emotions · Organisatorisches

Für mehr Adrenalin!

Hier ists ja viiiel zu langweilig. Darum hab ich mir gestern ganz kreativ was einfallen lassen:

Begonnen hats damit, dass ich (mal wieder) dem Arbeitgeber hinterhertelefonierte, denn die Krankenkasse wartet seit Anfang Dezember auf den Arbeitgeberbescheid. Vorher zahlen sie das Mutterschaftsgeld nicht aus. Geht ja erstmal nur um die 13€ pro Tag, aber von 30.11. bis jetzt hat sich halt doch schon etwas summiert, das mir eigentlich ganz gut reingelaufen wäre. Also hilfts nix: alles abklappern, fragen wer nun wieder Bockmist gebaut hat. Ich telefoniere also mit dem Chef der Personalabteilung, nachdem mir die zuständige Bearbeiterin der wo anders sitzenden Besoldungsstelle mitteilte, das müsse der ausfüllen. Der wiederum sagt, er habe das mitsamt meinem Antrag auf Unterbrechung der Elternzeit ans Präsidialamt geleitet, weil das alles bearbeiten muss. Ich hab dann so lange genervt bis ich die Nummer von eben jener Dame hatte, und die sagt mir: nö, sie hat nie von irgendwem irgendwas bekommen.

Nächster Schritt also, der Kasse erklären dass mein Arbeitgeber leider zu blöde war und ich den Antrag, den die Kasse ihnen geschickt hat, bitte nochmal geschickt brauche, und zwar an *Adresse Bearbeitungsstelle 3*. Daraufhin kommt der Satz, der uns alle erstmal umgeworfen hat.

„Ja, aber… Sie sind gar nicht mehr versichert! Ihr Arbeitgeber hat Sie abgemeldet.“

BÄMM. Ich stand da, wusste nicht ob ich schreien, kotzen, heulen oder alles zusammen soll. WIE BITTE??? Nachdem ich extra vorher nachgefragt hatte, wie das denn läuft wenn mein Arbeitsvertrag IM Mutterschutz ausläuft, und mir, auch nachdem ich ein paar mal explizit gefragt hab ob wir uns nun alle unterm Mann (selbe Versicherung!) familienversichern sollen, klipp und klar bestätigt wurde, dass ich auch weiterhin beitragfrei versichert bleibe – erst mal im Mutterschutz, anschließend durch die Elterngeldstelle während der Elternzeit.

Ich wusst erst gar nicht wohin mit mir, frage die (relativ unfreundliche) Dame, wie das denn sein kann, wie der Arbeitgeber mich einfach abmelden kann, usw.. Ja das weiß sie auch nicht, sie leitet mich dann an wen andern weiter. Bei nächster Stelle bin ich nach erneuter Warteschleife schon völlig mit den Nerven durch und blaffe ins Telefon, dass ich glaub ich muss gleich im Strahl kotzen, ich stehe unmittelbar vor Geburt, es könnte jeden Moment losgehen und dann kommt wer daher und sagt ich bin nicht versichert??? Soll ich mir nun vielleicht einfach ein paar Tausender einstecken bevor ich ins Krankenhaus geh oder wie?? Glücklicherweise war die sehr nett und verständig, und auch erstmal verwirrt: „Ne, das kann ja gar nicht sein, man kann Sie gar nicht im Mutterschutz kündigen… Versteh ich auch nicht.“ Sie hat dann versprochen, das mit meinem Arbeitgeber direkt zu klären, ich hinterlasse ihr alle 3 Kontakte mit dem Hinweis, das wären die drei die alle weniger zuständig seien als der vorige. Sie verspricht hoch und heilig, in einer halben Stunde zurückzurufen.

In dieser Zeit war hier Welt unter. Der Mann war kurz vorm Hohldrehen vor Wut, und wir haben uns dann mal über unsere Rechtsschutzversicherung durch eine Anwältin beraten lassen. Fakt ist, dass, unabhängig wer mich wo wie abgemeldet hätte, mir die Versicherung nicht kündigen darf, da ich pflichtversichert bin. Im Mutterschutz geht das schon gleich dreimal nicht. Ich solle die Kasse auffordern, mir schriftlich zu bestätigen auf welcher Rechtsgrundlage die Kündigung erfolgt sei, und sie wissen lassen dass eine Kündigung schonmal grundsätzlich schriftlich zu erfolgen hätte, aber ohnehin eigentlich nur von meiner Seite aus möglich sei.

In meinem Kopf liefen schon Szenarien… gräßlich. Was, wenn jetzt irgendetwas mit mir und dem Baby wäre, und ich dringend einen Arzt brauche? Was, wenn mit dem Kind, das über mich versichert ist, plötzlich was wäre?

Schließlich kam der erlösende Anruf. Bei meinem Arbeitgeber hätte sie niemanden erreicht, das sei aber auch nebensächlich: ich bin ohnehin noch bis Sommer über die Elterngeldstelle (wegen Kind 1) versichert, auch wenn der (Vollpfosten von) Arbeitgeber den Bescheid noch nicht geschickt hat, und daher mein Mutterschutz noch nicht als „fertig bearbeitet“ in den Akten liegt. Selbstverständlich sei ich krankenversichert.

Nach einer ausgiebigen Dusche (ich war bis dahin klatschnass geschwitzt), und einem gedanklichen Schnaps und unglaublicher Erleichterung fällt mein Blick noch auf den Zettel mit den vielen notierten Telefonnummer. Na so ein Zufall: Ich hab mir den Namen von der pampigen Tante, die mir erklärt hat ich wäre nicht mehr versichert, zufällig notiert…

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Auf bald,
Hummelchen

P.S. Ich blogge das *jetzt* um die sehr unregelmäßigen, aber doch deutlich spürbaren Wehen ein wenig zu ignorieren… ;-D

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2 Kommentare zu „Für mehr Adrenalin!

  1. Ach Gott, na das ist doch wohl das letzte, was man Endzeitschwanger gebrauchen kann. Es scheint ja aber auch Allgemein recht… äh… schwierig zu sein mit Deinem AG und dem ganzen drumherum, hm?! Blöd, aber so richtig!
    Schön jedoch, dass das jetzt zumindest geklärt ist und Du Dir darum keine Sorgen zu machen brauchst.

    Für die Geburt drücke ich Dir die Daumen und hoffe,dass Ihr bald das Minibaby in den Armen halten könnt. Alles Gute. ♥

    die Alltagsheldin

  2. So eine Aufregung kann doch jetzt keiner gebrauchen. Ich hasse solche unfähigen Menschen… So viel Stress um nichts.
    Ich hoffe dann mal, dass es jetzt losgeht und du den Kleinen recht schnell und problemlos im Arm halten kannst!

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