Alles auf neu

Nach etlichen Rückschlägen und Absagen konnte ich vor wenigen Wochen endlich punkten bei einem Vorstellungsgespräch, auch das darauf folgende Probearbeiten/Hospitieren lief toll und somit arbeite ich seit letzter Woche wieder, und zwar in meinem Wunschbereich, der Jugend- und Familienhilfe. Wie schon beim letzten Mal (bevor ich an der Uni gearbeitet und diesen Wechsel bitter bereute) ist es ein Mädchenheim, diesmal speziell für Borderline-Fälle. Wer sich ein wenig auskennt, weiß dass die Arbeit und der Umgang mit diesem Störungsbild echt nicht ohne sind, man nur sehr selten und sehr wenige Erfolge verbuchen kann und dass es in der Gruppe eine hohe Rate an Suizidalität gibt (erfolgreiche und alle Abstufungen davor). Ich hab mir das gut überlegt, ob ich mir das zumuten kann, und schließlich war neben dem Abwägen der echt nett wirkenden Kollegen und Chefs auch folgendes Video, das mir im richtigen Moment reinspülte (es geht darin um Pflegefamilien, aber die Grundthematik/Problematik ist ja vergleichbar):

Es ist einfach genau der Bereich, in dem ich mich “zuhause” fühle. Ich habe etliche Fortbildungen zum Thema Trauma und spiele momentan auch mit dem Gedanken an eine traumatherapeutische Ausbildung, grade gestern hat mir eine Kollegin den Mund wässrig geredet.. ;-) Ich empfinde das als so wichtigen Bereich, der so viel Hilfe benötigt, und glaube dass viele sich daran stören dass man SO wenige Erfolge oder Dankbarkeit erwarten kann. Dennoch bin ich der festen Überzeugung niemals etwas Gutes umsonst getan zu haben. Auch Mädchen, die aus der Einrichtung gingen, ohne dass man irgendeine Verbesserung gesehen hat, sind von mir im Rahmen der psychologischen Begleitung mit “Werkzeug” bestückt worden, das sie eventuell irgendwann, Jahre oder Jahrzehnte später, wieder oder erstmals aus ihrem Köfferchen ziehen können. Jede Vernachlässigung, jeder Übergriff bleibt gespeichert und hinterlässt Spuren. Warum soll nicht alles Nette oder Liebevolle, Gute oder auch nur normal-Konstante Spuren hinterlassen, die irgendwann einmal Früchte tragen? Ich glaube fest dass es so ist.
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Natürlich ging der Start dann doch nicht so rosarot wie ich mir das gerne gewünscht hätte. Gleich am ersten Arbeitstag verkündeten die Schwiegereltern, die sich netterweise bereit erklärt hatten die Jungs an den 3 Nachmittagen, an denen ich arbeite (insg. 50% zZ) zu hüten, dass sie im September direkt im Anschluss an die 3 Wochen KiTa Ferien 2 Wochen auf Urlaub wegfahren würden. BÄMM. Der Mann nimmt also 3 Wochen Urlaub während der Ferien, anschließend eine Woche ich, und die letzte verbleibende Woche müssen wir hoffen mit angesammelter Gleitzeit (die wir beide GOTTSEIDANK haben) ausgleichen zu können. Klingt theoretisch lösbar, praktisch hatte es zu Folge dass ich seither jeden Tag mit Herzrasen und Zittern wach wurde, aus Angst vor dieser unangenehmen Lage, und aus Sorge entweder die Kinderbetreuung nicht abdecken zu können oder Schwierigkeiten in der Arbeit zu bekommen (ne Woche Urlaub in der Probezeit, da muss halt schon der Arbeitgeber nett sein das mitzuspielen). Theoretisch weiß ich dass es gehen sollte, praktisch habe ich mich einfach an diese neuen Herausforderungen noch nicht gewöhnt. Neues und große Veränderungen stressen mich allgemein unglaublich, auch wenns was Gutes ist, und hinterlässt mich entsetzlich angespannt und nervös. Aber ich weiß dass sich das legen wird, und ich da reinwachsen werde/muss.

Denn eigentlich freue ich mich sehr über diesen neuen Lebensabschnitt. Zum Einen natürlich, weil der Arbeitssuche Druck wegfällt. Obwohl wir mit 50% Teilzeit unsere Kosten eigentlich grade so decken (fällt halt auch viel weg mit Benzingeld usw), und es an der Kippe zur Rentabilität ist, so tut es mir und meinem Lebenslauf einfach sehr gut. Ich glaube nicht, dass dieser Bereich einer ist in dem man Jahrzehnte arbeiten kann, aber ich finde es gut jetzt dort zu sein.

Und damit der Einstieg nicht ganz langweilig wird war der Kleine an meinem 4. Arbeitstag krank (klaaaar!) und kaum wieder zurück konnte ich gestern die erste heftige Nummer erleben, bei der ein Mädchen einen 3 stündigen Anfall hatte, erst auf ihren Freund einprügelte und dann auf uns 3, die sie zurückhielten einschlug, völlig austickte, sich herumwarf, schrie, brüllte, und nur mit sehr viel Geduld wieder händelbar wurde. Wir kamen um Haaresbreite drum herum, Polizei und Notarzt einzuschalten, und außer ihrem Handy kam nichts zu ernsthaftem Schaden.
Bevor ich schließlich nach Hause fuhr verabschiedete sie sich mit einer Entschuldigung und einer Umarmung.

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Auf bald,
Hummelchen

Für Herzen

Hier im Ort und im Nebenort gibt es grade viele Baustellen. Gegenüber wird ein großes Haus saniert, und die Straße vom Nachbarort in den Über-Nachbarort ist komplett gesperrt und zwingt mich Umleitungen zu fahren. So komme ich an Ecken vorbei, die ich sonst nicht fahre.

Langweilige Geschichte bis hierhin. Wäre da nicht das Flüchtlings-Container-Lager, das ich auf jedem Weg zum dm/Kinderarzt und auf meiner künftigen Arbeitsstrecke (ab morgen!! #aufgeregt) täglich sehe. Natürlich ist das Thema nicht neu für mich. Ich bin schon ich weiß nicht wie vielen rechtsdenkenden, ausländerfeindlichen “aberwiesohabendieeinSmartphone” Ärschen mal freundlich mal weniger freundlich übers Maul gefahren, weil ich da eine gewisse Null-Toleranz-Grenze für Menschenfeindlichkeiten, speziell brauner Natur, habe. So viel zu meiner Grundeinstellung. Aber, bin ich so viel besser? Ok, ich hetze nicht gegen die ganzen “Illegalen” (welcher Mensch ist bitte illegal?) und “Wirtschaftsflüchtlinge” und über die “es sind immer nur die jungen Männer” (der Satz kommt immer von Leuten die noch nie ein Flüchtlingslager aus der Nähe gesehen haben). Ok, ich bemühe mich um Aufklärung. Ok, ich bin besonders empfindlich weil ich Österreicherin bin, und von geschichtlicher Prägung abgesehen sind Österreicher so scheiße zu Flüchtlingen wies nicht mal Deutschland hinkriegt (googelt. oder besser nicht.), ABER was unterscheidet mich denn? Hab ICH schon mal einen Finger krumm gerührt?

Natürlich lässt es sich leicht rausreden, mit genügend Verpflichtungen, genügend eigenen Baustellen, die Kinder, die Jobsuche, jetzt der Job. Natürlich kann ich jammern dass ich so schon nicht weiß wie mein Mann und ich Urlaube und Freizeiten legen um alle KiTa/KiGa Schließtage abzudecken. Es mangelt mir weiß Gott nicht an Ausreden.

Allerdings, vielleicht war dieses tägliche vor-Augen-führen nötig, hab ich beschlossen nun anzufangen, Kleinigkeiten in Gang zu bringen, wann immer ich sie leisten kann. Nein, ich schaffe es nicht mir fixe Verpflichtungen aufzuladen. Aber es fängt schon im Kleinen an – etwa, bei der Gemeinde anzufragen ob gerade Spenden gebraucht werden. So hab ich erfahren, dass ein Mädchen in den Kindergarten kommen soll und noch dringend Gummistiefel in Größe 26 gesucht werden, womit ich aber grad nicht dienen kann weil die der Große selbst noch trägt. Dennoch hab ich einen Sack Kleidung aussortiert, die meinen Jungs nicht mehr passt, oder die ich ihnen einfach nicht gerne anziehe. Hausschlappen waren übrigens heiß begehrt!

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Was dabei auffällt, wenn man die Sachen vorbei bringt: eine ganze Traube kleiner Kinder, die da rumlungern und neugierig angelaufen kommen, wenn ein Auto stehen bleibt. Nicht dass das Auto oder der Insasse spannend wäre, aber.. es ist eine Veränderung vom “Alltag”. Und weil mir das besonders hängen geblieben ist habe ich beschlossen, kleine Geschenke für die Kinder in den Nachbars-Containern zu packen. Ich habe bereits eine IkeaPuppe und ein Malset besorgt, ich habe einen Teddy von mir aus dem Nostalgie-Koffer geholt und ein Haarspangen-Set gekauft, außerdem ein Baby/Kleinkind FahrzeugLauflernwagenDings und Bälle abzugeben. Nun bin ich mit meiner nicht vorhandenen Kreativität allerdings ein wenig am Ende angelangt.  Ich möchte eigentlich für jedes Kind eine Kleinigkeit haben (das wär sonst echt unfair), und es sind so 7-8, die ich auf den ersten Blick immer erhasche (natürlich müsst ich noch genauer nachfragen). Große Sprünge (finanziell) kann ich mir halt auch nicht leisten, aber ich hab so ein dringendes Bedürfnis den Herzchen eine Freude zu machen, mit GESCHENKPAPIER dran und nicht aus der Plastiktüte! ;-)

Daher meine Frage – habt ihr Ideen? Ich finds besonders für Jungs schwer (jaja tolle Jungsmama, ne?).. Hmp.
Und – habt ihr auch ein Lager im Ort/Umgebung? Habt ihr schon was geholfen, bzw. wie beteiligt ihr euch? (Ich sammele auch hier Anregungen..)

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Auf bald,
Hummelchen

18-Monats-Geburtstag Raupe

1,5 Jahre bist du, mein kleiner großer Spatz! Und wie prophezeiht geht ein Aufatmen durch die Reihen.. Die letzten Monate waren extrem hart, aber aktuell beruhigt sich alles ein wenig. Ich war beim Bruder ein großer Fan der Zeit 18 Monate aufwärts, und bei dir zeichnet sich Ähnliches ab.. Juhu!!! (und AMEN!)

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Sprache: Endlich, endlich, endlich, ENDLICH!! Dein dicker Sprachknoten ist geplatzt, und schon verfliegen die schlimmsten Probleme mit dir. Vermutlich hat dich diese Entwicklung arg geplagt, oder du warst einfach nur enorm gefrustet dass dir das Sprechen nicht gelingt, aber wie auch immer: endlich brabbelst du los und die Wolken verziehen sich. Da du bisher eigentlich nur Mama und Papa gesagt hast freuen wir uns über viele neue süße Wörter! (Du sprichst generell sehr nuschelig und undeutlich, was es zum Einen schwer macht dich zu verstehen, aber auch ein wenig problematisch ist beim Aufschreiben..)
Mama, Papa, Oma, Opa, Lila/Lella (Name des Bruders), Geli (Cayleigh), Bipi (Kater), Lichi (Lishi, Großeltern Hund), Nana (Banane), Nude(ln), Ärbea (Erdbeere), (Me)Lone, nein, obe(n), abe (haben), una (runter), Billu/Lubi/Lubli (Luftballon), Popo, aua, Lulu (ich bin mir nicht sicher aber ich glaub du sagst an wenn du pinkelst, zumindest oft wenn ein Stinker da ist, vor allem wenn er dir am Po brennt..), wauwau, (H)und, Wuffi (=Ikea Hund), gackgack, popock, Gadse (Katze), määh, Ball, B(r)ille,…
Ja kannst du nicht sagen, aber deutliche Wackel-Dackel-Zustimmung erleichtert uns das Verständnis… Du hast auch deinen ersten Zweiwortsatz gesprochen, und wer hätte es gedacht.. ? Es ging um einen Luftballon. “Billu obeee!” war deine Aufforderung, den Luftballon weit hoch zu werfen. Seither entwischen dir gelegentlich genau so konstruierte Sätze, eine Name und eine Aufforderung, oft mit haben oder hoch/runter.

Spielen: Aktuell dreht sich natürlich eigentlich alles ums Planschen. Viel anderes kann man bei der Hitze ja kaum machen! Du hast auch null Respekt vor Wasser, was zwar beim Spielen Spaß macht aber man darf sich keinen Meter von dir entfernen, weil du dich gern im Wasser rückwärts hinlegst.. -.- Es ist dir auch völlig schnuppe wie oft du dabei Wasser säufst, Vorsicht ist halt so gar nicht deins. Du bist beim Spielen gerade sehr wenig ausdauernd, kannst dich kaum mal eine Minute am Stück mit derselben Sache beschäftigen, wirkst sehr umtriebig und unruhig. Für Bücher anschauen fehlt dir die Geduld, oft bringst einfach haufenweise Bücher und willst deine eine Lieblingsseite (es ist immer die mit Enten, Hunden oder Bällen) sehen, dann wirds weggeworfen. Du stapelst und steckst gern Dinge, Einfüll-Spiele gefallen dir grade gut, die Spielküche kommt also gut an.

Motorik: Klettern findest du wie immer spitze, du hast ne erstaunliche Körperspannung und viel Kraft. Damit gleichst du aus, dass du dich eher gestüm und unvorsichtig und ungalant, “tapsig” bewegst. Du fällst nur selten fies hin, aber das liegt bestimmt nicht daran dass du es nicht darauf anlegst… Du schätzt Gefahren entweder richtig schlecht ein oder sie sind dir egal (ODER du siehst sie nicht richtig, dazu später mehr). Aktuell übst du das Hüpfen, es reizt dich sehr dass der Bruder grad überall runterhüpft und du willst es ihm nachmachen, kommst aber noch nicht mit beiden Füßen in die Luft. Feinmotorisch bist du zwar nicht ungeschickt, was man vor allem daran merkt dass das Essen nicht mehr wegen fehlendem Talent zur Sauerei ausartet (nein du machst es jetzt weil dus toll findest), aber für Dinge wie Puzzlen fehlt dir die Geduld. Du schiebst ein Rahmenpuzzleteil halbherzig über irgendeine Öffnung ohne hinzuschaun und wenns nicht gleich zufällig passt lässt dus eben ganz bleiben.

Schlafen: Das klappt bei dir grade sehr gut!! Nicht mal die verdammt heißen Nächte mit 30° in deinem Zimmer haben dir den Schlaf verleidet, du gehst um 19h ko ins Bett, schläfst in der Regel total unkompliziert ein und fast immer durch (iSv keine wirklichen Wachphasen die Beistand erfordern dazwischen). Wenn du wach wirst, was schon immer mal wieder vorkommt, möchtest du eigentlich immer nur Wasser trinken, danach legt man dich einfach hin und du schläfst weiter. Morgens weckt dich in letzter Zeit der Bruder so gegen 5.30, das erträgst du scheinbar ganz gut (besser als Mama! *knurr*), würdest aber vermutlich deutlich länger schlafen wenn man dich lassen würde. Beim Aufwachen bist du aber immer ein Sonnenscheinchen, das sofort strahlt, das ist sooo schön!!

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Schmusen: Joa, du liebst Körperkontakt, aber bittedanke nur auf die harte Tour. Kopf an Kopf schlagen oder feste auf andere klatschen, mit dem ganzen Körper draufwerfen – das ist so etwa dein Stil. Beim Bruder holst du dir damit keine Sympathien, wir Eltern ertragen es stumm leidend. Seufz. Immerhin kannst du süß küssen, mit weit aufgerissenem Schnäbelchen, manchmal kündigst du den Wunsch spitzlippen schmatzend an.

Soziales: Du bist wieder ausgeglichen und magst eigentlich alle Menschen. Beim letzten Impfen hast du zum ersten Mal bei der Untersuchung vorher nicht geweint, ich hatte den Arzt beim Reinkommen (immer gestresst schießt er rum) ein wenig gebremst und kurz auf Distanz gehalten sodass du ihn begrüßen konntest, und dir Zeit zum Abchecken zu lassen und ihm dein “ok” zu geben. (Hey, wer ne Stunde bei Termin wartet darf die 2 min schließlich einfordern, ne?) Die Rechnung ging auf, und außer kurzem Aufschreien beim Stechen (das versiegte als du die Bestechungs-Belohnung in Form eines Badewannen Fisches bekommen hast) war es diesmal kein Drama. Puh! Du bist eigentlich immer herzlich und wenn dich nichts verstimmt, gut gelaunt. Wer lieb zu dir ist und sich respektvoll nähert kann damit rechnen dass du offen zu ihm bist, Abneigungen stellen wir fast nicht fest. Auch deine Erzieherinnen magst du sehr gern und holst dir morgens gleich mal deine Umarmungen ab. :-)

Entwicklung: Es war ein Schub. Puh.

Ernährung: Du wirst mit Löffel und Gabel immer geschickter, aber das Gepatze wird nicht weniger. Das ist sowas von mein Kryptonit, bwoah.. Die Mäkeligkeit ist grade geblieben, ich bin aber nun dazu übergegangen, dass ich nicht mehr speziell nach “isst nur xyz” koche. Es gibt was es gibt, du darfst dir rauspicken was es gibt und wenns dir nicht passt darfst du Obst haben. End of story. Ich glaube ich muss aufhören mich immer zu fragen, ob du wohl genug von allem kriegst, das ist vermutlich speziell meiner Unsicherheit geschuldet, weil wir daheim nur vegan essen. Du bekommst zwar Käse und Joghurt und was auch immer es bei Oma und Opa so gibt (obwohl du Fleisch praktisch gar nicht verträgst, inklusive Wahnsinnsdurst nachts und Durchfall am nächsten Tag), aber da ich eigentlich niemanden um Rat fragen kann ob das so ok ist ohne angefeindet zu werden bleibt eine Rest-Unsicherheit. Nunja… Ein wenig stolz bin ich darauf, dass ich es endlich hinkriege mehr mit beiden Jungs zu kochen und zuzubereiten, denn da fallen doch angenehme Dinge auf, zum Beispiel isst der Bruder nur rohe Pilze (nicht gekocht!) und du nur rohe Paprika (nicht gekocht!). Ich finde das toll! Du hast auch deine Liebe zu Mais entdeckt, egal ob im Salat, Eintopf oder am Stück.

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Gesundheit: Topfit! Danke Sommer! :-*

Körperliches: Bescheiden ist nur deine Sehkraft, mit 5,5+ Dioptrien. Mama kotzt ein wenig im Dreieck, aber was hilfts… Also nun mit Brille, die du recht gut akzeptierst (du reißt sie eigentlich nur aus Bockigkeit und Trotz runter wenn man dir was anderes verbietet, sowas hast du verflixt schnell raus!) und 2 Std täglichem Abkleben (was auch an 4 von 5 Tagen problemlos ist).IMG_20150702_171203612Ansonsten bist du immer noch ein relativ kurzer Stummel, wie ich finde, die 86 passt dir nach wie vor, und Schuhgröße hat sich nun auf 21/22 eingependelt. Du wirkst zwar seit du dich viel bewegst nicht mehr so kugelig, aber immer noch speckig und stämmig. (Es passt einfach total zu deiner Rambo-Art..)
Unfreiwillig komisch ergab sich kürzlich dieser Stil… *kicher*

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Pfui: Nein zu hören kriegen, wenn dir der Bruder was wegnimmt

Highlights: Quietschen, Planschen, Luftballon

Auf gechillte kommende Monate! (Hier bei der Rasenmäh-Paralyse)
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Auf bald,
Hummelchen

16-Monats-Geburtstag Raupe

Schon wieder so spät. Irgendwie fallen mir die Rückblicke grade sehr schwer, weil mir der Mini im Moment so arg zusetzt und mich so auslaugt, dass es mir schwer fällt mich so ausführlich mit unserer gemeinsamen Zeit auseinander zu setzen wie ich es üblicherweise tue wenn ich sowas schreibe. Irgendwie sorgt er an sämtlichen meiner Nervenenden für Dauer-Überreizung, und es kostet mich Überwindung diese Erinnerungen Revue passieren zu lassen. Aber nunja, da einige sehr harte Monate hinter uns liegen kann man ja nur hoffen dass es jetzt bergauf geht.

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Sprache: Es macht mich (und dich) ja schon so ein wenig wahnsinnig, dass du nicht sprechen möchtest. Dich selbst ärgert es unglaublich dass du dich nicht verständlich machen kannst, du hast üble Wut- und Schreianfälle wenn man dich nicht versteht, und auch uns geht da bald die Geduld aus. Du zeigst und quiekst, machst Affen-Geräusche, aber du bist nicht in der Lage irgendetwas verlässlich zu benennen. Alles ist Mama oder Papa oder wau-wau. GANZ selten mal rutschen dir Worte raus, die nur mit viel Phantasie als solche zu verstehen sind, und die ich kaum in deiner Aussprache aufschreiben kann weil es so ein genuscheltes Gelalle ist. Ab und zu ist da Ball (dein “bestes” Wort), Geli (Cayleigh, die Katze), gak (Ente), bebe (Baby, die Puppen), a (ja), eii (nein). All das sagst du mal nach, aber so richtig verlässlich ist das nicht. Mittlerweile verstehst du uns wenigstens ein wenig besser und kannst Fragen mit Nicken (oder Freuen) und Kopfschütteln (oder Quieken) beantworten. Insgesamt ist das sicher der Punkt der den Alltag mit dir am Anstrengendsten macht, und ich bete bete bete dass da bald ein Durchbruch kommt!

Spielen: Obwohl du früher außergewöhnlich gut alleine spielen konntest, geht da momentan gar nichts. Alleine kannst du dich überhaupt nicht beschäftigen, aber auch das “Bespielen” ist quasi unmöglich. Du kuschelst für den Leben gern Kuscheltiere an, aber sonst kann man da kaum Spielverhalten erkennen. Oft hast du Spaß, Nachziehautos/Krokodil/sonstiges hinter dir her zu ziehen und du kochst gern mal in der Spielküche und probierst. Sonst wird Spielzeug nur demonstrativ ausgeräumt und geworfen oder drauf gestiegen (nicht weil dir das per se Spaß macht sondern aus Provokation, du wartest bis man hinschaut setzt dein spitzbübisches Gesicht auf und steigst dann auf der Geige vom Bruder rum zB). Du kannst dich grade mit nichts länger als 2, 3 Minuten beschäftigen, bist unglaublich schnell gelangweilt und forderst neue Bespaßung. Du gibst dich bei allem unglaublich baby-haft, am Liebsten ist es dir, wenn man dich am Arm hält und mit dir rumrennt während man Ballspielt. Insgesamt wirkst du grade so als wärst du erst wenige Wochen alt, und kannst dich nicht regulieren. Bitte lass das nur einen Schub sein …
Schön ist allerdings, dass es endlich wieder warm wird. Da kann man toll im Wald auf Entdeckertour gehen, im Sand buddeln, ihn mal probieren oder das ein oder andere Gänseblümchen verspeisen.

Motorik: Du bist waghalsig wie eh und je aber sehr geschickt. Du hast unglaublich viel Kraft und Power, wir nennen dich gern “Rommschbobbel”. Du liebst klettern und achtest prinzipiell nicht darauf ob vor dir ein egal wie tiefer Abgrund ist wenn du dich runterstürzt. Glücklicherweise bist du wahnsinnig hart im Nehmen, oft schlägst du dich fies an und stöhnst nur kurz auf, oder setzt einen Moment zum Weinen an, um Sekunden später wieder genau den gleichen Blödsinn zu machen. Rambobaby.

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Schlafen: Seit knapp 2 Wochen sind unser alle Nächte wieder viel besser, aber davor war es ziemlich schlimm. Da du nur bei uns im Bett schlafen kannst (und dann aber umso dringender brauchst!) wenn du krank bist, und das auch gerne darfst, hast du kaum gesund auch wieder deutlich gezeigt dass es so generell nicht klappt mit dem Familienbett. Du bist sehr unruhig, und alles um dich stört dich, du wachst oft auf und weinst dann ganz schlimm und lässt dich nicht mehr beruhigen, schlägst Hände weg, willst nicht angefasst werden. Also versuchten wir dich wieder in dein  eigenes Bettchen zu gewöhnen, wo du zwar sofort gut geschlafen hast, aber ständig wach wurdest und nach uns geweint hast. Das waren 2 harte Wochen bis das wieder einigermaßen lief, insgesamt 10 Mal pro (deiner) Nacht zu dir laufen war keine Seltenheit, vor allem in der ersten Nachthälfte warst du oft im 30-Minuten-Takt wach. Mittlerweile hat sich das wieder eingependelt, du magst es momentan bei Nachtlicht (der Mond am Buddy) zu schlafen und ganz viele Kuscheltiere bei dir zu haben. Außerdem haben wir dir vor einigen Tagen eine Decke statt des Schlafsackes gegeben, das genießt du sehr, weil du durch und durch Kuschler bist. Leider wuselst du nachts auch viel, weswegen wir öfter zu dir müssen um dich zuzudecken, aber du lässt dich dann in der Regel blitzschnell beruhigen und wieder ins Bett legen. Aktuell ist es also ganz ok. Puh.

Schmusen: Wie schon geschrieben, du kuschelst für dein Leben gern, brauchst viele Zärtlichkeiten und holst dir die auch ab. Oft bei Mama (du hängst grad sehr an mir), aber auch bei Papa, Oma, Opa oder den Erzieherinnen. Liebend gern auch inbrünstig vom großen Bruder, der das so gar nicht witzig findet. Erstens ist der nämlich überhaupt kein Schmuser und zweitens bist du nicht grade … dezent. ;-) Du wirfst dich oft ohne Rücksicht auf Verluste auf einen zu, man muss dich oft fangen bevor du auf den Boden aufschlägst, oder rammst Kopf voran ins Gesicht. Du kannst auch schon mit viel Hingabe küssen, mit weit aufgerissenem Schnabel und möglichst viel Sabber. Manchmal auch mit Zunge. Urks. Das wiederum findet dein Bruder urkomisch.

IMG_20150506_152402644Soziales: So insgesamt ist grad gar nicht gut mit dir Kirschen essen. Du machst es Mama und Papa grade gar nicht leicht, bist wahnsinnig fordernd, scheinbar ohne selbst zu wissen was du grade willst. Du bist zwar ein Charmeur, kannst richtig dreckig gackern und lachen und so begeistert sein dass du alle mitreißt, aber du hast auch eine andere Seite entwickelt. Du kannst unglaublich böse gucken, und das ist auch der Standard-Blick, den man zur Zeit von dir erntet wenn man dich anspricht, oder du dich über jemanden ärgerst (dazu hast du unerschöpflich viele Gründe). Du bist sehr baby-haft und unselbstständig, auch im sozialen Kontakt, fremdelst öfter und klammerst viel. Wir glauben, nein wir hoffen, dass es nur ein Schub … Seufz.
In die KiTa gehst du nach wie vor sehr gerne, auch nach langer Fehlzeit. In letzter Zeit marschierst du oft Hand in Hand mit dem Bruder…

Entwicklung: Lass-es-einen-Schub-sein-Danke-Amen.

Ernährung: Hier hat sich viel zum Positiven verändert. Du machst uns zwar grad das Essen echt zum K(r)ampf, weil du so gar nicht mehr gefüttert werden willst, es aber selber so gar nicht gut hinkriegst. Aber wir sehen, dass du Fortschritte machst, und geschickter wirst. Vermutlich müssen wir uns da einfach sehr in Geduld üben. Für mich ist das besonders hart, denn obwohl mich keine übergelaufene Kackwindel zum Grausen bringt ist für mich Essen-Schmiererei und Gepampe und Patzerei der absolute blanke Horror. Ich haaaaassssssseee es wenn du überall Essen rumschmierst, mit den Fingern darin wühlst um dir alles in die Haare zu reiben, den Tisch einkleisterst, 3/4 vom Löffel auf deine Kleidung (du triffst 1a am Ganzkörperlätzchen vorbei, keine Ahnung wie das geht?!) fallen lässt und dann noch schön mit den Füßen drin rumstapfst. Praktisch jeden Tag muss ich mehrmals den Boden wischen unter deinem Stuhl. Aber.. ich hoffe einfach dass die viele Übung bald Erfolg zeigt und du den Spaß am Ferkeln verlierst. Das Schöne ist aber – du isst sehr viel mehr, und vieles mit Begeisterung. Deine absolute Lieblingsspeise sind Nudeln, da kommt nichts drüber. Du knabberst aber auch gern Käse, und löffelst gern Joghurt und Müsli. “Vurst”-Aufschnitt findest du auch toll, und Würstchen natürlich auch (welches Kind nicht?). Du isst viel verschiedenes Obst, LIEBST grüne Smoothies (die verschwinden so schnell, man glaubts kaum und du willst richtig viel davon), und knabberst auch immer gern an Rohkost-Gemüse. Neu für dich entdeckt hast du Paprika. Kürzlich hast du viele Bohnen zum Frühstück gegessen, obwohl die relativ scharf waren und wir nicht dachten dass du das mögen würdest. Ich finde das sehr erleichternd, dass du so viele gesunde Nahrungsmittel akzeptierst und mache mir dann weniger Sorgen um deine Gesundheit und dein Wohlergehen. Sehr zu unserer Freude hast du immer weniger vom sonst obligatorischen Abendfläschchen getrunken, es hat sich irgendwie ausgeschlichen und schon seit gut einer Woche hattest du gar keines mehr. Du trinkst dafür jetzt wie ein Weltmeister (über die Art des Trinkens möchte ich aber nicht sprechen,…) und das finden wir toll!

Gesundheit: Bis vor zwei Wochen warst du praktisch durchgehend krank. Nun ist es endlich wärmer und es scheint grade ein wenig Stopp reinzukommen. Dein letzter Virusinfekt war so schlimm, dass wir alle verzweifelt sind. Du hast bellend gehustet bis zum Erbrechen, und nichts hat gewirkt. Inhalieren hast du vehement abgelehnt, und erst als wir zu einer anderen Ärztin gefahren sind, weil wir ein wenig Vertrauensprobleme mit unserem Stamm-Arzt hatten, der sich nie Zeit für eine ordentliche Untersuchung nehmen wollte, bekamen wir Hilfe. Dort wurde gleich mal deine O2-Sättigung gecheckt (im Grünen, puh) und dann per Bluttest Bakterielles ausgeschlossen. Schließlich bekamen wir Salbutamol-Tropfen zum Schlucken, die zwar nicht so gut sind wie zum Inhalieren aber eben doch besser als gar nichts. Und Zäpfchen, falls du wieder so eine entsetzliche Hustenattacke nachts hättest, dass du erbrichst und keine Luft bekommst. Wir sollten die nur im Notfall geben, die wären Hämmer, und wir haben sie glücklicherweise nicht gebraucht. Nach diesem grausamen Infekt ging es dir zum ersten Mal wieder länger besser und hoffeeeeentlich bleibt das jetzt auch mal so!
Achja, ein Bluttest ergab, dass du weder Allergien (obwohl das in dem Alter noch nicht wirklich aussagekräftig ist), noch Unverträglichkeiten noch Mängel (Ja, da du eben nie Fleisch bekommen hast, und wegen deiner einstigen Mäkeligkeit bis auf die Milchflasche praktisch vegan ernährt warst, wider meiner Intention hab ich mir natürlich Gedanken um deinen Eisen/ZinkHaushalt gemacht, der uns die ständigen Infekte hätte einbrocken können…) hast. Na, immerhin.

Körperliches: Nachdem du in der letzten Zeit schlanker gewirkt hast vermopst du grade wieder. Du wirkst sehr stämmig, kräftig, schwer, und klein. Kommst wohl leider nach Mamas Familie… Aktuell trägst du Größe 86, wobei wir immer darauf achten müssen dass dir der Bund oder die Ärmel nicht zu eng sind. Viele Shirts und Hosen vom großen Bruder passen dir daher nicht, da wir oft welche mit schmalem Schnitt gekauft hatten. Auf deine Minifüße passt Schuhgröße 20, aber wir benötigen Windelgröße 5 von babylove, die perfekt für deine Maße sind, mit dehnbarem Bund und breitem Beinausschnitt.
Das Unerfreulichste der letzten Zeit war definitiv die Entdeckung, dass du zu schielen beginnst. Ich könnte Bäche darüber heulen wie scheiße ich das finde. Es widerstrebt mir unglaublich, dass wir auch bei dir Augen abkleben müssen und du wohl eine Brille wirst tragen müssen (Details nach Sehschule Termin). Und, sollte das Schielen bleiben, dir ebenfalls eine Augen-OP bevorsteht. Ich könnte darüber so viel kotzen dass ich besser nichts mehr dazu sage. Wenigstens klappt das Abkleben bei dir relativ gut, wir schaffen an vielen Tagen schon die angepeilten 2 Stunden.

IMG_20150319_162308513In letzter Zeit haben uns deine Zähne arg zu schaffen gemacht, und der letzte Backenzahn hat dir wohl ordentlich Schmerzen bereitet, glücklicherweise hats die erste Spitze endlich durchgeschafft und das Schlimmste ist damit hoffentlich überstanden. Aber du sabberst noch schlimm und kaust ständig auf allem herum, weswegen deine Backen wund und rot sind, da deine Haut so empfindlich ist… Übrigens hast du praktisch keine Hautfarbe (wie Mama), und deine mittlerweile kräftig wachsenden Haare sind erdbeer-hellblond (schimmern je nach Licht rötlich) und lockig.

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Pfui: deinen unausgesprochenen Willen nicht bekommen, gefüttert werden, wenn dein Bruder die Spielsachen hat die du willst,

Highlights: Schmuse-und Kuscheltiere, vor allem der Wuffi (der Ikea Hund, nachdem du den vom Bruder so liebst haben wir dir auch einen organisiert), Löwenzähnchen gucken, Hunde (dein Lieblingstier)

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Auch wenn es grade sehr hart mit dir ist versuchen wir deine Bedürfnisse zu verstehen und zu erfüllen. Ich wette, da tut sich grade viel in deinem Köpfchen und wenn alles wieder zurecht organisiert ist dann hab ich mein vergnügtes pflegeleichtes Schätzchen wieder, das dann bestimmt ein Sprech-Update hatte und uns viel Freude beschert.. Küsschen, kleiner Rommschbobbel!

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Auf bald,
Hummelchen

SZSZ

Wie ihr sicher gemerkt hab war es hier unglaublich still die letzten Wochen. Das liegt daran, dass mein Leben grad so läuft, dass es für die seichteste Soap zu kitschig wäre, denn es gab irgendwie nur “schlechte Zeiten”… Irgendwie sind im letzten Jahr so viele unglaublich unschöne Dinge passiert, dass ich kaum objektiv darüber schreiben kann ohne dass es wie Gejammere klingt. Denn natürlich sind diese unschönen Dinge nicht einfach passiert und gut, sie haben ja auch viel mit mir gemacht, und das hat mir weder gefallen noch bin ich damit zufrieden, was es aus mir gemacht hat.

Ich kann es fast mit dem Tag festmachen, als am 6.10., an unserem zweiten Hochzeitstag, mein Papa gestorben ist. Mein Papa war immer schon für mich der Kernpunkt meiner Familie, mein Fels in der Brandung, mein wichtigster Lieblings-Mensch bis ich meinen Mann kennen gelernt hatte. Auch wenn die letzten Jahre, schon fast ein Jahrzehnt eigentlich, sehr von Sorge um ihn bestimmt war, immer mit der Angst vor Augen er könnte bald sterben, weil sein Gesundheitszustand so schlecht war, so war er dennoch immer in meinem Kopf und in meinem Alltag mein “Papa”, also jemand der .. wie soll ich sagen… größer, älter, reifer war und wo ich eben das Kind war; den man eben mal anruft und auch erzählt wenns nicht gut läuft oder um Rat fragt, wie viel man den Bonsai gießen soll. Und dann ist dieser Mensch auf einmal weg und …

… nichts. Nichts darf sich ändern, denn die Welt dreht sich weiter. Da ist keine Zeit für Trauer, für einen Zusammenbruch, für sich im neuen Weltbild wiederfinden, da ist einfach nichts. Kennt ihr diese jump&run Spiele von früher, bei denen der Bildschirm von links weiterfährt und man muss sich beeilen auf Spur zu bleiben sonst gibts Game Over? In etwa so hab ich mich gefühlt. Einmal emotional durch den Fleischwolf, aber schön Tempo beibehalten. Während ich selbst emotional und psychisch derart erschlagen und bedürftig war, und mich gerne ein wenig verhätschelt und erholt hätte, war ich diejenige die eben sich um andere (die Kinder nämlich) kümmern musste und für deren emotionale und psychische Welt verantwortlich war. Dass mir das Gesundwerden nicht erlaubt war hat mehr Schaden angerichtet als ich gern zugeben möchte, und das Ausmaß wird mir in den letzten Wochen immer bewusster.

Unmittelbar nachdem wir vom Begräbnis zurückkamen begann bei den Kindern die Krankheits-Serie, die bis zum heutigen Tag exakt 2 Wochen pausiert hat. 2 Wochen, in denen alle (4) gesund waren, sonst war mindestens immer einer, meistens 2 krank, und eigentlich immer die Raupe. Ich selbst war so oft krank wie die letzten 15 Jahre zusammengerechnet nicht, hatte etwa 5 Infekte, 2 davon wirklich kräftezehrend. Zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben war ich so zugeschnoddert und konnte ohne Antibiotika nicht mehr gesund werden. Es ist unglaublich, wie anstrengend es ist sich krank um (eventuell auch noch kranke!) Kinder kümmern zu müssen, aber wem erzähle ich das, das wisst ihr vermutlich alle.

Es gab die letzten 7 Monate auch nie eine “Verschnaufpause“. Überstunden und Urlaub vom Mann gingen fast restlos drauf für Notfall-Betreuung der Kinder wenn ich mal wieder komplett ausfiel oder mit den Nerven so am Ende war, dass ich mir nur noch wünschte zu sterben. Oder für Vorstellungsgespräche.

Dieser Druck lastet auch grade sehr auf mir, denn ich muss und müsste mich dringend um einen Job bemühen, und von den Unsäglichkeiten die mir da schon begegnet sind (ein anderes Thema) abgesehen muss ich zugeben, dass ich derzeit eigentlich kaum in der Lage bin, meinen Job als Psychologin auszuüben. Und das tut mir weh, denn ich mache das eigentlich gerne, das ist das was ich tun möchte, und mir fehlt die Kraft die dazu nötig ist, und zwar in ganz großem Stile. Aber unabhängig von Lebensplanung und Wunschvorstellungen brauchen wir natürlich mein Einkommen, nicht arbeiten zu “können” steht nicht zur Debatte. Und die Überlegungen, wie ich was bewerkstelligen könnte, machen mir zu schaffen. (Natürlich denke ich über alle möglichen Eventualitäten nach, es fehlt mir nicht an Ideen, sie bereiten mir nur Kopfschmerzen.)

Körperlich und gesundheitlich geht es mir auch eher nicht so gut, ich habe weder die Energie regelmäßig gut zu kochen, und für Bewegung und Sport schon gleich drei mal nicht. Hätte ich nen Euro für jede Pizza, jeden Muffin, jedes Eis, jede Schokolade und jede nicht erfolgte Sporteinheit im letzten Jahr bräuchte ich mir keine Gedanken um den Job zu machen. Und wie dumm das ist, zu der fehlenden Kraft noch unfitter zu werden…

Die Kinder, die natürlich sehr viel von meiner nicht mehr vorhandenen Energie abzapfen, überfordern mich momentan ziemlich. Ich merke, dass ich sofort anfange ein wenig Kraft zu tanken wenn nur mal EINE Woche normal läuft, sie also vormittags BEIDE in der KiTa sein können und an 1-2 Nachmittagen bei den Großeltern. Dann hab ich genug Elan mit ihnen schöne Dinge zu machen wenn sie da sind, auf den Spielplatz zu gehen, ein Picknick im Feld zu machen, zusammen zu kochen… Aber fällt die Fremdbetreuung und Hilfe komplett flach (wies eben ist wenn mindestens einer so krank ist dass ich ihn nicht weggeben möchte oder kann), dann komme ich aus dem Rhythmus. Es wird chaotisch und unsauber im Haus, mein Gehirn ist dann ebenso zugemüllt, ich kann nicht klar denken, habe keine Geduld, kriege nichts auf die Reihe und bin, um es kurz zu fassen, schlichtweg eine schlechte Mutter. Und das führt dann zu noch mehr Schuldgefühlen und Selbsthass, weil meine Kinder das nicht verdient haben und ich ihnen so wahnsinnig gerne mehr geben können würde. Besonders weh tut mir dann, wenn ich die Bestätigung dessen was ich sehe ernte, wenn mein Großer nicht gerne Zeit mit mir verbringt. Das sind dann die Momente in denen meine Kopfkreisscheiße beginnt und ich mich frage, wozu ich eigentlich noch hier bin und mich bemühe, wenn ich ohnehin dazu prädestiniert bin zu versagen.

Wie ihr seht, nix besonders schickes, und darüber eine Million Blogposts zu verfassen wie kacke alles ist bringts auch nicht weiter. Auf der einen Seite mag es vielleicht sein, dass “ausheulen” hilft, aber oft möchte ich darüber einfach auch nicht mehr reden, weil mich der ganze Mist ja ohnehin schon den ganzen Tag begleitet. Und wenn mans erzählt trifft man auf 3 Typen Menschen, die einen haben kein Verständnis und man erntet Gemeinheiten, den anderen ists von vornherein egal (und wozu sollt ichs dann schreiben?) und den letzten, die es gut meinen, die möchten helfen. Und da aktiv helfen schwer möglich ist, kommen oft Ratschläge. Viele davon sind gut, alle sind sicher nett gemeint, aber die meisten sind nichts Neues für mich, und manchmal fühle ich mich als würde man mich für unzulänglich halten auf diese Dinge selbst zu kommen. Wie gesagt, es mangelt mir nicht an Ideen, sondern an Umsetzbarkeit.

Und wie ende ich diesen jammervollen trostlosen Post? Nun, vielleicht gar nicht. Ich versuche einfach ein paar meiner klugen Ideen umzusetzen und schaue obs nicht vielleicht doch mal wieder ein wenig bergauf gehen mag… Mal schaun!

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Auf bald,
Hummelchen

[Rezept] Hammergeiler veganer Burger

Ja, entschuldigt den Titel, aber etwas anderes wäre nicht angemessen… Seit nun schon mehr als einem Jahr als Veganer, das vermutlich für jeden Neuling maßgeblich mit Verzicht und den Gedanken um “verloren” geglaubte Lieblingsspeisen beginnt, merke ich in letzter Zeit immer mehr wie ich nicht nur völlig neue Gerichte lerne (es ist wie nochmal komplett von vorne kochen lernen), sondern auch allmählich genügend Ideen und Wissen hab Essen, das gewöhnlich Fleisch oder Milchprodukte enthält lecker alternativ zuzubereiten.

Lange Rede kurzer Sinn – dieser Burger verlangte mir etwas Konzentration ab, bei der Beschreibung des Geschmackes jugendfrei zu bleiben. Natürlich heißt das nicht dass er -JEDEM- schmecken muss, aber ich fand ihn toll!

Ob “Rezept” für Burger jetzt nicht ein wenig weit ausgeholt ist mag dahin gestellt sein. Nennen wir es einfach Bauanleitung. ;-)

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Die Basis für einen Burger bildet natürlich das Brötchen. Da einfach nach Belieben auswählen, was am Besten schmeckt. Das gleiche gilt für den Gemüsebelag, bei uns sind Zwiebel, Tomaten, Salat und saure Gurken Standard. Heute gabs mal frische Gurke, aber das variiert. Je nach Zeit und Lust und Laune passen auch angebratene Pilze, angebratene Zucchinispalten, geraspelte Möhren, Oliven, rote Bete, Frühlingszwiebel, Silberzwiebel, Avocado oder was das Herz begehrt rein.

Wichtig für nen Burger ist ja dann der Bratling. Wir sind sehr zufrieden mit den Bralingen von Alnatura (vor allem die mexikanischen sind lecker!), unser Highlight heute waren aber die “Grillsteaks” von Aldi. Man darf natürlich drüber streiten ob man als Veganer das Recht hat etwas essen zu wollen das wie Fleisch schmeckt, muss man aber nicht. Irreführend finde ich nur dass sie Steaks heißen, Bratlinge hätts auch getan, aaaber nachm Probieren wusste ich auch warum: die Teile schmecken echt wie mans aus Fleisch-Tagen kennt. Noch dazu ist die Konsistenz, der “Biss” ganz anders als bei anderen “Ersatzprodukten”, und vermutlich vor allem beim Umstieg auf vegan oder bei der Suche nach Alternativen damits nicht jeden Tag Fleisch sein muss, sicher eine Erleichterung. Wir fanden sie jedenfalls suuuper.

Aber natürlich ist das ein Fertiggericht, und sicherlich nicht das Gesündeste (aber hey, wir reden über Burger, ne? is halt kein grüner Smoothie!). Wer sich die Patties lieber selber machen möchte, kann das ganz toll mit roten Kidneybohnen.

Patty Grundrezept: eine Dose rote Bohnen abwaschen und mit den Fingern zermantschen (eklig!!!), eine Zwiebel kleingeschnitten rein, eine Knobizehe reindrücken, etwas Salz+Pfeffer+Paprika oder BBQ Gewürz, eventuell ein paar Haferflocken für den Biss, und 1/2 TL Johannisbrotkernmehl (wer nicht hat kann auch Maisstärke nehmen, dann aber etwas mehr!); wenn die Masse zu trocken oder bröselig ist dann gaaanz vorsichtig Olivenöl reintröpfeln bis die Konsistenz schön pappig ist.

Für alle Patties gilt beim Anbraten: weniger ist mehr. Es ist ja kein Fleisch drin das durch werden muss, die selbstgemachten zerfallen auch leichter, und alle brennen leicht an. Also entweder aufn Grill (empfehle Folie!), oder heiß und schnell in der Pfanne oder langsamer mit niedriger Temperatur.

Da ein Burger ohne Käse für mich nur halb so lustig ist und ich sämtlichen Käseersatz relativ grausam finde brauchte es Ersatz:

Meine Nicht-Käse-Soße: 2-3 EL Mandel- oder Cashewmus, 1 TL Senf, 1 EL Sojasoße, 1-2 EL Hefeflocken, kleiner Spritzer Zitronensaft (nicht zu viel!), 1 knapper TL Kurkuma, etwas Wasser.
Erst alle Gewürze in den Topf, bei geringer Hitze erwärmen und ganz wenig Wasser dazugeben, grade so viel dass man es vermengen kann mit Schneebesen, und dann immer mehr Wasser dazuleeren beim Aufköcheln lassen bis die Konsistenz so ist, dass sie einem nicht vom Burger fließt. Wenns fertig ist gibt das fast eine glibberige Masse, weil Hefeflocken gut binden. Abschmecken, und wenns noch nicht salzig genug ist ein wenig nachsalzen (schwer pauschal zu sagen weils davon abhängt wie intensiv die Sojasoße ist). Wer mag kanns natürlich aufpeppen und Paprikapulver oder Curry oder frische Kräuter (Schnittlauch, Koriander, Zitronenmelisse, Petersilie) reingeben.

Für unsere Burger verwendeten wir Ketchup und eine süße-Senf-Soße, wer aber gerne Mayonnaise im Burger haben will kann das ganz easy-peasy selber machen:

Vegane Mayonnaise: etwa 2 Daumenbreit Sojamilch in ein hohes Gefäß (Pürierstab-Gefäss!) füllen, einen Minispritzer weißen Essig dazu und kurz mit dem Pürierstab bearbeiten, dann tröpfchenweise beginnend neutrales Öl (Rapsöl zB) hineinfließen lassen, währenddessen pürieren, so viel Öl reingießen bis die Konsistenz angenehm ist; man kann natürlich auch dann noch Sojadrink nachschenken und aufstocken wenns zu wenig war; gewürzt wird mit ein wenig Essig, Salz, Zitronensaft und Senf. Ich kann da wirklich schwer Mengenangaben machen, es ist sehr geschacksabhängig – am Besten immer mit sehr wenig beginnen und probieren! Geht super einfach und ganz schnell, hält im Sommer draußen bei der Hitze ohne dass man Angst haben muss das Ei kriegt nen Schlag UND alle anwesenden Schwangeren dürfen davon essen!! #yeah

Was für mich heute die absolute Krönung war…. Nachos! Ihr glaubt ja gar nicht wie geil das schmeckt, mooooaahh! Hier ruhig zu ordentlich kräftig gewürzten/scharfen greifen! Die geben dem Burger nochmal so richtig Pepp und Crunch und Biss – legen..dary!

Für mitessende (Klein)Kinder kann man natürlich den ganzen scharf gewürzten, Trash-Food Kram weglassen und wird vermutlich immer noch nen ziemlich leckeren Burger haben. Yummiee!

Ich hoff jemand gibt dem Burger mal eine Chance, er hats verdient (man muss nicht mal Veganer sein oder werden um ihn gut zu finden, glaub ich .. hehe).

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Auf bald,
Hummelchen

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PS – sobald ich das nächste Mal Burger mache ergänze ich mehr Fotos. Wird bestimmt nicht lang dauern.. :D

 

2 1/2 Jahre Rumpelstilzchen

Vor lauter Chaos Stress und Krankheit hätte ich ja fast vergessen, dass schon wieder so viel Zeit vergangen ist, und ich eigentlich schnell festhalten möchte, wie du dich entwickelt hast! Es passiert hier nämlich grade so schnell so viel, es ist als würde sich wöchentlich etwas ändern…

Am Wundervollsten finde ich ja, wie sich deine Sprache weiterentwickelt. Es ist so erleichternd, dass man dir alles erklären kann, auch kompliziertere Dinge, und du es verstehst. Zusammenhänge kannst du erfragen und meine Erklärung verstehen, und das macht so viel Spaß! Natürlich ist es für dich auch toll, dich selbst erklären zu können. Deine Sätze sind zwar grammatikalisch nicht immer richtig (vor allem die Vergangenheitsform von Verben, da schaffst du süße Kreationen), aber sie sind lang und enthalten alle Bausteine. Du kennst eigentlich alle Vokabel deines Alltags, und wenn du ein Wort nicht kennst erfragst du es und nimmst es in deinen Wortschatz auf. Du sprichst sehr klar und in der Regel so gut verständlich, dass jeder dich sofort versteht. Nur manche Wörter fallen dir schwer (Gitarre zum Beispiel), bei denen rätseln dann sogar wir anfangs.

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Scheinbar hat sich mit deiner Sprechfähigkeit dein Bewusstsein (erweitert klingt jetzt irgendwie fragwürdig hm?) vergrößert. Du kannst viel besser reflektieren, und Situationen verstehen. Seit einiger Zeit träumst du, und kannst es teils wiedergeben. Dein Lieblingstraum ist der vom Pferdchen, und manchmal weinst du beim Aufwachen und erklärst auf Nachfrage dass das Pferdchen jetzt weggelaufen ist.. Da möchte man fast mit traurig werden, so süß ist das! Auch wenn du mal länger nicht von ihm träumst erzählst du das ganz niedergeschlagen vorm Einschlafen. Wir reden dann ganz viel über Pferde und was sie so tun und was man mit ihnen macht, und manchmal klappt das dann und du erzählst am nächsten Morgen dass das Pferdchen wieder da war. Das hat allerdings nicht nur Vorteile. Vor 2 Wochen hast du entsetzlich aufgeweint im Schlaf, und wir erörterten, dass du wohl einen Alptraum hattest. Ich versuche dann zu erklären, dass Träumen wie Fernschauen im Schlaf ist, und wenn dir die Sendung nicht gefällt, dann ist sie sofort aus wenn du wach bist, wie wenn man den TV abschaltet. Das ist eine nette Erklärung, allerdings weiß jeder wie lebhaft man als Kind träumt, und du warst fortan davon überzeugt dass Enten in deinem Zimmer sind. Die würden dich jagen und dann den Schnabel ganz weit aufreißen. Was haben wir alles versucht! Der Kater und ich haben sie zum Fenster rausgejagt, wir haben ihnen draußen eine Schale “Entenmüsli” aufgestellt damit sie nicht immer zu dir kommen wenn sie Hunger haben, und wir überprüfen jede Nacht das Bett. (Ein Klassiker.) Außerdem üben wir, dass du die Enten im Traum wegschicken sollst, wenn sie dich ärgern. Nach der nächsten Nacht in der du schlimm geweint hattest frage ich dich morgens, warum.
“Und dann waren die Tiere da.” – “Welche Tiere denn?” – “Enten!” – “Schon wieder?!” – “Jaaa.” – “Aber die haben wir doch gestern raus gejagt?” – “Neee. Die haben den Schnabel aufgemacht. Ganz weit! Soo!” – “Okay. Und dann hast du geweint?” – “Neee. Hab ich sagt ‘da is keii Platz, geh raus!’ und dann warense weg.” – “Äh ja wenn sie weg waren, warum hast du dann so arg geweint heut Nacht??!” – “Jaaa. Weil die Enten weg waren…”
Da wusst ich dann irgendwie auch nicht mehr…… Seufz.

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Aber so kennt man das von dir, du bist so vernarrt in Tiere, dass mich das immer wieder erstaunt. Deine andere ungebrochene Leidenschaft ist Musik. Nachdem am 13.2. die Schnullerfee zu dir kam und deine Schnuller abholte (was problemfrei klappte ohne ein einziges Mal Weinen) hinterließ sie dir als Geschenk eine Geige. Damit ist eine neue Ära angebrochen, sie ist dein absolutes Lieblingsspielzeug, das auch kaum jemand anfassen darf und täglich mehrfach bespielt wird. Nichts anderes konnte dich bisher so sehr und lang anhaltend begeistern! Seit einigen Tagen hast du nun auch eine Gitarre, die du heiß liebst.

Immer wieder hast du Phasen, in denen du gerne das Töpfchen benutzt. Wir hatten auch schon einen “Lauf” wo du täglich einen Stinker rein machen wolltest. Aktuell ist das für dich wieder wenig interessant, und ich bin gespannt wann der große Durchbruch kommt… Sommer wäre ja kein schlechter Zeitpunkt, nicht wahr? Überhaupt ist Sauberkeit und Ordnung für dich grade ein wichtiges Thema und du liebst es mit Mama zu putzen. Das geht so weit dass man dich bestechen kann, du darfst erst auch den Boden wischen wenn du dein Zimmer und das vom Bruder komplett aufräumst. Man hat fast ein schlechtes Gewissen…. ;-P

IMG_20150424_094627Du hast dein erstes Herz-Stofftier, ein Hund names, ja wir sind voll kreativ, Wuffi. Der muss immer mit dir ins Bett und gerne packst du ihn auch in einen Schlafsack. Du liebst ihn richtig, und es gefällt dir gar nicht so wenn er mal in die Waschmaschine muss oder ihn der Bruder stibitzt.

Gesundheitlich warst du die letzten Wochen recht angeschlagen. Generell hast du wohl ein gutes Immunsystem, und bist sehr fit und nur selten krank, obwohl der kleine Bruder ja de facto nonstop Zeugs angeschleppt hat seit Oktober. Aber im letzten Monat hast du dich mit Magen-Darm und einem wirklich fiesen Virusinfekt rumplagen müssen. Das absolut Schlimmste war (bzw ist) aber die Augenentzündung, die jetzt schon 5 mal wiedergekommen ist. Obwohl wir dich wochenweise schon gar nicht mehr in die KiTa geschickt haben bringst dus immer wieder mit nach Hause, es ist zum Mäuse melken. Der Augenarzt meinte nun, wir sollen keine antibiotischen Tropfen mehr geben, nur wenns ganz arg schlimm ist. Hoffen wir einfach mal dass ein paar andere KiTa Mamas ihre Kleinen daheim gesund werden lassen, sonst steht uns da wohl noch einiges bevor…

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Auch eher unerfreulich sind die Extreme deines Temperamentes. Generell bist du kein Trotz-Kind. Du bist nicht sonderlich stur oder über die Maße bockig, von Trotzalter darf man fairerweise bei dir gar nicht sprechen. Entweder kommt da noch was auf und zu, oder es fällt bei dir so milde aus, keine Ahnung. Was uns aber das Leben teils richtig schwer macht sind deine “Anfälle” in denen du kreischst und quietscht als würde man dich foltern. Grundsätzlich besteht die erste Stunde des Tages aus so einem Anfall, du bist ein Morgenmuffel und wachst nur gaaanz ganz selten annäherungsweise gut gelaunt auf. Du brüllst dann was das Zeug hält, und man kann dir gar nichts recht machen. Wenn es ans Anziehen oder gar Zähneputzen geht höre ich gespannt ob das Jugendamt an der Tür läutet. Diese Anfälle stellen Mama (und Papa) auf eine richtig harte Probe, und es erfordert wahnsinnig viel Nervenstärke dabei geduldig zu bleiben!

Es ist ein Segen, dass das Wetter endlich wieder dazu einlädt, die Zeit draußen zu verbringen, denn das macht dir große Freude. Du kannst dich generell für Natur begeistern, aber du liebst es auch deinen Traktor draußen rumzufahren, am Spielplatz zu spielen oder im Sandkasten zu sein – bzw im Sand am Spielplatz, da ist quasi der Kleinkindteil im Sand, was wir an heißen Tagen schon besonders genossen haben.

Du bist grade wieder am Wachsen, man merkt immer wie die Hosen kürzer werden, bzw nicht mehr umgeschlagen werden müssen. Auch aktuell bist du ein ziemlicher Essensvernichter, was darauf schließen lässt dass da bald noch mehr kommt.. Aktuell trägst du Größe 98, Schuhgröße 26 und hast Windeln von babylove in Größe 5 an. Mäkelig bist du grade trotzdem. Naja, wir sinds ja schon gewohnt. Der aktuelle Köder scheint grade Dip zu sein. Kürzlich hast du gut Rohkost und Salat vernichtet, als wir alle aus einer großen Schüssel Paprika-Mango-Dip am Tisch gedippt haben.

Was du magst: Putzen, Einkaufen gehen, Geige+Gitarre, Tiere, in der Badewanne planschen, Traktor fahren, deinen “besten Freund” Opa, der Wuffi, selbstgemachtes Bananen-Eis, “Banillemilch”

Was du nicht magst: Augentropfen!!!!!!!, Zähne putzen, wenn jemand deine Lieblingsspielsachen anfasst, Erdbeeren im Müsli, Enten

IMG_20150412_171113(auf obigem Bild guckst du zwar irgendwie mürrisch, hast aber gut gelaunt mit Mama “gechillt”)

Auch wenn nicht immer gut mit dir Kirschen essen ist genieße ich dein Alter grade sehr. Ich kann irgendwie mit diesem Alter viel besser umgehen als die ersten Monate, und es macht mir Freude dich um mich zu haben und dich zu beobachten. So kanns bleiben, mein Zuckerli!

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Auf bald,
Hummelchen