im guten Sinn *schmacht* *hyperventillier*), ein kühlender Regen, eine schnurrende Katze, eine erfolgreiche Putzaktion, Albern mit meinem Freund, ein guter Film, eine anregende Diskussion.. so tausende Kleinigkeiten halt. In der Psychologie sagt man dazu auch Achtsamkeitstraining.

Ich werde also üben, ein Optimist zu werden. Ach du je. Drückt mir bitte die Daumen!


Auf bald,
Hummelchen