Schnipsel #01 #rumpelstilzchen

Irgendwie vergess ich ja immer so Kleinigkeiten in den Berichten der Jungs, und werd die nun in Miniposts festhalten, weil ich sie einfach nicht vergessen möchte…

Besonders süß find ich nämlich grade, wie das Rumpelstilzchen ständig Musik möchte, die mir besonders gut gefällt. Zum Beispiel drückt er auf seinem Keyboard den Knopf für den Pachelbelkanon, freut sich und ruft “Mama, ich hab deine Lieblingsmusik aufgedreht!”. Oder er wünscht sich wenn wir im Auto sind von seiner Verkehrslieder CD die Lieder “Linker Schuh rechter Schuh” oder das Mäuselied, weil ich die am Liebsten mag. Man merkt richtig, wie es ihn begeistert wenn er jemandem Freude bereiten kann und ich schmelze eine Runde dahin weil er so süß ist…

Ein Glück hat er seine schlimmen Ausraster, sonst müsst ihn fressen weil er so niedlich ist grade! ;-)

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Auf bald,
Hummelchen

Echt grenzwertig

Das Rumpelstilzchen kostet mich (uns) grad so entsetzlich viele Nerven, dass ich beinahe schon Angst vor den Tagen habe, an denen ich die ganze Zeit mit ihm zusammen habe.

Was wir von ihm ja schon seit jeher kennen sind die extremen Aussetzer, die er halt so hat. Die hat er schon seit er ein Baby ist, anfangs nannten wir es “Koliken”, effektiv wurden sie aber nur weniger und nicht weniger dramatisch. Wenn er so einen “Anfall” hat, dann rastet er komplett aus. Ich meine wirklich kom-plett. Ich habe schon etliche Kinder gesehen die einen Oscar-reifen Trotzanfall hingelegt haben, aber seine Anfälle sind anders. Er steigert sich so wahnsinnig rein, dass er niemanden mehr erkennt, völlig am Wegtreten und am Rand der Ohnmacht ist. Einmal ist er mir glaub ich tatsächlich kurz bewusstlos gewesen, ich kann da kaum unterscheiden am Höhepunkt. Er kreischt, brüllt, schreit, johlt und gibt grausame Laute von sich, weint aber nicht. Er windet sich und wirft sich um, verletzt sich und andere, wenn man ihn anfasst wird er völlig wahnsinnig, wenn man ihn allein lässt ebenso. Wir haben unterm Strich noch keinen Masterplan wie wir damit umgehen sollen. Es ist einfach immer schlimm und lässt sich nicht so einfach “beenden”.

In der Regel sehe ich völlig von “Auszeiten” ab. Ich hab mir sicher schon das ein oder andere Mal im Rahmen einer süßen Phantasie vorgestellt dass ich gern einen schalldichten gummierten Time-Out-Raum hätte. Tatsächlich glaub ich aber dass er mich dabei irgendwie braucht, und auch wenn er sich so gräßlich mir gegenüber verhält und mir etliche “Mama weg!” um die Ohren schallt, bleibe ich in seiner “Nähe”.
Eine neue Qualität haben wir allerdings erreicht, wenn er im Rahmen eines Austickers oder zu Beginn eines solchen anfängt seinem Bruder weh zu tun, ihn zu hauen oder zu kneifen oder nach ihm zu treten. Da reißt mir so völligst der Geduldsfaden, dafür find ich keine Worte. Das mag nun pädagogisch nicht das Gelbe vom Ei sein, aber dann werf ich ihn aus dem Raum. Zum Schutz vom Bruder, aber auch zu seinem eigenen, denn in den Momenten hab ich eine unglaubliche Wut auf ihn.

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Wir haben uns immer getröstet, dass er dafür eben nicht so das klassische Trotzkind ist. Er hat seine Anfälle, aber er bockt nicht aus Prinzip den ganzen Tag. Tjoa. Und dann kam dieses Wochenende. Ich kann nicht mehr abzählen wie viele Anfälle das waren, er hat prinzipiell ALLES bestreikt, vom Essen, über Spielen über Nägelschneiden, jede einzelne verdammte Kleinigkeit an diesen Tagen hat bei ihm einen Trotz- und/oder Kreischanfall ausgelöst. Die Nächte der letzten Tage waren schlichtweg der blanke Horror. Nachdem er als er krank war bei uns im Bett/Zimmer geschlafen hat, was aber nur geht wenn der Mann auf der Couch schläft und wir gerne wieder unser Bett wollten, hat er völlig verweigert wieder in sein Bett zu übersiedeln. Er hätte jetzt Angst vor.. was war es diesmal? Enten, Hunde, … ach nein, Affen! Ich will seine Ängste ernst nehmen, aber er setzt sie momentan wahnsinnig manipulativ ein. Ähnlich wie die Geschichte, dass er einmal im Bett alle 5 Minuten trinken wollte. Aber nicht aus der auslaufsicheren Flasche, sondern nur aus dem Becher. Und aufs Klo muss er dann natürlich auch ständig. Stinker werden auch nicht mehr tagsüber gemacht, sondern Nachts. Das Einschlafdrama dauerte in der Regel bis 22/23 Uhr und selbst danach war die Nacht gelinde gesagt beschissen.

Irgendwie gibts ja immer mal wieder “schlechte Phasen”. Ich vermute dass seine abartige Bockigkeit, die vielen Anfälle, die Schlafdramen, das Ärgern vom Bruder bzw das nicht vorhandene Sozialverhalten und seine grundmiese Laune daher kommen, dass er grade so einen wichtigen Entwicklungsschritt gemeistert hat. (Er hat ja immer schon schön brav alle “Entwicklungssprünge” samt schwierigen Phasen mitgenommen, bilderbuchhaft.) Und immerhin hat er es ja in einer Hauruck-Aktion geschafft, trocken zu werden.

Am 1.8. haben wir ihm einfach gesagt, es gäbe ab nun keine Windeln mehr, und das wars. Am 1. Tag ging einmal was in die Hose, seither noch 2 mal, aber ansonsten geht er prima auf die Toilette – mir wurde das Töpfchen innerhalb kurzester Zeit zu blöde, und hab einen ganz günstigen Sitz von dm angeschafft, der prima passt und auf dem er sich sehr wohl fühlt! Nachts trägt er zwar eine Windel, aber praktisch ist die immer trocken, sogar als er krank war wurde er nachts hektisch wach und rief er müsse aufs Klo, ich denke also dass er auch in Kürze nachts trocken sein wird (bzw. ich so weit bin dass ich ihm keine Windel anzieh), aber ich will einfach nicht zu viel auf einmal, und darum trägt er nun eine Stoffwindel/Hose.

Nach diesem Wochenende kann ich nur GANZ TIEF durchschnaufen und darauf hoffen dass die nächste Woche ein wenig angenehmer wird…

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Auf bald,
Hummelchen

2 3/4 Jahre Rumpelstilzchen

Und zack, schon sind wieder drei Monate um, und dein Geburtstag rückt immer näher. Man merkt auch, dass du immer weniger “klein” bist… Es tut dir meiner Meinung nach auch gar nicht gut, dass du immer mit jüngeren zusammen bist, sei es daheim, bei Freunden oder in der KiTa, denn du schraubst dich dann merkbar runter, sprichst kindlicher und verhältst dich auch so. Wenn du alleine bist merkt man dann immer wieder, dass schon viel mehr in dir steckt, und du dringend mal ein paar ältere Kinder brauchen könntest, bei denen du dich anstrengen musst mit zu halten und ein wenig motiviert bist über deine Grenzen hinaus zu wachsen.

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Es ist also gut, dass du nach den Sommerferien in den Kindergarten wechselst, in die Gruppe der 3-6jährigen. Ein wenig mulmig ist mir dabei ja schon, aber ich denke du wirst das toll packen. Du hast wenig Scheu, läufst auf dem Spielplatz auch mal ganz frech zu den ganz großen Jungs und jagst ihnen beim Fussballspielen den Ball ab. Nicht dass du mithalten könntest, aber die waren einfach so verdutzt was du da vorhast dass sie irgendwie versteinert sind, und du bist mit dem Ball abgezogen. War schon witzig! Du bevorzugst auch eher das Spielen mit Erwachsenen. Du klettest dann oft sehr und beanspruchst viel Exklusiv-Aufmerksamkeit für dich, was auch deinen Erzieherinnen schon auffällt. Ich hoffe dass du im Kindergarten, wenn einfach nicht so viele Erzieher zur Verfügung stehen, lernen kannst dich allein oder mit anderen Kindern zu beschäftigen. Vielleicht schaffen wir es dann auch daheim, dass Mama mal aufs Klo kann und du die Minute allein aushältst? ;-)

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Es macht wahnsinnig Spaß mit dir zu reden. Du machst kaum noch Fehler beim Sprechen, deine Sätze sind wenn du dich nicht in der Eile verplapperst immer richtig, und auch falsch gebildete Zeitformen oder Singular-Plural-Fehler werden immer seltener. Du kannst Dinge und Zusammenhänge schon toll nacherzählen (So wie vor einigen Tagen, als wir in der Straße einen Stromausfall hatten und dann nachts der Bagger direkt vor deinem Schlafzimmerfenster aufgebohrt hat. Ne Hammerstory, du musstest sie jedem ca 10 Mal erzählen.) und hast ein großes Mitteilungsbedürfnis. Natürlich übernimmst du alle Redewendungen und Sprüche. Während einige echt zum Knutschen sind (zB du nimmst die Hand zum Mund und gluckst “ach is des goldig!”) find ich andere eher nicht so prickelnd, etwa wenn dein Opa Spaß dran hat dir wie nem Papagei Saufsprüche beizubringen (vor lauter Schock hab ich verdrängt wie sie gingen, aber allein das Vokabular..!?). Du bist auch sehr altklug und hast zu allem eine Meinung, maßregelst gerne. Wenn ich “Mist!” rufe kommt unter Garantie “Mamaaaa des sagt ma ned!” und auf Nachfrage, wie denn dann, “heijeiei!”. Falls das noch nicht rauskam – ja, du sprichst weitgehend Dialekt. Nicht meinen. (Schmoll.)

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Seit einigen Wochen schon hat sich dein Schlafverhalten deutlich verschlechtert. Es begann mit Alpträumen, nächtlichem Aufschrecken, viel Weinen, Verweigerung in deinem Bett/Zimmer zu schlafen (und auch bei uns im Schlafzimmer lief es schlecht, was das Ganze nicht unbedingt vereinfacht hat). Glücklicherweise ist es in letzter Zeit wieder etwas besser geworden, und zwar hauptsächlich seit du dein neues großes Bett bekommen hast! Eigentlich wollten wir es erst nicht als Hochbett aufbauen, aber da du eh so übervorsichtig und gar nicht wild bist, und dir das Bild von dem Hochbett so gut gefallen hat, haben wir beschlossen es mal zu versuchen, und es lief prima. Die Nächte enden momentan eher früh, aber wenigstens ist die Phase mit 5/5.30 vorbei und es geht wenigstens bis 6.30. Immerhin. Unterm Bett ist mittlerweile eine Kuschelecke eingerichtet, mit der kleinen Matratze und einigen Kissen, die du und dein Bruder gerne zum Kuscheln und Toben benutzt.

Zum Schlafen benötigst du immer noch dringend deinen Wuffi, ein Tuch (so Waschlappen-artige kleine Tücher) und aktuell dein “Handy”, so ein Plastikteil das du als Belohnung bei der Zahnärztin bekommen hast. Dort hast du wunderbar toll mitgemacht und deine weißen Beißerchen präsentiert. Wär das Zähneputzen daheim nur so leicht! Mit der elektrischen Zahnbürste gehts zwar leichter als mit der Handzahnbürste, aber du tickst dennoch regelmäßig aus, brüllst und wehrst dich. Spaß ist anders.

Eigentlich ist schon allen klar, dass du aufs Töpfchen gehen könntest und keine Windeln mehr brauchst. Du kannst oft ansagen wenn du pinkeln musst, und nachdem du lange Zeit irgendwie gehemmt warst ein großes Geschäft im Klo zu erledigen klappt das auch. Nachdem nun auch deine Erzieherin meinte, wir sollten mal eine hauruck-Aktion probieren und die Windel einfach mal wegmachen, nehmen wir das mal in Angriff und schauen wies läuft…. Spaaannend! Ich denke auf jeden Fall dass das Erfolg haben könnte, denn du bist eher ein wenig bequem. Auch muss man dich immer wieder “schubsen” damit du dich selber an/ausziehst (klappt noch nicht soo gut, aber Schuhe sind kein Problem mehr). (Zwei windelfreie Tage und nur einen Unfall später möchte ich vorsichtigen Optimismus anbringen, dazu aber dann im nächsten Bericht..)

Du bist nach wie vor sehr fit, kannst (solange du Lust hast) weite Strecken gehen und wirst immer geschickter im Laufradfahren. Am Spielplatz kommst du eigentlich überall schon sicher hoch, sodass ich nicht mehr dauernd neben dran stehen muss. Das macht dich wohl auch stolz und du hast viel Freude an dieser Selbstständigkeit. In den meisten Fällen hörst du auch wenn man dir zuruft, dass du xyz beachten/nicht machen sollst.

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Ich vermute, wir werden bald Kleidung in 104 brauchen, die 98 wird immer kürzer. Gut, bei den Sommerhosen ists ja egal, aber an den paar kühlen Tagen, wenn ich lange Hosen rauskrame, merk ich schon dass da spätestens im Herbst eine neue Größe einziehen muss… Ein paar Schuhe haben schon Größe 27. Du liebst übrigens Schuhe, hast deine Lieblingsschuhe die du ständig anziehen könntest, und bist auch ganz vernarrt in deine Regenjacke oder bestimmte Hüte.

Deine Lieblingsbeschäftigungen grade sind neben draußen spielen, planschen (mit Schwimmflügeln schwimmst du sehr gern und recht lange vor dich hin, lehnst Hilfe komplett ab und gibst zufrieden gurrende Geräusche von dir – zuckersüß!!!!), auf den Spielplatz gehen oder Laufradfahren ganz klar Musik hören (mit deinen Kopfhörern auf die du so stolz bist, am Liebsten Papamusik von seinem Handy!), Malen/Stempeln/Schneiden, Bücher lesen und mit Autos spielen. Deine Lieblingssendungen, die wir unregelmäßig ca einmal die Woche schauen sind Löwenzähnchen, Biene Maja und seit Neuestem auch Petersson und Findus. Deine aktuellen Lieblingslieder sind etliche der Rolf Zuckowsky Verkehrslieder CD (uff uff uff). Mindestens einmal täglich muss es “Zebrastreifen” sein, auch das “NeinNeinNein”-Lied ist gern gehört. Alles, nur sing bitte nicht wieder Atemlos. Bitte!

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Auch die Katzen magst du, leider warst du in letzter Zeit oft ziemlich fies zu ihnen, quietscht sie an oder jagst sie durchs Wohnzimmer. Es ist dann kaum möglich dir das irgendwie auszureden, auch “dem Biepie tut das in den Ohren soo weh” hilft nicht, und man muss dann einfach die Katzen außer Reichweite schaffen. Du stiftest dazu auch gerne deinen Bruder an – oder er dich, bei Blödsinn seid ihr euch schnell einig, selbst wenn ihr euch momentan nicht immer so *grün* seid, er dich oft ärgert und du auch unabhängig davon ständig von ihm genervt bist. Dazwischen gibts aber immer wieder süße Küsschens, Kuscheleinheiten, Umarmungen oder Tröstversuche. Aber er liebt dich ohnehin so dolle dass er dir nichts wirklich übel nehmen kann. Der Kater übrigens auch nicht!

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Auf keinen Fall darf ich vergessen, wie begeistert du vom Garten bist! Du gehst soo gern mit mir raus Gemüse suchen, freust dich immer wenn du eine Gurke entdeckst, bewunderst die immer größer werdenden Kürbisse und schnabulierst jetzt auch freudig die ersten reifen Tomaten. Mmmmhh!

Das waren wieder spannende Monate, mein GROSSER! Es geht aufregend weiter, der Kindergarten, und der bevorstehende Geburtstag.. kaum zu glauben, dass du mal ein winziges Baby warst!?

2015-07-10

 

Auf bald,
Hummelchen

Alles auf neu

Nach etlichen Rückschlägen und Absagen konnte ich vor wenigen Wochen endlich punkten bei einem Vorstellungsgespräch, auch das darauf folgende Probearbeiten/Hospitieren lief toll und somit arbeite ich seit letzter Woche wieder, und zwar in meinem Wunschbereich, der Jugend- und Familienhilfe. Wie schon beim letzten Mal (bevor ich an der Uni gearbeitet und diesen Wechsel bitter bereute) ist es ein Mädchenheim, diesmal speziell für Borderline-Fälle. Wer sich ein wenig auskennt, weiß dass die Arbeit und der Umgang mit diesem Störungsbild echt nicht ohne sind, man nur sehr selten und sehr wenige Erfolge verbuchen kann und dass es in der Gruppe eine hohe Rate an Suizidalität gibt (erfolgreiche und alle Abstufungen davor). Ich hab mir das gut überlegt, ob ich mir das zumuten kann, und schließlich war neben dem Abwägen der echt nett wirkenden Kollegen und Chefs auch folgendes Video, das mir im richtigen Moment reinspülte (es geht darin um Pflegefamilien, aber die Grundthematik/Problematik ist ja vergleichbar):

Es ist einfach genau der Bereich, in dem ich mich “zuhause” fühle. Ich habe etliche Fortbildungen zum Thema Trauma und spiele momentan auch mit dem Gedanken an eine traumatherapeutische Ausbildung, grade gestern hat mir eine Kollegin den Mund wässrig geredet.. ;-) Ich empfinde das als so wichtigen Bereich, der so viel Hilfe benötigt, und glaube dass viele sich daran stören dass man SO wenige Erfolge oder Dankbarkeit erwarten kann. Dennoch bin ich der festen Überzeugung niemals etwas Gutes umsonst getan zu haben. Auch Mädchen, die aus der Einrichtung gingen, ohne dass man irgendeine Verbesserung gesehen hat, sind von mir im Rahmen der psychologischen Begleitung mit “Werkzeug” bestückt worden, das sie eventuell irgendwann, Jahre oder Jahrzehnte später, wieder oder erstmals aus ihrem Köfferchen ziehen können. Jede Vernachlässigung, jeder Übergriff bleibt gespeichert und hinterlässt Spuren. Warum soll nicht alles Nette oder Liebevolle, Gute oder auch nur normal-Konstante Spuren hinterlassen, die irgendwann einmal Früchte tragen? Ich glaube fest dass es so ist.
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Natürlich ging der Start dann doch nicht so rosarot wie ich mir das gerne gewünscht hätte. Gleich am ersten Arbeitstag verkündeten die Schwiegereltern, die sich netterweise bereit erklärt hatten die Jungs an den 3 Nachmittagen, an denen ich arbeite (insg. 50% zZ) zu hüten, dass sie im September direkt im Anschluss an die 3 Wochen KiTa Ferien 2 Wochen auf Urlaub wegfahren würden. BÄMM. Der Mann nimmt also 3 Wochen Urlaub während der Ferien, anschließend eine Woche ich, und die letzte verbleibende Woche müssen wir hoffen mit angesammelter Gleitzeit (die wir beide GOTTSEIDANK haben) ausgleichen zu können. Klingt theoretisch lösbar, praktisch hatte es zu Folge dass ich seither jeden Tag mit Herzrasen und Zittern wach wurde, aus Angst vor dieser unangenehmen Lage, und aus Sorge entweder die Kinderbetreuung nicht abdecken zu können oder Schwierigkeiten in der Arbeit zu bekommen (ne Woche Urlaub in der Probezeit, da muss halt schon der Arbeitgeber nett sein das mitzuspielen). Theoretisch weiß ich dass es gehen sollte, praktisch habe ich mich einfach an diese neuen Herausforderungen noch nicht gewöhnt. Neues und große Veränderungen stressen mich allgemein unglaublich, auch wenns was Gutes ist, und hinterlässt mich entsetzlich angespannt und nervös. Aber ich weiß dass sich das legen wird, und ich da reinwachsen werde/muss.

Denn eigentlich freue ich mich sehr über diesen neuen Lebensabschnitt. Zum Einen natürlich, weil der Arbeitssuche Druck wegfällt. Obwohl wir mit 50% Teilzeit unsere Kosten eigentlich grade so decken (fällt halt auch viel weg mit Benzingeld usw), und es an der Kippe zur Rentabilität ist, so tut es mir und meinem Lebenslauf einfach sehr gut. Ich glaube nicht, dass dieser Bereich einer ist in dem man Jahrzehnte arbeiten kann, aber ich finde es gut jetzt dort zu sein.

Und damit der Einstieg nicht ganz langweilig wird war der Kleine an meinem 4. Arbeitstag krank (klaaaar!) und kaum wieder zurück konnte ich gestern die erste heftige Nummer erleben, bei der ein Mädchen einen 3 stündigen Anfall hatte, erst auf ihren Freund einprügelte und dann auf uns 3, die sie zurückhielten einschlug, völlig austickte, sich herumwarf, schrie, brüllte, und nur mit sehr viel Geduld wieder händelbar wurde. Wir kamen um Haaresbreite drum herum, Polizei und Notarzt einzuschalten, und außer ihrem Handy kam nichts zu ernsthaftem Schaden.
Bevor ich schließlich nach Hause fuhr verabschiedete sie sich mit einer Entschuldigung und einer Umarmung.

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Auf bald,
Hummelchen

Für Herzen

Hier im Ort und im Nebenort gibt es grade viele Baustellen. Gegenüber wird ein großes Haus saniert, und die Straße vom Nachbarort in den Über-Nachbarort ist komplett gesperrt und zwingt mich Umleitungen zu fahren. So komme ich an Ecken vorbei, die ich sonst nicht fahre.

Langweilige Geschichte bis hierhin. Wäre da nicht das Flüchtlings-Container-Lager, das ich auf jedem Weg zum dm/Kinderarzt und auf meiner künftigen Arbeitsstrecke (ab morgen!! #aufgeregt) täglich sehe. Natürlich ist das Thema nicht neu für mich. Ich bin schon ich weiß nicht wie vielen rechtsdenkenden, ausländerfeindlichen “aberwiesohabendieeinSmartphone” Ärschen mal freundlich mal weniger freundlich übers Maul gefahren, weil ich da eine gewisse Null-Toleranz-Grenze für Menschenfeindlichkeiten, speziell brauner Natur, habe. So viel zu meiner Grundeinstellung. Aber, bin ich so viel besser? Ok, ich hetze nicht gegen die ganzen “Illegalen” (welcher Mensch ist bitte illegal?) und “Wirtschaftsflüchtlinge” und über die “es sind immer nur die jungen Männer” (der Satz kommt immer von Leuten die noch nie ein Flüchtlingslager aus der Nähe gesehen haben). Ok, ich bemühe mich um Aufklärung. Ok, ich bin besonders empfindlich weil ich Österreicherin bin, und von geschichtlicher Prägung abgesehen sind Österreicher so scheiße zu Flüchtlingen wies nicht mal Deutschland hinkriegt (googelt. oder besser nicht.), ABER was unterscheidet mich denn? Hab ICH schon mal einen Finger krumm gerührt?

Natürlich lässt es sich leicht rausreden, mit genügend Verpflichtungen, genügend eigenen Baustellen, die Kinder, die Jobsuche, jetzt der Job. Natürlich kann ich jammern dass ich so schon nicht weiß wie mein Mann und ich Urlaube und Freizeiten legen um alle KiTa/KiGa Schließtage abzudecken. Es mangelt mir weiß Gott nicht an Ausreden.

Allerdings, vielleicht war dieses tägliche vor-Augen-führen nötig, hab ich beschlossen nun anzufangen, Kleinigkeiten in Gang zu bringen, wann immer ich sie leisten kann. Nein, ich schaffe es nicht mir fixe Verpflichtungen aufzuladen. Aber es fängt schon im Kleinen an – etwa, bei der Gemeinde anzufragen ob gerade Spenden gebraucht werden. So hab ich erfahren, dass ein Mädchen in den Kindergarten kommen soll und noch dringend Gummistiefel in Größe 26 gesucht werden, womit ich aber grad nicht dienen kann weil die der Große selbst noch trägt. Dennoch hab ich einen Sack Kleidung aussortiert, die meinen Jungs nicht mehr passt, oder die ich ihnen einfach nicht gerne anziehe. Hausschlappen waren übrigens heiß begehrt!

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Was dabei auffällt, wenn man die Sachen vorbei bringt: eine ganze Traube kleiner Kinder, die da rumlungern und neugierig angelaufen kommen, wenn ein Auto stehen bleibt. Nicht dass das Auto oder der Insasse spannend wäre, aber.. es ist eine Veränderung vom “Alltag”. Und weil mir das besonders hängen geblieben ist habe ich beschlossen, kleine Geschenke für die Kinder in den Nachbars-Containern zu packen. Ich habe bereits eine IkeaPuppe und ein Malset besorgt, ich habe einen Teddy von mir aus dem Nostalgie-Koffer geholt und ein Haarspangen-Set gekauft, außerdem ein Baby/Kleinkind FahrzeugLauflernwagenDings und Bälle abzugeben. Nun bin ich mit meiner nicht vorhandenen Kreativität allerdings ein wenig am Ende angelangt.  Ich möchte eigentlich für jedes Kind eine Kleinigkeit haben (das wär sonst echt unfair), und es sind so 7-8, die ich auf den ersten Blick immer erhasche (natürlich müsst ich noch genauer nachfragen). Große Sprünge (finanziell) kann ich mir halt auch nicht leisten, aber ich hab so ein dringendes Bedürfnis den Herzchen eine Freude zu machen, mit GESCHENKPAPIER dran und nicht aus der Plastiktüte! ;-)

Daher meine Frage – habt ihr Ideen? Ich finds besonders für Jungs schwer (jaja tolle Jungsmama, ne?).. Hmp.
Und – habt ihr auch ein Lager im Ort/Umgebung? Habt ihr schon was geholfen, bzw. wie beteiligt ihr euch? (Ich sammele auch hier Anregungen..)

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Auf bald,
Hummelchen

18-Monats-Geburtstag Raupe

1,5 Jahre bist du, mein kleiner großer Spatz! Und wie prophezeiht geht ein Aufatmen durch die Reihen.. Die letzten Monate waren extrem hart, aber aktuell beruhigt sich alles ein wenig. Ich war beim Bruder ein großer Fan der Zeit 18 Monate aufwärts, und bei dir zeichnet sich Ähnliches ab.. Juhu!!! (und AMEN!)

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Sprache: Endlich, endlich, endlich, ENDLICH!! Dein dicker Sprachknoten ist geplatzt, und schon verfliegen die schlimmsten Probleme mit dir. Vermutlich hat dich diese Entwicklung arg geplagt, oder du warst einfach nur enorm gefrustet dass dir das Sprechen nicht gelingt, aber wie auch immer: endlich brabbelst du los und die Wolken verziehen sich. Da du bisher eigentlich nur Mama und Papa gesagt hast freuen wir uns über viele neue süße Wörter! (Du sprichst generell sehr nuschelig und undeutlich, was es zum Einen schwer macht dich zu verstehen, aber auch ein wenig problematisch ist beim Aufschreiben..)
Mama, Papa, Oma, Opa, Lila/Lella (Name des Bruders), Geli (Cayleigh), Bipi (Kater), Lichi (Lishi, Großeltern Hund), Nana (Banane), Nude(ln), Ärbea (Erdbeere), (Me)Lone, nein, obe(n), abe (haben), una (runter), Billu/Lubi/Lubli (Luftballon), Popo, aua, Lulu (ich bin mir nicht sicher aber ich glaub du sagst an wenn du pinkelst, zumindest oft wenn ein Stinker da ist, vor allem wenn er dir am Po brennt..), wauwau, (H)und, Wuffi (=Ikea Hund), gackgack, popock, Gadse (Katze), määh, Ball, B(r)ille,…
Ja kannst du nicht sagen, aber deutliche Wackel-Dackel-Zustimmung erleichtert uns das Verständnis… Du hast auch deinen ersten Zweiwortsatz gesprochen, und wer hätte es gedacht.. ? Es ging um einen Luftballon. “Billu obeee!” war deine Aufforderung, den Luftballon weit hoch zu werfen. Seither entwischen dir gelegentlich genau so konstruierte Sätze, eine Name und eine Aufforderung, oft mit haben oder hoch/runter.

Spielen: Aktuell dreht sich natürlich eigentlich alles ums Planschen. Viel anderes kann man bei der Hitze ja kaum machen! Du hast auch null Respekt vor Wasser, was zwar beim Spielen Spaß macht aber man darf sich keinen Meter von dir entfernen, weil du dich gern im Wasser rückwärts hinlegst.. -.- Es ist dir auch völlig schnuppe wie oft du dabei Wasser säufst, Vorsicht ist halt so gar nicht deins. Du bist beim Spielen gerade sehr wenig ausdauernd, kannst dich kaum mal eine Minute am Stück mit derselben Sache beschäftigen, wirkst sehr umtriebig und unruhig. Für Bücher anschauen fehlt dir die Geduld, oft bringst einfach haufenweise Bücher und willst deine eine Lieblingsseite (es ist immer die mit Enten, Hunden oder Bällen) sehen, dann wirds weggeworfen. Du stapelst und steckst gern Dinge, Einfüll-Spiele gefallen dir grade gut, die Spielküche kommt also gut an.

Motorik: Klettern findest du wie immer spitze, du hast ne erstaunliche Körperspannung und viel Kraft. Damit gleichst du aus, dass du dich eher gestüm und unvorsichtig und ungalant, “tapsig” bewegst. Du fällst nur selten fies hin, aber das liegt bestimmt nicht daran dass du es nicht darauf anlegst… Du schätzt Gefahren entweder richtig schlecht ein oder sie sind dir egal (ODER du siehst sie nicht richtig, dazu später mehr). Aktuell übst du das Hüpfen, es reizt dich sehr dass der Bruder grad überall runterhüpft und du willst es ihm nachmachen, kommst aber noch nicht mit beiden Füßen in die Luft. Feinmotorisch bist du zwar nicht ungeschickt, was man vor allem daran merkt dass das Essen nicht mehr wegen fehlendem Talent zur Sauerei ausartet (nein du machst es jetzt weil dus toll findest), aber für Dinge wie Puzzlen fehlt dir die Geduld. Du schiebst ein Rahmenpuzzleteil halbherzig über irgendeine Öffnung ohne hinzuschaun und wenns nicht gleich zufällig passt lässt dus eben ganz bleiben.

Schlafen: Das klappt bei dir grade sehr gut!! Nicht mal die verdammt heißen Nächte mit 30° in deinem Zimmer haben dir den Schlaf verleidet, du gehst um 19h ko ins Bett, schläfst in der Regel total unkompliziert ein und fast immer durch (iSv keine wirklichen Wachphasen die Beistand erfordern dazwischen). Wenn du wach wirst, was schon immer mal wieder vorkommt, möchtest du eigentlich immer nur Wasser trinken, danach legt man dich einfach hin und du schläfst weiter. Morgens weckt dich in letzter Zeit der Bruder so gegen 5.30, das erträgst du scheinbar ganz gut (besser als Mama! *knurr*), würdest aber vermutlich deutlich länger schlafen wenn man dich lassen würde. Beim Aufwachen bist du aber immer ein Sonnenscheinchen, das sofort strahlt, das ist sooo schön!!

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Schmusen: Joa, du liebst Körperkontakt, aber bittedanke nur auf die harte Tour. Kopf an Kopf schlagen oder feste auf andere klatschen, mit dem ganzen Körper draufwerfen – das ist so etwa dein Stil. Beim Bruder holst du dir damit keine Sympathien, wir Eltern ertragen es stumm leidend. Seufz. Immerhin kannst du süß küssen, mit weit aufgerissenem Schnäbelchen, manchmal kündigst du den Wunsch spitzlippen schmatzend an.

Soziales: Du bist wieder ausgeglichen und magst eigentlich alle Menschen. Beim letzten Impfen hast du zum ersten Mal bei der Untersuchung vorher nicht geweint, ich hatte den Arzt beim Reinkommen (immer gestresst schießt er rum) ein wenig gebremst und kurz auf Distanz gehalten sodass du ihn begrüßen konntest, und dir Zeit zum Abchecken zu lassen und ihm dein “ok” zu geben. (Hey, wer ne Stunde bei Termin wartet darf die 2 min schließlich einfordern, ne?) Die Rechnung ging auf, und außer kurzem Aufschreien beim Stechen (das versiegte als du die Bestechungs-Belohnung in Form eines Badewannen Fisches bekommen hast) war es diesmal kein Drama. Puh! Du bist eigentlich immer herzlich und wenn dich nichts verstimmt, gut gelaunt. Wer lieb zu dir ist und sich respektvoll nähert kann damit rechnen dass du offen zu ihm bist, Abneigungen stellen wir fast nicht fest. Auch deine Erzieherinnen magst du sehr gern und holst dir morgens gleich mal deine Umarmungen ab. :-)

Entwicklung: Es war ein Schub. Puh.

Ernährung: Du wirst mit Löffel und Gabel immer geschickter, aber das Gepatze wird nicht weniger. Das ist sowas von mein Kryptonit, bwoah.. Die Mäkeligkeit ist grade geblieben, ich bin aber nun dazu übergegangen, dass ich nicht mehr speziell nach “isst nur xyz” koche. Es gibt was es gibt, du darfst dir rauspicken was es gibt und wenns dir nicht passt darfst du Obst haben. End of story. Ich glaube ich muss aufhören mich immer zu fragen, ob du wohl genug von allem kriegst, das ist vermutlich speziell meiner Unsicherheit geschuldet, weil wir daheim nur vegan essen. Du bekommst zwar Käse und Joghurt und was auch immer es bei Oma und Opa so gibt (obwohl du Fleisch praktisch gar nicht verträgst, inklusive Wahnsinnsdurst nachts und Durchfall am nächsten Tag), aber da ich eigentlich niemanden um Rat fragen kann ob das so ok ist ohne angefeindet zu werden bleibt eine Rest-Unsicherheit. Nunja… Ein wenig stolz bin ich darauf, dass ich es endlich hinkriege mehr mit beiden Jungs zu kochen und zuzubereiten, denn da fallen doch angenehme Dinge auf, zum Beispiel isst der Bruder nur rohe Pilze (nicht gekocht!) und du nur rohe Paprika (nicht gekocht!). Ich finde das toll! Du hast auch deine Liebe zu Mais entdeckt, egal ob im Salat, Eintopf oder am Stück.

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Gesundheit: Topfit! Danke Sommer! :-*

Körperliches: Bescheiden ist nur deine Sehkraft, mit 5,5+ Dioptrien. Mama kotzt ein wenig im Dreieck, aber was hilfts… Also nun mit Brille, die du recht gut akzeptierst (du reißt sie eigentlich nur aus Bockigkeit und Trotz runter wenn man dir was anderes verbietet, sowas hast du verflixt schnell raus!) und 2 Std täglichem Abkleben (was auch an 4 von 5 Tagen problemlos ist).IMG_20150702_171203612Ansonsten bist du immer noch ein relativ kurzer Stummel, wie ich finde, die 86 passt dir nach wie vor, und Schuhgröße hat sich nun auf 21/22 eingependelt. Du wirkst zwar seit du dich viel bewegst nicht mehr so kugelig, aber immer noch speckig und stämmig. (Es passt einfach total zu deiner Rambo-Art..)
Unfreiwillig komisch ergab sich kürzlich dieser Stil… *kicher*

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Pfui: Nein zu hören kriegen, wenn dir der Bruder was wegnimmt

Highlights: Quietschen, Planschen, Luftballon

Auf gechillte kommende Monate! (Hier bei der Rasenmäh-Paralyse)
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Auf bald,
Hummelchen

16-Monats-Geburtstag Raupe

Schon wieder so spät. Irgendwie fallen mir die Rückblicke grade sehr schwer, weil mir der Mini im Moment so arg zusetzt und mich so auslaugt, dass es mir schwer fällt mich so ausführlich mit unserer gemeinsamen Zeit auseinander zu setzen wie ich es üblicherweise tue wenn ich sowas schreibe. Irgendwie sorgt er an sämtlichen meiner Nervenenden für Dauer-Überreizung, und es kostet mich Überwindung diese Erinnerungen Revue passieren zu lassen. Aber nunja, da einige sehr harte Monate hinter uns liegen kann man ja nur hoffen dass es jetzt bergauf geht.

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Sprache: Es macht mich (und dich) ja schon so ein wenig wahnsinnig, dass du nicht sprechen möchtest. Dich selbst ärgert es unglaublich dass du dich nicht verständlich machen kannst, du hast üble Wut- und Schreianfälle wenn man dich nicht versteht, und auch uns geht da bald die Geduld aus. Du zeigst und quiekst, machst Affen-Geräusche, aber du bist nicht in der Lage irgendetwas verlässlich zu benennen. Alles ist Mama oder Papa oder wau-wau. GANZ selten mal rutschen dir Worte raus, die nur mit viel Phantasie als solche zu verstehen sind, und die ich kaum in deiner Aussprache aufschreiben kann weil es so ein genuscheltes Gelalle ist. Ab und zu ist da Ball (dein “bestes” Wort), Geli (Cayleigh, die Katze), gak (Ente), bebe (Baby, die Puppen), a (ja), eii (nein). All das sagst du mal nach, aber so richtig verlässlich ist das nicht. Mittlerweile verstehst du uns wenigstens ein wenig besser und kannst Fragen mit Nicken (oder Freuen) und Kopfschütteln (oder Quieken) beantworten. Insgesamt ist das sicher der Punkt der den Alltag mit dir am Anstrengendsten macht, und ich bete bete bete dass da bald ein Durchbruch kommt!

Spielen: Obwohl du früher außergewöhnlich gut alleine spielen konntest, geht da momentan gar nichts. Alleine kannst du dich überhaupt nicht beschäftigen, aber auch das “Bespielen” ist quasi unmöglich. Du kuschelst für den Leben gern Kuscheltiere an, aber sonst kann man da kaum Spielverhalten erkennen. Oft hast du Spaß, Nachziehautos/Krokodil/sonstiges hinter dir her zu ziehen und du kochst gern mal in der Spielküche und probierst. Sonst wird Spielzeug nur demonstrativ ausgeräumt und geworfen oder drauf gestiegen (nicht weil dir das per se Spaß macht sondern aus Provokation, du wartest bis man hinschaut setzt dein spitzbübisches Gesicht auf und steigst dann auf der Geige vom Bruder rum zB). Du kannst dich grade mit nichts länger als 2, 3 Minuten beschäftigen, bist unglaublich schnell gelangweilt und forderst neue Bespaßung. Du gibst dich bei allem unglaublich baby-haft, am Liebsten ist es dir, wenn man dich am Arm hält und mit dir rumrennt während man Ballspielt. Insgesamt wirkst du grade so als wärst du erst wenige Wochen alt, und kannst dich nicht regulieren. Bitte lass das nur einen Schub sein …
Schön ist allerdings, dass es endlich wieder warm wird. Da kann man toll im Wald auf Entdeckertour gehen, im Sand buddeln, ihn mal probieren oder das ein oder andere Gänseblümchen verspeisen.

Motorik: Du bist waghalsig wie eh und je aber sehr geschickt. Du hast unglaublich viel Kraft und Power, wir nennen dich gern “Rommschbobbel”. Du liebst klettern und achtest prinzipiell nicht darauf ob vor dir ein egal wie tiefer Abgrund ist wenn du dich runterstürzt. Glücklicherweise bist du wahnsinnig hart im Nehmen, oft schlägst du dich fies an und stöhnst nur kurz auf, oder setzt einen Moment zum Weinen an, um Sekunden später wieder genau den gleichen Blödsinn zu machen. Rambobaby.

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Schlafen: Seit knapp 2 Wochen sind unser alle Nächte wieder viel besser, aber davor war es ziemlich schlimm. Da du nur bei uns im Bett schlafen kannst (und dann aber umso dringender brauchst!) wenn du krank bist, und das auch gerne darfst, hast du kaum gesund auch wieder deutlich gezeigt dass es so generell nicht klappt mit dem Familienbett. Du bist sehr unruhig, und alles um dich stört dich, du wachst oft auf und weinst dann ganz schlimm und lässt dich nicht mehr beruhigen, schlägst Hände weg, willst nicht angefasst werden. Also versuchten wir dich wieder in dein  eigenes Bettchen zu gewöhnen, wo du zwar sofort gut geschlafen hast, aber ständig wach wurdest und nach uns geweint hast. Das waren 2 harte Wochen bis das wieder einigermaßen lief, insgesamt 10 Mal pro (deiner) Nacht zu dir laufen war keine Seltenheit, vor allem in der ersten Nachthälfte warst du oft im 30-Minuten-Takt wach. Mittlerweile hat sich das wieder eingependelt, du magst es momentan bei Nachtlicht (der Mond am Buddy) zu schlafen und ganz viele Kuscheltiere bei dir zu haben. Außerdem haben wir dir vor einigen Tagen eine Decke statt des Schlafsackes gegeben, das genießt du sehr, weil du durch und durch Kuschler bist. Leider wuselst du nachts auch viel, weswegen wir öfter zu dir müssen um dich zuzudecken, aber du lässt dich dann in der Regel blitzschnell beruhigen und wieder ins Bett legen. Aktuell ist es also ganz ok. Puh.

Schmusen: Wie schon geschrieben, du kuschelst für dein Leben gern, brauchst viele Zärtlichkeiten und holst dir die auch ab. Oft bei Mama (du hängst grad sehr an mir), aber auch bei Papa, Oma, Opa oder den Erzieherinnen. Liebend gern auch inbrünstig vom großen Bruder, der das so gar nicht witzig findet. Erstens ist der nämlich überhaupt kein Schmuser und zweitens bist du nicht grade … dezent. ;-) Du wirfst dich oft ohne Rücksicht auf Verluste auf einen zu, man muss dich oft fangen bevor du auf den Boden aufschlägst, oder rammst Kopf voran ins Gesicht. Du kannst auch schon mit viel Hingabe küssen, mit weit aufgerissenem Schnabel und möglichst viel Sabber. Manchmal auch mit Zunge. Urks. Das wiederum findet dein Bruder urkomisch.

IMG_20150506_152402644Soziales: So insgesamt ist grad gar nicht gut mit dir Kirschen essen. Du machst es Mama und Papa grade gar nicht leicht, bist wahnsinnig fordernd, scheinbar ohne selbst zu wissen was du grade willst. Du bist zwar ein Charmeur, kannst richtig dreckig gackern und lachen und so begeistert sein dass du alle mitreißt, aber du hast auch eine andere Seite entwickelt. Du kannst unglaublich böse gucken, und das ist auch der Standard-Blick, den man zur Zeit von dir erntet wenn man dich anspricht, oder du dich über jemanden ärgerst (dazu hast du unerschöpflich viele Gründe). Du bist sehr baby-haft und unselbstständig, auch im sozialen Kontakt, fremdelst öfter und klammerst viel. Wir glauben, nein wir hoffen, dass es nur ein Schub … Seufz.
In die KiTa gehst du nach wie vor sehr gerne, auch nach langer Fehlzeit. In letzter Zeit marschierst du oft Hand in Hand mit dem Bruder…

Entwicklung: Lass-es-einen-Schub-sein-Danke-Amen.

Ernährung: Hier hat sich viel zum Positiven verändert. Du machst uns zwar grad das Essen echt zum K(r)ampf, weil du so gar nicht mehr gefüttert werden willst, es aber selber so gar nicht gut hinkriegst. Aber wir sehen, dass du Fortschritte machst, und geschickter wirst. Vermutlich müssen wir uns da einfach sehr in Geduld üben. Für mich ist das besonders hart, denn obwohl mich keine übergelaufene Kackwindel zum Grausen bringt ist für mich Essen-Schmiererei und Gepampe und Patzerei der absolute blanke Horror. Ich haaaaassssssseee es wenn du überall Essen rumschmierst, mit den Fingern darin wühlst um dir alles in die Haare zu reiben, den Tisch einkleisterst, 3/4 vom Löffel auf deine Kleidung (du triffst 1a am Ganzkörperlätzchen vorbei, keine Ahnung wie das geht?!) fallen lässt und dann noch schön mit den Füßen drin rumstapfst. Praktisch jeden Tag muss ich mehrmals den Boden wischen unter deinem Stuhl. Aber.. ich hoffe einfach dass die viele Übung bald Erfolg zeigt und du den Spaß am Ferkeln verlierst. Das Schöne ist aber – du isst sehr viel mehr, und vieles mit Begeisterung. Deine absolute Lieblingsspeise sind Nudeln, da kommt nichts drüber. Du knabberst aber auch gern Käse, und löffelst gern Joghurt und Müsli. “Vurst”-Aufschnitt findest du auch toll, und Würstchen natürlich auch (welches Kind nicht?). Du isst viel verschiedenes Obst, LIEBST grüne Smoothies (die verschwinden so schnell, man glaubts kaum und du willst richtig viel davon), und knabberst auch immer gern an Rohkost-Gemüse. Neu für dich entdeckt hast du Paprika. Kürzlich hast du viele Bohnen zum Frühstück gegessen, obwohl die relativ scharf waren und wir nicht dachten dass du das mögen würdest. Ich finde das sehr erleichternd, dass du so viele gesunde Nahrungsmittel akzeptierst und mache mir dann weniger Sorgen um deine Gesundheit und dein Wohlergehen. Sehr zu unserer Freude hast du immer weniger vom sonst obligatorischen Abendfläschchen getrunken, es hat sich irgendwie ausgeschlichen und schon seit gut einer Woche hattest du gar keines mehr. Du trinkst dafür jetzt wie ein Weltmeister (über die Art des Trinkens möchte ich aber nicht sprechen,…) und das finden wir toll!

Gesundheit: Bis vor zwei Wochen warst du praktisch durchgehend krank. Nun ist es endlich wärmer und es scheint grade ein wenig Stopp reinzukommen. Dein letzter Virusinfekt war so schlimm, dass wir alle verzweifelt sind. Du hast bellend gehustet bis zum Erbrechen, und nichts hat gewirkt. Inhalieren hast du vehement abgelehnt, und erst als wir zu einer anderen Ärztin gefahren sind, weil wir ein wenig Vertrauensprobleme mit unserem Stamm-Arzt hatten, der sich nie Zeit für eine ordentliche Untersuchung nehmen wollte, bekamen wir Hilfe. Dort wurde gleich mal deine O2-Sättigung gecheckt (im Grünen, puh) und dann per Bluttest Bakterielles ausgeschlossen. Schließlich bekamen wir Salbutamol-Tropfen zum Schlucken, die zwar nicht so gut sind wie zum Inhalieren aber eben doch besser als gar nichts. Und Zäpfchen, falls du wieder so eine entsetzliche Hustenattacke nachts hättest, dass du erbrichst und keine Luft bekommst. Wir sollten die nur im Notfall geben, die wären Hämmer, und wir haben sie glücklicherweise nicht gebraucht. Nach diesem grausamen Infekt ging es dir zum ersten Mal wieder länger besser und hoffeeeeentlich bleibt das jetzt auch mal so!
Achja, ein Bluttest ergab, dass du weder Allergien (obwohl das in dem Alter noch nicht wirklich aussagekräftig ist), noch Unverträglichkeiten noch Mängel (Ja, da du eben nie Fleisch bekommen hast, und wegen deiner einstigen Mäkeligkeit bis auf die Milchflasche praktisch vegan ernährt warst, wider meiner Intention hab ich mir natürlich Gedanken um deinen Eisen/ZinkHaushalt gemacht, der uns die ständigen Infekte hätte einbrocken können…) hast. Na, immerhin.

Körperliches: Nachdem du in der letzten Zeit schlanker gewirkt hast vermopst du grade wieder. Du wirkst sehr stämmig, kräftig, schwer, und klein. Kommst wohl leider nach Mamas Familie… Aktuell trägst du Größe 86, wobei wir immer darauf achten müssen dass dir der Bund oder die Ärmel nicht zu eng sind. Viele Shirts und Hosen vom großen Bruder passen dir daher nicht, da wir oft welche mit schmalem Schnitt gekauft hatten. Auf deine Minifüße passt Schuhgröße 20, aber wir benötigen Windelgröße 5 von babylove, die perfekt für deine Maße sind, mit dehnbarem Bund und breitem Beinausschnitt.
Das Unerfreulichste der letzten Zeit war definitiv die Entdeckung, dass du zu schielen beginnst. Ich könnte Bäche darüber heulen wie scheiße ich das finde. Es widerstrebt mir unglaublich, dass wir auch bei dir Augen abkleben müssen und du wohl eine Brille wirst tragen müssen (Details nach Sehschule Termin). Und, sollte das Schielen bleiben, dir ebenfalls eine Augen-OP bevorsteht. Ich könnte darüber so viel kotzen dass ich besser nichts mehr dazu sage. Wenigstens klappt das Abkleben bei dir relativ gut, wir schaffen an vielen Tagen schon die angepeilten 2 Stunden.

IMG_20150319_162308513In letzter Zeit haben uns deine Zähne arg zu schaffen gemacht, und der letzte Backenzahn hat dir wohl ordentlich Schmerzen bereitet, glücklicherweise hats die erste Spitze endlich durchgeschafft und das Schlimmste ist damit hoffentlich überstanden. Aber du sabberst noch schlimm und kaust ständig auf allem herum, weswegen deine Backen wund und rot sind, da deine Haut so empfindlich ist… Übrigens hast du praktisch keine Hautfarbe (wie Mama), und deine mittlerweile kräftig wachsenden Haare sind erdbeer-hellblond (schimmern je nach Licht rötlich) und lockig.

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Pfui: deinen unausgesprochenen Willen nicht bekommen, gefüttert werden, wenn dein Bruder die Spielsachen hat die du willst,

Highlights: Schmuse-und Kuscheltiere, vor allem der Wuffi (der Ikea Hund, nachdem du den vom Bruder so liebst haben wir dir auch einen organisiert), Löwenzähnchen gucken, Hunde (dein Lieblingstier)

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Auch wenn es grade sehr hart mit dir ist versuchen wir deine Bedürfnisse zu verstehen und zu erfüllen. Ich wette, da tut sich grade viel in deinem Köpfchen und wenn alles wieder zurecht organisiert ist dann hab ich mein vergnügtes pflegeleichtes Schätzchen wieder, das dann bestimmt ein Sprech-Update hatte und uns viel Freude beschert.. Küsschen, kleiner Rommschbobbel!

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Auf bald,
Hummelchen