Familie · wmdedgt

#WMDEDGT 02/18

Ich habe mir das schon gefühlte million Mal vorgenommen, aber noch niiiemals geschafft. Aber dann ist mir die letzten Mal beim „Wochenende in Bildern“ aufgefallen, dass ich dazu neige eben mehr ein Wochenend-Tagebuch zu schreiben, als ein paar Bilder mit wenigen Worten zu kommentieren, und dass mir tagebuchbloggen wohl Freude machen würde. Das hat mein Hirn zum Anlass genommen, am 5. des Monats an dieses Vorhaben zu denken.

Die Idee dahinter ist natürlich schon ziemlich cool, und ich ertappe mein früheres Ich schon hin und wieder beim Gedanken, nur mit Kind(ern) zu Hause, bitte… was tut man denn dann wirklich den ganzen Tag über? Tatsächlich habe ich keine langweiligen oder leeren Tage, und es lohnt daher vielleicht doch, ein wenig davon festzuhalten.

Mein Tag heute

Da stellt sich schonmal die Frage, wann der begann. Mitternacht? Ja, ok, macht Sinn. Insgesamt war ich diese Nacht 8 mal auf, seit ziemlich genau 24/00 Uhr. 4 (von insgesamt 8 oder 9) Mal war ich dran mit Dienst beim Rumpelstilzchen, der fies erkältet und extreeem unleidlich und pienzig war, und ca alle 45min nach uns rief – Klo gehen, Durst, husten, kann nicht schlafen, zu warm, zu kalt, Kopfweh, repeat. Seufz. Aber ich weiß ja selbst, wie schrecklich vor allem die erste Erkältungsnacht ist, und kurz nach selber Kranksein weiß ich es noch besonders lebhaft. 4 weitere Male musste ich selbst auf, um aufs Klo zu gehen und/oder zu trinken. An der gefühlt trockenen Luft im Schlafzimmer bin ich schier verreckt, bekam trockenen, schmerzenden Hals und musste ständig trinken.

Der Tag begann entsprechend viel zu früh mit einem wachen Steinböckchen, der von den nächtlichen Unruhen so GAR nichts mitbekommen hatte. Mit viel Zureden vom Mann konnten wir dann noch Ruhe bis 7 Uhr rausschlagen, dann ging nichts mehr. Achja, der Mann war heute auch daheim! Der ist nämlich selbst seit gefühlt ewig am kränkeln, und hatte am Wochenende so starke Schluckbeschwerden dass er dann doch mal den Arzt aufsuchen wollte. Heute ging es ihm zwar wesentlich besser, aber ich bin trotzdem froh, dass er daheim war.

Als der Kurze schon fertig für den Kindergarten war meinte er nur lässlich: miss ihm doch mal Fieber. Ich tat das ab: neein, wieso, wozu, warum denn bitte? Ich bekam nur ein lapidares „mach halt mal“ mit Schulterzucken kombiniert, und zückte augenrollend das Messgerät. Kurz darauf blinkt mich eine gelbe 38,9 an, ich starre ungläubig darauf. Neeein… Neeeeeeeiiiin! NAIN!!! Ich versuche diese Hiobsbotschaft vorsichtig in mir aufzunehmend: 2 kranke Kinder daheim. Doppeljackpot.

Wenigstens war er erstaunlich gut drauf, und der Große vorerst fieberfrei, und so ging es zum Frühstück, wo kaum einer 2 Bissen aß. Ich leuchtete sicherheitshalber mal den Rachenbereich aus und beäugte die Zungen. Okay, keine pinke Zunge, Mandeln leeeiicht geschwollen/gerötet, aber kein Belag/weiße Krater. Also vorerst mal kein Kinderarzttermin nötig. Ich hoffe sehr, dass wir ums Antibiotikum rumkommen, und dass sie trotzdem ab Donnerstag wieder fit sind. Meine eigene Erkältung hatte sich aber so eklig nach Seitenstrangangina angefühlt, dass ich noch ein wenig zittere, obs nicht bei den Jungs doch ne Mandelentzündung wird, aber zumindest Scharlach (gabs zuletzt gratis im Kindergarten laut Anschlag) scheint kein Thema zu sein. Ein paar Daumen würde ich gern nehmen!

Danach ging der Mann zum Hausarzt, die Kinder vor die Glotze (ja, sorry) und ich ab ans Putzen. Ich hatte schon seit Tagen einen solchen Ekel vor meinem Bett, ich sag regelrecht die Viren darauf Parties feiern, und auch sonst hatte ich die 2 Wochen davor praktisch gar nichts geputzt, nur das was sich nicht irgendwie vermeiden ließ. Oben war als mega Chaos angesagt, und die Staubmäuse hüpften nur so umher. Einmal alles Staubwischen, Betten beziehen, Staubsaugen, Teppiche ausklopfen, Stoßlüften, das übliche Programm. Ich war damit etwa knapp zwei Stunden beschäftigt, und die Jungs feierten das Kika-Programm. Ich hatte mir schon vorab fest vorgenommen, deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben, die Gefahr einer virenverseuchten ungeputzten Wohnung schätzte ich heute größer ein als nen halben Vormittag vom Fernseher.

In dem Zuge kam mir die Idee, im Kinderzimmer 2 Teile auszutauschen, und schob den Schreibtisch an den ehemaligen Platz vom Sitzsack. Jawohl, so war das besser! Dem grade heimkommenden Mann kam dann noch die Eingebung, das Bett vom Kleinen auch zu verschieben, und nun passt es wirklich viiiel besser! Natürlich hab ich vergessen ein Foto zu machen, aber das kommt noch!

Glücklich über die Sauberkeit schickte ich über den Vormittag verteilt noch 2 Ladungen Wäsche durch die Maschine (einer davon logischerweise Bettwäsche), und hängte davon im Wohnzimmer und Schlafzimmer der Jungs auf, um die Luftfeuchtigkeit ein wenig nach oben zu kriegen. Da noch ein paar Brösel Schnee auf der Terrasse lagen, die bestimmt am Nachmittag von der Sonne erledigt werden würden, beschlossen wir kurz nach draußen zu gehen. Natürlich ging das nur für ein paar Minuten, aber Frischluft schadet ja auch krank nicht.

Anschließend verbrachte ich den Vormittag bei ordentlich knisterndem Feuer mit den Jungs kuschelnd und Bücher lesend auf der Couch, bis es Zeit war, Mittagessen zu machen – sehr früh, denn die Meute hatte groooßen Hunger (kein Wunder). Es gab für mich gemischten Salat, für die anderen Maultaschen mit Salat.

Danach wollten die beiden Hörbücher in ihren Betten hören, und der Mann und ich genehmigten uns Kaffee. Da im Zimmer mehr geblödelt als geruht wurde, kamen die beiden überdrehten Fieberhasen wieder nach unten. Eine dritte Ladung Wäsche kam in die Waschmaschine. Steinböckchen spielte ein paar Minuten begeistert Lego, Rumpelstilzchen blätterte in seinem Drachenlexikon, und der Mann lernte ein wenig für seine Fortbildung. Nach kurzer Zeit brach der Kleine aber in einen Weinkrampf aus, vermutlich war ihm alles zu viel, schwer zu sagen was nun wirklich der Anlass war. Er wollte sich dann auf Biegen und Brechen nicht trösten lassen, aber irgendwann war er doch so erschlagen, ließ sich in meine Arme fallen, und schlief einfach ein. Ich lag zwar beschissen, schlief aber kurz darauf mit ein (hust). Rumpelstilzchen war von der Ruhe angesteckt und selbst ganz still, lag rum, döste, und jaaaa ich habe etwas später sogar den Mann dabei ertappt wie er über seinem Skript kurz wegdämmerte!

Um 3 wurde ein Steinböckchen wach, der weiter machte womit er aufgehört hatte – verzweifeltem Weinen. Ich nötigte ihn zu ein paar Schlucken Wasser, nahm seine Temperatur (knapp 39, also eigentlich nicht soo tragisch), versuchte es vergeblich mit Trösten und knackte ihn schließlich mit Hustenbonbons. Puh! Danach gab es den Joghurt mit den Knusperflakes, den sie sich als Nascherei vom Einkaufen am Samstag mitnehmen durften, und danach sah die Welt schon wieder viel besser aus!

Der Mann besorgte dann noch schnell was vom Supermarkt, denn wir hatten beschlossen, uns heute ein Soulfood Abendessen zu gönnen. Im Krankenlager beschäftigten wir uns damit, dem Kater seinen geliebten Spielball zu werfen (er apportiert mittlerweile ganz brav), Bücher zu schauen und Pumuckl Hörbücher zu hören. Ich amüsierte mich über eine Super Bowl Werbung mit Peter Dinklage.

Dann machte ich mich schon an die Vorbereitung des Hefeteiges und buk eine knappe Stunde später jede Menge Waffeln. Dazu gab es heiße Himbeeren und Eis. Die Kinder mümmelten ordentlich, und auch wir Erwachsenen ließens uns schmecken (ächz stööhn). Anschließend rollten wir vollbäuchig nach oben, die Kinder wurden vom Zucker befreit, schlafbereit gemacht und in ihre Betten gesteckt, wo wir noch ein Paw Patrol Buch lasen. Dann gabs noch eine Runde Nasentropfen und Brustsalbe.

Lange haben sie heute im Schlafzimmer nicht geredet, und rumalbern gabs auch nicht – Gottseidank! Hoffentlich können sie sich gut gesund schlafen. Ich tippe nun noch diesen Post (gehe dazwischen hoch zum Steinböcken, das Übliche, KloDurstNaseputzenetc), und werde heute nicht wie geplant Schnittmuster basteln, sondern auf der Couch versacken, danach recht früh ins Bett gehen. Ich bin ziemlich erschlagen, und morgen wartet ein wichtiger Arbeitstag auf mich, für den ich viele Nerven brauchen werde.

Ich hoffe euer Tag war weniger gammelig und lazarettmäßig?

Auf bald!