Wochenende in Bildern

[WiB] Unser Silvester-Wochenende 30.-31.12.17

Samstag

Da wir so klug waren, unsere Wocheneinkäufe schon am Freitag zu erledigen, begann der Samstag nach dem Frühstück hier erst mal sehr entspannt und kuschelig. Nur ein paar Reste mussten den Große und ich noch schnell besorgen, vor allem das Geburtstagsgeschenk, das er heimlich für seinen Bruder kaufen wollte, von seinem eigenen Geld.

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Nicht ganz so entspannt waren die Katzen, und leisteten sich diese Sauerei. Das gab erstmal einen donnernden Wutschrei von mir, denn das war meine letzte Pflanze aus Österreich, und ich nehme dem Vieh das wirklich übel. :‘-( Ganz zu schweigen von der RIESEN SAUEREI!

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Nachmittags werkelten wir wieder ein wenig herum, das Bücherregal fürs Babyzimmer war dran. Weiß lackiert hatte ich es schon im Sommer, aber die Rückwand war noch nicht fertig. Das grau mit Sternchen finde ich sehr süß, aber zurückhaltend genug um mir im eh schon rosa Zimmer nicht einen Zuckerschock zu verpassen.

Und wenn ich schon dabei war, besserte ich noch schnell ein paar unschöne Flecken an der Wand im Kinderzimmer aus.

Der Mann hängte in der Zwischenzeit ein Wandregal tiefer, in dem nun die Schleichtiere wohnen. Leider ist es sehr eng, und ich bräuchte noch ein Zwischenbrett. Gibts die für diese schmalen Ikea Dinger, oder muss man selber basteln?

Abends war ich richtig in Zockerlaune und spielte feierlich…  Age of Empires 2! :’D Jaja, ich weiß, ich bin sowas von langweilig.

Nicht fehlen durfte die Kuscheleinheit mit der alten Katze, man sieht auf diesen Bildern, wie sie zu grinsen beginnt wenn man sie krault! #herzchenausohrenalarm

Sonntag

Gestern so richtig bis nach Mitternacht verzockt (uiuiui), durfte ich Schlaftablette morgens ausschlafen. Die Jungs waren mit dem Mann sehr ungnädig und quakten schon kurz nach 6 rum. Ich revanchierte mich allerdings mit Leckereien zum Frühstück, und der Mann gönnte sich einen richtig dekadenten Kaffee.

Obwohl das Frühstück jetzt gar nicht sooo hart war, konnte der Große auf seinen Zähnen schon übel Klavierspielen. Die beiden vorne unten wackelten wie verrückt, und störten ihn so sehr, dass wir mit vereinten Kräften den einen (er hing nur noch an nem Faden, iiih) herausbeförderten.

Er war sooo schrecklich nervös und hatte Angst, dass es weh tut, dass ich schließlich den Zahn mit einem Taschentuch anfasste und einfach „abzog“, viel Widerstand war da nicht mehr. Rumpelchen war überglücklich und quiekte vor Begeisterung. Anschließend musste das natürlich allen erzählt werden…

Nach der Action machten wir uns an ein lang angefordertes Projekt – viele Spielsachen wurden vermisst und unter der Couch vermutet, Katzen und Kindern sei „Dank“. Also …

Das war die nutzbare (also von Müll abgesehen) Ausbeute. Dieses Wochenende bestätigte mehrfach, wiiieee schädlich Katzen sind…

Unerwartet freundliches Wetter lockte uns danach sofort nach draußen für einen Spaziergang. Herrlich!

Zu Abend gab es für die Jungs eine „Silvesterplatte“, mit ganz viel Schnickeldi. Effektiv aßen sie dann nur Gemüse, Brezel und Vürstchen, also.. joa. Hm.

Dann wurden die kleinen Dreckspatzen gebadet und erstmal ins Bett gesteckt, mit dem Versprechen, sie vor Mitternacht wieder zu wecken.

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Für den Mann und mich gabs dann das heiß ersehnte Raclette. Oh-mein-Gott. Meine Lieblingspfännchen waren diese Kombis: Kartoffel, Camembert, Birne, Preiselbeer; Veggie-Bällchen, Mais, Zwiebel, Chilibohnen, BBQ Soße, Käse und Veggie-Streifen (wie Hühnchen), Mais, Cocktailsoße, Ananas, Käse. Nachtisch war die gleiche Masse, von der die Jungs heute ihr Frühstück hatten. Darin versenkten wir abwechselnd Banane, Himbeeren, Erdbeeren, Schokobons und Karamellbonbons. Und ein wenig Sahne falls es noch nicht heftig genug war….. Sagte ich schon OHMEINGOOTTTT??

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Anschließend säuberten wir die Küche, rollten uns ins Wohnzimmer, wo der Mann kurz vorm PC absackt und ich diesen Post tippe. Später gucken wir vermutlich noch einen Film, plaudern weiter über das vergangene Jahr, schnappen uns dann wie versprochen die Jungs und feiern begeistert ins neue…

Ich hoffe euer Silvesterwochenende war auch so toll, hier bei Susanne gibt es wie immer noch viel mehr zu lesen. Feiert noch schön, und bis nächstes Jahr!

Euer Hummelchen

 

Gedanken

Jahresrückblick 2017

Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, dann bin ich zufrieden. Es hat mich viel Kraft und Anstrengung gekostet, aber es war nichts davon „verpufft“, oder umsonst, sonst es hatte seinen Sinn und Zweck, und das fühlt sich gut an. So schwer ich das letzte Jahr zu verdauen hatte, so dankbar bin ich dieses.

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Ich überlege ehrlich, ob ich dem Jahr eine 10 geben möchte, aber da die Schwangerschaft aktuell so anstrengend ist und mir viele Tage verhagelt (schon seit Anfang an), gibt es einen kleinen Abzug. Eine 9 ist aber wohlverdient.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Anfang des Jahres sehr viel abgenommen, nun in der Schwangerschaft zu.

3. Haare länger oder kürzer?
Ungewollt ein Stück kürzer, Friseure verstehen einfach „Spitzen bitte“ nicht.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Unverändert, aber ich fürchte mein Gehör wird tatsächlich noch schlechter. Spätestens zur Arbeitsbeginn nach Elternzeit muss es also wohl doch ein Hörgerät sein. (Heul.)

5. Mehr Kohle oder weniger?
Weniger, da ich zwangsläufig von 60 auf 50% reduzieren musste, damit die neue Kollegin auch ordentlich 20 Stunden bekommt. Sie hat unordentlich gearbeitet und geht nun. Voll gelohnt. -.-

6. Besseren Job oder schlechteren?
Gleicher Job.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Ööhm.. ich glaube wir waren etwas sparsamer.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Selbstwirksamkeit. Mir fällt spontan nichts Wertvolleres ein.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr, zumindest im ersten Halbjahr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Hmm… sehr wenige! Ich erinnere mich spontan an nichts Nennenswertes bei mir. Bei den Jungs hielt sich die Erkältungswelle ebenfalls extrem fair und moderat. Nur den Kleinen hatte es zweimal übel erwischt, einmal Angina und einmal eine ->

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
-> bakterielle Superinfektion nach schnöder Erkältung mit 41° Fieber und einer Runde Antibiotikum. Ich kann nicht in Worte fassen wie gut es getan hat zu sehen, als er innerhalb von 3 Stunden sichtbar gesunder wurde.

12. Der hirnrissigste Plan?
Hm, da gab es nicht. Zählt das Planen eines dritten Kindes? Bekloppt ist es ja schon ein wenig… XD

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Das gefährlichste war vermutlich das Ponyreiten im Urlaub, ich war mir nicht sicher die Viecher wieder zurück zu bekommen. Nein, wir leben nicht gefährlich.

14. Die teuerste Anschaffung?
Hmm… wir haben uns dieses Jahr nichts teures angeschafft. Zusammengerechnet waren es bestimmt die Schuh- und Kleidungskosten für die Kinder.

15. Das leckerste Essen?
Die Cheat-Meals in der Abnehmphase waren sicher die geilsten, aber da war es nichts Konkretes. Ich habe mir etliche tolle große Eisbecher gegönnt und extrem genossen. Auswärts essend waren es sicher wieder die Burger im „My Heart Beats Vegan“. (omfg) Keinesfalls darf in dieser Liste schon vorausschauend das Silvester-Raclette fehlen, mmmhhh….

16. Das beeindruckendste Buch?
Ich habe etliche Hörbücher gehört, aber es gab nur ein beeindruckendes und lebensveränderndes Buch: Fettlogik überwinden von Nadja Hermann. Uneingeschränkte Empfehlung. War mein Neujahrsvorsatz-Buch 2016, und hat eingeschlagen wie eine Bombe, 10€ hatte ich noch nie sinnvoller investiert.

17. Der ergreifendste Film?
Ergreifend? Oh Gott, ich schaue nichts ergreifendes mehr, das halte ich einfach nicht mehr aus seit ich Kinder habe, heule ständig los. Eine Serie die ich sehr genossen habe war „Turn – Washington’s Spies“.

18. Die beste CD?
Meteora von Linkin Park. Seufz.

19. Das schönste Konzert?
Keines.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Mit den Kindern und mit dem Freuen über Erfolgserlebnisse – ich stelle nämlich fest, dass die Frage gar nicht explizit nur Menschen meint, oder?

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Mit Familie und lieben Freunden, und auf mich selbst stolz sein.

22. Zum ersten Mal getan?
Ein Zimmer rosa gestrichen.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Schwangerschaftskleidung getragen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Magenkoliken, den Tod vom geliebten Kater 😦

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Ich glaube mein Mann und ich haben uns gegenseitig immer wieder davon überzeugt, mit dem Abnehmen weiter zu machen und dran zu bleiben, wenn die Motivation mal wieder einen Durchhänger hatte. Das war für uns beide wohl am Wertvollsten.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Die Jungs damit überrascht, dass sie ein kleines Geschwisterchen bekommen, und dann nochmal mit der Mitteilung, dass es vermutlich wie „bestellt“, ein Mädchen wird.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich werde das schrecklich egozentrisch beantworten: ich mir selbst, indem ich es nach langer Zeit wieder geschafft habe, mir selbst Erfolgserlebnisse zu verpassen, und Stolz und Freude zu fühlen. Die letzten Jahre waren ziemlich hart, und daher ist mir das so unendlich wichtig. Es gibt kein befreienderes Gefühl, als das, nicht von äußeren Umständen oder Menschen abhängig zu sein, um sich glücklich zu machen. Das tat soo gut.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Da schlägt das Herz ganz fleißig, alles in Ordnung.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Der Reaktion nach, als ich Oma erzählt habe, dass wir ein Mädchen bekommen. (Ich glaube außer dem Mann und mir war das jedem extrem wichtig…)

30. Dein Wort des Jahres?
Geschwister, Schwangerschaft

31. Dein Unwort des Jahres?
Vertragsübergangsbrücke. (Anderes, langes Thema, aber viel Hass.)

32. Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?
Dieses Jahr hab ich wieder begonnen, mehr Blogs zu lesen, besonders gern und oft hab ich bei Holzhütteneinblicke reingeklickt.

33. Zum Vergleich: Verlinke Deine Rückblicke der vorigen Jahre!
2016, 20152014201320122011

Nun möchte ich noch ein wenig darüber schreiben, was so im kommenden Jahr ansteht und auf uns zukommt, was ich mir erhoffe oder vorhabe…

Januar und Februar werden noch ein wenig anstrengend, aber dann beginnt ja der Mutterschutz. Ich hoffe, dass ich gesundheitlich und energiemäßig alles schaffe und einen guten Abschied für alle Klientinnen hinbekomme.
Außerdem habe ich tatsächlich vor, wieder etwas mehr auf meine Gesundheit und Ernährung zu achten. In den letzten Wochen drehte sich fast alles um das Verhindern der Magenschmerzen, aber gesund war das nicht. Ich hoffe dass das besser wird.

Im März und April, die letzten Wochen vor Geburt, möchte ich viele Kräfte sammeln, viel schlafen, viel nähen, und soweit es mir möglich ist, ein wenig Gartenarbeit verrichten. Eventuell werde ich mich dann noch auf die Hausgeburt vorbereiten und letztliches alles vorbereiten, um diesen kleinen neuen Menschen willkommen zu heißen.

Ab Mitte April hört meine „Planung“ erst einmal auf, denn danach wird sich alles um unser drittes Kind und das Wachsen zu einer 5köpfigen Familie drehen. Es wird anstrengend, neu und besonders. Ich habe so viele schöne Vorstellungen und Hoffnungen, bin aber aufgeschlossen für die Entwicklung, die uns da bevorsteht. Der Mann hat einen Monat Elternzeit geplant, damit wir dieses Abenteuer gemeinsam bewältigen können.
Ein großer Wunsch von uns ist es, auf der Terrasse ein Vordach bauen zu lassen. Der Lohnsteuerausgleich wird zeigen, ob und in welchem Umfang das möglich sein wird, aber es ist mein aktuell größter materieller Wunsch.

Was in den Sommermonaten kommt lässt sich also schwer vorhersehen. Ich hoffe auf ein pflegeleichtes, unkompliziertes kleines Baby (haha), und dass die Jungs die Veränderung gut verkraften, sodass wir viele schöne Momente sammeln können, da ich mich ja auch nicht zwischen Arbeit und Kindern aufteilen muss und theoretisch viel Zeit und Energie für nur-Familie habe.
Wir möchten außerdem unsere Hütte im Garten ein wenig herrichten, damit wir im Sommer gemütlich dort sitzen können.
Ich hoffe auch, dass wir es wieder schaffen, vieles aus dem eigenen Garten zu ernten. Es braucht einfach echt viel tägliche Aufmerksamkeit, und ich hoffe dass mir das von zuhause aus besser gelingt (ich denke da an so einfach Dinge wie morgens gießen können statt in die Arbeit zu hetzen).

Im Herbst würde ich gerne, wenn es die Umstände erlauben, nach Österreich fahren. Meinen Großeltern ist mittlerweile ihr hohes Alter anzumerken, und ich weiß nicht, wie viele Gelegenheiten es noch geben wird. Ich wünsche mir, dass meine Tochter sie noch kennenlernen kann – und umgekehrt.

Wenn der nächste Winter kommt, hoffe ich, dass wir alle fit und möglichst gesund bleiben und auch das kleine Menschlein nicht allzu sehr von den Kindergartenkeimen beeinträchtigt wird. Ich freue mich schon heute auf unser nächstes Weihnachten – zu fünft. #nichtheulennichtheulen

 

Ich hoffe ihr hattet auch ein Jahr, auf das ihr gerne zurückblickt, und wünsche euch von Herzen alles Gute beim Start ins Neue!

Auf bald!
Hummelchen

 

Wochenende in Bildern

[WiB] Unser Weihnachts-Wochenende 23.-24.12.17

Samstag

Dieses Wochenende startete ziemlich zügig, denn es war noch einiges zu tun. Bei absolutem Ekelwetter schlichen wir gleich nach dem Frühstück raus und erledigten den Einkauf, wo wir mit noch ziemlich leeren Gängen belohnt wurden. Hah!

Zuhause machte ich mich dann an diverse Haushaltsdinge und hörte nebenher eine CD, die ich in einer verstaubten Kiste im Keller gefunden hatte – eine Aufnahme von dem Chor, in dem ich früher sang, und darunter auch das Lied, dass selbiger Chor zum Begräbnis von meinem Papa gesungen hat. Diese Entdeckung ist sehr wertvoll, tut aber grade zu Weihnachten doch ein wenig weh… #rundumadum

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Danach lief es eher gemütlich, mit Kaminfeuer und Keksen.

Später bekam das künftige Babyzimmer noch einen zweiten Anstrich.

Der Herr Papa machte sich dann daran das Waschmaschinenregal aufzubauen. Die bleibt nämlich im Babyzimmer, aber wollte natürlich eine aufgehübschte Umgebung.

Die Kinder vertrieben sich die Zeit im Spielzimmer.

Abends gab es gemischten Salat mit Maultaschen. Das mag jetzt total lächerlich klingen, aber ich bin sooo froh diese Öl gefunden zu haben!! Es ist ein natives Bio-Rapsöl, in Glasflasche, aus dem normalen Supermarkt zu einem leistbaren Preis. Wooohooo!

Nach dem Essen kamen überraschend Freunde vorbei, und der Abend lief zwar sehr nett, aber auch chaotisch, da ich eigentlich grade dabei war den Jungs Haare zu schneiden. Fotos folgen!

Den Abend ließen der Mann und ich ausklingen mit dem dritten Film der Star Wars Reihe. Ich muss sagen, wenn ich gekonnt ignoriere was mich an den Filmen nervt dann ist es spannend. Ach, Ani….

Sonntag

Was eben gestern Abend noch geschah, hier in Bildern. Ich bin nicht sehr geübt im Schneiden, aber da wir keinen Termin mehr bekamen und die Jungs schon Vogelnester aufm Kopf hatten musste ich ran. Naja, wächst ja schnell raus.. XD

Der Kleine kriegt übrigens ernsthaft braune Haare. Fällt uns schon seit einiger Zeit auf, dass er nachdunkelt, aber wenn man die hellen Spitzen abschneidet erschrickt man echt… Vormittags war der übliche Film dringend nötig, denn die Aufregung wegen Weihnachten ist mittlerweile echt… mühsam. Heute war König der Löwen dran.

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Mittags brauchte ich dringend ein kurzes Schläfchen, denn die Nächte sind momentan eher nicht so besonders. Die Kleine ist gefühlt ständig wach und verteilt Rundumschläge. Den Titel Energiebündel hat sie sich redlich verdient, und ich hoffe auf ein wenig mehr Ruhe nach der Geburt..! Letztendlich stand aber heute noch etwas Wichtiges an…. ->

Zufällig entdeckten wir am Nachmittag, dass der Große nicht nur zwei Wackelzähne hat, sondern sich in einen Haifisch verwandelt! Wie spannend!! #gozahngo

Später verpackte ich noch Geschenke von Freunden fertig, die auch heute unterm Baum liegen sollten, und freute mich über das geliehene Buch meiner Herzfreundin. Ja, es wird wieder Zeit…. ❤

Nach ein paar Keksen als Snack und dem letzten Mal Adventskranz bestaunen machte ich mich bald ans Abendessen. Es gab Paprika-Geschnetzeltes, Kroketten, Gemüse und Orangensalat.

Schließlich war es eeeeeendlich so weit: Bescherung!!! Es lagen tonnenweise Päckchen drunter, denn alle Freunde und Verwandten hatten ihre bereits geschickt oder vorbeigebracht. Irgendwie gefällt mir das bunte Geschenkpapier-Getümmel. Ich konnte die Jungs zu einem Foto quälen, bevor sich drüber gestürzt wurde…

Sämtliche Geschenke waren ein Volltreffer, und das Wohnzimmer glich schnell einem Schlachtfeld.

Mein persönliches Highlight an Geschenken waren diese Knaller, geschickt von der Herzfreundin. Wie unglaublich geil bitte???! Ich kann es sowas von nicht erwarten, dass es April wird! HACH!

Nun müssen Mann und ich noch Küche und Wohnzimmer in einen brauchbaren Zustand zurückversetzen, und danach werde ich mir noch einen Weihnachtsfilm im TV gönnen. Nur welchen???

Ich hoffe ihr hattet wundervolle Weihnachten, schmökert doch gerne noch bei Susanne ein wenig, wenn ihr noch andere Wochenende-in-Bildern-Berichte schauen möchtet!

Auf bald!
Gedanken · Psychologie

[Zeitreise] Odi et amo.

Kürzlich stolperte ich in einer meiner letzten Lieblingsserien äußerst unerwartet über ein Gedicht, das ich von einem Lied kannte, das ich mal im Chor gesungen hatte. Damals war ich so 15, 16 Jahre alt, hatte gerade beschlossen dass ich Psychologie studieren würde, und das Lied bewirkte etwas in mir, sodass ich meine Gedanken in eine Geschichte packen musste.

Nein, so würde ich das heute, mehr als 15 Jahre später, nicht mehr schreiben. Aber ich mag diese Geschichte trotzdem noch, und vor allem möchte ich sie nicht „verlieren“ – es war genug Aufwand die Datei aufzuspüren.

Ich weiß nicht ob so etwas vor Weihnachten nicht viel zu düster ist, aber vielleicht mags der/die ein oder andere ja dennoch lesen…

 

ODI ET AMO

Odi et amo. (Ich hasse und liebe.)
Quare id faciam, (Warum ich das tue, )
Fortasse requiris. (wirst du vielleicht fragen.)
Nescio. (Ich weiß es nicht.)
Sed fieri sentio (Aber ich fühle dass es geschieht)
Et excrucior. (und ich leide.)
Ah.

ODI..

Alleine. Dunkel. Stille. Wie schön.. Totale Stille, kein Geräusch, kein Vogel, der singt, keine Grille, niemand schreit. Noch nicht. Wer auch? Um ein Uhr morgens?

Es ist kühl hier im Zimmer: Im Februar heizen sie hier nicht mehr. Wozu auch? Eigentlich bin ich müde, aber ich will nicht schlafen. Ich muss wach bleiben, wach bleiben! Ja nicht einschlafen! Ich muss müde sein, müder werden. Ich darf erst am Tag einschlafen. Ich bin ein Tier. Jawohl, ein Tier. Deshalb bin ich auch hier: weil ich ein Tier bin. Menschen sperrt man nicht in stille, kalte, einsame Räume. Nur Tiere. Ich bin ein Tier. Welches? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es hasse. Ich habe noch nie so gehasst wie jetzt. Nicht mal damals. Als ich… aber da war ich noch ein Mensch, jetzt bin ich ein Tier. Oder war ich es damals auch schon? Oder wurde ich da eins? Oder kam ich schon als Monster auf die Welt? Ich weiß es nicht. Nicht mehr. Ich glaube, ich wusste es einmal, aber ich bin mir nicht sicher; nicht mehr. Hier kann man sich nicht sicher sein. Hier sind alle Tiere, Monster, ohne Gefühle, ohne Verstand. Und solche sind sich nicht sicher. 2.15h. Noch sechs Stunden. Bleib wach, bleib wach! wenn ich nicht so müde wäre… Aber Tiere werden nicht einfach müde. Ich werde wach bleiben. So lang ich will. Ich muss bis acht Uhr wollen. Da werden sie alle wach. Und schreien. Ich hasse es. Ich hasse hier alles. Sogar das Bett. Die Decke ist zu kurz. Meine Füße sind schon ganz kalt. Vor allem die rechte große Zehe, die ist schon am längsten hier an der kühlen Luft. Aber das ist wohl nicht weiters verwunderlich für einen Mann meines….Wie alt bin ich eigentlich? Und wie lang bin ich schon hier? Kurz oder lange? Ich habe mein Zeitgefühl verloren. 10 Jahre? 20 Jahre? 30, 40, 50, 100 Jahre? Ich weiß es nicht mehr, ich weiß gar nichts. Aber das macht nichts, nicht hier. Hier ist es egal, alles egal, vor allem ich. Außerdem haben Tiere kein Zeitgefühl, und ich bin ein Tier.

Ich glaube, ich werde gleich einschlafen. Aber ich darf nicht, ich will nicht. Doch andererseits… Tiere haben keinen eigenen Willen. Darum kann man sie auch gegen ihren Willen einsperren, weil sie keinen haben. Also muss es wohl stimmen, dass ich ein Tier bin…

…ET…

Oh nein, ich bin eingeschlafen. Sie schreien, sie schreien, sie schreien. Jeden Tag, jede Woche, jedes Monat, jedes Jahr, immer, immer wieder. Wie wilde Tiere. Ich kann ihnen sagen, was ich will, sie hören mich nicht. Ich habe aufgehört zu reden, ich gebe nur manchmal Laute von mir. Meistens verstehen sie mich, manchmal auch nicht, aber das macht mir nichts. Mir ist hier alles egal. Jeden Tag.

Jetzt ist es hell. Zu hell.  Um acht Uhr, pünktlich, gehen im ganzen Haus die Lichter an. Und am Abend um neun Uhr aus. Sie sind grell, es tut weh wenn man zu lange hinschaut. Der Spiegel ist genau gegenüber von meinem Bett. Meinem Bett? Nein, hier gehört nichts mir. Überall sind Aufkleber, auf denen steht: „Eigentum der Anstalt für psychiatrische Notfälle“ Hm, als ich hier ankam, habe ich darüber nachgedacht. Ein Notfall? Ich? Ich bin doch bloß ein Tier… Aber wahrscheinlich deshalb.  Nein, ich weiß dass ich nicht immer ein Tier war, zumindest glaube ich das. Da kommt schon die Schwester. Mit dem Frühstück. Sie sagt, heute habe ich Besuch. Ich soll in die Empfangshalle gehen, wenn ich fertig bin. Ich schlinge alles hinunter. Ein Stück Brot, Margarine, und Tee. Ohne Zucker.

In der Halle sitzt jemand auf dem Sofa. Er wartet. Auf mich? Ich setze mich zu ihm, vielleicht sagt er etwas. Ja, er sagt, er ist mein Sohn. Nein, ich kenne ihn nicht, aber ich werde ihm zuhören. Er erzählt mir eine Geschichte. Von einem Mann. Er hat seine Frau erstochen. Und weil er böse war, ist er jetzt eingesperrt. Ich bin auch eingesperrt. Ob ich ihn wohl kenne? Ob er auch hier ist, bei uns? Vielleicht werde ich ihn einmal suchen gehen. Warum bin ich eigentlich hier? Ich weiß es nicht. Aber ich glaube, ich wusste es gestern -oder heute- noch. Aber ich bin mir nicht sicher. Der junge Mann hat mich gerade etwas gefragt. Aber ich weiß nicht, was, ich habe ihm nicht zugehört. Ob ich überhaupt noch verstehe, was man mir sagt? Nicht immer. Aber auch das ist egal. Er wird zornig, glaube ich. Aber ich will nicht mehr sprechen, ich kann nicht mehr. Jetzt schreit er. Und er weint. Hysterisch. Er ist ein schlimmerer „Notfall“ als ich es bin. Ich bin bloß ein Tier. Jawohl. Die Schwester kommt. Sie lächelt. Sie lächelt immer. Und sie ist immer nett. Sie erklärt dem jungen Mann etwas. Der nickt und geht. Ohne Abschied zu nehmen. Na bitte, er war nicht mein Sohn. Söhne verabschieden sich von ihren Vätern. Und Söhne lieben ihre Väter. Aber mich liebt niemand. Aber ich bin ein Tier. Und Tiere liebt man nicht.

…AMO.

Aber ich liebe. Sehr sogar. Zumindest glaube ich das. Aber ich weiß es nicht. Nicht mehr. Ich kann mir nichts mehr merken, mich nicht mehr erinnern. Warum? Jeden Tag denke ich das. Ich sitze nur da und denke. Immer. Jeden Tag, jede Woche, jedes Monat, jedes Jahr. Was sollte ich auch anderes tun? Es ist langweilig. Aber ruhig. Solange niemand schreit. Ich liebe die Stille. Und ich liebe sie. Solange sie da ist, mache ich mir keine Sorgen. Sie ist für mich da, sie sorgt für mich. Sie liebt mich. Ich weiß es. Ich spüre es. Ich bin mir sicher. Nein, ich bin mir doch nicht sicher. Tiere sind sich nicht sicher. Und ich bin ein Tier. Tiere liebt man nicht. Und ich bin ein Tier. Sie liebt mich nicht, niemand liebt mich, niemand kann mich lieben. Weil ich ein Tier bin. Das sagen sie. Aber ich, ich liebe.

QUARE ID FACIAM?

Was soll ich bloß dagegen tun? Was kann ich tun? Das darf so nicht bleiben. Tiere kennen keine Liebe, was ist bloß los? Ob ich vielleicht… nein, ich bin ein Tier, das ist sicher. Ich will sie nicht lieben. Ich will hassen, hier muss ich hassen. Was anderes könnte ich tun? Sie verwirrt mich, sie soll damit aufhören. Aber andererseits, hier verwirrt mich alles, sie passt perfekt hierher. Und ich liebe sie gar nicht wirklich. Wie sollte das auch gehen? Aber.. ich bin mir doch so sicher. Warum kann ich nicht normal denken? Ich weiß nur, dass ich sie liebe, und nur das ist wichtig. Ich liebe sie.

FORTASSE…

Oder bilde ich mir das nur ein? Nein, ich liebe. Aber ich bin mir nicht sicher. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, in nichts. Nicht mehr hier.. Aber wenn es anders wäre… Was war bloß vorher? Oder war ich immer schon hier? Ich glaube nicht, aber ich bin mir nicht sicher. In nichts. Da kommt die Schwester. Die, die ich zu lieben glaube. Aber woher soll ich denn wissen..? Hübsch ist sie. Sie ist groß und trotzdem zierlich. Sie hat lange, dunkelbraune gelockte Haare. Und eine kleine Brille. Und sie lächelt immer, ist immer freundlich, auch zu mir, obwohl ich ein Tier bin. Aber ob ich sie wirklich liebe? Jetzt gehen wir waschen. Sie wäscht mich immer. Ich kann es selbst nicht mehr, glaube ich, aber ich bin mir nicht sicher, glaube ich zumindest. Jetzt berührt sie mich. Oh ja, ich liebe sie, sehr sogar. Ich hoffe, sie lässt mich nie allein. So lange sie da ist, ist alles in Ordnung. Ja. Ich hoffe, ich bete, dass ich mir diesmal sicher bin. Kann ich überhaupt noch beten? Nein, Tiere beten nicht.

…REQUIRIS.

„Ich habe ihn jetzt gewaschen und ihm sein Mittagessen gebracht, Doktor.“ „Danke, Ingrid. Aber warum wollten Sie mich sprechen?“ „Nun, ich mache mir Sorgen um ihn..“ „Warum denn, Ingrid? Sie wissen doch, er wird hier gut versorgt.“ „Aber natürlich weiß ich das. Aber er wirkt so… abwesend, er redet nicht mehr; Heute hat er seinen Sohn nicht mehr erkannt! Dabei ist es doch erst einen Monat  her, dass der Prozess beendet und er hergebracht worden war.“ „Aber Ingrid, sie wissen doch, das ist wegen der Medikamente. Es ist gut so, er darf sich nicht erinnern, so lebt er in Frieden.“ „In Frieden? Aber…“ „Außerdem ist er gefährlich! Bedenken Sie, was er seiner Frau angetan hat, die Arme… Er ist wahrhaftig ein Tier.“ „Oh, bitte hören Sie auf so schlecht über ihn zu sprechen! Er könnte es vielleicht wirklich glauben! Er ist ein Mensch wie Sie und ich, das wissen Sie genau.“ „Ingrid, er hat zirka 100 mal auf seine Frau eingestochen, durchlöchert wie ein Sieb! Nennen Sie DAS etwa menschlich? Ich nicht.“ „Aber er ist so traurig, so ruhig, zu introvertiert. Trotz der Medikamente, ich glaube nicht, dass das normal ist.“ „Sie kennen ihn besser. Meinen Sie, wir sollten ihm zusätzlich Antidepressiva verabreichen?“ „Nun, Doktor, ich bin mir nicht ganz sicher. Manchmal sitz er nur da und lächelt ohne Grund. Man könnte auch glauben, er sei manisch-depressiv. Aber ich glaube die Gefahr ist zu groß, wir sollten ihm nicht so schnell neue Medikamente verabreichen. Aber ich weiß es nicht, vielleicht, wenn Sie ihn sich einmal anschauen würden, mehr um ihn kümmern… Ich bin mir sicher, dass…“ „Ingrid, das wird nicht notwendig sein. Halten Sie mich auf dem Laufenden. Sie sind doch sicher sehr kompetent, hoffe ich. Sie können das. Sie wissen, wir können hier nur kompetente Schwestern brauchen. Ich vertraue Ihnen. Das wissen Sie doch.“ „Ja, ich weiß, Herr Doktor. Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir zuzuhören.“ „Aber sicher doch, Ingrid. Auf Wiedersehen.“

NESCIO.

Ich will weg hier. Ich habe Angst. Wovor? Vor allem. Glaube ich. Ich halte es nicht mehr aus hier. Tiere kann man doch nicht einsperren, sie müssen frei sein, frei! Ich will frei sein! Nicht eingesperrt mit grellem Licht von 8-21 Uhr und reflektierenden Spiegeln und hübschen Schwestern und brüllenden Gefangenen! Ich will weg! Aber ich weiß nicht, wie. Ich komme hier nicht raus. Niemand kommt hier raus. Auch ich nicht. Ich muss hier weiter eingesperrt bleiben wie ein, wie… ja, ein Tier..

SED…

Aber was wenn ich? Wenn ich fliehe? Weit, weit weg, ohne Weg zurück. Ich weiß nicht ob ich… das kann. Tiere tun das normalerweise doch nicht, Tiere können das nicht. Aber ich will ihnen – ihr- doch beweisen, dass ich etwas Besseres bin, etwas das man doch lieben kann. Aber, NEIN, verschwinde Gedanke! Das darf ich nicht denken! Wie kann ich mich dagegen wehren? Und will ich mich überhaupt wehren? Wenn ich es doch bloß wüsste! Was..? Ich würde siegen, hätte es allen bewiesen, allen. Aber daran darf ich nicht dauernd denken, das kann ich nicht tun, ich muss es vergessen.

…FIERI…

Er kommt wieder, ich spüre es, es lässt sich nicht aufhalten. Nicht mehr. Oh, warum musste mir der Gedanke kommen, warum mir? Aber was, wenn ich das wirklich täte? Ich wäre weg, und das Geschrei der Gefangenen auch. Ich spüre, dass ich nicht widerstehen kann. Es geschieht einfach. Wie alles hier. Nichts ist Zufall. Alles geplant. Kein Einfluss. Ich kann mich nicht wehren. Oder doch? Ich könnte. Es gäbe eine Möglichkeit. Aber.. nein, nicht schon wieder. Das ist nicht gut. Aber warum muss alles immer nur gut sein? Tiere sind nicht immer gut. Böse Tiere werden eingesperrt. Ich bin eingesperrt. Ich bin ein böses Tier. Ein Monster. Ein Ungeheuer. Ich bin böse. Das sagen sie. Alle.

…SENTIO…

Außer ihr. Alle außer ihr. Sie glaubt nicht, dass ich böse bin. Sie glaubt auch nicht, dass ich dumm bin. Alle anderen tun das. Aber ich bin nicht dumm. Nicht wirklich. Nur manchmal. Heute aber nicht. Es geht besser als heute Morgen. Ich kann mich erinnern, was heute war, was gestern. Kein Unterschied. Ich weiß nur nicht, was vorher war. Aber das hat sowieso keine Bedeutung. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht für mich. Es würde nichts ändern. Alles bliebe so, wie es jetzt auch ist. Ob die Schwester -jetzt weiß ich es wieder: sie heißt Ingrid- es weiß? Ich könnte sie fragen. Nein, kann ich nicht. Ich kann nicht mehr sprechen. Es fällt mir so schwer, es ist so anstrengend. Alles ist anstrengend. Nachdenken ist anstrengend. Ich bin müde. Da kommt das Essen. Nachher darf ich schlafen. Muss ich schlafen. Der Doktor sagt das. Ich werde nach dem Essen immer so müde. Warum? Ich weiß es nicht. Und wenn ich aufwache, weiß ich nichts mehr. Jeden Tag dasselbe. Aber jetzt weiß ich noch. Glaube ich. Aber ich darf nichts wissen. Sagen sie. Alle. Immer. Es ist besser so. Das stimmt wohl. Es muss ja stimmen. Sie sagen es ja alle. Es stimmt immer, was sie sagen. Deshalb sind sie wohl nicht eingesperrt. Trotzdem sind sie immer hier. Freiwillig? Ich nicht. Niemals. Freiwillig? Oder kam ich freiwillig hierher, ist es meine Schuld gewesen? Was habe ich getan? Was kann man, was muss man tun, um so behandelt zu werden? Ich will weg hier, ich will weg hier! Was, ich soll essen? Nein, ich will nicht, ich will bloß weg hier! Warum verstehen sie mich nicht? Warum? Das Essen… es schmeckt… komisch… Ich glaube es schmeckt anders als in der Früh. Bitterer. Aber ich muss es essen. Ob ich will oder nicht. Ich wäre so gerne weg! Wie kann ich bloß entkommen, wie? Ich würde wirklich alles tun, wirklich alles! Alles? Ich glaube schon. Aber was ich wirklich weiß, ist, dass ich weg will, weg muss, unter allen Umständen. Koste es, was es wolle. Und sei es, dass ich dafür .. Ich könnte doch einfach.. In meinem Zimmer liegt doch ein Seil, oder..? Was wenn ich… Ach, es wird dunkler. Oder bilde ich mir das ein? Ich bin so müde. Ich will schlafen. Denken ist anstrengend. Ich will weg,… nein, schlafen.. nur schlafen… die Schwester? … ich will in mein Bett…. ich…

…ET…

„Er schläft jetzt, Doktor.“ „Sehr gut, Ingrid. Haben Sie die Spritze vorbereitet? Ja?“ „Ist das nicht etwas zu viel? Gestern waren es erst 2 ml, die Drogen sind doch ziemlich stark.“ „Ja, das ist auch gut so. Keine Sorge, ich weiß schon, was ich tue. Es macht nichts, wenn er abhängig wird. Er wird es erhalten, so lange er hier ist, und lange ist das sowieso nicht.“ „Warum denn?“ „Na, diese Dosis hält niemand länger als zwei Jahre aus. Der Organismus verkraftet eigentlich nur…“ „Aber, aber das ist doch…“ „Ingrid, das verbitte ich mir! Es ist durchaus human! Nach seiner Tat hätte er sowieso die Todesstrafe bekommen.“ „Aber das tut er doch auch hier.“ „Nur ohne Qualen und ohne Angst. Die Medikamente sind durchaus zuverlässig. Obwohl dieser Bastard, dieser Mörder etwas anderes verdient hätte!“ „Aber, Herr Doktor, er war doch auch schon krank, als er die Tat begangen hat, nicht mehr zurechnungsfähig. Er war doch eine Versuchsperson, ein Experiment. Die Medikamente, die er erhalten hat, waren nicht zugelassen. Niemand konnte wissen, wie er darauf reagieren würde.“ „Das ist egal. Was geschehen ist, ist geschehen.“ „Wie wird er auf die Dosis reagieren?“ „Ich weiß es nicht. Sie müssen ihn beobachten. Er könnte unerwartet gegenwärtig sein und rebellieren oder wir können ihn damit ruhig halten.“ „Ruhig? Er ist mir jetzt schon zu ruhig. Ich mache mir Sorgen, dass er sich etwas…“ „Ingrid, Sie brauchen sich keine Sorgen um ihn zu machen. Er ist doch nur ein Patient.“

…EXCRUCIOR.

Mein Kopf. Er tut weh. Warum? Es ist hell. Zu hell. Tiere mögen kein grelles Licht. Ich bin ein Tier. Jawohl, ein Tier. Ein grausames Tier. Es ist still… Ach, wie schön.. Aber bald geht das Geschrei der anderen Tiere wieder los.. Wir sind alle eingesperrt… Warum? Ich weiß es nichts, ich weiß gar nichts. Wer bin ich denn? Doch, das weiß ich.. Ich bin ein Tier. Richtig, ein Tier.. Das war immer schon so, ist so, und wird auch für immer so bleiben.

AH.

Ich will mich erinnern.. Aber es geht nicht.. Warum habe ich geschlafen? Was war vorher? Habe ich immer geschlafen, und bin erst jetzt wach geworden? Warum.. warum weiß ich nichts..? Wusste ich es jemals? Ich bin mir nicht sicher… Woher auch… Tiere sind sich nicht sicher. Und ich.. ich bin ein Tier.

Wochenende in Bildern

[WiB] Unser Wochenende 16.-17.12.17

Also dieses Wochenende war wirklich … durchwachsen, eher Richtung blöd. Ziemlich blöd. Dabei begann der Freitag Abend so harmonisch, dass sogar die Streitkatzen ganz versöhnlich kuschelten und sogar gegenseitiges Putzen wurde erlaubt! Huch!?

Ich wusste vorab, dass dieses Wochenende ein wenig *anders* werden würde, da mich die Woche unglaublich geschafft hatte, und ich so ausgelaugt reinstarten würde dass da nicht viel drin wäre. Wie entsetzlich mies die Gesamtstimmung aber werden würde wusste ich noch nicht, sonst hätte ich freitags gekündigt. Echt jetzt.

Samstag

Nach wieder mal erstaunlich langem Ausschlafen (wasn los hier in letzter Zeit?) beschloss der Große lieber daheim zu entspannen als zum Bäcker zu fahren. An der Stelle schwante mir Übles, aber bislang ist er noch nicht krank (die Finger bleiben sicherheitshalber gekreuzt!).

Da ich ein paar Weihnachtsbesorgungen geplant hatte fuhr ich alleine einkaufen. Herrje ist das ruhig und entspannt! Okay, nicht sooo entspannt, es ist nämlich saudämlich am letzten Samstag vor Weihnachten Geschenke zu kaufen. Nächstes Jahr mach ich das schon Anfang Dezember, bestimmt! Trotzdem freute ich mich das Gesäß ab als ich dieses perfekte Hemd in der richtigen Größe ergattern konnte. Online war es längst ausverkauft, und der Kleine LIEBT gelb gerade so abgöttisch, dass ich das unbedingt für ihn haben musste. Yeeeah! Und ein paar, hust, andere Sachen hab ich auch noch, hust, mitgenommen.

Und noch ein paar andere Sachen. DAS STAND SO ALLES AUF DER LISTE!! 😀

Vom Nachmittag gibt es keine Bilder, denn der versank direkt im Schlund der Hölle. Die Kinder waren unausstehlich, und als ich das perfekte gelbe Hemd beim Waschen orange färbte, ich bescheuerter Oberarschtrampel, war meine Laune sowas von gestorben dass nicht mal ein Kübel Vanilleeis was dagegen tun konnte. Nicht dass ich es nicht versucht hätte…….. Zur Beruhigung versteckte ich mich ein wenig und versuchte es mit einer Hörbuch-Auszeit (man sehe letzten Blogpost zum Thema Skillen).

Naja, jedenfalls bestand der Nachmittag dann aus verzweifelten Versuchen das Hemd wieder gelber zu bekommen (relativ erfolglos, aber ein wenig weniger orange ist es jetzt. Ich könnte immer noch heulen.) und allgemeiner Gereizheit. Am Abend guckten der Mann und ich den 2. Star Wars Film. Ich hatte ja irgendwie beschlossen die nun auch alle zu schauen, ich weiß auch nicht warum… Ein paar Dinge nerven mich nach wie vor ganz schrecklich, aber die Handlung finde ich doch spannend genug um wissen zu wollen wies weitergeht. So ein paar Details kennt man ja auch wenn mans nie sah, aber…

Sonntag

Fest entschlossen, dass der Sonntag besser werden musste, starteten wir mit gesundem Smoothie (also, für mich) und besinnlichem Kerzenschein. Und jeder Menge aufgedrehtem „eine muh, eine mähhh..“ – omfG.

Direkt danach machte ich mich dran den Keksteig für später vorzubereiten, damit er noch ruhen konnte.

Für ein wenig Entspannung sorgte der Sonntagsfilm „Frozen“. Kuscheln inklusive, die Katzen muss man dazu meist nicht zweimal einladen.

Während ich das Mittagessen kochte – ein RIESENTOPF Kichererbsencurry – verarbeitete ich schnell das übrige Eiklar zu Meringues/Baiser-Tannenbäumen. Das geht super einfach, und verhindert „Abfall“. Ich hatte heute 3 Eiklar übrig, die mit 135g Zucker vermischt ne gute spritzbeutelfreundliche Masse und 2 volle Bleche ergaben.

Nach dem Essen musste der Mann dringend mal wieder geschoren werden und die Zuckerdinger durften in Ruhe fertig backen (eine gute Stunde bei 110°).

Dann war es so weit und die Keksschlacht konnte beginnen. Chaos in 3… 2… 1

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Ist euch schonmal aufgefallen wie unglaublich viel schneller man ist wenn man Kekse alleine macht? Meine Güte. Ich habe die komplizierteren Spitzbuben im Anschluss zackig fertig gemacht und befüllt. Die anderen werden dann morgen verschönert.

Da die Laune trotz Zucker noch immer komplett im Keller war und die Jungs nur total blöde drauf mussten wir DRINGEND raus und entschieden uns, noch schnell die letzte Chance auf den Weihnachtsmarkt, den wir gern mögen, zu gehen zu nutzen. Dort gab es ganz viele Leckereien…

… und Karussell durfte natürlich auch nicht fehlen. Tuut tuuut!

Daheim stopften wir die Kinder dann zum Aufwärmen in die Wanne, und genossen in relativer Ruhe die sonntägliche „Abendroutine“, die Gott sei Dank ohne Gezank, Gezeter und Geschimpfe laufen durfte. Puh! Einen ruhigen und netten Abschluss hat dieses miesgestimmte Wochenende definitiv gebraucht!

Danach naschte ich noch von den leckeren Keksen (oh Mann….) und fror zwei große Portionen Curry ein. Das klappt bei dem Rezept ganz wunderbar und ich freue mich immer wenn ich mal mittags keinen Appetit auf Brot habe, sowas vorzufinden. Yippieh! Ich plane auch etliche Eintopfdinger vorzukochen fürs Wochenbett, das Rezept wird bestimmt dabei sein.

Nun tippe ich noch diesen Blogpost und werde dann irgendwas Entspanntes tun. Morgen wartet noch viel liegengebliebene Hausarbeit auf mich und das übliche Wochenprogramm, wenn auch anders: viel zu erledigen, dafür aber Urlaub. Es wär toll, wenn nicht jetzt ein Kind krank werden würde… (bitte.)

Ich hoffe euer Wochenende war ein wenig friedlicher, wenn ihr noch mehr Einblicke in andere Familien sucht werdet ihr bestimmt bei Susanne fündig. Auf in die letzte Adventwoche!

Auf bald!

 

 

Elternsein · emotions · Psychologie · Tipp

Skillsketten für Mamas

Ja gut, ein wenig Augenzwinkern ist dabei, bei diesem Post. Aber nur ein wenig, denn so unernst meine ich das gar nicht. Vielleicht können einige (die meisten? hoffentlich?) mit diesem Begriff so rein gar nichts anfangen, deswegen möchte ich ein wenig weiter ausholen.

Psychokram

Ich weiß nicht ob ich das schonmal irgendwo erzählt habe, aber ich bin Psychologin. Meine Spezialgebiete im Studium waren Entwicklungspsychologie, Diagnostik und differentielle Psychologie, erst später im Berufsleben war da noch ein deutlicher Schwenk Richtung klinische Psychologie dabei, das hat die Aufgabenstellung einfach so ergeben. Schon in meinem ersten Job „verschrieb“ ich mich der Jugendhilfe, damals aber in einem etwas anderen Bereich. Mittlerweile arbeite ich mit Patientinnen, die unter Depression, PTBS, Zwangsstörungen und/oder Borderline leiden. Das klingt erst mal bunt gemischt, ist sich aber ähnlich hinsichtlich Entstehung und vor allem Therapie.

Ganz klassisch in diesen Bereichen ist die intensive Arbeit am Umgang mit Anspannungszuständen – wie man also damit umgehen kann wenn man in emotionalen Hochstress gerät. Besagte Patienten tun das häufig, täglich, mehrfach, und heftig. Fast so wie… eine Mama!

Ich musste ehrlich lachen als mir der (zugegeben, unfachlich flapsige!! Ich entschuldigte mich im Anschluss) Kommentar in der Arbeit rausgerutscht ist (die Patientin nahms mit Humor und versprach, sich Kondome zu kaufen #hust). In Ruhe darüber nachgedacht fällt mir aber auf, dass man vielleicht trotzdem was aus dem ganzen Therapiekonzept rauspicken und sich zu Nutze machen kann – das Rad neu erfinden nämlich auch Therapien nicht!

Skill und Skillskette – wasn das?

„Skill“ ist ein unglaublich fancy-popancy Begriff für etwas, das jeder Mensch kennt und tut: Dinge anwenden um die Base zu chillen. 😉 „Da brauch ich jetzt erst mal nen Kaffee,“ wäre bei mir die Einleitung zum Skillen, in einem Beispiel. Natürlich gibt es da viel mehr als Kaffee, man denke an Sport, Baden, Musik hören, Lieblingsbuch lesen, Katzenkuscheln oder vieles Andere. Der Trick bei einem Skill ist nun, dass man über die Zeit herausfindet, welche spezifische Handlung gegen welches spezifische Problem/Anspannung hilft. Das ist praktisch bei niemandem das selbe und manches funktioniert nicht immer und ewig sondern nur in einem bestimmten Lebensabschnitt. Auch muss es nicht „logisch“ sein: bei mir hilft beispielsweise gegen Heißhunger weder viel Wasser trinken noch auf einer Karotte rumzukauen, bei mir hilft ganz einfaches Duschen. Total simpel, aber goldwert wenn man zufällig draufkommt. Das ist die Theorie vom Skillen.

Eine „Skillskette“ ist nun etwas, das man anwendet, wenn man mit den Nerven eigentlich schon komplett am Ende ist, man feuerrot sieht, Lava aus den Ohren kommt und man für absolut gar nichts mehr garantieren kann. Es ist die Notstopp-Taste. Ein Programm das man bewusst einleitet, wenns selbst für nen irish coffee schon 2 Stunden zu spät ist. Dieses Programm muss vorher schon bekannt, bestenfalls geübt werden, vielleicht auch schon in etwas harmloseren Momenten um zu checken ob es funktioniert. Im Bestfall hat man auch einen Spickzettel, denn sobald mir die Lava aus den Ohren kommt ist mein Gehirn verglüht, da is nix mehr mit Nachdenken!

Eine Skillskette basteln, Phase 1

Wichtig beim Gestalten einer Skillskette ist, dass die ersten 1 oder 2 Schritte aus Dingen bestehen, die man realistischerweise machen würde während man grade gepflegt Länge mal Breite austickt. Würde man dann ein Buch lesen? Ein Käffchen schlürfen? Neeeeiiin. Da kommen jetzt Dinge zum Einsatz, die es in sich haben. Ihr könnt vielleicht online recherchieren, hier ein paar Beispiele, wie sie klassischerweise in der Therapie empfohlen werden:

-> laut in ein Kissen brüllen, schnell Treppen laufen mit Kieselsteinen in den Schuhen, eine Chilischote aufessen, einen Eiswürfel fest in der Faust umschließen bis er geschmolzen ist, in ein Kissen boxen, Ammoniak riechen (heftig, kein Späßchen, nur wenn ihr droht komplett die Kontrolle zu verlieren und für euch oder andere eine Bedrohung darstellt, Ampullen in Apotheke zu beschaffen), an Tigerbalm riechen (sanfte Variante), ein Stück frischen Ingwer kaugen, den Kopf in Eiswasser tauchen, ein Coolpack in den Nacken drücken, langsam über Legosteine laufen wie ein Fakir, ein Stück Knoblauch/Zwiebel essen…

Eurer Kreativität um eurem Geist einen Frontalangriff auf die 12 zu verpassen sind keine Grenzen gesetzt, der erste Skill muss zwiebeln. Alles davon ist tierisch unangenehm, vieles davon sind Schmerzreize, aber was hättet ihr denn gedacht wie man Lava stoppt? Je nach Zustand solltet ihr euch 1-2 Skills überlegen, die ihr auch spontan einsetzen könnt – auch wenn Kinder da sind und euch nicht viel Zeit bleibt.

Phase 2, Skills gegen Dampf aus Ohren

Okay, wenn das geschafft wurde seid ihr noch nicht cool und dampft noch gewaltig. Kein Spaß, aber damit kann man arbeiten. Der Kopf sollte jetzt wieder einigermaßen funktionieren, und man ist halbwegs am Boden. Der Schweißausbruch ist vorbei, die Hände zittern nicht mehr, vielleicht laufen nun Tränen weil die erste schlimmste Anspannung abfällt. Aber hören wir nun auf? Neeeiiin. Es folgen (2-5, je nach Schweregrad) Skills aus dem Mittelbereich. Die tun nicht mehr offensichtlich „weh“, sind aber noch Arbeit.

-> Wechseldusche, anstrengende Hausarbeit, von 100 in 7er Schritten rückwärts zählen, ein Durchgang Stadt Land Fluss, einige Zeit am Zauberwürfel, Sudoku, mit der nicht-Schreibhand einen Text abschreiben, eine Strophe Gedicht auswendig lernen, Hampelmann springen, auf kleinen Murmeln balancieren, Vitaminbrausetablette im Mund zergehen lassen, scharfes Bonbon lutschen (Menthol!), gezielt Muskeln anspannen und wieder loslassen

Oft wird die Zeit nicht für viel reichen, aber man findet schnell raus wie viel es braucht. Wichtig ist für Mamas, dass man sich auch vorab überlegt wie man die Rasselbande in der Zeit beschäftigt. Ich rate ganz unpädagogisch aber dafür therapeutisch umso wertvoller sehr dazu, sie für 30 Minuten vorm TV zu parken und sein Selbsthilfe Programm zu absolvieren. Für Babymamas ist das natürlich nicht möglich (wobei, auch da gibts so blinkeblinke Dinger im TV die die Kids schrecklich paralysieren für ne Zeit, aber in der Not trinkt der Teufel Weihwasser, ne?) und man muss schauen wie viel Zeit man sich verschaffen kann und welche Skills schnell und effizient sind.

Phase 3, Cooldown

Zum Abschluss, wenn nix mehr dampft, wird vorsorglich noch ein wenig gekühlt. Jetzt kommen endlich die angenehmen Skills, solche die ernsthaft Spaß machen. Damit soll man wieder sicher am Boden landen und möglichst dafür sorgen dass man nicht beim nächsten Anlass gleich wieder hochgeht – immer Achtung auf Glutreste!

-> Kaffeetrinken (jaaaa! endlich!!), Spazierengehen, Tanzen, laut Lieblingsmusik hören, Lesen, sich hübsch machen/schminken/Lieblingsparfum auflegen, sich selbst umarmen oder von anderen umarmen lassen (notfalls das wehrlose Baby knuddeln, höhö), mit dem Haustier spielen, Witze lesen, Lieblingsfotos ansehen, etwas dekorieren, etc.

Ablauf und Vorbereitung

Wichtig nach Erstellung einer Liste bevor man nun zur ersten Anwendung geht ist noch Folgendens: der erste Schritt ist erstmal die „Zäsur“, das Stoppsignal. Der fette Stöpsel in die Ohren wenn Lava fließt. Man kann das auf unterschiedliche Weise einüben, je nachdem was für ein Typ man ist. Man kann zum Beispiel zu sich selbst laut und energisch „STOPP!!!“ rufen, oder man kann sich ein Bild visualisieren (nur wenn häufig vorher vorgestellt), von einem blinkenden Stopschild oder einem Polizisten mit erhobenem Schild, oder einer vor der Nase zuknallenden Stahltüre. Manche machen gute Erfahrungen mit bestimmten Gesten, beispielsweise beide Handflächen nach vorne zeigen, klatschen, oder wenn wir grade bei Geräuschen sind, pfeifen. Auf jeden Fall braucht es für den Einstieg ein gut mit sich selbst verabredetes Signal.

Beispiel 1: Skillskette für Mama von älteren kleinen (haha!) Kindern
  1. laut STOP rufen
  2. (wüste Beschimpfungen) in ein Kissen schreien
  3. auf Legosteinen balancieren (es liegen garantiert welche rum, oder?)
  4. 10 Strecksprünge
  5. Kids vor TV parken und Wechseldusche
  6. von 100 in 7er runterzählen
  7. ein Durchgang Stadt Land Fluss mit dem erstbesten Buchstaben der beim Umsehen ins Auge springt
  8. mit den Kids lustige Tierbabyvideos auf Youtube gucken und zusammen lachen
  9. zum Lieblingssong zusammen abtanzen
  10. Kaffee für dich/Kakao für alle

Bedenkt dabei, die Kids wenn möglich mit einzubeziehen. Auch die haben gerafft dass es euch grade richtig dreckig ging, und es macht durchaus Sinn das völlig transparent zu machen. „Mir gings grade überhaupt nicht gut und ich musste richtig dran arbeiten dass ich mich wieder beruhigen konnte. Wisst ihr, dabei könnt ihr mir sogar helfen, ich zeig euch mal wie ich das jetzt mache,…“ Das hat viele nützliche Effekte: ihr weckt in den Kleinsten Verständnis für die Situation und für euch, eure Anspannung ist kein bedrohlicher „must not be namend“ Zustand mehr, sondern hat ein Label bekommen, sie wissen nun konkret was los war. Und wer wenn nicht ein kleines Kind hat Verständnis für Austicker, hm? Gleichzeitig seid ihr damit ein Vorbild wie man mit heftigen Gefühlen umgeht, ihr könnt ja auch von den Zwergen nicht was verlangen was ihr nicht selbst tun würdet/könntet, werdet also mega glaubwürdig. Nicht zuletzt fühlen sich die Kids auch tatsächlich hilfreich, und gibt es auf der Welt ein geileres Gefühl als für einen geliebten Menschen von Wert und Nutzen zu sein? Außerdem – Kakao für alle ist immer ne gute Sache.

Beispiel 2: Skillskette für Mama von einem Baby

Okay, das ist wirklich tricky. In der Babyzeit gerät man oft in Anspannungszustände, und ich greife mir jetzt ein Extrembeispiel: was könnte jemand tun, der unmittelbar davor ist sein Baby zu schütteln?
Huch!? Okay, die empörte geistige Schnappatmung die dieser Gedanke glücklicherweise instinktiv hervorruft, absolviert, möchte ich Folgendes klarstellen: trotz aller nötiger und toller Aufklärung warum das katastrophale Folgen für ein Baby hat, und obwohl kein Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten auf die Idee käme etwas so Furchtbares zu tun, bleibt eines Fakt: es passiert. Es passiert übrigens nicht von Menschen die sich vorab überlegen „och, so ein bissle schütteln, das stell ich mir ganz sinnvoll vor, ja!“. Es passiert von Menschen die es vorher und nachher aufs Schärfste verurteilen, sich wahrscheinlich lebenslänglich dafür hassen, und… es dennoch vielleicht wieder tun. Denn so viel ist sicher: niemand tut das wenn er noch zurechnungsfähig ist, das ist ein Zeichen für absoluten Kontrollverlust. Und damit ein solches Tabu, dass ihr außer „legt das Kind weg und verlasst sofort den Raum“ kaum wo lesen werdet was ihr tun könnt um den Drang in den Griff zu bekommen. Und hier sind wir beim Thema Skillskette.

  1. Kind sicher ablegen und ihm mit ausgestreckten Armen die Handflächen zeigen, mit Geste Abstand schaffen
  2. ein schweres dickes Kissen so fest schütteln wie nur möglich (alternativ geschlossenen Sack Kartoffeln oÄ)
  3. in einen anderen gut belüftbaren Raum wechseln, eine Ampulle Ammoniak in Tuch zerbrechen und kurz unter der Nase wedeln, wiederholen so lange aushaltbar; Ampulle in Tüte und verknoten! Raum lüften!!
    [Bitte unbedingt beachten: Ammoniak ist eine Chemikalie und kein Spielzeug, äußerste Vorsicht beim Umgang; eventuell sind die räumlichen Bedingungen bei euch zuhause nicht gegeben oder euch ist das ein zu heißes Eisen – dann lasst es lieber und nehmt einen anderen heftigen, intensiven Geruchsreiz oder einen krassen Geschmackreiz wie zB frische Chilischote essen.]
  4. so viele Hampelmänner am Stück springen wie nötig, alternativ Luftboxen bis die Arme brennen
  5. Brausetablette im Mund zergehen lassen
  6. „Wechseldusche“ für Hände und Unterarme, warm-kalt-warm-kalt-warm
  7. 10 mal fest Fäuste machen und völlig Spannung rauslassen
  8. zum vermutlich noch weinenden Baby gehen und es sanft umarmen, „Danke dass du so viel Geduld mit mir hast“ zuflüstern und reinfühlen
  9. Schreiendes Bündel in die Trage oder den Kinderwagen packen und spazieren gehen, direkt die Ammoniktüte in die Restmülltonne entsorgen
  10. aller Peinlichkeit trotzen und dabei singen

Wichtig bei dieser exemplarischen Liste war mir, dass alles sehr schnell geht. Man kann nicht mal eben eine halbe Stunde verschwinden wenn das Baby brüllt, das lässt die Belastung gleich nochmal schlimmer werden. Deswegen hab ich hier echt heftige Skills gewählt, die in Sekunden absolviert sind. Bitte beachtet einen sicheren Umgang mit Amonik Ampullen in Haushalten in denen ein Baby lebt.
Sollte euch so eine Anleitung nicht helfen und/oder das Problem schlimmer werden, erklärt es sich von selbst dass ihr einen Live-Experten benötigt, eine pupsige Liste im Internet wird dem Leidensdruck dann nicht gerecht. Bitte niemals zögern rechtzeitig um Hilfe zu bitten, ich kann nur Familienberatungsstellen wärmstens als erste Anlaufstelle empfehlen!

Und sonst so?

Das Thema ist so „groß“, dass ich mir fast sicher bin noch etwas vergessen zu haben. Ich spare mir hier den Platz für ein Nachwort. Vielleicht fallen euch aber auch gleich direkt Fragen ein, oder ihr findet logische Lücken, dann kann ich die hier Q&A mäßig schließen. Also, schießt nur mal los!

Ansonsten hoffe ich dass ihr das alles eh nie braucht und es euch eigentlich ziemlich gelangweilt hat es zu lesen.. 😉 Küsschen!

Auf bald!

Kind · Organisatorisches · Rumpelstilzchen · Steinböckchen

Roomtour Kinderzimmer

Ich gehöre irgendwie zu den Menschen, die gerne ständig Zimmer umräumen. In den klassischen Nutzräumen habe ich dafür gar nicht so die Möglichkeiten, aaaaaber… die Kinderzimmer. Und dort ist es auch wirklich öfter mal nötig, um die Umgebung ans jeweilige Alter vom Kind anzupassen.

Bisher war es so, dass jeder der beiden sein eigenes Zimmer hatte. In dem stand eben das Bett, die Schränke mit der jeweiligen Kleidung und Spielzeug, das eher zum einen oder anderen passte, aber oft auch immer mal wieder ausgetauscht wurde. Vor Kurzem aber benannten sie den Wunsch, mal im selben Zimmer schlafen zu wollen, und probeweise durfte Steinböckchen samt Bett ins Zimmer vom großen Bruder auswandern. Zu unserem Erstaunen klappte dieser Versuch wirklich gut, und nach einigen Korrekturen (Rumpelstilzchen fand es voll lustig den Bruder morgens recht früh zu wecken und Spielzeit einzuläuten, zu sehr einseitiger Begeisterung) wollten es beide nur noch so.

Tja, hmp. Anfangs wurde ich nicht so recht warm mit der Idee die Zimmereinteilung aufzuweichen. Mein Mann wollte dann sogar das Zimmer vom Kleinen komplett räumen und ein Babyzimmer daraus machen, das finde ich aber gar nicht gut. Wir haben ein (zugegeben, winziges) drittes Zimmerchen direkt am Schlafzimmer dran, das die Vorbesitzer als Kleiderraum nutzten, und ich finde das als Babyzimmer einfach zu perfekt. Außerdem zanken sich die beiden doch so oft, dass ich immer einen Rückzugsort für jeden einzelnen offen halten möchte, das tut ihnen einfach wahnsinnig gut.

Schlafzimmer / Rumpelstilzchens Zimmer / grünes Zimmer

Wie wirs nun genau machen weiß ich nicht, das ist quasi Phase 1 der Zimmer Umgestaltung. Das Bett vom Kleinen und sein Nachttisch sind übersiedelt, ein Spielzeug Regal kam dafür in „sein“ Zimmer. Somit ist nun ein Bereich eher dem Schlafen, und einer dem Spielen zugeordnet. Im Schlafzimmer möchte ich auch mehr Kuschelecken (mit Decken, Kissen, Kuscheltieren) mit Büchern einrichten, sodass das eher zum Rückzug wenn mans ruhig braucht genutzt werden kann. Der Schreibtisch soll da auch drin bleiben. In der kalten Jahreszeit ist diese Trennung auch insofern mega praktisch, als ich das Schlafzimmer eher kühl halten und das Spielzimmer normal heizen kann. Mich hat das sonst schon immer ein wenig genervt nachts runterzukühlen und morgens wieder komplett hoch zu heizen.

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Spielzimmer / Steinböckchens Zimmer / blaues Zimmer

Im Stammzimmer vom Steinböckchen stehen nach wie vor seine Kleiderschränke, und nach anfänglicher Überlegung möchte ich das eigentlich auch so lassen. Klar wäre es zum Wäsche einräumen oder raussuchen einfacher, aber morgens ist es doch manchmal sehr sinnvoll das Anzieh-Prozedere räumlich zu trennen. Es gibt sonst einfach zuviel Gesang, „Popo-Tango“ und „Nackidei“, und auch wenn das ulkig zum Ansehen ist passt das einfach nicht in den Zeitrahmen eines klassischen Arbeitstages. Auch hier ist ein Tischchen, soll aber eher zum Puzzeln, Lego bauen oder spielen genutzt werden als zum Malen.

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Aktuell bestehen noch ein paar Probleme. Nachdem die erste Zeit alles glatt lief ist momentan beim Einschlafen der Wurm drin und die beiden nur am Scheißelkram machen statt zu schlafen. Eigentlich könnte es mir ja „egal“ sein, praktisch ist es das daber nun mal eben nicht, denn am nächsten Tag klingelt der Wecker nicht 45 Minuten später nur weils mal wieder besonders lustig war. Klar könnte mir auch dann egal sein, dass sie mit den Konsequenzen leben müssen, aber… ihr wisst. So läuft das nicht als Mama, und die letzte Tasse Suppe zum Auslöffeln steht immer auf meinem Platz.

Aber wir hoffen dass das vielleicht nur eine Phase ist grade (so wie sie aktuell beide grade eine schreckliche Phase schieben im Wachzustand), und dass es sich irgendwie einpendelt, weil eigentlich finden wir es ganz nett so. Man wird’s sehen.

Und bei euch? Getrennt schlafen oder zusammen? Bis zu welchem Alter ging das gut?  Was habt ihr generell für Erfahrungen damit gemacht, welche Fettnäpfchen warten da auf mich? 😉

Auf bald!