2 1/2 Jahre Raupe

Joa, also irgendwie ist es mir völlig entgangen dass ich ja schon im April wieder ein wenig zu meiner kleinen großen Raupe schreiben wollte, da war aber auch einfach zu viel los, und daher kommt jetzt eben ein Update erst zum Halbjahr (und das auch noch viel zu spät, hust, räusper)…

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Eigentlich ist es erstaunlich, dass es mir nicht so präsent war, denn eigentlich hast du dich sehr verändert. Grade die letzten drei Monate hast du so einen Schub gemacht in so vielen Bereichen, dass du ein ganz anderer kleiner Mann geworden bist. Am Auffälligsten ist das ohne Zweifel was deine Sprachentwicklung betrifft. Du hast dir ja seeeehr lange Zeit gelassen, auch nach deinem 2. Geburtstag hast du oft nur das nötigste Wort verwendet, selbst 2-Wort-Sätze waren absolute Mangelware und kamen nur wenn es absolut nötig war. Ich mach(t)e mir nicht unbegründet Sorgen um deine Hörfähigkeit, die wir bei dir sicher in der nächsten Zeit mal überprüfen lassen werden, schließlich hätte Mama da ja genug Mist zu vererben… Aber back to topic, du sprichst nun ganz plötzlich richtig toll. Auf einmal hast du dir unglaublich Mühe gegeben, auch längere Sätze zusammen zu basteln und mittlerweile sprichst du standardmäßig normal. Deine Grammatik ist natürlich noch gelegentlich kreativ, wenngleich du Verben viel treffsicherer beugen kannst als dein Bruder. Einige Worte schaffst du halt einfach noch nicht so. Es ist allerdings so wahnsinnig süß dir dabei zuzuhören dass ich gar nicht weiß ob ich mir wünschen soll dass sich das verändert! Du sagst zum Beispiel „bian“ statt probieren, „Banamane“, „Effat“ statt Elefant, „Ebbes“ statt Elvis, „Wizett“ zu „Vincent“, „Kialudschi bibts!“ wenn du verkündest dass es jetzt ein Kirschlutschie gibt. Generell vernuschelst du Worte gern oder lässt mal eben die erste Silbe weg. „Sch“ kannst du noch nicht richtig sprechen, es ist so ein Mitteldings was dabei rauskommt.

Seit einigen Wochen erklärst du immer mal wieder, dass du jemanden lieb hast, nicht nur als Reaktion darauf wenn mans zu dir sagt, sondern auch einfach mal so. Vor ein paar Tagen hast du ewig Gequake übers Babyphone beim Einschlafen losgelassen, gewuselt, genölt, und irgendwann hast du gerufen „Mama, bitte bitte bitte bitte!“ Ich also mit schon halbem Herzbruch hoch, dachte es wäre irgendwas – das Gemotze hat davor nicht so arg hilfsbedürftig geklungen, aber wer weiß…? Und dann setzt du dich auf, streichelst meine Wangen und sagst „dich lieb!“ Danach konntest du dann einschlafen. Und vor ein paar Tagen hast du mit Rosa in den Freundbuch gemalt und dann gesagt „Da ‚Ich liebe meine Mama‘ schreibt!“.

Du bist auch generell sehr gefühlsbetont, kuschelbedürftig, sensibel, einfach ein kleines Herzchen. Du bist so lieb und fröhlich und harmoniebedürftig, kannst aber gleichzeitig extrem schmollen wenn man dich enttäuscht und dir nicht das gibt das du dir grade in deinen äußerst sturen kleinen Kopf gesetzt hast. Du bist dann sehr unnachgiebig und versuchst auch mal mit allen Mitteln dein Ziel zu erreichen. Du quängelst dann herzerweichend, verhandelst, bockst, quietschst oder erschmeichelst dir deinen Wunsch. Hast du alles drauf. Süß ist das, und anstrengend gleichermaßen.

Angenehm ist, dass du dich wahnsinnig gut auf Kompromisse einlassen kannst. Wenn du dir zum Beispiel einbildest die Treppen hinaufgetragen werden zu wollen und dich dann stur hinsetzt und keinen Millimeter mehr bewegst, machst du sofort mit wenn man dir anbietet dich nur ein paar Stufen zu tragen. Auch wenns dann nur 2 waren, danach läufst du hoch. Es ist dir einfach sehr wichtig „auch“ Recht zu bekommen und dich durchsetzen zu können, dich als selbstwirksam zu erleben und Dinge einfach durchzukriegen, was ja auch eigentlich sehr genau in die aktuelle Entwicklungsphase passt. Da dich aber dieses Verweigern sehr stresst (du hältst so eine angespannte Stimmung eigentlich nicht aus; also du hältst sie DURCH, bis in alle Ewigkeit wohl wenn sein müsste, aber es geht dir nicht gut dabei) nimmst dankbar jede goldene Brücke. Auch brauchst du während deiner (noch wirklich sehr harmlosen) Wutanfälle oder Trotzreaktionen (ebenso niederschwellig) durchgängig den Kontakt. Du kannst dich oft auch am Arm ausbocken, aber du möchtest dann nicht alleine gelassen werden. Erst kürzlich habe ich dich nach einer fiesen Aktion aus dem Zimmer geschickt, das hing dir den ganzen Tag nach. Ist wohl kein guter Weg für dich, und werden wir natürlich respektieren.

Wie schon angedeutet, nicht alles ist süß und harmlos an dir. Noch als Mitgabe aus der Kita wo das scheinbar öfter mal vorkam hast du nach wie vor hauen im Repertoire. Wir werden das nicht so ganz los, beziehungsweise es kommt immer mal wieder. Anfangs half es, wenn ich mir bei so einem Konflikt das Rumpelstilzchen schnappe und für die Raupe hörbar kommentiere, dass es mir leid tut dass er ihn gehaun hat, und dass er noch nicht genau weiß dass wir das nicht möchten und noch lernen muss was man stattdessen machen könnte, zB xyz. Insgesamt hat uns das nicht gefallen, weil erstens das Rumpelstilzchen ohnehin so arg besserwisserisch ist und dich so wahnsinnig gerne bevormundet und belehrt (was wir nicht möchten), und du zweitens auf Kontakt/Bühneentzug nicht so reagiert wir wir uns das vorstellen oder wie zB das Rumpelstilzchen – für Rumpel wäre das unglaublich nervig, die dich kränkt es mehr und stellt daher auf Durchzug, also nix erreicht. Oft hilft die emotionale Schiene „guck mal wie traurig das deinen Bruder macht wenn du ihn haust“, aber auch damit bleibt uns das Thema erhalten. Es ist jetzt nicht so dass es dauernd oder heftig vorkommt, wohl aber so dass es nervt. (Vor allem nervt es den Bruder, und du weißt dann halt genau wie du den Knopf drücken kannst, ne?)

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Du hast immer mehr konkrete Interessen und Dinge die dich begeistern. Das macht es sehr viel leichter mit dir zu spielen oder dir eben Spielzeug zu besorgen. Am Allerallerallermeisten liebst du Bälle, da kommt aber auch rein gar nichts drüber. Du kannst ungelogen stundenlang Ball spielen – selbst beim Kinderturnen rennst du eigentlich nur mit einem Ball rum, der Rest interessiert dich kaum. Du wirfst den Ball immer hoch und kickst ihn dann. Du möchtest dabei immer dass der Ball „hoch in Himmel!“ fliegt. Bälle liebst du in jeder Größe, Form und Farbe. Ganz überrascht waren wir als wir im Kindergarten erfuhren wie gern und gut du puzzelst. Das war uns nicht bewusst, denn wir hatten da nur ganz einfache und die hast du nie so bespielt als dass uns das Interesse aufgefallen wäre. Deine Vorliebe sind 15 Stück Rahmenpuzzle (Feuerwehr, Polizei und Maulwurf), die du sehr schnell zusammensetzen kannst, aber auch ohne Rahmen (Dinos) klappt das schon sehr gut. Schließlich bist du auch ein großer Knete-Fan, sehr zu meinem Leidwesen denn ich hasse Knete ganz unglaublich; das ist also ein Hobby das du mit dem Papa ausüben darfst. Bauklötzchen und Duplosteine findest du auch klasse, und für Malen und Basteln kann man dich auch immer wieder begeistern. „Fan“themen die dich interessieren sind Dinosaurier (kaum was nicht gruseliges zu finden, herrje) und der kleine Maulwurf, gelegentlich Biene Maja oder noch Keks, der Hund aus Löwenzähnchen.

Deine Haut bereitet und schon einige Zeit echt Sorgen. Deine Ekzeme sind echt mies, vor allem an den Handgelenken, wir schmieren und cremen uns zwar nen Wolf, aber so richtig helfen will nix. Aktuell sind sogar deine Schienbeine komplett gesprenkelt, und wir haben wirklich Glück wie tapfer du das wegsteckst. Du kratzt fast nie, meldest dich nur ab und an wenn sie weh tun. Wenns sein muss reibst du die Handgelenke aneinander, aber sachte genug um nicht (mehr) wund zu werden. Von Ärzten haben wir nicht wirklich was Sinnvolles bekommen, der letzte Tipp mit Bepanthen zu cremen war ja mal total für die Tonne. Naja, so testen wir uns eben weiter durch das komplette Apotheken- und Drogerie Cremesegment und hoffen dass es nicht so schlimm wird dass wir wieder Cortison brauchen.
Dafür warst du sonst ziemlich gesund im letzten Halbjahr, denn obwohl du im Spätwinter und Frühlingsbeginn noch die ein oder andere Erkältung eingesteckt hast, bist du „effektiver“ krank – du fieberst viel öfter mal einige wenige Tage und bist dann wieder fit, anstatt ewig lange halbkrank-halbgesund in den Seilen zu hängen. Leider ärgert uns auch grade eine Sommererkältung die querbeet im Kiga und auch hier zu Hause rumtobt, was uns gewaltig nervt, denn dich triffts natürlich ausgerechnet in der ersten gscheiten Badewetter-Woche des Jahres. Hmp.

Das ist besonders schade, denn du liiiiiebst Baden! Egal ob in der Badewanne, draußen auf der Terrasse im kleinen Planschbecken, oder eben im Freibad. Du bist da überhaupt nicht schreckhaft (wie eigentlich eh nie), wirfst dich voll ins Wasser, und wenn du säufst, dann hustest du zweimal und machst genau dasselbe nochmal von vorn. Ins Planschbecken machst du gern nen Bauchfleck mit Anlauf oder lässt dich volle Möhre auf deinen Popo fallen. Je mehr es spritzt, desto besser natürlich! Du kannst da viel Zeit verbringen und lange mit Förmchen und Bällen und Krams spielen.

Aktuell bist du 92cm groß und wiegst 14,5kg. Du trägst noch immer Windel und hast auch überhaupt kein Interesse am Trockenwerden. Ab und an magst du dich auf die Toilette setzen, aber dort bleibst du keine 5 Sekunden, rufst dann „fertig!“ und willst runter. Joa. Dir fehlt ganz offensichtlich noch das Gefühl dafür, deswegen sehen wir logischerweise auch keinen Grund in diese Richtung zu „üben“ oder dergleichen.

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Du schläfst immer noch wirklich fantastisch. Nach deinem Abendritual, bei dem du in letzter Zeit vermehrt Singen einforderst, was dir früher gar nicht soo wichtig war, legst du dich ins Bettchen und schläfst in der Regel nach einem Durchgang Babyphonemusik. Es gibt ganz selten Nächte in denen du zu uns ins Bett willst, und dann wirklich uuunglaublich viel Nähe brauchst – meistens wenn du krank bist, Husten ist deine Achillesferse. Aber manchmal hast du auch schon Alpträume, dein Thema: Küken. Aber du hast nicht vor den Küken Angst, sondern weil ein Hund die Küken jagt. (Was haben meine Kinder mit Vogeltieren bitte??) Unverzichtbar sind dabei deine Kuscheltiere. Du liiiebst deine Schmusies über alles und schließt sie ganz fest in dein kleines Herzchen. Deinen Kindergartenbären hast du unterwegs mal verloren und warst unglaublich traurig, aber Tante Jule hat uns ihren geschickt und dir eine riesen Freude damit gemacht!

Am 10.6. kam die Schnullerfee zu dir! Wir haben dir den Vorgang etwa 3 Wochen davor immer wieder mal angekündigt, die Tage davor mehrmals täglich. Die Vorstellung fandest du verlockend, ein Geschenk im Austausch für deine Schnuller zu bekommen, aber man hat dir angesehen dass dich die Vorstellung schon arg verunsichert hat. Wie soll man denn ohne heißgeliebte „Nullies“ leben?? Am Freitag Abend haben wir zusammen eine Schachtel mit deinen letzten Schnullern gepackt und sie auf die Terrasse gestellt, und dann gings ins Bett. Wir waren wohl genau so nervös, aber entschlossen das mit dir durchzustehen, kein Weg zurück. Wir wollten das einfach lange vor der nächsten Erkältungsperiode erledigt haben, weil das so ein gräßliches Schnullidilemma ist mit verstopfter Nase. Long story short – du hast nicht ein einziges Mal geweint. Du warst zwar nicht begeistert, aber hast es stoisch ertragen dass deine Schnullies wegmüssen damit die Schnullerfee das Geschenk liefert. Du hast auch nur in der Folgenacht noch einmal gefragt, konntest aber die Erklärung dann hinnehmen, und damit war das Thema abgehakt. Natürlich muss man nicht betonen, wie sehr du dich über deine Überraschung gefreut hast!

Weil ich übrigens grade das Foto sehe – das ist ein gestelltes. Du bist so zuckersüß, da könnte ich dich fressen!! Wenn man dir sagt, „Raupe, lach mal!“ dann grinst du über alle vier Backen und singsang-flötest „heheee“, und eigentlich müssen alle furchtbar lachen wenn du das machst, sodass du noch mehr grinsen musst, und dann entstehen solche Fotos. Ich hoffe dass du das nie nie nie niemals je anders machst! #herzchenausohrenmodus

Du fühlst dich immer „älter“ und willst tausende Dinge „auch“ machen. Du willst grade sehr selbstständig werden und bei allem helfen und mitmachen.

So anstrengend es manchmal auch mit dir ist, wir sind schrecklich verliebt in dich kleiner großer Bub, wir lieben deine herzliche, sonnige Art und können uns niemals an deinem Lachen satt hören… Es ist toll, dass wir dich als Kind haben dürfen!

just chillin'

Humpelstilzchen

Ach mein Großer, du bereitest mir grade mehr Adrenalinstöße als mir lieb ist…

Ich vermute mal dass es auch ein wenig damit zu tun hat, dass er sehr viel in kurzer Zeit gewachsen ist. Zu seinem Geburtstag war er grade 100cm groß, über den Winter ist er praktisch keinen Millimeter gewachsen, und nun ist er (je nach Tageszeit) 104 bzw 105cm groß. Das ist schon viel Unterschied, finden wir! Und das merkt man ihm auch leider nicht nur an der neuen Kleidergröße an.

Wenn man ihn so beschreiben müsste, körperlich/motorisch, dann fällt sofort einiges auf. Er ist sehr schnell und sehr ausdauernd, ein kleiner Flitzebogen. Allerdings ist er nicht wirklich geschickt und auch nicht stark. (Vor allem im Vergleich mit dem Bruder fällt das so waaahnsinnig auf, denn der ist das komplette Gegenteil!) Das bedeutet, dass du viel und lange und schnell laufen kannst, aber beim Klettern einfach recht ungelenk bist. Ich habe schon den Eindruck dass das in letzter Zeit deutlich besser wurde. Nur dein Gang ist grade sehr.. latschig-hampelig. Halt ganz so als wüsstest du die gewachsenen Füße noch nicht zu verwenden, als hättest du Schwimmflossen an. Du trampelst fest auf, drehst die Füße leicht nach außen.. es sieht einfach mega ungeschickt aus. Wenigstens traust du dir grade viel mehr zu, vor allem seit wir zum Kinderturnen gehen. Und das finde ich sehr gut! Eigentlich …

Uneigentlich bist du immer noch eher tollpatschig, du schaffst es ganz fürchterlich hinzufallen, runterzufallen, zu stolpern, das Gleichgewicht zu verlieren, und und und.. So zieren dich bereits etliche Narben, die dir wohl immer erhalten bleiben werden. Da ist die Narbe unterm Kinn, die allerdings nicht sehr auffällt. Da bist du einfach im Laufen daheim gestolpert und so zielgenau auf eine Fliesen/Fugenkante gefallen dass du dir eine ordentliche Wunde reingeschlagen hast, die beim Arzt geklebt werden musste, da aber auch einiges an Haut weggeschürft war bleibt da eine Narbe. Mehr ins Auge fällt die Narbe in deiner rechten Augenbraue… -.- Da bist du im Kindergarten wohl irgendwie angerannt worden, hingefallen, und da du scheinbar immer aufs Gesicht fallen musst (verwende doch mal deine Hände mannometer!!) hast du dir den Rand vom Brillenglas so reingeschlagen dass da ein Schnitt war. Es hat nicht arg geblutet und war nicht SEHR tief, und da es so mitten in den Augenbrauen war bin ich nicht mit dir kleben gefahren. War vielleicht eine falsche Entscheidung, weiß nicht, jedenfalls ist da eben noch immer eine sichtbare Narbe, in der eben keine Häärchen mehr wachsen. Seufz.

Letzten Sonntag dann durften sie vorm großen Elternbett mit ihren Duplo Steinen spielen, weil Mama und Papa um 6 noch nicht so motiviert waren aufzustehen. Da lagen also die Steine am Boden, und die Jungs sind immer mal wieder aufs Bett und wieder runter. Und natürlich guckten sie übers Fußende. Und wie sollte es anders sein, Rumpel lehnt sich drüber und fliegt volle Möhre Kopf voran vom Bett, auf die Legosteine drauf. Wir sind mächtig erschrocken, er hat fürchterlich aufgeschrieen und gekreischt, aber es ist nichts „Schlimmes“ passiert, obwohl er sich einen Stein regelrecht auf die Stirn tätowiert hat. :‘-( Wir hatten ihn dann noch genau im Blick, waren auch hellhörig ob er danach noch über Kopfschmerzen klagt oder so, aber da kam glücklicherweise nichts. (Nen harten Schädel hat er, das wissen wir ja. Hust.)

Die nächste Aktion kam dann auch gleich gestern. Er klettert, wie sie es leider dauernd tun, über ihre Stühl und den Spielzeugtisch. Ich hab grad nicht hingesehen, weiß also nicht wie genau es passiert ist, aber plötzlich wirft es ihn mit Karacho runter, NATÜRLICH aufs Gesicht (wie zum Henker macht er das immer???). Die Brille lag komplett verbogen daneben (scheinbar hat sies überlebt, wie auch immer), er hatte vom Nasen-Steg oder wie man das Teil nennt sofort nen roten Bluterguss zwischen Auge und Nasenwurzel und am Wangenknochen (aua, aua, aua) eine fiese Schürf-Prellung, die gleich angeschwollen und sehr rot war. Mit Müh und Not konnte ich ein paar Minuten Coolpack draufhalten (er HASST das ganz furchtbar), sodass die schlimmste Schwellung schnell weg war. Geblutet hats de facto kaum, und sieht auch heute schon wieder viel besser aus, trotzdem sagt er beim Essen dass ihm die Backe weh tut.😦

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Am Bild oben sieht man die aktuelle Blessur und die Augenbrauen-Narbe.. Ich hoffe dass das kleine Kamikaze Kind bald wieder ein besseres Körpergefühl hat, das ist grade echt nicht so schön..

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Auf bald,
Hummelchen

 

Snackzeit – Apfel Upgrade!

Bei uns gibts ja nachmittags meist einen kleinen Snack, und obwohl meine Jungs viel und gerne verschiedenstes Obst essen gibts natürlich immer mal wieder nen Durchhänger, da ist dann ein wenig Abwechslung gefragt. Ich bin jetzt nicht so die Phantasie in Person und daher selbst immer dankbar wenn ich einfach verwertbare Tipps finde, und daher möchte ich das hier mit euch teilen.

Jajaja, das ist jetzt nicht weiß wie kreativ oder besonders oder neu, aber meine Beiden mögen das sehr gern – Apfel Sandwichs!

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Ich mach die ganz simpel, schneide erstmal den kompletten Apfel in Ringe (das Kerngehäuse lass ich noch drin). Eine Apfelseite tupfe ich dann mit ein wenig Küchenpapier trocken (ist kein Muss, macht aber das Streichen weniger fummelig) und streiche ein klein wenig Mandelcreme (jede andere Nusscreme tuts sicher auch, aber ich persönlich finde dass Mandel und Apfel einfach klasse zusammenpassen) drauf. Dann die nächste SCheibe drauf und Kerngehäuse rausschneiden oder ausstanzen. Das wars dann eigentlich schon.

Prinzipiell ist es völlig egal welchen Apfel man dazu nimmt. Nicht allzu saftige erleichtern die Sache natürlich, und ich finde saure oder mehlige Äpfel dafür besonders gut. Hier wars ein Braeburn, unser aller Lieblingsapfel, der weder sehr sauer und schon gar nicht mehlig ist, aber was solls…😉

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

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Bis bald,
Hummelchen

Kleine Rossmann Eskalation [Haha-Haul]

Vor langer, langer Zeit, auf einem anderen, anderen Blog… da berichtete ich von Hauls. Ich habe mich stets gewehrt, einen simplen Einkauf neudeutsch-cool als „Haul“ zu betiteln, weil mir das für mich zu hip klang und nicht zu mir passte, aber ganz grundsätzlich und allgemein verstand ich unter „Haul“ den halben Laden leer kaufen und nicht nur mal eben Klopapier, nen Lippenstift und Sonnencreme besorgen.

Ich habe hier nun einen Rossmann Haul.

Normalerweise bin ich ja ganz klar Team dm, und da könnte ich viel mehr Geld lassen als gut ist, aber irgendwie wurde ich mit meinem aktuellen Bedarf dort nicht so ganz glücklich. Die Raupe leidet wieder ganz fürchterlich an seinen Ekzemen (am Schlimmsten grad die Handgelenke innen), das sind wahnsinnig trockene gerötete Hautstellen, die jucken, weh tun und wund werden, und derer man mit normal-intensiver Hauptpflege nicht mehr Herr wird, da sie stellenweise schon offen werden und bluten. Es könnte Neurodermitis sein. Oder auch eine andere atopische Ekzem-Art. Es ist aber eigentlich egal wie man das Teil nennt, meinte unser Kinderarzt, bekackt is es so oder so. Man sucht sich also nen Wolf nach dem richtigen Produkt, das für die eine Person funktioniert, dann cremt man bis zum Umfallen und hofft dass man ohne Cortison durchkommt.

Ich hab jetzt sicherlich keine grundlegende Cortison-Panik, das fände ich nicht angebracht. Vor etwa zwei Jahren im Sommer hatte der Rumpel einen riesigen nässend-wunden Fleck am Rücken, in den sich ständig das T-Shirt reingebacken hat und der einfach nicht mehr wurde. Da habe ich der Cortisontube schier die Füße geküsst. Auch wenn hartnäckige Flecken im Gesicht entstehen die sie sich wund reißen fackel ich zwar lange, aber nicht ewig. Trotzdem bin ich absolut kein Freund von dem Zeug und es ist wirklich die ultima ratio, wenn die Kinder wirklich sehr darunter leiden und ständig Schmerzen haben oder die Haut so kaputt ist dass ich Schäden/Narben und Entzündungen befürchten muss. Vor Cortison kaufe ich aber also dm, Rossmann und Apotheke leer, auf der Suche nach dem goldenen Ei in Tube.

Da ich eben bei dm so gar nicht fündig wurde, weder mit Basiskörperpflege (in „Schubzeiten“ kriegen sie nicht nur diese furchtbaren Flecken sondern „Piffelchen“ am ganzen Körper queerbeet, sieht aus wie irgendwas zwischen Pickel und Kratzer, keine Pünktchen die unbehandelt zu Ausschlag-Flächen werden; also – schmieren, schmieren, schmieren! mit guter Ganz-Körper-Creme) noch bei Spezialpflege, die meist fettig und reichhaltig ist und eher punktuell genutzt werden soll, musste ich umdenken. Apotheken Produkte konnten mich in der Vergangenheit irgendwie nicht soo überzeugen, vor allem taten die Enttäuschungen bei den doch ordentlichen Preisen mehr „weh“. Ich hatte aber im Hinterkopf dass es da ja was bei Rossmann gab, und schlug dann zu. Ich hatte nur ein paar Wirkstoffe im Kopf, nach denen ich suchen wollte… pflegende Pflanzenöle, Ringelblume, Nachtkerze, Mikrosilber, Vitamin E, Glycerin, Urea,… alles was so trocken-kaputter Haut halt helfen kann; und dann fand ich mehr als erwartet:

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Für die Raupen- (und Rumpel-)Pflege holte ich: SOS Mikrosilber Creme (gedacht für die Ekzeme selbst, lt Packung auch für Kleinkinder geeignet), babydream med Lotion und Gesichtscreme (wir kennen aus der Serie die Intensivcreme, die ist recht gut), babydream Calendula Öl (für nachm Baden massieren), babydream Gesichts- und Körpercreme (reichhaltig, aber eher für ruhige Phasen) und das babydream Calendula Pflegebad (um die empfindliche Haut beim Baden nicht noch mehr auszutrocknen).
So allgemein wollte noch lila Badefarbe mit (ja, halt wenn wieder alles im Rahmen ist) und grüne Malseife mit, beides von Isana. Zudem ein Peelinghandschuh, eine Rival de Loop Feuchtigkeits-Tuchmaske und eine wasserfeste Mascara, die lashes to kill von Catrice (wir haben ja zeitweise schon Mascara-Wegschwitz-Wetter) für mich und von Frosch eine Handseife für die Küche. Schon laaaahaange stört mich dass wir mit den gekauften Feuchttüchern beim Wickeln den Popo putzen, aber ich konnte mich einfach nicht zu Waschlappen überwinden. Aber da wir ja auch mit Stoffwindeln wickeln möcht ich mir einfach nochmal nen Ruck geben, auch wenns vermutlich (?) nun keine Ewigkeit mehr gehn wird, aber wunder Po ist halt iiimmer noch Thema. Ich versuche den Einstieg soft, mit Wattepads und Einmalwaschlappen von babydream. Ja, der Abfall reduziert sich dadurch nicht, der Umweltgedanke greift daher noch nicht. Aber ich denke wenn ich seh dass es der Raupe gut tut schaff ich vielleicht auch noch den letzten Schritt zum Waschlappenputzer…😉

Das wars aber noch nicht mit der Eskalation. Hust.

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Im Futterbereich werd ich bei Rossmann auch immer fündig, freu mich drüber was es da im enerBio Sortiment so gibt. Hier hatte ich mich aber recht gut im Griff, und konnte nur ein wenig Kleinkram nicht widerstehen. Getrocknete Pflaumen, Mandelcreme (die dann aber leider nicht vegan war, wie von mir fälschlicherweise einfach angenommen, aber ok..) und Cashewmus standen tatsächlich am Plan. Die Kokoschips haben mich dann einfach sehr angelacht, und die Hirsebällchen sind ein sehr praktischer Spielplatz-Snack im Sommer. Den Jungs wollte ich ne Freude machen mit ner kleinen Leckerei und nem „angesafteten“ Mineralwasser. Mission war erfolgreich.😉

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Ja hm tütü… dazu fällt mir jetzt auch kein wirklich guter Grund ein. Oder ja, schon. Die Jungs haben grad nicht so wirklich viel Spielzeug (also sie haben generell nicht soo viel, aber grad alterspassendes und interessantes is grad Mangelware) und wir haben in letzter Zeit daher tatsächlich mehr Geld für sie ausgegeben, das wir vom „Urlaubsgeld“ genommen haben. Die Raupe interessiert sich grade für ein paar Dinge, die es zum ersten Mal überhaupt leicht machen sie zu spielzeugtechnisch zu bedienen: Ballspielen, Dinosaurier und Puzzles. Also gabs nen neuen Ball (der is soo schnuckelig!) und nen Plastikdino (ich wollte nen Schleich Dinosaurier aber die gucken mir noch viel zu böse..). Der Malblock war fällig weil beide grade uuunglaublich viel malen und ich hier grad echt kaum mit Papier nachkomm. Die Werke sind sogar teils echt hübsch anzusehen, wenn auch eben sehr … abstrakt. Dann gabs noch ne Leo Lausemaus Hörspiel CD fürs Rumpelstilzchen weil er dabei echt gut runterkommt wenn er müde ist aber sich nicht selber regulieren und runterbremsen kann (und ich ihn nicht mit der Glotze paralysieren will); außerdem ein neues Vorlesebuch für abends weil er grade sehr an etwas längeren Geschichten interessiert ist und ich die Geschichten in dem einzigen Buch das das aktuell erfüllt echt dämlich finde. Ähm und.. ein Sam Funkgerät. Räusper. Jaaa, ich weiß, laut jeglicher Bewertung in diversen Portalen ist das Teil kompletter Schrott, aber es wird wirklich primär als Rollenspiel-Werkzeug gebraucht (er verwendet sonst längliche Bauklötzchen) und nicht wirklich als funktionierendes Funkgerät. Dass es halt bissl rauscht und man auch was erahnen kann an Übertragung ist mehr so die Kirsche am Eisbecher. Nicht hier am Bild aber auch kürzlich erstanden, ein Notzibuch fürs Rumpel. Er giert total meine Kalender und Blöcke an, und jedesmal wenn er und mein Kalender unbeaufsichtigt im selben Raum sind hab ich ne neue Widmung drin. Das ist zwar schon irgendwie süß, aber wenn dann eine ganze Seite vollgekrakelt ist, auf der ich eigentlich selber noch was entziffern können wollte, mnaja. Folglich hat er nun ein ganz simples Notizbuch in Erwachsenenoptik, auf das er UNSAGBAR stolz ist und schon mehrere Seiten „vollgeschrieben“ hat. Er hat es auch pflichtbewusst abends mit in sein Zimmer genommen und in die Schreibtisch Schublade gelegt.

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So, das wars auch „schon“! Eventuell berichte ich dann noch von den (Miss)Erfolgen mit der Pflegeprodukt-Armee.

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Auf bald,
Hummelchen

3,5 Jahre Rumpelstilzchen

Ach Rumpel, hinter uns liegt ein anstrengendes und intensives und schönes halbes Jahr. Ob ich schaffe mir alles ensprechend zu notieren? Es ist so viel passiert, und du bist so schrecklich groß geworden…

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Was uns alle die letzten Monate echt viele Nerven gekostet hat ist deine verspätete Trotzphase (Ob wir es nun Autonomie oder Trotz oder Entwicklung nennen ist mir an dieser Stelle dezitiert egal.), von der wir dachten sie würde irgendwie einfach nicht kommen bei dir. Das ganze dritte Lebensjahr war so entspannt mit dir, dass wir uns zwar wunderten, aber da du ja sonst nicht grade das entspannteste Kind bist dachten wir, das reicht dann vielleicht so im Gesamtpaket. Kurz vor deinem Geburtstag fing aber an, hier mächtig die Post abzugehen, und diese Phase dauert auch noch an. Du bist extrem reizbar, sehr launisch, kämpfst mit heftigen Stimmungsschwankungen, bist unglaublich leicht zu enttäuschen, weinst (kreischbrüllst) sehr oft und heftig und deine Grundstimmung ist eine sehr genervte. Man meint fast, man hat einen kleinen Teenager vor sich sitzen. Für uns ist das sehr anstrengend, es ist auch nicht leicht einen Weg zu finden, oder Zugang zu dir zu bekommen. Du bist nicht sooo der Knuddeltyp, und lässt dich daher nur schwer nonverbal abholen. Ganz besonders heikel ist das wenn du dich nach Körperkontakt zwar sehnst, aber ihn grade nicht zulassen kannst. Aber für dich selbst ist das klarerweise auch kein Zuckerschlecken. So ein Wutanfall nimmt dich unglaublich mit, du reagierst sehr körperlich, zitterst, zuckst, schluchzt, quietschst, und verausgabst dich bis zum Erbrechen. Glücklicherweise schlägst du nicht um dich oder wo dagegen, insofern bleibst du „heile“, aber schön ist halt anders. Immer mal wieder bist du bereit an klassischen „Runterkomm-Techniken“ zu arbeiten, aber selbstverständlich ist das meistens nichts für dich, sind ja eher Erwachsenendinge. Wir versuchen dich bei diesen Anfällen so weit als möglich zu begleiten, aber setzen auch Grenzen wenn die von uns anderen klar überschritten wird. So zum Beispiel musst du aus der Küche gehen wenn du beim Essen kreischst, denn wir möchten dir zeigen, dass wir anderen auch das Recht haben zu essen, und das in einigermaßen „Ruhe“. Umgekehrt gilt das natürlich auch für deinen Bruder, bei dem es dich wahnsinnig stört wenn er quietscht und schreit, sodass du auch die andere Seite erlebst und es in den Momenten verstehst. Ab und an kannst du es auch für dich nutzen, wenn wir dich zum Essen aus der Küche schicken, aber in der Regel schreist du dich erst mal aus, und wir holen dich dann zurück wenn du an dem Punkt angekommen bist dass du unsere Unterstützung brauchst und annimmst. Wir sind niemals komplett davon überzeugt, dass das so wie wir es grade gemacht haben genau das Richtige war, aber den Königsweg für alle haben wir noch nicht entdeckt…

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„Als Baby hast du oft geweint.“ – „Ja, weil ich nicht immer nur rumliegen wollte! Das war einfach nix für mich…“

Aber eine Entwicklung, die so viel Kraft kostet muss ja auch ne Kehrseite haben, nicht wahr? Wir kennen es ja schon von deiner Entwicklung als Baby – erst das Geschrei, dann das Upgrade. Du wirst zwar zusehends immer „älter“ und kindlicher, einen großen Sprung gab es aber nicht. Du bist nicht allzu motiviert Dinge alleine zu machen und kannst ganz furchtbar austicken wenn etwas nicht klappt. Bequem bist du auch, und gepaart mit dem latenten Zeitdruck morgens hat das lange dazu geführt, dass es nicht möglich war mit dir das alleine Anziehen zu üben. Aktuell klappt es immer öfter auch ganz alleine, du gehst auch immer alleine zur Toilette, benutzt auch das große Klo ohne Sitz und oft klappt auch das Händewaschen hinterher. Insgesamt muss man dich aber seeeehr dazu motivieren, etwas alleine zu machen.

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Dein Schlafverhalten war die Monate ein Graus. Du bist zwar immer in dein Bett gegangen, hast aber dann oft schon nach 2 Stunden panisch aufgebrüllt, warst kaum zu beruhigen, und hast im Endeffekt dann immer bei uns Eltern im Bett geschlafen. Ich dachte oft, vielleicht ist das ein Nachtschreck, aber du konntest zwischen den Kreischern deutlich reagieren und warst „da“, also konnten wir uns das nicht erklären. Seit du nicht mehr bei deinen Großeltern bist hast du rasend schnell immer mehr Nächte komplett in deinem Bett verbracht, aktuell schläfst du wieder jede Nacht darin, ohne Aufschreien, ohne Ängste (meist vor Tieren). Manchmal schlägst du dir nachts den Kopf an oder musst viel husten, dann möchtest du zu uns, aber auch das geht ohne typischen „Anfall“. Wir können nur spekulieren, warum das so ist, aber da du zeitgleich auch aufgehört hast, mich rigoros abzulehnen (ich durfte zeitweise nicht mal in dein Zimmer, du konntest keine Umarmungen ertragen und wolltest aber auch rein gar nichts von mir wissen; das nicht nur als akute Phase sondern auf-ab-Dauerzustand), vermuten wir darin keinen Zufall sondern Zusammenhang. Nunja. Vermutlich werden wir das nie mit Sicherheit wissen, aber wir sind sehr erleichtert dass es nun so ist. Du fühlst dich bei uns (wieder) sicher, und musst nicht nachts plötzlich aus überwältigender Sehnsucht panisch werden und zu uns kommen.
Was dir geblieben ist, ist deine uuuunglaubliche Morgenmuffeligkeit. Also da ist echt gar nix mit dir anzufangen. Gruselig!

„Der Timmy mögt mich!“ „Mama, ich kollabier* über dich!“ *galoppier

Deine größte Leidenschaft in diesem Halbjahr war unumstritten Feuerwehrmann Sam. Alles musste Sam sein. Bücher, CDs, DVDs, dein erster Kinobesuch, Spielzeug, Schlafanzug… Du konntest dich für alles begeistern und hast mit großer Leidenschaft und Ausdauer Sam-Rollenspiele gespielt. Du gehst sehr auf in der Rolle des „Beschützers“ und „andere retten“. Wenig erstaunlich hast du auch schon deinen ersten Berufswunsch geäußert – Polizist! Überrascht nicht wirklich, weil du sehr regelverliebt bist und bei dir immer alles seine Ordnung haben muss. Dich stört nur dass Polizisten keine Helme tragen, dann willst du doch wieder lieber Feuerwehrmann werden…

Seit Kurzem ist Leo Lausemaus ganz angesagt, und ich liebe es wenn du genervt „mannomaus!“ rufst. Obwohl du sonst kaum etwas länger als ein paar Minuten am Stück machen kannst zeigst du dich richtig konzentriert beim Malen und Basteln. Das was du malst ist noch relativ unkenntlich, aber du experimentierst grade sehr gerne mit Farben, schichtest, übermalst und schaust dann was dabei rauskommt. Ausmalen klappt immer besser, allerdings bedeutet dir das nicht viel, du machst lieber Freestyle. Du „schreibst“ auch gerne Briefe, die du dann verteilst. Auf deine Bilder bist du sehr stolz, willst sie aufhängen oder verschenken. Besonders gerne bastelst du Briefe, Flieger oder Computer (das ist ein geklappter Zettel, so wie ein Laptop). Mit Knete spielen bereitet dir auch große Freude. Bücher sind nach wie vor immer wieder mal interessant, aber nur wenn sie dir jemand vorliest, alleine anschauen macht dir keinen Spaß – mit Ausnahme deines Freundebuches, das könntest du ständig rumschleppen und anschmachten wer dir da schon reingeschrieben hat. Das kannst du auch auswendig, brauchst also niemanden mehr zum Vorlesen (die anderen Bücher kannst du auch auswendig, aber sei’s drum). Schließlich spielst du auch noch grade gerne mit Bauklötzen und Duplosteinen, damit baust du meistens Flugzeuge. Immer mehr interessierst du dich für Rollenspiele allgemein, und nützt dazu eure Spielfiguren.

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„Der A. guckt mich so böse an! Mannomaus!“

Insgesamt ist Spielzeug selbst dennoch grade eher nicht deine Lieblingsbeschäftigung. Es ist ja Frühling, und wir verbringen daher viel Zeit draußen, was genau dein Ding ist. Du baust gerne Feuerkäfer-Hotels (inklusive Feuerwanzen die du einsammelst und reinsetzt; igitt;), erkundest Flora und Fauna im Garten, interessierst dich für alles was summt und brummt und wächst. Du kannst stundenlang mit Sand, Steinen und Gras spielen. Aber auch am Spielplatz hast du natürlich viel Freude und ich staune, wie selbstständig du da schon alles bespielen kannst und wie wenig Unterstützung du noch benötigst. Seit deinem Geburtstag hast du außerdem eine Geige. Anfangs hast du täglich damit „üben“ wollen, und wir haben dann auch „Unterricht“ bekommen von deiner ehemaligen Kita-Erzieherin. Deine Leidenschaft unterliegt dabei aber großen Schwankungen, es gibt auch Wochen in denen du überhaupt keine Lust hast, und dann ist das eben so.

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Seit Kurzem gehen wir auch zum Kinderturnen, was dir große Freude macht und wo du richtig aufblühst. Du bist ja eher sehr ängstlich, aber wenn du anderen Kindern zusiehst was die sich alles trauen steckt dich das an und du probierst Neues. Beim letzten Mal hast du dich so mit Karacho die Matten-Rutsche runtergejagt dass ich nur staunen konnte!

Deinen Bruder und dich verbindet grad so ein wenig Hassliebe. Ihr könnt euch furchtbar streiten und anzicken, jeder weiß genau welchen Knopf er beim anderen drücken muss da mit er springt. Ihr streitet um alles, eifert um Aufmerksamkeit und gönnt euch das Schwarze unter den Fingernägeln nicht. Und dann kuschelst du dich zu ihm ins Bett, wenn er aufwacht, oder hilfst ihm wenn er was braucht, tröstest ihn wenn er weint, und kürzlich bist du einfach neben ihm gesessen, guckst ihn schwärmend an, nimmst dann tätschelnd seine Hand und sagst zu uns: „Ich lieb den Kleinen.“

Du hast auch immer mehr Freunde. Im Kindergarten befreundest du dich leider fast ausschließlich mit den ganz Großen, sodass deine beiden besten Freunde nur noch bis Sommer in deiner Gruppe sein werden, um dann in die Schule zu wechseln. Das macht dir bereits jetzt Sorgen und du betonst, dass du das traurig findest dass sie dann nicht mehr bei dir sind. Ab und an wirst du auch ein wenig eifersüchtig weil sich deine Freunde auch gern mal an deinen Bruder hängen und ihn so putzig finden. Der Satz „der/die XYZ ist jetzt nicht mehr mein Freund!“ fällt auch schon ein paar Mal, aber das ist nur von kurzer Dauer. Du bist nach wie vor sehr offen und extravertiert und befreundest dich schnell und gern.

„Mama, du tänzelst so rum wie eine kleine Pupskanone!“ (wtf??)

Du bist auch unterwegs immer sehr freundlich und möchtest am Liebsten mit allen Menschen reden. Oft rufst du jedem was zu. „Hallo! Wie heißt du? Was machst du da grade? Wo gehst du hin? Wo wohnst du denn?“. Manchmal, hier im kleinen Ort, ist das sehr schnuckelig und die Leute reagieren echt nett (zB unser Postbote oder andere Eltern). Manchmal ist es auch ein wenig peinlich, weil du dann nicht gleich locker lassen möchtest auch wenns grade nicht gut ankommt. Und manchmal sorgt mich das auch wie du auf Fremde anspringst.

Wie eigentlich schon seit du reden kannst bist du nach wie vor ein echter „Sprücheklopfer“. So kannst du Samstag morgens schon mal den vollgestopften Bäckereiladen unterhalten und alle Blicke auf dich ziehen. Unterhaltungen mit dir sind auch oft einfach unglaublich witzig. Du kleiner Erklärbär kommst sehr altklug und ulkig rüber, und Mimik und Gestik passen da genau dazu. Manchmal bist du auch einfach nur zum Knutschen und bringst alle Herzen zum Knistern und Blubbern. Du bist grundsätzlich extrem freundlich, sagst fast immer bitte, danke, Entschuldigung und so Dinge. Du bedankst dich auch für vieles, wo ich dann gedanklich den Kopf schüttele, zum Beispiel fürs Putzen, Aufräumen oder Gute-Nacht-Lied singen.

„Rumpel, bist du grade glücklich?“ – „Ja, weil du mich lieb hast, Mama!“

Du liebst Rituale sehr. Dazu gehören die alltäglichen beim ins Bett bringen, wie die regelmäßigen (Samstag morgens mit Papa und Bruder zum Bäcker, Samstag abends Fernschauen zusammen im großen Bett, Sonntags im Pyjama runter und erst nach dem Frühstück anziehen; Traubenzucker beim dm an der Kasse; Kinderturnen), als auch die seltenen (du LIEBST Geburtstage, das hat bei dir nen ganz großen Stellenwert! Und wir sind sehr froh dass du damit etwas so Tolles verbindest, so soll es ja auch sein).

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Essen war bei dir lange Zeit ein sehr leidiges Thema. Du bist unglaublich wählerisch und man muss sehr konsequent sein wenn man da eine Regel aufrechterhalten will (zB dass probiert werden soll, aber nicht gegessen werden muss). Es war sehr schwierig als die Großeltern da völlig dagegen geschossen haben und dich nur mit Süßkram und Spätzle gefüttert haben, da ging zuhause gar nichts mehr. Seit das aufgehört hat konntest du neue Dinge für dich entdecken, zum Beispiel Kichererbsen! Aktuell isst du zwar sehr wenige Dinge, aber es ist ok. Du magst einiges rohes Gemüse (Karotten, Pilze, Gurke, Tomaten, Avocado) und ein paar wenige gekocht (oft isst du meine Broccoli-Blumenkohl-Mais-Karotten Pfanne). Nudeln oder Tortellini (pur oder mit Tomatensoße) gehen eigentlich immer, und deine Lieblingsspeise ist Milchreis mit Kirschen oder Nektarinen (aus der Dose). Oft isst du auch Suppe (nur mit Backerbsen drin) und Obst geht ja auch fast immer. Am Liebsten, und da kommt auch nix dran, isst du aber Brot. Du kannst dann auch gut und gerne 4 Brote oder 2 Brötchen essen, bis du dann jammerst dir tut der Bauch weh. Du könntest zwar problemfrei immer Marmelade drauf essen (gibt’s aber nur am Wochenende), aber hast auch einen ganz speziellen Soja-Aufschnitt den du heiß liebst und der immer daheim sein muss (aber nur DER und nur von DER Marke, wehe da ist ein anderer!). Ab und an geht aber auch ein Avocadobrot, und hin und wieder schätzt du ein Spiegelei-Omelett-Ding als Brotbelag.

„Schlaf gut und träum was Süßes, Rumpel!“ – „Jo, ich träum von dir!“ (Der alte Charmeur…)

Nachdem du über Herbst und Winter praktisch GAR nicht gewachsen bist hast du jetzt in kürzester Zeit einen richtigen Schub hingelegt, bist jetzt 105cm groß (und trägst daher Kleidung in 104/110) und brauchst Schuhe in 27 (je nach Marke ergibt sich aber auch schon knapp 29 bei dir). Du liebst Schuhe und Accessoires wie etwa deine Sonnenbrille oder Kappen. Bei deiner Kleidung bist du sehr wählerisch und bevorzugst von Mama Genähtes, sowie „selber“ Eingekauftes. Besonders angetan bist du von „nänänänä BÄÄTMÄÄÄN!“, auch wenn du eigentlich keine Ahnung hast wer Batman ist. Du schätzt da deine Socken und aktuell ein Shirt, die müssen ständig in die Waschmaschine um wieder zur Verfügung zu sein.

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Pfui: Zähneputzen, Aufstehen
Yeah: Fernschauen, Spielplatz, Schwimmengehen, zum Bäcker/Friseur/Eisessen/Kinderturnen gehen

Mein Großer.. du bringst mich so oft an und über mein Grenzen, aber ich bin unendlich dankbar dich als mein Kind zu haben. Bleib wie du bist!

 

Unser Start in den Tag

Gestern beim Schreiben des Jammermotzheulposts wäre ich schon fast abgedriftet und hätte von unserer aktuellen Routine am Morgen erzählt, aber das passte halt inhaltlich nicht rein und hätte auch umfangmäßig den Rahmen gesprengt.

Nein, es ist nicht alles grade dunkelgrauschwarz. Ich hab mich gestern sehr geärgert und musste mir Luft machen. Gleich heute morgen aber hatten wir einen so fabelhaft unkomplizierten Start in den Tag dass ich einfach gleich davon berichten möchte.

So in etwa war unser Ablauf morgens schon immer, aber es ist täglich so eine Situation, vor der ich… Bauchweh habe. Fürchten wäre übertrieben, aber die Morgenden unter der Woche sind (bzw waren) für mich nicht schön und doof ist eben, dass ich daran nicht vorbei komme und das Gefühl habe es verlangt mir ein hohes Maß an Reißdichzusammen ab, obwohl ich selbst grade erst wach wurde und schon immer morgens einfach gern meine Ruhe hätte. Von wem der Rumpel das mit der Morgenmuffeligkeit hat weiß ich also…😉

Besonders doof war das dann an Arbeitstagen, wo ich mich eben selbst auch noch fertig machen muss, also nicht wie ein Schlurf mich nur schlampig geputzten Zähnen, schnell zusammen gebundenen Zotteln und ohne Make-up schnell außer Haus kann. Normalerweise können die Jungs ja „ausschlafen“ (also bis ca 7h etwa), nur 1-2 mal die Woche muss ich mir nen Wecker stellen damit ich nicht zu spät zur Arbeit komme, meist reicht es aber wenn ich um 9Uhr dort bin. Und irgendwie lief das gar nicht gut. Rumpelstilzchen verbringt ja seine doch recht schlechten Nächte (etwa eine Nacht im Monat ist GUT) bei uns und wird dort übellaunigst wach. Er schreit und jammert dann nach Papa, ist irgendwo zwischen Schlaf und Wachsein, reagiert nicht auf das was man ihm sagt, lässt sich nicht ankuscheln, trösten oder was auch immer. Sehr unschön. Und so ging das dann weiter, mit der Weigerung aufs Klo zu gehen obwohl er schon musste und sichtlich quengelig war deswegen, viel Geschrei beim Anziehen, nein nicht diesen Pulli (auch wenn am Vortag selbst rausgesucht), nein ich zuerst, nicht die Raupe, nein das kann ich nicht selber, … ich brauch nicht alles aufzählen, ich denke Mamas kennen das. Alles Trotzmotzalleskacke sehr konzentriert und sehr laut und überhaupt. Schien irgendwie wie eine Endlosschleife, aus der ich keinen Ausweg sah.

Vor etwa zwei Wochen hab ich mich dann neu organisiert. Nun läuft es so ab: ich stelle täglich den Wecker, je nachdem wie sie ins Bett kamen auf 630 oder 645. Ich stehe dann auch, mache Licht am Gang und lasse die Tür zum Rumpel offen, das schätzt er sehr. Ich hab dann wenn noch niemand wach ist ein paar Minuten Ruhe im Bad, und selbst wenn Raupe schon wach wird (der RIECHT es wenn ich die Augen aufschlage) ist er recht friedlich und sitzt entweder dauerbrabbelnd im Bad am Teppich oder spielt in seinem Zimmer. Dann wecke ich Rumpel, sage aber dass er noch kuscheln kann. Ich versuche dann einen freudigen-Morgengruß rüberzubringen, dichte irgendein Liedchen zusammen oder so. Er mag sowas. ^^ Dann zieh ich mich an, halte die Raupe davon ab sich zum Rumpel zu stürzen und mach es immer lichter. Danach sag ich Rumpel nochmal dass er kuscheln bleiben oder mit uns kommen kann. Wenn er mitkommt trag ich ihn in sein Zimmer, was er sehr genießt. Seit er sich aussuchen darf ob er oben im Bad aufs Töpfchen oder unten im Klo auf den Klositz möchte wählt er zuverlässig das Töpfchen und ist zufrieden. Er darf sich dann auch alleine im Bad waschen, oft zieht die Nummer und er machts dann freiwillig. In der Zwischenzeit sind Raupe und ich zum Anziehen in Rumpelstilzchens Zimmer. Der kommt dann irgendwann und darf sich seine Klamotten für den Tag aussuchen. Da wir früh wach sind und Zeit haben ist das kein Problem. Dann zieht er sich oft selber an (er ist da waaahnsinnig faul meist) und dann werden bei allen noch Zähne geputzt (ok, das ist immer ein Kampf egal wie, aber .. ).

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Außerdem gibts meist noch Haarspray oder Haargel und die Jungs bestaunen sich unter gegenseitigem „hübsch!“ im Spiegel. (Jaja, meist zoffen sie sich dass der andere aber NICHT hübsch ist..) Dann gehts nach unten frühstücken. Die Müslischalen hab ich schon am Vorabend gerichtet und muss nur noch die Lieblings-Vanille-Sojamilch reingießen, und fertig. Da die Zeit reicht setze ich mich dazu und trinke noch Tee oder Wasser. Anschließend gehts in den Kindergarten, mit Ausnahme von Mittwoch zu Fuß. Die Kinder lieben das und mehr Zeit morgens machts möglich.

Danach komm ich erst nach Hause und mache mich selbst fertig, also alles was es eben braucht um arbeits-fein zu sein und frühstücke noch etwas. Meist hab ich dafür noch eine halbe Stunde Zeit. Das ist für mich auch sehr entspannend, so Mascara trägt sich viel gechillter auf wenn nicht zwei Kinder zu den Füßen raufen und plärren, und so ein Eyeliner in Ruhe aufgetragen ist auch was wert!😉

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Insgesamt läuft eigentlich alles darauf raus mehr Zeit zu haben. Ich bin auch nicht so genervt weil ich weiß ich hab nachher noch meinen Moment und Ruhe und das lässt mich die Aussetzer besser aushalten, als wenn ich weiß ich muss direkt danach in die Arbeit und hab da keine Möglichkeit mehr dazwischen auch mal runter zu kommen. Insgesamt kann ich also die Sache mit dem früher aufstehen nur sehr empfehlen! (Ja, ich weiß dass ich Glück hab erst so spät los zu müssen und das nicht bei allen so möglich ist.)

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Auf bald,
Hummelchen